Was ist eine Frisur? Definition und Bedeutung

Zum Thema Frisur ist in einem Wörterbuch schlicht als Erklärung das Wort „Haartracht“ aufgeführt. Doch was bedeutet das für uns im Alltag? Als visuelle Lebewesen taxieren wir unser Gegenüber mit den Augen. Das menschliche Gehirn verarbeitet das Wahrgenommene im Bruchteil einer Sekunde. Diese ersten, kurzen Augenblicke können bei einer Erstbegegnung über den Erfolg mit einem anderen Menschen ausschlaggebend sein.

Die neue Freundin des Bruders, der kürzlich eingestellte Kollege oder der Lehrer des eigenen Kindes: Sobald wir Menschen zum ersten Mal treffen, dauert es nicht mal eine Sekunde, bis wir ein Urteil über sie fällen - und umgekehrt! Dabei spielt die Frisur eines Menschen eine wichtige Rolle. Eine Studie von Kadus Professional und Londa Professional dokumentiert den Zusammenhang zwischen der Frisur und der Wirkung eines Menschen auf andere - und zwar wissenschaftlich messbar. Für die Studie wurden 1000 Personen in insgesamt fünf Ländern befragt.

Ein Ergebnis der Untersuchung war, dass viele Menschen die Bedeutung der eigenen Frisur auf Alltagssituationen in ihrem Leben und ihre Wirkung auf andere Personen unterschätzen. Dabei kann eine kleine Änderung der Frisur sich erheblich darauf auswirken, wie andere uns beurteilen. Mit Frisuren und Haarstrukturen verbindet fast jeder unterbewusst bestimmte Charakterzüge. Interessant ist auch, dass die wenigsten Menschen mit ihrem Naturhaar wirklich zufrieden sind.

Gerade nach Lebenseinschnitten wie der Kündigung des Jobs oder einer Trennung entscheiden sich viele Personen für eine neue Frisur. Damit zeigt sich schon indirekt, dass der Haarpracht oft eine größere Bedeutung zugemessen wird, als wir uns bewusst sind.

Die Bedeutung der Frisur im Wandel der Zeit

Haarmode wird von den Stilfolgen beeinflusst, die sich in großen Rhythmen vollziehen. Bei den Frisuren der Frauen fällt auf, dass sie regelmäßig wechseln zwischen schlichter Natürlichkeit und extremer Künstlichkeit. Bei Männern wird oft die Frage aufgeworfen, ob die Haare lang oder kurz getragen werden sollen. Und: Barthaare abrasieren oder lieber wachsen lassen?

Im Laufe der Geschichte haben sich Frisuren immer wieder gewandelt und spiegeln oft den Zeitgeist wider. Hier einige Beispiele:

  • Rokoko: In den 1760er-Jahren präsentierten feder- und schmucküberladene Hochfrisuren auf den Köpfen ganze Stimmungen und Erlebnisbereiche. Ein Meister seines Faches war Léonard Autier, der Friseur der französischen Königin Marie Antoinette.
  • 1950er-Jahre: Die Frauen klebten ihre Haare mit Haarspray an Ort und Stelle fest. Beliebt waren auch das Toupieren und Dauerwellen.
  • 1960er-Jahre: Die "Swinging Sixties" führten zur Auflösung der gebändigten Pracht. Es gab zahlreiche Anstöße für neue Frisurentrends: Etwa die Pilzköpfe der Beatles, die geometrischen Schnitte von Vidal Sassoon oder die langen, kaum manipulierten Haare der "Blumenkinder".

Heute stellen Frisuren ein kulturelles Attribut dar, das wie andere beliebig gewählt und zusammengestellt werden kann. Analog den Modetechniken der Postmoderne, bei denen vor allem die "Ensemblebildung" gefragt ist - die modische Kompetenz, sich aus Stilrichtungen das geeignete herauszupicken und zu einer neuen Einheit zusammenzufügen oder auch Unvereinbares gezielt zu kontrastieren. Haare bilden daher nicht mehr geschlossene Gruppen- oder Gegenkulturen wie früher.

Frisuren und ihre Wirkung

Die nachfolgenden Abschnitte erläutern, wie unterschiedliche Frisuren auf unsere Mitmenschen wirken:

  • Kurze Haare: Menschen, die kurze Haare tragen, schreibt man ein hohes Maß an Intelligenz zu. Die Träger werden oft als ordnungsliebend und als Organisationstalente betrachtet. Kurze Haare stehen aber auch für Ernsthaftigkeit und Professionalität. Dazu kommt noch, dass eine Kurzhaarfrisur Frauen reifer und vornehmer wirken lässt.
  • Lange Haare: Eine lange Haarpracht steht für eine entspannte Einstellung zum Leben und signalisiert Offenheit. Wenn Sie Ihre langen Haare offen oder nur locker zusammengebunden tragen, sodass ein paar Strähnen herausfallen, werden Sie von Ihren Mitmenschen im Allgemeinen als sinnliche und ehrliche Person wahrgenommen.
  • Glatte Haare: Glänzendes, glattes Haar wirkt charmant, souverän und professionell. Gerade im Berufsleben werden Frauen mit glatten Haaren als gewissenhaft und kompetent eingeschätzt. Mitunter betrachtet man eine Frau mit sehr glattem Haar aber auch als etwas streng.
  • Lockige Haare: Wer lockige Haare trägt, wird häufig als extrovertierte Persönlichkeit bewertet. Gerade schwingende und große Locken stehen für viel Spaß und einen spannenden Charakter. Krauses Haar oder recht wilde Locken deuten hingegen auf Menschen hin, die neurotisch ängstlich sind. Die meisten positiven Eigenschaften werden Frauen mit schwingenden und seidig glänzenden Locken zugeschrieben: Diese Personen gelten als ideenreich, kreativ und lebhaft.
  • Dünnes Haar: Frauen mit dünnem, feinen Haar wirken verletzlich, aber auch sehr feinfühlig. Solche Personen gelten als warmherzig und nett. Sie können bei den Mitmenschen den Beschützerinstinkt wecken. Wenn Sie eher dünne Haare haben, aber Wert auf ein einflussreiches und selbstsicheres Auftreten legen, können Sie mit Pflege- und Styling-Produkten mehr Volumen ins Haar zaubern.
  • Dickes Haar: Starkes, kräftiges Haar steht für Lebendigkeit und Jugend. Schon immer sind volle Haare ein Zeichen für Gesundheit, Üppigkeit und Jugendlichkeit. Das gilt zumindest, wenn die Haarpracht gut gepflegt wird. Dickes, ungepflegtes Haar hingegen symbolisiert eher Sprunghaftigkeit und Exzentrik. Daher ist gerade bei vollem Haar eine gute Haarpflege von hoher Bedeutung.
  • Ponyfrisur: Vielleicht kennen Sie das Sprichwort: „Ich kann dir deine Gedanken an der Stirn ablesen!“ Tatsächlich zeigt die Stirn durch ihre kleinen Fältchen, ob Sie in Ihrem Leben bisher eher positive oder negative Gedanken hatten. Diese Informationen bleiben jedoch verborgen, wenn Sie sich für eine Frisur mit Pony entscheiden. Deshalb gelten Pony-Trägerinnen auch als geheimnisvolle Menschen, die sich nicht gern in die Karten blicken lassen.
  • Hochsteckfrisur: Mit einer detailreichen und verspielten Hochsteckfrisur signalisieren Sie anderen Menschen, dass Sie eine Liebe fürs Detail haben. Außerdem werden Sie von Ihrem Gegenüber mit einer schönen Hochsteckfrisur als romantisch und kreativ wahrgenommen.

Die Rolle des Friseurs

Gut frisiert, fühlt man sich besser und sicherer. Ganze Bibliotheken sind mit Büchern zu diesem Thema gefüllt. Das Erstellen eines solch wichtigen Persönlichkeitsaspektes, ist unser Beruf. Das Arbeiten mit Haaren, stellt täglich eine neue Herausforderung an uns. Beim Beratungsgespräch mit Ihnen, möchten wir, die für Sie wichtigen Gesichtspunkte rund um Ihre Frisur ermitteln. An oberster Stelle steht bei uns die Qualitätserhaltung oder -Verbesserung Ihres Haares. Es ist der Grundstoff, aus dem Ihre weiteren Frisurenvorstellungen erwachen können.

Nur ein gepflegtes, optimal geschnittenes Haar, wird eine haltbare, für Sie leicht reproduzierbare Frisur ergeben. Durch spezielle Haarschneidetechniken, wird der Fall Ihrer Haare positiv für das spätere Frisurenergebnis beeinflußt. Permanente Volumenbehandlungen, Dauerwellen oder Haarglättungen, beeinflussen Ihre Haarstruktur in der Weise, daß ein leichter Umgang mit den Haaren, bei Ihrem Styling möglich ist. Schonende Zwei-Phasen-Farbsysteme, Multi-Design-Strähnchen und pflegende Tönungssysteme ermöglichen uns efektvolle Farbveränderungen ohne Haarbelastung.

Mit unseren Profi-Styling-Tips für zu Hause gelingt Ihnen Ihre Frisur besser. Im Salon, stylen wir Ihnen die Frisur von „in Form geknetet“, bis klassisch eingelegt und frisiert. Locken- oder Glätteisen kommen genauso zum Einsatz. Für festliche Anlässe, bieten wir bei langem Haar, unseren Hochsteck-Service an. Dabei werden die Haare gewaschen, gefönt oder mit Stylingeisen präpariert und danach hochgesteckt.

Frisuren als Akte der Selbstdarstellung

Mit Kleidung, insbesondere Schuhen, lassen sich ebenfalls Statements setzen. Doch ihre Wirkung reicht nicht an die heran, die sich mit einem Haarschnitt erzielen lässt. Woher die Signalwirkung des Haarschnitts rührt? Ganz einfach: Die Haare sind Teil des Körpers, sie sind buchstäblich in ihm verwurzelt und kein austauschbares Accessoire wie Schuhe oder Schmuck. Wie stark Identitätskonzepte mit Frisuren verknüpft sind, zeigt sich heutzutage eindringlich, wenn zum Beispiel eine weiße, westeuropäische Person Dreadlocks trägt - die Frisur der Rastafari auf Jamaika - und woke Aktivisten ihr „kulturelle Aneignung“ vorwerfen (obgleich ausnahmslos jede Kultur angeeignet ist).

„Wenn die Frisur nicht stimmt, stimmt der ganze Auftritt nicht“, sagt Serdal Bengi, Hairstylist mit Sitz in Münster. Bengi gilt als „Star-Friseur“, denn er stellt sein Können bei der Berlin Fashion Week unter Beweis und hat schon Schauspielerinnen wie Ornella Muti oder Milla Jovovich frisiert. Haare stehen, wenn es um Styling ging, seit jeher im Fokus, doch nie gab es so viele Variationsmöglichkeiten wie heute, sagt er.

Die haarigste Ausstellung ever

Allmählich werden die Spätfolgen der Corona-Pandemie sichtbar. Eine besteht darin, dass im Essener Museum Folkwang seit Kurzem eine Ausstellung über Haare zu sehen ist. Sie heißt „Grow it, show it! Januar) und befasst sich - anhand von 280 Exponaten - mit der unerschöpflichen Bedeutungsvielfalt von Haaren und Frisuren.

Erste Überlegungen dazu seien in der Pandemie entstanden, sagt Thomas Seelig, der die Schau zusammen mit Miriam Bettin kuratiert hat. Man erinnert sich: Lockdown, die meisten Läden hatten zu, auch die Friseure. Was einmal Frisur war, wurde im Laufe der Zeit zu Wildwuchs. Bald war jeder Tag ein Bad Hair Day. Die ersten Geschäfte, für die der Lockdown gelockert wurde, waren dann die Friseure. Ein kollektives Aufatmen ging durch die Republik. Nichts wichtiger, als endlich wieder einen Termin zum Haareschneiden zu machen! Damals, so erinnert sich Seelig, sei die identitätsstiftende Bedeutung von Frisuren nachdrücklich ins Bewusstsein der Menschen gerückt. Von hier bis zu der Frage, ob das Thema genug Tiefe hat, um museumsreif zu sein, war es dann nur noch ein Schritt.

Das Haar, ein wundersames Wesen. An der Wurzel lebendig, am anderen Ende tot - fast eine Parabel auf das Leben. Die Ausstellung bändigt das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven. Zu sehen sind auf 1400 Quadratmetern vor allem Porträt-Fotografien, etwa von Stars wie Helmut Newton oder eben Diane Arbus. Dazu Magazine, Musikclips, Installationen. Ein Film von Wolfgang Tillmanns zeigt Achselhaare, nur Achselhaare. Dazu gibt es Werke zu bestaunen, die den queeren Blick auf Haare dokumentieren oder die Bedeutung von Frisuren im afrikanischen Kulturkreis. Ein YouTube-Video von „Barber Turko“ zeigt, wie sich Haare im Gesicht, in der Nase und den Ohren professionell entfernen lassen. Dies alles hängt nebeneinander - die haarigste Ausstellung ever.

Frisuren im Salon Folkwang

Das Museum Folkwang trägt der Popularität des Themas zusätzlich Rechnung, indem es Friseurdienstleistungen anbietet. Im „Salon Folkwang“, normalerweise eine öffentlich nicht zugängliche Museumsbar, gibt es Ende Oktober und Anfang Dezember „Live-Haarschneideaktionen“, unter anderem mit Samet Ahorn, 2023 als bester deutscher Barbier ausgezeichnet. Museumsgäste können sich dann gratis einen Schnitt gönnen. Konservativen Kulturtraditionalisten dürften bei der Ankündigung die Haare zu Berge stehen.

Zusammenfassung

Eine Frisur ist mehr als nur eine Haartracht. Sie ist ein Ausdruck der Persönlichkeit, ein Spiegel des Zeitgeists und ein Mittel zur Selbstdarstellung. Ob kurz oder lang, glatt oder lockig, die Wahl der Frisur beeinflusst, wie wir von anderen wahrgenommen werden und wie wir uns selbst fühlen. Die Bedeutung der Frisur hat sich im Laufe der Geschichte gewandelt, aber ihre Relevanz ist bis heute ungebrochen.

Die Geschichte der Frisuren und der Friseure

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