Nissen im Haar erkennen und entfernen

Kopfläuse sind winzige Parasiten, die sich in den Haaren einnisten und das Blut aus der Kopfhaut saugen, um sich davon zu ernähren. Insbesondere unter Kindern verbreiten sich Kopfläuse schnell. Die Parasiten sind etwa zwei bis vier Millimeter lang und vermehren sich sehr schnell.

Sie kleben ihre Eier an den Haaren in der Nähe des Ansatzes fest. Innerhalb einer Woche schlüpft dann die neue Lausgeneration. Kopfläuse verbreiten sich außerdem rasant - insbesondere unter Kindern. Wenn sie die Köpfe zusammenstecken, klettern die Läuse über die Haare von einem Kopf zum anderen. Daher kommt es auch regelmäßig zu Ausbrüchen in Kitas und Schulen.

Grundsätzlich können Läuse aber auch Erwachsene befallen. Zwar können die Bisse der kleinen Blutsauger ordentlich jucken, gefährlich sind Kopfläuse jedoch nicht. Sie verteilen kein Gift und verbreiten auch keine Krankheiten.

Wie erkennt man Läuse und Nissen?

Wenn Ihr Kind sich auffällig häufig am Kopf kratzt oder es sogar einen Läusefall in der Kita oder Schule gab, sollten Sie den Kopf des Kindes auf Kopfläuse untersuchen. Am besten benutzen Sie hierfür einen speziellen Läusekamm aus der Apotheke oder Drogerie. Kämmen Sie gegen die Haarwuchsrichtung am Ansatz jede Strähne zweimal sorgfältig durch und streichen Sie den Kamm an einem Tuch ab, sodass Sie die kleinen Parasiten besser erkennen können.

Ein weiteres Anzeichen, an dem sich Läusebefall erkennen lässt, sind Eier, die sogenannten Nissen. Diese kleben in der Regel an den Haaren hinter dem Ohr oder am Nacken, höchstens einen Zentimeter über dem Haaransatz. Auf den ersten Blick kann es passieren, dass Schuppen mit Nissen verwechselt werden.

Wie sehen Kopfläuse aus?

Hier lernst du, wie Kopfläuse aussehen. Das ist wichtig!

  • Form: Ausgewachsen sind die Parasiten zwischen 2 und 3 Millimetern lang. Sie besitzen einen länglichen, flachen Körperbau mit 6 Beinen.
  • Farbe: Die Parasiten sind fast durchsichtig bis leicht bräunlich.
  • Klammerbeine: Jedes der sechs Beine hat ein hakenförmiges Endglied. Mit diesem klammern sie sich an den Haaren fest.
  • Kopf: Er ist klein und mit einem Stechsaugrüssel ausgestattet.

Wie sehen Nissen aus?

  • Größe und Form: Eier sind etwa 0,8 bis 1,0 Millimeter lang. Sie haben eine ovale Form und sind schmal zulaufend.
  • Farbe: Ein weißlicher Schimmer deutet auf eine leere Eihülle (Nisse) nach dem Schlüpfen der Larven hin. Nissen lassen häufig auf einen früheren Befall schließen. Eine beige bis bräunliche Färbung des Eis zeigt hingegen, dass es einen Embryo enthält.
  • Haftung: Die Läuseeier und -nissen erkennst du daran, dass sie fest mit dem Haar verbunden sind.
  • Lage: Eier und Nissen findest du in der Regel direkt an den Haaransätzen. Denn Mutterläuse bevorzugen Bereiche, die warm und geschützt sind.

Nissen oder Schuppen?

Ein genauer Blick auf dein Haar lässt dich oft helle Punkte erkennen. Schnell fragst du dich: „Habe ich etwa Läuse oder sind das nur gewöhnliche Schuppen?“ Tatsächlich werden die Eier der Laus oder leere Eihüllen schnell mit Schuppen verwechselt. Im Unterschied zu Schuppen kleben Eier wie Nissen meist nahe der Kopfhaut am Haar fest und lassen sich sehr schwer lösen. Auch haben sie eine ovale und längliche Form. Schuppen sind in ihrer Erscheinung weniger einheitlich und lassen sich viel leichter entfernen.

Mit einem speziellen Läusekamm erkennst du Läuse und Nissen schneller. Mit diesem kannst du Strähne für Strähne die Haare durchgehen. Kontrolliere den Kamm nach jedem Durchkämmen auf Läuse oder Nissen, indem du ihn mit einem Papiertuch abstreifst. Kleiner Tipp: Wenn du zuvor eine Haarspülung verwendest, kannst du dein Haar leichter kämmen.

Kopfläuse - Erkennen & richtig behandeln

Behandlung von Läusebefall

Alles, was Sie zur Bekämpfung von Läusen brauchen, bekommen Sie in der Apotheke. Für Kinder unter zwölf Jahren sind einige Mittel mit einem Rezept vom Kinderarzt oder von der Kinderärztin auch kostenfrei. Es gibt Shampoos und Tinkturen mit Insektengift, die die Läuse abtöten. Außerdem gibt es Mittel mit Silikonöl, die die Kopfläuse mit einer Ölschicht bedecken, sodass sie ersticken. Diese werden mittlerweile häufiger verwendet.

Im Anschluss an die Behandlung sollte das Haar gründlich und mehrmals pro Woche mit einem Läusekamm ausgekämmt werden, um Läuse und Nissen zu entfernen. Nach sieben bis zehn Tagen muss die Behandlung in der Regel noch einmal wiederholt werden. Lesen Sie dazu die Packungsbeilage des jeweiligen Mittels.

Checkliste: Was tun bei Kopfläusen?

  • Behandlung: Beginnen Sie sofort mit der Behandlung, um die Parasiten loszuwerden.
  • Information: Informieren Sie enge Kontakte der letzten drei Wochen (Schule, Kindergarten, Sportverein, Familie, Freunde).
  • Reinigung: Reinigen Sie Kämme, Bürsten, Bettwäsche und Kleidung.

Was schützt vor Läusen?

Um sicherzugehen, dass nach der Behandlung mit einem Läusemittel die Tiere nicht den Weg zurück auf den Kopf des Kindes oder eines anderen Familienmitgliedes finden, sollten Sie ein paar vorbeugende Maßnahmen ergreifen: Eine Übertragung über Gegenstände und Textilien ist unwahrscheinlich, weil Kopfläuse hier nicht lange überleben. Um ganz sicher zu gehen, sollten Sie jedoch darauf achten, dass Bettwäsche, Schals, Mützen und Bürsten nicht von mehreren Familienmitgliedern benutzt werden.

Kämme, Bürsten und Haarspangen des betroffenen Kindes sollten Sie mit heißem Wasser und Seife waschen und ein paar Tage lang nicht benutzen. Waschen Sie benutzte Bettwäsche, Kleidung, Kuscheltiere und Handtücher bei 60 Grad Celsius in der Waschmaschine. Alle Textilien, die Sie nicht bei 60 Grad Celsius waschen können, geben Sie in einen Plastiksack und halten diesen für drei Tage verschlossen.

Haustiere müssen nicht mit behandelt werden: Kopfläuse verbreiten sich nur von Mensch zu Mensch. Übrigens: Läusebefall hat überhaupt nichts mit mangelnder Hygiene zu tun, auch wenn sich dieses Gerücht hartnäckig hält. Tägliches Haarewaschen schützt nicht vor Kopfläusen. Denn Wasser und normales Shampoo können den Parasiten nichts anhaben.

Was Sie vermeiden sollten

Manche Menschen setzen Hausmittel gegen Läuse ein - davon raten Experten jedoch ab. Ebenso wenig wie der Föhn: Die heiße Luft aus dem Föhn wird die kleinen Parasiten nicht vollständig unschädlich machen. Dafür ist die Gefahr erhöht, dass durch die Hitze die Kopfhaut verbrannt wird.

Darf mein Kind mit Läusen in die Schule oder den Kindergarten?

Wenn ein Kind Läuse hat, darf es so lange nicht in den Kindergarten oder in die Schule gehen, bis der Läusebefall behandelt ist. Das heißt in der Praxis, dass Kinder bereits am Tag nach der Behandlung mit einem wissenschaftlich empfohlenen und nachweislich wirksamen Läusemittel wieder die Gemeinschaftseinrichtung besuchen darf. Ob ein ärztliches Attest notwendig ist, entscheidet die Einrichtung meist selbst.

Weitere Informationen zu Kopfläusen

Kopfläuse und gefärbte Haare

Ja, Läuse gehen auch auf gefärbte Haare. Für sie sind nicht die Haare, sondern das Blut der Kopfhaut interessant. Daher sind gefärbte Haare genauso anfällig für Lausbefall wie naturbelassene Haare.

Arztbesuch notwendig?

In der Regel ist ein Arztbesuch nicht nötig. Wichtig ist allerdings, dass du direkt mit einer Therapie beginnst, nachdem du Läuse festgestellt hast. Dazu kannst du dich in der Apotheke beraten lassen. Nach der Behandlung kannst du wieder zur Arbeit gehen.

Übertragung von Krankheiten

Kopfläuse übertragen in Europa keine Krankheiten. Theoretisch wäre eine Übertragung bestimmter Bakterien über Kopfläuse jedoch möglich.

Kopfläuse und Haustiere

Kopfläuse haben nur einen einzigen Wirt und das ist der Mensch. Für sie besteht daher kein Grund, von einem Menschenkopf auf ein Haustier zu klettern. Daher werden Kopfläuse auch nicht durch Haustiere übertragen. Dennoch gibt es Lausarten, die sich auf Hunde und Katzen spezialisiert haben.

Wiederbefall vermeiden

Wenn die Eier der Kopflaus nicht bei der ersten Behandlung getötet oder entfernt werden, können aus ihnen erneut junge Kopfläuse schlüpfen. Damit beginnt der Lebenszyklus der Kopflaus von neuem und es kann zu einem raschen Wiederbefall kommen. Es ist daher besonders wichtig, nach 8 bis 10 Tagen erneut zu kontrollieren, ob die Läuse-Behandlung erfolgreich war.

Wie lange überleben Läuse ohne Blut?

Läuse benötigen Blut, um zu überleben. In weniger als zwei Tagen verhungern sie oder sie trocknen aus, wenn sie kein Blut bekommen. Die Eier werden dicht an der Kopfhaut abgelegt, weil sie Wärme und Feuchtigkeit benötigen.

Wo findet man Läuse und Nissen bevorzugt?

Das Lausweibchen heftet seine Eier dicht an der Kopfhaut an den Haarschaft (vor allem an Schläfen, im Nacken und hinter den Ohren). Nach etwa einer Woche schlüpfen die Larven, während die leeren Nissen am Haar haften bleiben. Das Haar wächst etwa 1 cm pro Monat, weshalb alle Nissen, die weiter als 1 cm von der Kopfhaut entfernt sind, leer oder abgetötet sind.

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