Volles, kräftiges Haar ist für viele Frauen ein Zeichen von Gesundheit, Jugendlichkeit und Attraktivität. Umso größer ist die Verunsicherung, wenn plötzlich die Kopfhaut am Scheitel durchschimmert oder die Haare ihre gewohnte Fülle verlieren. Jede dritte Frau erlebt im Laufe ihres Lebens einen spürbaren Haarverlust. Besonders oft steckt der erblich bedingte Haarausfall dahinter, der in der Fachsprache androgenetische Alopezie genannt wird. Diese Form des Haarausfalls beginnt meist schleichend und bleibt lange unbemerkt - bis die Veränderungen so deutlich sind, dass sie sich nicht mehr übersehen lassen.
Anders als noch vor einigen Jahren gibt es heute viele wirksame Möglichkeiten, den Haarverlust zu bremsen und in manchen Fällen sogar umzukehren. Im folgenden Artikel werden die Ursachen von Haarausfall bei Frauen, insbesondere der erblich bedingte Haarausfall, die Rolle der Hormone sowie verschiedene Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten beleuchtet. Abschließend werden innovative Forschungsansätze und die Bedeutung von Ernährung und Pflege für die Haargesundheit betrachtet.
Der erblich bedingte Haarausfall ist eine genetisch veranlagte Schwäche der Haarfollikel. Vererbt wird dabei nicht der Haarausfall selbst, sondern die Empfindlichkeit der Haarwurzeln gegenüber dem Hormon Dihydrotestosteron (DHT). Diese Empfindlichkeit kann von beiden Elternteilen kommen - manchmal setzt sie sich sogar über mehrere Generationen hinweg fort.
DHT entsteht im Körper aus Testosteron mithilfe des Enzyms 5-Alpha-Reduktase. Obwohl Frauen deutlich weniger Testosteron als Männer produzieren, reicht bei genetischer Veranlagung schon eine geringe Menge DHT, um den Haarwurzeln zu schaden. Das Hormon bindet an Rezeptoren in den Haarfollikeln, was eine Kettenreaktion auslöst: Die Wachstumsphase des Haares verkürzt sich, die Ruhephase verlängert sich, und der Haarschaft wird mit jeder neuen Wachstumsrunde dünner - ein Prozess, den Mediziner „Miniaturisierung“ nennen.
Während männlicher Haarausfall oft mit Geheimratsecken und einer Glatze am Oberkopf einhergeht, zeigt er sich bei Frauen meist als ausdünnender Scheitel und licht werdender Oberkopf.
Hormone sind der Schlüssel, der bestimmt, wie stark sich der genetische Faktor bemerkbar macht. Östrogen etwa schützt die Haarfollikel, indem es die Wachstumsphase verlängert. Sinkt der Östrogenspiegel - wie nach einer Geburt oder in den Wechseljahren - fällt dieser Schutz weg, und DHT kann ungebremster wirken. Auch Progesteron spielt eine unterstützende Rolle für die Haargesundheit.
Anfangs fallen nur beim Frisieren ein paar mehr Haare auf, später wirkt der Scheitel breiter, und die Kopfhaut wird sichtbar. Manche Frauen bemerken auch, dass Zöpfe dünner werden oder das Haar sich weniger voluminös anfühlt. Im weiteren Verlauf kann das Haar im oberen Kopfbereich so dünn werden, dass Frisuren nicht mehr so halten wie früher oder die Kopfhaut trotz Styling sichtbar bleibt. Manche Betroffene entwickeln komplexe Styling-Routinen, um lichte Stellen zu kaschieren, was jedoch oft zusätzlichen Stress verursacht.
Der Verlauf ist meist langsam, zieht sich über Jahre und kann phasenweise schneller voranschreiten. Ohne Behandlung schreitet der Prozess stetig voran. Für viele Betroffene ist nicht nur der optische Verlust belastend - auch das Selbstbewusstsein leidet.
Bei der Kopfhautinspektion untersucht man, ob eine sichtbare Haarverminderung und ein bestimmtes Haarlichtungsmuster vorliegen. Hierbei achtet man insbesondere auf entzündliche Rötungen und Schuppungen, da Schuppenbildung, Hautpilzbefall und Ekzeme Haarausfall begünstigen können. Die Diagnostik kann bei entsprechender Ausstattung und Fachkenntnis ohne Probleme durchgeführt werden.
In der Pubertät entwickeln sich am Körper (Achsel- und Schambehaarung) aus Vellushaaren unter Hormoneinfluss Terminalhaare. Beim krankhaften Haarausfall kommt es umgekehrt zur Bildung von kurzen, dünnen Vellushaaren aus langen, dicken Terminalhaaren.
Der Haarzugtest bietet eine erste Orientierung im Hinblick auf die Diagnosestellung. Dazu nimmt man an verschiedenen Stellen des Kopfes einige Haarsträhnen zwischen Daumen und Zeigefinger und lässt die Haare mit leichtem Zug durch die Finger gleiten. Hierdurch kann man feststellen, wie fest die Haare in der Kopfhaut verankert sind. Lösen sich vermehrt Haare, so kann dies auf eine akute Haar- und Kopfhauterkrankung hindeuten.
Zur Routinediagnostik zählt mittlerweile die auflichtmikroskopische Untersuchung (Trichoskopie). Sie hat in der Haardiagnostik das schmerzhafte und aufwendige Trichogramm, bei dem etwa 20 Haare mit einer gummiarmierten Arterienklemme epiliert werden, nahezu vollständig verdrängt. Für die Trichoskopie ist in der Regel ein einfaches Handdermatoskop mit 10-facher Vergrößerung ausreichend. Die Videodermatoskopie ermöglicht durch stärkere Vergrößerung (bis 140-fach) eine bessere Beurteilung von Blutgefäßen und Haarschaftveränderungen und unterstützt vor allem die Dokumentation und Verlaufskontrolle von Haarerkrankungen während der Therapie.
Physiologisch finden sich auf der Kopfhaut gleichmäßig verteilte Haarfollikelöffnungen, aus denen üblicherweise 2-3 Terminalhaare austreten. Die Haarschaftdicke ist im Bereich der gesamten Kopfhaut weitgehend konstant. Vellushaare treten nur vereinzelt auf. Bei einem positiven Haarausfallbefund variiert die Haarschaftdicke deutlich. Es überwiegen Follikelöffnungen, aus denen nur ein Terminalhaar austritt und es gibt vermehrt Bereiche mit Vellushaaren oder kahlen Stellen.
Besonders häufig sind folgende drei Formen von Haarausfall:
Bei Frauen zeigt sich erblich bedingter (androgenetischer) Haarausfall vor allem durch schütteres Haar im Mittelscheitelbereich, bei Männern durch Geheimratsecken und Haarverlust im Bereich der Tonsur. Als Ursache wird bei dieser Form eine erblich bedingte erhöhte Empfindlichkeit der Haarfollikel gegenüber DHT (Dihydrotestosteron) angenommen. DHT ist die metabolisch aktive Form des Hormons Testosteron und zählt zu den Androgenen. Unter dem Einfluss von DHT verkürzt sich die Wachstumsphase der Haare. Es kommt zu einer Miniaturisierung der Haarfollikel in den genetisch vorbestimmten Arealen. In diesen Arealen sind vermehrt Androgenrezeptoren vorhanden - das sind entsprechend bei der Frau der Mittelscheitelbereich und bei Männern Geheimratsecken und der Tonsurbereich. Nach dem Andocken hemmen die Androgene die Wachstumsaktivität des Haarfollikels.
Neuere Forschungsarbeiten zeigen zudem einen Einfluss des entzündungsfördernden Gewebshormons Prostaglandin D2. Diese ergaben, dass Haare unter dem Einfluss von Prostaglandin D2 ihr Wachstum einstellen. Das Gewebshormon tritt in kahlen Kopfhautarealen vermehrt auf.
Bei Männern mit androgenetischem Haarausfall wird vom Arzt häufig Finasterid eingesetzt, das die Umwandlung von Testosteron in DHT hemmt. Die Erfolgsquote wird bei ca. 90 % angegeben. Allerdings ist der Wirkstoff aufgrund von häufigen Nebenwirkungen (Libidomangel, Impotenz, Depressionen) umstrittenen. Alternativ können Männer und Frauen Minoxidil (verschreibungsfrei) topisch anwenden. Die Wirkung beruht wahrscheinlich auf einer verbesserten Kopfhautdurchblutung. Nach Absetzen des Mittels, kommt es allerdings zu erneutem Haarausfall. Daher ist eine lebenslange Anwendung notwendig (2 × tgl.).
Bei der Mesotherapie werden spezielle Wirkstoffkomplexe (zum Beispiel Vitamin A, B-Vitamine, Q 10, Aminosäuren, bioidentische Wachstumsfaktoren) mit sehr feinen Kanülen in die Kopfhaut injiziert (Beachte: Off-Label-Use!). Anwendungsbeobachtungen zeigen, dass bei etwa 80 % der Patienten der Haarausfall ab der dritten Behandlung nachlässt und nach zwei bis drei Monaten volleres Haar nachwächst. Wichtig ist der rechtzeitige Beginn der Behandlung. Wenn bereits eine Glatze vorhanden ist und die Haarfollikel abgestorben sind, kann durch die Mesotherapie keine Regeneration des Haarwuchses erwartet werden.
Bei der Low-Level-Laser-Behandlung wird die Kopfhaut mit einem speziellen Laserlicht im nahen Infrarotbereich (optimale Wellenlänge 700-800 nm) bestrahlt. Die niederenergetischen Laserstrahlen regen den Stoffwechsel und die lokale Durchblutung an und wirken abschwellend und entzündungshemmend. Auf dieser Grundlage basiert auch die Möglichkeit, die Laserbestrahlung bei Haarausfall oder Minderwuchs einzusetzen. Das Laserlicht sollte durch einen Lichtleiter direkt auf die Kopfhaut appliziert werden. Ideal ist daher der Einsatz eines Laserkamms. Die Behandlung sollte mindestens 2-mal wöchentlich für etwa 2-3 Monate erfolgen.
5α-Reduktase ist das Enzym, welches Testosteron in die aktive Form DHT umsetzt. So werden 5α-Reduktase-Hemmer bei verschiedenen Beschwerden eingesetzt, die mit der Wirkung von DHT zusammenhängen, zum Beispiel bei gutartigen Prostatavergrößerungen, aber auch bei androgenetischen Haarausfall. Zu den pflanzlichen 5α-Reduktase-Hemmern gehört zum Beispiel Kürbiskernöl. In einer koreanischen Studie konnte mit der täglichen Einnahme von 400 mg Kürbiskernöl der Haarwuchs bei androgenetischem Haarausfall innerhalb von 6 Monaten um 30 % im Vergleich zur Placebogruppe gesteigert werden. Auch Sägepalmextrakt erwies sich in einigen Studien als wirksamer 5α-Reduktase-Hemmer.
Über die 5α-Reduktase-Hemmer hinaus gibt es weitere pflanzliche Wirkstoffe, welche DHT beeinflussen. Senfölglykoside (Sulforaphane) unterstützen den Abbau von DHT im Blut. Sie sind beispielsweise ist in allen Kohlgemüsen, Meerrettich, Rucola und Kresse enthalten. Für die Pflege der Kopfhaut und Haarlängen eignet sich das senfölglykosidreiche Brokkolisamenöl.
Die Wirkstoffe Trigonellin und Diosgenin in den Samen des Bockshornklees sollen die Bildung von DHT hemmen. In den Randschichten von Leinsamen befinden sich sogenannte Lignane. Das sind sekundäre Pflanzenstoffe, die zur Gruppe der Phytoöstrogene gehören und unter anderem DHT hemmen sollen.
Mit Rosmarin kann eine weitere Wirkung erzielt werden: Er fördert die Durchblutung und ist in vielen Haarwässern zur Anregung des Haarwuchses enthalten. In einer Studie hatte Rosmarinöl die gleiche haarwuchsanregende Wirkung wie Minoxidil. Hier ist eine kurmäßige Anwendung 1 × tgl. über 6 Monate angezeigt.
Bei diffusem Haarausfall lichten sich die Haare gleichmäßig auf dem ganzen Kopf. Man unterteilt den diffusen Haarausfall in telogenes und anagenes Effluvium entsprechend der physiologischen Haarwachstumszyklen:
Beim telogenen Effluvium treten die Haare vermehrt von der Wachstumsphase in die Ruhephase ein. Sind Haare in dieser Phase, fallen sie nach etwa zwei bis drei Monaten aus, was bei dieser Form des Haarausfalls verstärkt passiert. Als Ursache kommen Stress, Schilddrüsenstörungen, Beginn oder Absetzen oraler hormoneller Kontrazeptiva, Crash-Diäten, Nährstoffmängel, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Leaky-gut-Syndrom, fieberhafte Infekte, Vollnarkose oder verschiedene Medikamente (Betablocker, Heparin-Spritzen, Retinoiden, Cholesterinsenker) infrage.
Beim anagenen Effluvium fallen die Haare schon in der Wachstumsphase aus. Dann kann bereits kurz nach dem Schädigungszeitpunkt ein rasanter Haarausfall entstehen. Dieser Haarverlust tritt bei manchen Chemotherapien, Bestrahlungsbehandlungen oder auch starken Vergiftungen mit Schadstoffen (Quecksilber, Thallium, Blei, Cadmium, Arsen) auf.
Um die Ursache des Haarausfalls einzugrenzen und entsprechend behandeln zu können, sollten verschiedene Blutwerte überprüft werden.
Zum einen sind einige Mikronährstoffe wichtig für ein gesundes Haarwachstum. Insbesondere zu überprüfen - und entsprechend zu supplementieren oder ausreichend in die Ernährung einzubinden - sind: Eisen (diagnostisch: Ferritin, Hämoglobin, Transferrin), Zink, Biotin, Silizium, Omega-3-Fettsäuren, Selen, Magnesium und Vitamin D.
Zum anderen beeinflussen verschiedene Hormone das Haarwachstum. Hier sollten die TSH-, T3-, T4- und Schilddrüsenantikörper (TPO, TRAK)-Werte ermittelt werden. Sowohl eine Schilddrüsenüberfunktion als auch eine -unterfunktion kann zu Haarausfall führen. Insbesondere Patienten mit Morbus Basedow oder Hashimoto-Thyreoiditis klagen begleitend über vermehrten Haarausfall. Vitamin D, Jod, Eisen, Selen und Zink sind für die Bildung der Schilddrüsenhormone und zur Regulation des Immunsystems wichtig.
Bei Frauen vor oder während der Menopause sollte man die Spiegel des Luteotropen Hormons (LH), des Follikelstimulierenden Hormons (FSH), des Östradiols (E2) und Progesterons ermitteln:
Individuelle Kräuterteemischungen können die körpereigene Hormonproduktion anregen. Angelikawurzel, Schafgarbe, Beifuß, Holunderblüten, Himbeerblätter und Rosmarin können die Eizellreifung und den Eisprung in der ersten Zyklushälfte unterstützen - hier werden therapeutisch die Östrogene angesprochen. Bei einem Progesteronmangel kann ab dem Eisprung Mönchspfeffer oder Frauenmantel die Gelbkörperhormonbildung anregen.
Der kreisrunde Haarausfall ist nach der androgenetischen und diffusen Alopezie die dritthäufigste Form des Haarausfalls. Hierbei entstehen oft plötzlich kreisförmige, kahle Stellen an Kopfhaut, Augenbrauen, im Bartbereich oder am ganzen Körper. Bei 30 % der Betroffenen tritt nach 6 Monaten eine Spontanheilung auf. Nach einem Jahr sind bis zu 80 % beschwerdefrei.
Bisher ist immer noch ungeklärt, warum eine Alopecia areata auftritt, warum die Haare Zentimeter neben einem Alopezie-Areal normal wachsen und warum bei einigen Patienten eine Spontanremission eintritt.
Vermutlich führt eine Autoimmunreaktion zu dieser Form des Haarausfalls. Bei Kopfhautbiopsien von Patienten mit kreisrundem Haarausfall zeigten sich in der Bulbusregion dichte, bienenschwarmartige Infiltrationen von Lymphozyten und anderen Immunzellen. Durch zytotoxische T-Lymphozyten und Zytokine (Interferon-γ, Interleukin-2) wird der Haarfollikel reversibel geschädigt, sodass das Haar ausfällt.
In der Schulmedizin setzt man bei kreisrundem Haarausfall Cortison systemisch oder als lokale Anwendung (Areale werden unterspritzt) an. Auch wird DCP (Diphenylcyclopropenon) oder Quadratsäuredibutylester (SADBE) als lokale Reiztherapie verwendet. Zur Modulation des Immunsystems kommt Zink zur Anwendung. Die Therapie mit Cortison oder Quadratsäuredibutylester kann in manchen Fällen den Schub stoppen und zeitweise zu nachwachsenden Haaren führen.
Gering ausgeprägte Formen des kreisrunden Haarausfalls lassen sich oft mit der Mesotherapie behandeln (siehe Abschnitt „Mesotherapie“). Zudem können eine Akupunktur und/oder Heilkräutertherapie unterstützend wirken.
Heilpilze sind aus der TCM für unterschiedlichen gesundheitlichen Problemen bekannt. Bei Haarausfall kommen vor allem Reishi sowie Polyporus umbellatus (Eichhase) zum Einsatz. Reishi hemmt nachweislich die 5-α-Reduktase. Polyporus enthält viele für das Haarwachstum wichtige Vitamine und Mineralstoffe. Er soll sich positiv auf die Länge der Wachstumsphase der Haare auswirken.
Haarausfall betrifft viele Menschen - unabhängig von Alter, Geschlecht oder Lebenssituation. Während der tägliche Verlust von 50 bis 100 Jahren als völlig normal gilt, gibt es Situationen, in denen der Haarausfall über das Übliche hinausgeht. Die Ursachen können vielfältig sein, da es gleich mehrere Arten von Haarausfall gibt, die sich durch ihre Ursachen und Symptome unterscheiden. Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass eine Kombination aus medizinischen, ernährungsbedingten und lifestyle-orientierten Ansätzen oft die besten Ergebnisse liefert. Der Haarzyklus ist regenerativ und eine ganzheitliche Herangehensweise ist immer der zu einer guten Gesundheit. Mit der richtigen Versorgung von Vitaminen kann man Haare bei Wachstum sogar unterstützen.
Häufiges Föhnen, Glätten oder zu straffe Frisuren können die Haarstruktur genauso schädigen, wie übermäßiges Färben oder chemische Behandlungen. Haarausfall hat viele Gesichter: von diffusen Formen über kreisrunden Haarausfall bis hin zur beginnenden Glatze. Es gibt zahlreiche innere und äußere Faktoren, die den Haarzyklus beeinflussen können. Auch mit zunehmenden Alter wird Haarausfall für viele Menschen zur Herausforderung.
Haare benötigen nicht nur äußerliche Pflege, sondern auch eine ausreichende Versorgung von innen. Für gesundes und kräftiges Haar sind Vitamine wie Vitamin B, D, A, E, C sowie Mineralien wie Eisen und Zink essenziell. Fehlen diese Nährstoffe, werden die Haare stumpf, trocken, brüchig und neigen zu Haarausfall.
Hormone, insbesondere Schilddrüsen- und Sexualhormone, spielen eine entscheidende Rolle bei der Gesundheit der Haare. Chronischer Stress kann die Durchblutung der Kopfhaut verschlechtern und die Versorgung der Haarfollikel mit Sauerstoff und Nährstoffen beeinträchtigen. Auch emotionale Belastungen, wie Trauer oder Mobbing im Job können erhebliche Auswirkungen auf den Haarzyklus haben. Hier kann es unter Umständen von diffuser Ausdünnung bis zu kreisrunden Haarausfall kommen.
Ungeeignete Produkte, häufiges Föhnen, Glätten oder straffe Frisuren können die Haarstruktur schädigen. Auch übermäßiges Färben oder chemische Behandlungen schwächen das Haar und fördern Haarausfall.
Mit zunehmendem Alter nimmt die Durchblutung der Kopfhaut ab, was die Versorgung der Haarfollikel mit Sauerstoff und Nährstoffen beeinträchtigen kann. Der Verlust von Melanin, der zu grauem Haar führt, ist ebenfalls eine Folge von Alterungsprozessen und oxidativem Stress.
Ein Nährstoffmangel kann Haarausfall begünstigen. Besonders Eisen, Zink, Biotin (Vitamin B7) und Vitamin D spielen eine zentrale Rolle.
Auch die richtige Ernährung spielt eine Schlüsselrolle bei der Haargesundheit. Frische, regionale Zutaten bieten eine natürliche Quelle für wichtige Nährstoffe und damit bieten frische, regionale Zutaten die besten Voraussetzungen - auch für schöne Haare ein Leben lang.
Nach einer Corona-Erkrankung ist Haarverlust eine häufige Folge. Eine/r von fünf Patienten ist laut einer Studie sechs bis acht Wochen nach einer überstandenen Infektion mit Corona von Haarausfall betroffen.
Die Ursachen sind im Fall von Covid-19 nicht vollständig geklärt. Aber eine solche Infektion, eine schwere Grippe oder auch eine Operation haben oft zur Folge, dass die Haarwurzeln nicht ausreichend mit Mikronährstoffen und Sauerstoff versorgt werden, weil der Körper sich um Akutes kümmert. Den Haaren fehlt dann quasi der Treibstoff. Sie wechseln von der Wachstumsphase, die mehrere Jahre dauert, in die Ausfallphase und lösen sich aus der Verankerung.
Gute Erfolge werden mit der Eigenblut-Therapie PRP erzielt. PRP steht für „Platelet Rich Plasma“, englisch für plättchenreiches bzw. thrombozytenreiches Blutplasma. Blutplättchen oder Thrombozyten enthalten alle biologischen Bausteine, Stammzellen sowie verschiedene Wachstumsfaktoren, die das Zellwachstum regulieren. Um das Plasma zu gewinnen, wird Blut abgenommen und zentrifugiert.
Das transparente Blutplasma wird gezielt in die Regionen gespritzt, die von Haarausfall betroffen sind. Bei den meisten also in erster Linie in den Vorderkopf, wo die Haare generell weniger dicht wachsen als am Hinterkopf und ausgedünnte Stellen schnell sichtbar werden. Oft reicht schon eine Behandlung, aber meist sind mehrere Behandlungen im Abstand von vier bis sechs Wochen nötig. Die Stammzellen des Blutes bauen die Haarwurzeln wieder auf.
Der Klassiker unter den Behandlungen ist Minoxidil, ein Wirkstoff, der die Durchblutung der Kopfhaut verbessert und die Haarwurzeln stimuliert. Er wird in Form einer Lösung oder eines Schaums direkt auf die Kopfhaut aufgetragen und kann den Haarausfall deutlich verlangsamen. Bei hormonell bedingter Verstärkung kommen manchmal Antiandrogene zum Einsatz, die die Wirkung von DHT blockieren. Diese Therapie ist verschreibungspflichtig und wird unter ärztlicher Kontrolle durchgeführt.
Zunehmend populär sind moderne Verfahren wie die PRP-Therapie (Eigenblutplasma), bei der körpereigene Wachstumsfaktoren in die Kopfhaut injiziert werden, um die Follikel zu revitalisieren. Auch die Mesotherapie, bei der ein individuell zusammengestellter Wirkstoffmix verabreicht wird, und die Low-Level-Lasertherapie zur sanften Stimulation der Haarwurzeln gewinnen an Bedeutung.
Neben medizinischen Ansätzen spielt die Unterstützung durch Ernährung und Pflege eine Rolle. Eisen, Zink, Vitamin D und Biotin sind wichtige Bausteine für gesundes Haarwachstum.
Die letzten Jahre haben in der Haarforschung viel Bewegung gebracht. Neue Wirkstoffe zielen darauf ab, die Überempfindlichkeit der Haarwurzeln gegenüber DHT direkt zu reduzieren oder den Haarwuchs auf molekularer Ebene anzuregen. Einige Ansätze kombinieren bekannte Wirkstoffe mit neuartigen Trägersystemen, damit sie tiefer in die Kopfhaut eindringen und gezielter wirken können.
Klinische Studien sind dabei ein entscheidender Baustein. Sie ermöglichen nicht nur, die Wirksamkeit neuer Therapien zu überprüfen, sondern geben den Teilnehmerinnen oft schon Jahre vor der Markteinführung Zugang zu innovativen Behandlungen.
| Nährstoff | Wirkung | Lebensmittelquellen |
|---|---|---|
| Eisen | Essentiell für den Sauerstofftransport zu den Haarfollikeln | Rotes Fleisch, Hülsenfrüchte, grünes Blattgemüse |
| Zink | Unterstützt das Haarwachstum und die Reparatur von Gewebe | Austern, Nüsse, Samen, Vollkornprodukte |
| Vitamin D | Unterstützt die Bildung neuer Haarfollikel | Fetter Fisch, Eier, angereicherte Lebensmittel, Sonnenlicht |
| Biotin (Vitamin B7) | Fördert das Haarwachstum und stärkt die Haarstruktur | Eier, Nüsse, Samen, Süßkartoffeln |
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