Das Färben der Haare ist heutzutage weit verbreitet und dient dazu, graue Haare abzudecken oder einen neuen Look zu kreieren. Rund 70 % der Frauen in Deutschland färben sich durchschnittlich 5 Mal im Jahr die Haare (1). Dabei geht es nicht nur darum, einen grauen Ansatz zu überdecken, sondern auch einen persönlichen Look zu kreieren (1).
Doch Vorsicht: Viele herkömmliche Haarfärbemittel stecken voller Chemikalien, die nicht nur deinen Haaren schaden können. Wusstest du, dass 75% aller Frauen und eine steigende Anzahl von Männern regelmäßig ihre Haare färben? Studien zeigen, dass etwa 25% der Menschen, die Haarfarbe verwenden, unter allergischen Reaktionen leiden.
In diesem Artikel werden die Inhaltsstoffe in Haarfarben, ihre Herkunft und potenziellen Auswirkungen auf die Gesundheit und die Umwelt beleuchtet. Zudem werden Alternativen wie natürliche und pflanzliche Haarfärbungen vorgestellt.
Viele chemische Haarfärbemittel dringen tief ins Haar ein. Dafür wird meist Ammoniak zugesetzt. Es sorgt dafür, dass die schützende Schuppenschicht des Haares aufgebrochen wird und sich die Farbpigmente besser festsetzen können. Dadurch verändert sich die Struktur der Haare, was letztendlich zu einer Unterversorgung mit Nährstoffen und zum Austrocknen führt.
Kosmetische Haarfarben werden nach ihren Funktionsweisen unterteilt.
Bei nicht-oxidativen Färbemitteln (auch als Tönung bekannt) lagern sich diese lediglich an der Oberfläche des Haares an und werden auch rasch wieder abgespült (temporäre Haarfärbung) oder dringen in die äußere Schuppenschicht des Haares ein (semipermanente Haarfärbung). Hierfür werden fertige Farbstoffe, sog. direktziehende Farbstoffe, verwendet.
Um eine deutlich intensivere und länger haltbare Färbung zu erzielen, werden Oxidationshaarfarben eingesetzt.
Haarfärbemittel enthalten oft schädliche Chemikalien wie Ammoniak, Wasserstoffperoxid, P-Phenylendiamin (PPD), Resorcin, Phthalate und Formaldehyd-freisetzende Stoffe.
Achte beim Durchsehen der Inhaltsstoffe auf die oben genannten Substanzen.
Chemikalien aus Haarfarben können über die Haut aufgenommen werden und in den Blutkreislauf gelangen.
Die langfristige Verwendung von chemischen Haarfärbemitteln kann zu anhaltenden Problemen führen. Viele Frauen und Männer, die ihre Haare regelmäßig färben, stellen möglicherweise erst Jahre später fest, dass ihre Haare geschädigt oder sogar ausgedünnt sind. Es ist auch wichtig zu beachten, dass die Haut, die mit den Haarfärbemitteln in Kontakt kommt, durch die chemischen Inhaltsstoffe angegriffen werden kann.
Neben den persönlichen Gesundheitsrisiken haben chemische Haarfärbemittel auch einen erheblichen negativen Einfluss auf die Umwelt.
Viele der Inhaltsstoffe, die in diesen Produkten verwendet werden, sind nicht biologisch abbaubar und können in unser Wasser gelangen, wenn die Produkte von den Haaren abgespült werden. Darüber hinaus ist die Herstellung vieler chemischer Haarfärbemittel energieaufwendig und setzt giftige Chemikalien frei, die die Luft und Umwelt belasten.
Unsere Haarcolorationen entsprechen einer der strengsten Kosmetikverordnungen, der EU-Kosmetikverordnung. Auf der Verpackung wird angegeben, dass 48 Stunden vor jeder Anwendung ein Allergieverdachtstest durchgeführt werden muss. Wir überwachen die Sicherheit unserer Kosmetikprodukte auch nach ihrer Markteinführung und während ihrer gesamten Vermarktung strengstens.
Wir bieten unseren Kunden alternative Haarfärbemittel wie natürliche und pflanzliche Haarfärbungen an. Das Färben der Haare mit Naturfarben ist im Trend. Doch nicht alle Produkte halten, was sie versprechen. Gerade bei Henna-basierten Farben aus dem Internet ist Vorsicht geboten.
Pflanzenfarben färben mit zermahlenen Blättern, Blüten oder Wurzeln. Die enthaltenen natürlichen Farbstoffe legen sich um den Haarschaft, dringen in die Schuppenschicht des Haares ein und führen so zu einer semipermanenten Färbung der Haare.
So enthalten Blätter und Stängel der Hennapflanze Lawsonia Inermis die Farbkomponente Lawson (2-Hydroxy-1,4-naphthochinon). Der Farbstoff löst sich mit Wasser aus dem Pulver heraus und führt zur typischen rötlichen Hennafärbung. Neben Henna wird als Hauptinhaltsstoff Indigo aus der Indigopflanze Indigofera Tinctoria zur natürlichen Färbung eingesetzt; Blutholzbaum- oder Walnuss-Extrakte werden ergänzend verwendet. In Kombination mit Henna werden dadurch Farbnuancen von Hennarot bis Indigoschwarz erreicht.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Haarfärbemittel mit natürlichen Inhaltsstoffen viele Vorteile bieten, die sowohl die Haar- als auch die Gesundheit betreffen. Sie wirken nicht nur schonend und pflegend auf das Haar, sondern reduzieren auch das Risiko von allergischen Reaktionen und Hautirritationen.
Ausschließlich natürliche Pflanzenfarben sind für Verbraucherinnen und Verbraucher nicht einfach zu erkennen. Häufig werden neben den färbenden Pflanzenteilen weitere direktziehende Haarfarben oder sogar Oxidationshaarfarben ergänzt, um einen anderen, intensiveren und beständigeren Farbeindruck zu erhalten.
So kann durch den Zusatz von Pikraminsäure ein Hennaprodukt stark rot färben; andere Hennapulver - oft aus Indien, Pakistan oder der Türkei - enthalten klassische Oxidationshaarfarbstoffe wie z. B. p-Phenylendiamin (PPD) und Oxidationsmittel oder synthetische Farbstoffe. Diese Inhaltsstoffe sind in der Inhaltsstoffliste anzugeben.
Ob es sich also tatsächlich um eine reine Pflanzenfarbe handelt, ist leider oft nur durch den genauen Blick auf die Inhaltsstoffe zu erkennen.
Insbesondere bei schwarzen oder dunkelbraunen Henna-basierten Farben aus Drittländern ist Vorsicht geboten, da diese häufig PPD in hohen Gehalten ohne geeignete Reaktionspartner oder unerlaubtes Bariumperoxid sowie nicht zugelassene Farbstoffe enthalten.
Viele Farbstoffe, die zur chemischen Färbung der Haare eingesetzt werden, sind starke Allergene (d. h. sie können Kontaktallergien auslösen). Dies gilt insbesondere für zahlreiche Amine wie PPD oder p-Aminophenol, die zur oxidativen Farbstoffbildung im %-Bereich in den Färbemitteln enthalten sind.
Werden die Grenzwerte deutlich überschritten, so sind allergische Reaktionen bis hin zu Sensibilisierungen der Verbraucherinnen und Verbraucher, die ein Leben lang bestehen bleiben, die Folge. Hinzu kommt, dass in manchen Produkten die Reaktionspartner fehlen, so dass die Amine nicht zu unschädlichen, permanenten Farbpigmenten reagieren, sondern als solche im Produkt verbleiben oder sogar mit sich selbst reagieren.
Insbesondere Henna-Haarfärbemittel aus Drittländern enthalten häufig PPD (sog. Entwickler) ohne Reaktionspartner (sog. Kuppler), so dass es durch die Reaktion mit sich selbst zur Bildung einer erbgutverändernden und stark sensibilisierenden Verbindung, der sogenannten Bandrowski-Base, kommen kann. In einigen Produkten wird als Oxidationsmittel Bariumperoxid eingesetzt.
Im Jahr 2021 wurden am CVUA Karlsruhe 20 Henna-basierte Haarfarben untersucht, von denen 9 Produkte beanstandet wurden; 2022 wurden weitere 8 Produkte getestet, von denen 6 beanstandet wurden. Insgesamt wurden 3 Produkte sogar als nicht sicher bewertet. Dabei handelte es sich um Hennafarben mit PPD in Gehalten von 1,5 bis 2 % ohne Kuppler als Reaktionspartner.
Da hierbei die Gefahr besteht, dass sich Bandrowski-Base in sensibilisierenden Mengen bildet, ist die Sicherheit dieser Produkte nicht hinreichend gewährleistet.
Die Farben stammen aus Indien und wurden über das Internet bezogen.
Weitere 4 Produkte enthielten verbotene Stoffe; nachgewiesen wurde 2021 in einer Probe der nicht erlaubte Kuppler meta-Phenylendiamin, in einer weiteren die verbotenen Farbstoffe Basic Blue und 2-Nitro-p-phenylendiamin. Beide Produkte stammten aus Russland.
Die verbotenen Farbstoffe waren auf den Produkten nicht gekennzeichnet und somit ohne weitere Analytik nicht zu erkennen.
2022 enthielten 2 Produkte aus Indien das verbotene löslicher Bariumsalz Bariumperoxid. Dies war bei einer Probe gekennzeichnet, bei der zweiten Probe war die Inhaltsstoffliste überklebt - die Liste kennzeichnet das Oxidationsmittel Natriumchlorit, während die ursprüngliche Angabe Bariumperoxid als Oxidationsmittel auswies.
2021 wiesen 9 von 20 Proben Kennzeichnungsmängel auf; 2022 waren es 6 von 8 Proben. Die Angabe der verantwortlichen Person fehlte häufig oder war fehlerhaft, die Inhaltsstofflisten waren unvollständig oder die in der EU-Kosmetikverordnung vorgeschriebenen Warnhinweise für den Gebrauch waren nicht bzw.
Insbesondere im Internet werden Henna-basierte Produkte zur Färbung der Augenbrauen angeboten, die teilweise auch die darunterliegende Haut einfärben sollen. 2021 hat das CVUA Karlsruhe insgesamt fünf, 2022 drei solcher Internetprodukte untersucht; 7 wiesen Mängel auf, lediglich ein Produkt aus 2021 war rechtskonform.
Zwei Farben wurden als nicht sicher bewertet, da beide den Grenzwert von 2 % PPD so massiv überschritten, dass eine Sensibilisierung der Anwenderinnen und Anwender zu befürchten war; überdies war eines auch zur Färbung der darunterliegenden Haut vorgesehen, eine Anwendung, die für PPD verboten ist.
Eine Farbe überschritt den Grenzwert von p-Aminophenol. In einem Produkt zur Färbung der Augenbrauen und Wimpern waren PPD, Resorcinol und p-Aminophenol als Farbkomponente enthalten, diese sind zur Färbung der Wimpern nur bei gewerblicher Anwendung zugelassen.
Weiterhin entsprach die Kennzeichnung der beanstandeten Proben nicht den rechtlichen Vorgaben. Die Kennzeichnung zweier Produkte wurde als täuschend bewertet.
Verbraucherinnen und Verbrauchern wird ans Herz gelegt, die Inhaltsstoffliste der Pflanzenfarben genau zu lesen. Versprechen Naturfarben-basierte Produkte eine starke Färbung, so sind immer weitere semipermanente oder permanente Farbmittel enthalten.
Insbesondere bei schwarzen oder dunkelbraunen Henna-basierten Farben aus Drittländern ist Vorsicht geboten, da diese häufig PPD in hohen Gehalten ohne geeignete Reaktionspartner oder unerlaubtes Bariumperoxid sowie nicht zugelassene Farbstoffe enthalten. Sensibilisierungen und ggf.
| Inhaltsstoff | Eigenschaften | Verwendung |
|---|---|---|
| Ammoniak | Öffnet die Haarfollikel | Permanente Haarfärbemittel |
| PPD (p-Phenylendiamin) | Farbstoff | Dunkle Haarfarben |
| Resorcin | Hormonell wirksam | Haarfärbemittel |
| Formaldehyd | Krebserregend | Haarfärbemittel |
| Ethanolamine | Emulgator | Ammoniakfreie Haarfarben |
| Henna | Natürlicher Farbstoff | Pflanzenhaarfarben |
| Indigo | Natürlicher Farbstoff | Pflanzenhaarfarben |
Letztendlich ist es wichtig, informierte Entscheidungen über Haarfärbemittel zu treffen und sich der möglichen Risiken bewusst zu sein. Schönes Haar ist gleichbedeutend mit Jugend und Gesundheit.
Die gesündeste Haarfarbe ist daher Ihre natürliche Haarfarbe.
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