Haarausfall nach Corona: Ursachen, Dauer und was Sie dagegen tun können

Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass nach einer Corona-Erkrankung manchmal Haarausfall auftreten kann. Die Zahl der Patienten, die aufgrund einer Corona-Erkrankung oder Corona-Impfung unter Haarausfall litten, nahm stetig zu. Seit der Corona Pandemie stellen wir eine zunehmende Anzahl an Patienten fest, die Haarausfall durch Corona vermuten. In unserer Praxis haben wir den Zusammenhang zwischen Corona und Haarausfall schon früh erkannt.

Mögliche Ursachen für Haarausfall nach Corona

Das Coronavirus verursacht plötzlichen Stress in den Haarfollikeln, der Ihren Haarzyklus verändern kann. Dies erklärt sich durch die Zeit des Stresses und des Fiebers. Körperlicher Stress wird durch Krankheit und Fieber verursacht. Auch emotionaler Stress kann auftreten. Dieser Stress verkürzt die Wachstumsphase Ihres Haares und verlängert die Ruhephase.

Auch nach anderen Infekten, die mit Fieber einhergehen, kann Wochen später Haarausfall auftreten. Einer der Gründe für vermehrten Haarverlust kann eine vorausgegangene Infektion der oberen bzw. unteren Atemwege sein, also ein fiebriger Infekt, der häufig nach einer Ansteckung mit dem Corona-Virus auftritt. Dies ist also kein ausschließliches Symptom einer Corona-Infektion.

Telogenes Effluvium als häufige Ursache

In dieser Zeit verlieren Sie mehr Haare als das neue Haare wachsen. Dieses Phänomen wird oft als Telogenes Effluvium bezeichnet, eine Form des diffusen Haarausfalls (über die gesamte Kopfhaut verteilter Haarausfall). Das Haar löst sich dabei von der Blutversorgung und seiner Verankerung ab. Die Symptomatik des Haarausfalls beginnt daher in der Regel erst Monate nach der eigentlichen Covid-Erkrankung.

Dr. Royeck: Das Telogene Efflvium verursacht einen reversiblen Haarausfall. Das heißt, dass die Haarfollikel erhalten bleiben und nach dem ausgefallenen Haar ein neues Haar nachwächst. Haare, die zum Zeitpunkt der Infektion in ihre Ausfallphase gewechselt sind, werden in bis zu sechs Monaten ausfallen. Parallel sollte aber untersucht werden, ob die neu nachwachsenden Haare auch optimale Bedingungen für ihr Wachstum haben.

Haarausfall als Teil von Long COVID-19

Eine weitere Facette der Corona-Erkrankung ist das sogenannte Long COVID-Syndrom, bei dem Menschen nach der Genesung von COVID-19 noch anhaltende Symptome haben. Haarausfall kann ein Teil dieser Symptome sein. Bei einigen Betroffenen tritt der Haarausfall mehrere Monate nach der Infektion auf. Langzeitfolgen von COVID-19 werden derzeit wissenschaftlich untersucht.

Wie lange dauert der Haarausfall nach Corona?

Der Haarausfall wird oft zwei bis drei Monate nach den ersten Coronabeschwerden bemerkt. Auffällig ist, dass die Wahrscheinlichkeit von Haarausfall umso größer ist, je stärker die Coronabeschwerden waren. Die Wirkung des Virus oder der Impfung ist in den meisten Fällen nach 6 bis 9 Monaten wiederhergestellt. Nach diesem Zeitraum sollten Sie weniger Haarausfall haben, und es kann neues Haarwachstum auftreten.

Dr. Merkel: “Meiner Erfahrung nach dauert der Haarausfall ungefähr drei bis sechs Monate. Das heißt, die Patient:innen kommen meist nach drei Monaten, wenn sie bemerken, dass vermehrt Haare ausfallen. Und dann müssen sie noch mal durch ein Tal, wo vermehrt die Haare ausfallen. Das Gute ist, dass dieser Haarausfall nicht bleibt. Die Haarwurzel wird nicht beschädigt, und dementsprechend kommen die Haare auf jeden Fall wieder nach.”

Haarausfall nach Corona-Impfung

Auch nach einer Corona-Impfung kann es zu Haarausfall kommen. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist jedoch viel geringer als nach einer Infektion mit dem Corona-Virus. Der Haarausfall nach einer Impfung äußert sich in einer anderen Form, nämlich als lückenhafte Kahlheit (Alopecia Areata). Diese Ursache des Haarausfalls wurde bisher nur selten gemeldet, nämlich in drei Fällen in Italien. In der Studie mit denjenigen, bei denen dies der Fall war, traten die Symptome erst 2 bis 3 Wochen nach der Impfung auf.

Was tun bei Haarausfall nach Corona?

Bei vermehrtem Haarausfall ist es grundsätzlich ratsam, Ihr Haar ausreichend zu pflegen und auf die Zufuhr wichtiger Nährstoffe zu achten. Verwenden Sie Haarpflegeprodukte, die speziell für empfindliches oder dünner werdendes Haar entwickelt wurden. Achten Sie auf eine ausreichende Zufuhr bestimmter Nährstoffe, z. B. Seien Sie geduldig und geben Sie Ihrem Haar Zeit, sich zu erholen.

Dr. Royeck: Da der Haarausfall in der Regel reversibel ist, positiv bleiben, Ruhe bewahren und nicht in ein Gedankenkreisen rund ums Haar geraten. Bitte keine wilde Anwendung von Antihaarausfall-Lotion oder -shampoos etc. Diese können wie bereits beschrieben keinen Wechsel zurück in die Wachstumsphase bewirken. Stattdessen optimale Bedingungen für die neuen Haare schaffen, d. h. z. B.

Empfehlungen vom Experten

Unsere Experten haben drei Tipps, die gegen den Haarausfall nach der überstandenen Covid-Erkrankung helfen können und schnelle Besserung versprechen:

  1. Haarwasser und Hausmittel: Friseur Josef Baranowski empfiehlt ein Haarwasser wie z.B. Minoxicutan, das den Haarausfall stoppt und die Durchblutung der Kopfhaut anregt. Außerdem empfiehlt er, täglich ein bis zwei Teelöffel Bio-Kurkuma-Konzentrat in lauwarmem Wasser aufzulösen und zu trinken, da Kurkuma entzündungshemmend wirkt.
  2. Mesotherapie: Bei der Mesotherapie werden Vitamine und Proteine in die Kopfhaut injiziert, um die Haarwurzeln optimal zu ernähren und sie zu unterstützen, wieder ein vollwertiges Haar zu bilden. Die Mesotherapie wird in monatlichen Abständen durchgeführt.
  3. PRP (Platelet-Rich Plasma): Hierbei wird Blut abgenommen, zentrifugiert und aktiviert, um eigenes Blutplasma zu gewinnen. Dieses enthält die eigenen Wachstumsfaktoren und Stammzellen.

Haarausfall nach Corona? Was tun? 🤯 │Dr. med. Alice Martin

Behandlung von Haarausfall durch Corona

Damit der Haarausfall durch COVID-19 gestoppt werden kann, ist möglichst schnell eine gezielte Therapie zu beginnen. Zunächst einmal müssen andere Einflüsse ausgeschlossen werden.

  • Immunsuppressive Therapie: Bei dieser Therapie wird das Immunsystem unterdrückt, sodass die Haarwurzeln nicht länger von den Abwehrkräften des Körpers angegriffen werden. Typischerweise wird hier mit Kortison bzw. wirkungsgleichen Medikamenten agiert.
  • Regenerative Therapie: Durch die Injektion von PRP (Plättchenreiches Blutplasma) und zytokin-reichem Plasma kann die schwere Entzündungsreaktion behandelt und die Haarwurzeln wieder regeneriert und ggf. reaktiviert werden. Es handelt sich also um eine gezielte Unterstützung der Haarfollikel, damit diese wieder genesen können.
  • Haartransplantation: Wenn Haarfollikel absterben, können kahle Stellen entstehen. Sind die Follikel bereits abgestorben, dann kann dort kein Haarwachstum mehr stattfinden.

Studien zum Thema Haarausfall und Corona

Inzwischen gibt es eine Reihe von Studien, die den Zusammenhang von Corona-Erkrankungen bzw. Long COVID und Haarausfall belegen.

Studie Ergebnisse
Veröffentlicht im Mai 2022 Von 198 COVID-19-Patienten litten 48 (24%) unter Haarausfall.
Veröffentlicht im Oktober 2022 in Saudi-Arabien Von 806 Teilnehmern berichteten 52,7 % über Haarausfall nach einer COVID-19-Infektion.
Veröffentlicht im Juli 2022 von der Universität Birmingham Haarausfall gehörte zu den häufigsten Symptomen, die nach 12 Wochen signifikant mit SARS-CoV-2 assoziiert waren.

Wenn Sie unter Haarausfall nach einer Coronainfektion leiden, ist es ratsam, Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin aufzusuchen. Eine gründliche Untersuchung und Bewertung kann helfen, die genaue Ursache des Haarausfalls zu ermitteln und entsprechende Behandlungsoptionen zu besprechen.

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