Haare färben in der Schwangerschaft: Was Sie über Inhaltsstoffe und Risiken wissen sollten

Bei den ersten grauen Strähnen greifen viele Frauen direkt zum Haarfärbemittel, auch während der Schwangerschaft. Doch ist das Haarefärben in der Schwangerschaft unbedenklich oder schadet es dem ungeborenen Kind? Dieser Artikel beleuchtet die Risiken, Inhaltsstoffe und Alternativen, damit Sie eine informierte Entscheidung treffen können.

Gibt es Risiken durchs Haare färben in der Schwangerschaft?

Viele Haarfarben enthalten Chemikalien, die im Verdacht stehen, schädlich für das ungeborene Kind zu sein. Schwangere und stillende Mütter verzichten oft auf das Färben, da sie befürchten, dass schädliche Inhaltsstoffe über die Kopfhaut aufgenommen und an das Baby weitergegeben werden.

Experten geben Entwarnung: Kosmetikprodukte werden in Europa streng kontrolliert, sodass Schadstoffe nur in sehr geringen Mengen enthalten sind. Chemische Zusätze wie P-Phenylendiamin (PPD) dürfen maximal zwei Prozent betragen, was als unbedenklich gilt. Dennoch sollten schwangere Frauen auf ihr Bauchgefühl hören und entscheiden, ob das Färben notwendig ist.

Chemische Inhaltsstoffe und ihre potenziellen Risiken

  • P-Phenylendiamin (PPD): Kann allergische Reaktionen auslösen, besonders bei empfindlicher Haut in der Schwangerschaft.
  • Ammoniak: Kann die Kopfhaut reizen und wird daher oft in schonenderen Produkten vermieden.
  • Resorcin: Steht im Verdacht, hormonelle Störungen zu verursachen.

Haare färben in der Schwangerschaft mit Pflanzenfarbe

Wer auf Nummer sichergehen möchte, kann auf Naturfarben zurückgreifen, die auf Henna oder Pflanzenstoffen wie Blätterextrakten und Rinde basieren. Aber auch hier ist es wichtig, die Inhaltsstoffe genau zu prüfen und Rücksprache mit Friseur und Gynäkologen zu halten. Die Begriffe „Pflanzenhaarfarbe“ oder „Naturhaarfarbe“ sind nicht geschützt, daher ist Vorsicht geboten.

Die besten Naturhaarfarben

  1. ″100% Pflanzen Haarfarbe″ von Sante Naturkosmetik: Rein pflanzliche Farbe ohne Ammoniak, Peroxide, synthetische Farb-, Duft- und Konservierungsstoffe. Aktivierung mit heißem Wasser.
  2. ″Permanente Haarfarbe″ von Naturigin: Aus kontrolliert biologischen Inhaltsstoffen, ohne Ammoniak, Parabene, Resorcin oder SLS. Enthält den niedrigsten gemessenen PPD-Gehalt.
  3. ″Pflanzen Haarfarbe Creme″ von Logona Naturkosmetik: Färbt die Haare schonend, ohne in die natürliche Struktur einzugreifen. Enthält natürliche Farbstoffe wie Henna, Rote Bete, Rhabarber oder Kamille.

Beim Kauf von Naturhaarfärbemitteln sollte genau auf die Liste der Inhaltsstoffe geachtet werden. Zertifizierte Naturkosmetik-Produkte garantieren bestimmte Standards im Hinblick auf die Inhaltsstoffe und Produktionsbedingungen, zum Beispiel den ökologischen, pestizidfreien Anbau der Henna-Pflanzen.

Alternativen zum Haarefärben in der Schwangerschaft

Es gibt verschiedene Alternativen, um die Haarfarbe während der Schwangerschaft aufzufrischen, ohne auf chemische Produkte zurückzugreifen:

  1. Naturfarbe: Achten Sie genau auf die Inhaltsstoffe, um sicherzustellen, dass keine schädlichen Chemikalien enthalten sind.
  2. Färbende Shampoos: Pflegen Sie Ihre Haare mit einem Shampoo, das Farbpigmente enthält. Der Effekt ist nicht so intensiv wie beim Färben, aber schonender.
  3. Tönen statt färben: Tönungen sorgen kurzfristig für eine frische Farbe und werden bei jeder Haarwäsche ausgespült.
  4. Strähnchen machen: Eine gute Lösung, da die Farbe nicht direkt auf die Kopfhaut aufgetragen wird.

Wichtige Hinweise und Tipps

  • Erstes Trimester: Verzichten Sie während der ersten 13 Schwangerschaftswochen komplett auf das Haarefärben oder Tönen, da die Entwicklung des Babys in dieser Zeit besonders störungsanfällig ist.
  • Friseurbesuch: Gehen Sie lieber zum Friseur, anstatt selbst zu färben. Friseure können besser darauf achten, dass die Haarfarbe möglichst wenig mit der Kopfhaut in Berührung kommt.
  • Techniken: Die Back-to-Back-Methode oder die Balayage-Technik eignen sich besonders gut, da sie den Kontakt der Farbe mit der Kopfhaut minimieren.
  • Allergierisiko: Da das Allergierisiko in der Schwangerschaft höher ist, sollten Sie besonders vorsichtig sein und im Zweifelsfall einen Allergietest durchführen lassen.

16. SSW | Haare färben in der Schwangerschaft? Ja oder Nein?

Die Rolle von Kosmetika und Inhaltsstoffen

Kosmetische Mittel, einschließlich Haarfärbemittel, unterliegen strengen Kontrollen in der EU. Bestimmte Inhaltsstoffe wie Farbstoffe, Konservierungsstoffe und UV-Filter werden vom Wissenschaftlichen Ausschuss Verbrauchersicherheit (SCCS) der EU-Kommission bewertet, bevor sie in Positivlisten aufgenommen werden. Dies stellt sicher, dass nur sichere Inhaltsstoffe verwendet werden dürfen.

Tabelle: Inhaltsstoffe in Haarfärbemitteln und ihre Bewertung

Inhaltsstoff Bewertung Hinweise
P-Phenylendiamin (PPD) Umstritten Kann Allergien auslösen, Anteil in EU-Produkten begrenzt
Ammoniak Reizend Kann die Kopfhaut reizen, wird oft vermieden
Henna Unbedenklich (BfR) Natürliche Alternative, auf Reinheit achten

Kosmetische Mittel benötigen in der EU zwar keine Zulassung, aber Informationen zur Rezeptur müssen im zugangsgeschützten Internetportal CPNP hinterlegt werden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) bewertet Inhaltsstoffe kosmetischer Mittel hinsichtlich ihres gesundheitlichen Risikos.

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