Haarausfall ist kein Schicksal! Haare sind ein wesentliches Merkmal des äußeren Erscheinungsbildes. Volles Haar steht für Gesundheit und Attraktivität. Dünne Haare, kahle Stellen oder die durchschimmernde Kopfhaut gelten als Makel und als Zeichen von Krankheit. Viele Betroffene versuchen daher, das schwindende Haar zu kaschieren, gerade wenn die Probleme bereits in jungen Jahren auftreten.
Normales Haarlassen ist ein normaler Prozess des menschlichen Körpers. Jeder Mensch hat ungefähr 80.000 bis 150.000 Haare auf dem Kopf. Jedes Haar durchläuft einen Zyklus, der aus einer Wachstumsphase, einer Übergangs- und einer Ruhephase besteht. In der Ruhephase wird die Stoffwechselaktivität des Haarfollikels eingestellt und das Haar verkümmert. Dann wird ein neues Haar gebildet, welches während des Wachsens das alte Haar aus dem Haarfollikel heraus schiebt.
Es ist völlig normal, dass man jeden Tag bis zu 100 Haare verliert, bei vollem Haar. Wer das Gefühl hat, unter verstärktem Haarverlust zu leiden, sollte über einen längeren Zeitraum genau beobachten, wie viele Haare ausfallen. Insbesondere bei längeren Haaren überschätzt man Haarverlust schnell, wenn ein großes Büschel in der Bürste verbleibt.
Wer aber nachweislich mehr Haare verliert als sonst, größere Büschel aus der Bürste und aus dem Abfluss der Dusche zieht oder das Zopfgummi plötzlich noch eine Umdrehung mehr braucht, um fest zu sitzen, kann unter einem behandlungsbedürftigen Haarausfall leiden. Auch wenn kahle Stellen entstehen oder die Haare büschelweise ausfallen, besteht Anlass zur Sorge.
Haarausfall kann von verschiedensten Faktoren verursacht werden, z. B. Genetik, hormonelle Veränderungen, Medikamente, zu straff sitzende Frisuren oder extremen Stress.
Die Behandlung von Haarausfall beginnt damit, die Ursache korrekt zu identifizieren, weswegen wir empfehlen, eine qualifizierte medizinische Fachkraft zu konsultieren, wenn Sie sich Sorgen aufgrund ausfallenden Haares machen.
Im Folgenden werden einige der häufigsten Ursachen für Haarausfall detaillierter betrachtet:
Die weitaus häufigste Form von Haarausfall mit 95 % aller Fälle ist der anlagebedingte oder männliche Haarausfall (Androgenetische Alopezie). Hormonelle Einflüsse sowie genetische Faktoren sind hier ursächlich. Etwa jeder 2. Mann über 50 ist betroffen, in höherem Alter ab 70 sind es sogar bis zu 80 %. Auch Frauen können von einem anlagebedingten Haarausfall betroffen sein, ab 70 Jahren sind es etwa 40 %.
Bei Männern fallen die Haare in der Regel zunächst an den Schläfen oder an der Stirn in Richtung Hinterkopf aus. Im Laufe der Zeit kann es zu einer vollständigen Glatze kommen. Anders bei der weiblichen Form: Der Haarausfall beginnt meist um den Scheitel herum.
Androgenetische Alopezie ist eine genetische Erkrankung, für die es keine Heilung gibt. Aber es gibt Produkte, die Ihnen helfen können, volleres Haar zu bekommen. Frisuren, die das Volumen erhöhen, können helfen, diese Art von Haarausfall zu verbergen.
Androgenetische Alopezie bei Frauen
Hormone spielen eine Schlüsselrolle in unserem Haarwachstums- und -ausfallszyklus, und viele Phasen unseres Lebens können zu Veränderungen unserer Hormone führen. Körperliche Veränderungen wie Schwangerschaft, Menopause oder Pubertät können sich auf die Haarfollikel auswirken und zu weiblichem Haarausfall führen.
Manche lebensphasenbedingten hormonellen Veränderungen gleichen sich mit der Zeit aus. Aber Phasen wie die Menopause, die zu einem Östrogenabfall führt, können das Haar dauerhaft dünner und schwächer machen. Du kannst dünner werdendes Haar mit Produkten zur Haarverdichtung bekämpfen, die das Haar voller aussehen und sich auch so anfühlen lassen.
Insbesondere bei Frauen treten mehrfach im Leben große hormonelle Veränderungen auf. Immer wieder ändert sich der Östrogenspiegel, der Einfluss auf das Haarwachstum nimmt. Insbesondere nach einer Geburt oder beim Eintritt in die Wechseljahre fällt der Östrogenspiegel ab, was innerhalb weniger Wochen zu einem vermehrten Haarausfall führen kann.
Emotionaler oder körperlicher Stress kann ebenfalls eine Ursache für Haarausfall sein. Telogenes Effluvium ist die Art von Haarausfall, die durch starken Stress verursacht wird. Physische oder emotionale Traumata können unseren natürlichen Haarwachstums- und -ausschüttungszyklus stören, was zu dünner werdendem Haar im oberen Kopfbereich führen kann. Dies geschieht, wenn der reguläre Haarausfall nicht sofort durch neues Haar ersetzt wird, da die Kopfhaut mehr Strähnen als gewöhnlich abwirft.
Stressbedingter Haarausfall betrifft eher Menschen mit weiblichen Hormonen als solche mit männlichen Hormonen. Und auch wenn zu Beginn nur einzelne Haarbüschel oder eine Handvoll Haare ausfallen, führt dies nicht zu einem vollständigen oder dauerhaften Haarausfall. Die Behandlung von Telogen Effluvium beginnt mit der Suche nach dem Stressfaktor, der zu Haarausfall führt. Wenn die Ursache behandelt wird, verschwindet diese Art von Haarausfall in der Regel innerhalb von etwa sechs Monaten.
Stressbedingter Haarausfall
Ein Mangel an Vitaminen oder Nährstoffen kann zu Haarausfall führen. Ein häufiger Grund ist Eisenmangel. Er kommt vor allem bei Menschen vor, die sich vegetarisch oder vegan ernähren. Die Haarwurzeln werden hier nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgt und verkümmern.
Ein normaler, gesunder Haarwuchs setzt voraus, dass die Haarwurzeln mit ausreichend Nährstoffen versorgt werden. Ist diese Zufuhr gestört, können sie ausfallen. Deshalb kann auch eine ganze Reihe anderer Erkrankungen oder Störungen im Körper der Auslöser für den Verlust von Haaren sein.
Das Risiko für die Entstehung einiger Formen von Haarausfall kann durch eine bewusste Ernährung mit allen essenziellen Vitaminen und Mineralstoffen gesenkt werden. Auch ausreichend Schlaf und die Vermeidung von Stress kann zu widerstandsfähigem und kräftigem Haar beitragen. Außerdem kann eine schonende Haarpflege die Gefahr von Haarverlust mindern.
Für gesundes und kräftiges Haar braucht der Körper:
Viele Medikamente haben eine lange Liste an Nebenwirkungen und oft ist Haarausfall eine davon. Die Nebenwirkung kommt bei vielen häufig eingesetzten Medikamenten wie Blutdrucksenkern, Blutfettsenkern, Blutverdünnern, Psychopharmaka oder verschiedenen Antibiotika vor. Der genaue Wirkmechanismus ist nicht bekannt. Es kommt meist zu einem plötzlichen Haarausfall, der aber mit einer zeitlichen Latenz von zwei bis vier Monaten ab Beginn der Einnahme auftritt und auch vorkommen kann, wenn das Medikament bereits abgesetzt wurde.
Anagen Effluvium ist Haarausfall, der durch medizinische Behandlungen wie Chemotherapie verursacht wird. Diese Art von Haarausfall verursacht keine Narben auf der Kopfhaut, was bedeutet, dass er nicht dauerhaft ist und sich leicht rückgängig machen lässt, sobald die medizinische Behandlung abgeschlossen ist.
Bei Menschen, die sich einer medizinischen Behandlung wie einer Chemo- oder Strahlentherapie unterziehen, kann der Haarausfall schnell voranschreiten und oft zu einer vollständigen Kahlheit führen. Es gibt zwar noch keine Behandlungen, um diese Art von Haarausfall zu verhindern, aber solange die Kopfhaut gesund und sauber gehalten wird, ist er in der Regel körperlich nicht unangenehm.
Die Ursachen sind verschieden und können Bakterien, Parasiten oder Pilze sein. Mit am häufigsten ist ein Pilzbefall der Kopfhaut, den man Tinea capitis nennt. Er kommt vor allem bei Kindern vor und wird meistens durch Haustiere übertragen.
Bei Traktionsalopezie handelt es sich um Haarausfall, der durch ständige Belastung der Haarfollikel verursacht wird. Er äußert sich in der Regel durch eine Ausdünnung des Haares entlang der Haarlinie, was zu einer zurückweichenden Haarlinie führt.
Diese Art von Haarausfall kann auftreten, wenn du dein Haar regelmäßig in Frisuren trägst, die an den Strähnen ziehen, wie enge Pferdeschwänze, Zöpfe oder Dutt. Wenn du dein Haar mit Chemikalien oder Hitze behandelst, können diese Frisuren auch dazu führen, dass das Haar schwächer wird und leicht bricht, wenn es zurückgezogen wird.
Wenn du dir Sorgen wegen Alopecia tracta machst, ist die einfachste Art der Behandlung, deinem Haar etwas Freiheit zu geben. Trage nur lockere Frisuren, versuche deom Haar nicht zu fest zu ziehen, wenn du es in ein Handtuch wickelst, und verzichte auf Hüte oder Accessoires, die deine Kopfhaut nicht atmen lassen.
Vor der Therapie eines Haarausfalls steht eine ausführliche Diagnostik. Neben einer körperlichen Untersuchung, Befragung, Familienanamnese und eventuell einer Haaranalyse ist vor allem eine Blutentnahme wichtig. Anschließend kann eine spezifische Therapie erfolgen durch die Einnahme von Medikamenten oder Nahrungsergänzungsmitteln, einer Ernährungsumstellung oder einer Infusionstherapie.
Nicht jeder Haarausfall hat nur eine Ursache. Manchmal können auch verschiedene Gründe zusammenkommen, was die Diagnose und Therapie für den Arzt nochmals komplexer macht. Nur wenn die Ursache gefunden wurde, kann eine zielgerichtete Behandlung erfolgen.
Es ist davon abzuraten, eigenmächtig verschiedene Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen. Jedes Medikament kann Nebenwirkungen haben, die nicht in Kauf genommen werden sollten, wenn gar nicht klar ist, ob das Medikament überhaupt wirken kann.
Als medikamentöse Therapieoptionen stehen nur wenige Medikamente zur Auswahl. Minoxidil wird eigentlich zur Behandlung von Bluthochdruck eingesetzt, wirkt lokal angewandt aber auch gegen Haarausfall.
Wichtig ist aber, dass der Haarverlust vor der Transplantation gestoppt wurde und nicht weiter voranschreitet.
Haarausfall betrifft viele Menschen. In den meisten Fällen ist das kein Grund zur Besorgnis. Es ist völlig normal, wenn dir etwa 100 Haare pro Tag ausgehen - Haare in der Dusche, auf dem Kopfkissen oder in der Haarbürste sind also erst einmal kein Grund zur Sorge. Die Lebensdauer der einzelnen Haare ist nämlich zeitlich begrenzt. Du musst nichts dagegen machen.
Haarausfall zu akzeptieren, fällt schwer. Aber die meisten müssen das auch gar nicht, sondern können sofort aktiv werden!
Wenn ein vermehrter Haarverlust offensichtlich ist, ist es ratsam, eine Arztpraxis aufzusuchen. Der Hausarzt kann Betroffene dann an einen Facharzt überweisen - je nach vermuteter Ursache zum Beispiel an einen Dermatologen oder einen Endokrinologen.
Haarausfall kann eine Quelle großer Sorge sein, aber es gibt viele wirksame Behandlungen und vorbeugende Maßnahmen. Wer unter Haarausfall leidet, sollte nicht zögern, professionelle Hilfe zu suchen.
Wichtiger Hinweis: Die Informationen in diesem Artikel dienen nur zu Informationszwecken und ersetzen keine professionelle medizinische Beratung. Bei Bedenken bezüglich Haarausfall sollte immer ein Arzt oder anderer qualifizierter Gesundheitsdienstleister konsultiert werden.
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