Was hilft wirklich gegen graue Haare?

Graue Haare sind ein Thema, das sowohl in Bezug auf Akzeptanz als auch in der Wissenschaft viele Fragen aufwirft. Das erste graue Haar ist oft ein besonderer Moment. Doch was, wenn graue Haare weder genetisch noch altersbedingt auftreten, sondern als Warnsignal für Überbelastung oder Mangel im Körper dienen? Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Präventionsmaßnahmen und Behandlungsmöglichkeiten für graue Haare.

Ursachen für vorzeitiges Ergrauen

Die Farbe der Haare wird von den Melanozyten in den Haarfollikeln bestimmt. Sobald diese Pigmentzellen ihre Funktion einstellen oder reduzieren, entstehen graue oder weiße Haare. Die Genetik und das Älterwerden sind die häufigsten Gründe. Ergrauen Haare unerwartet früh, spricht man von vorzeitigem Ergrauen. Dieses kann genetisch bedingt sein, aber auch durch externe Faktoren wie Stress, schlechte Ernährung, ungesunde Gewohnheiten, Vitaminmängel oder Schilddrüsenfehlfunktionen verursacht werden.

Stress als Melaninfresser

Laut neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse spielt Stress eine wichtige Rolle bei den externen Faktoren. Die Ursache für chronischen Stress ist dabei nicht wichtig. Es kann sich um langandauernden, psychischen Stress handeln, der das sympathische Nervensystem aktiviert. Chronischer Stress sorgt für die Bildung von freien Radikalen und für Entzündungen, die das Ergrauen fördern. Stress ist also nicht nur ein Vitamin-, sondern auch ein Melaninfresser. Auch Rauchen oder ein erhöhter Alkoholkonsum sorgen im Körper für vorzeitige Ergrauung - ebenso wie ein Mikronährstoffmangel.

Mikronährstoffe und Proteine

Eine wichtige Rolle bei den Mikronährstoffen spielt das Spurenelement Kupfer: Kupfer ist ein Cofaktor der Synthese von Pigmenten. Ist der Kupferspiegel zu niedrig, können graue Haare die Folge sein. Dann kann Kupfer supplementiert werden, jedoch gibt es dabei etwas zu beachten: Wenn man länger Kupfer einnimmt, kann daraus ein Zinkmangel resultieren. Deswegen raten Experten bei längerfristiger Einnahme nicht nur zur Kupfer-, sondern auch zur Zinkeinnahme. Die Behebung eines Kupfermangels kann zu einer verbesserten Melaninbildung der Haare führen.

Auch ein Proteinmangel kann die Entstehung von grauen Haaren fördern. Das Pigment Melanin wird aus der Aminosäure L-Tyrosin gebildet und ist in höheren Mengen in verschiedenen eiweißreichen Lebensmittel wie Lachs, Kürbiskernen und Walnüssen enthalten. Auch Proteine und die Überwachung eines ausreichend gefüllten Depots an Eisen, Magnesium, Omega - 3, Vitamin-D und B-Vitaminen sind wichtig für die Vermeidung von Imbalancen. Genauso elementar ist ausreichend tiefer, guter Schlaf. Im Schlaf vermehrt sich die Durchblutung von Gesicht und Kopfhaut, und eine gute Durchblutung ist wichtig für die Versorgung der Haarfollikel.

UV-Licht

Einige Studien zeigen auch, dass UV-Licht ebenfalls die Vermehrung freier Radikale in der Kopfhaut fördert - und das wiederum begünstigt die Entstehung grauer Haare.

Forschung und Umkehrbarkeit

Früher galt graues Haar als unumkehrbar. Doch heute wissen wir, dass es zumindest teilweise reversibel ist. Manchmal taucht eine Haarsträhne auf, die an der Spitze gefärbt, in der Mitte grau und am Ansatz wieder gefärbt ist. Das zeigt, dass es eine zwischenzeitliche Phase des Ergrauens gab. Nach heutigem Wissensstand scheint es erwiesen, dass das Ergrauen in Teilen, möglicherweise in der Zukunft sogar vollständig, umkehrbar ist. Laut der Ärztin fehlt es noch an Forschung, doch die Wissenschaft sei in diesem Bereich bereits sehr aktiv.

Inwieweit eine Umkehr der Ergrauung möglich wäre, scheint vor allem abhängig vom Auslöser zu sein: Ist das Ergrauen ein Zeichen des natürlichen Alterungsprozesses oder der Genetik, ist es höchstwahrscheinlich nicht reversibel. Ist aber der ungesunde oder stressige Lebensstil daran beteiligt, sieht das anders aus: Die Ergebnisse einer Studie der Columbia University deuten auf einen reversiblen Zusammenhang zwischen chronischem Stress und grauen Haaren hin. Die Forscher konnten anhand der Probanden zeigen, dass durch Reduktion von chronischem Stress einige zuvor ergraute Haare wieder in einen pigmentierten Zustand zurückgebracht werden konnten. In den Studienergebnissen sprechen Forscher jedoch auch von einer sogenannten alterstechnischen Grauschwelle, die über den Erfolg entscheidet: Im mittleren Alter kann die Stressreduzierung zur Repigmentierung führen, im Alter von 70 wird die plötzliche Entspannung jedoch keinen Einfluss nehmen - zumindest nicht auf die grauen Haare.

Therapeutische Ansätze

Zusätzlich gibt es Mittel, die gezielt in oder auf die Kopfhaut gegeben werden können, um eine Repigmentierung zu bewirken. Eine interessante Methode sei die sogenannte Exosomentherapie, ebenso wie die Behandlung mit Polynukleotiden. Exosomen sind kleine Pakete mit Erbinformationen, die heutzutage in der Dermatologie vor allem zu Zwecken der Hautregeneration genutzt werden. Polynukleotide werden aus Lachs-DNA gewonnen, sind laut der Dermatologin immunologisch unbedenklich und werden in die Kopfhaut injiziert. Eine Ergrauung damit signifikant umzukehren ist jedoch unrealistisch, vielmehr nutzt man dies als Nebeneffekt der Haarwachstumstherapie, für welche diese Substanzen eingesetzt werden.

Auch das klassische Microneedling kann positive Effekte auf das Ergrauen haben. Manche Hersteller der Nahrungsergänzung empfehlen zudem, das Enzym Katalase einzunehmen. Dabei handelt es sich um ein Enzym, das Wasserstoffperoxid abbaut - und Wasserstoffperoxid zerstört Melanin. Ob es oral eingenommen, tatsächlich intakt in der Kopfhaut ankommt, um eine solche Funktion zu erfüllen, ist wissenschaftlich nicht belegt. Daher raten Experten eher davon ab.

Naturgrau: So gelingt der Übergang

Färben und Kaschieren grauer Haare

Wer graue Haare jedoch abdecken möchte, kann wie gehabt den altbewährten Gang zum Friseursalon des Vertrauens nutzen. Bei braunem Haar, das zwischendrin silbrig schimmert, sollte man "generell beachten, in welchem Bereich der Weißanteil am größten ist", so der Experte, "und nur in diesen Bereichen färben oder tönen und für ein perfektes Einblenden den Farbton wählen, der der Naturhaarfarbe zwischen den weißen Haaren entspricht".

Blonde Haare hingegen können noch puristischer angegangen werden: "Da bei einem Weißanteil im naturblondem Haar der Kontrast weitaus geringer ist als im braunen Haar, kann hier allein durch eine leichte Veränderung der Naturhaarfarbe, ohne die weißen Haare abzudecken, ein Einblenden erzielt werden". Eine mögliche Farbtechnik ist das "Base-Break / Smudge": Dabei wird eine kühle, mittlere oder helle Blondnuance für circa 10 bis 15 Minuten auf das nasse oder trockene Haar aufgetragen. Das Ergebnis: Der Naturton wird nur um ein bis zwei Töne transparent heller. "Das sorgt für weniger Kontrast zwischen Natur- und Weißanteil".

Besonderheiten bei rotem Haar

Rotes Haar hat bei der Entstehung von grauen Haaren einen Vorteil: "Tendenziell beginnt der Prozess der Grauhaarenstehung bei Menschen mit naturrotem Haar später. Dies liegt auch daran, dass rothaarige Menschen ein anderes Melanin haben, das für den Farbton der Haare verantwortlich ist: Phäomelanin". Daher können die Haare im Alter oft als "ein hellerer Rotton oder blond" erscheinen, bevor sie wirklich grau werden. Die Lösung des Experten: Ein Gloss oder eine Tönung, "um den Rotton aufzufrischen, den Weißanteil leicht abzudecken und dem ausgeblichenen Rotton wieder mehr Wärme zuzuführen".

Strähnchentechnik

Sollen die grauen Haare nicht kaschiert, sondern optimal in Szene gesetzt und verblendet werden, empfiehlt der Colourist den Einsatz von Strähnen. Bei dunklen Haaren werden dafür oft Lowlights - also dunkle Strähnen - gefärbt. Dabei sei es wichtig, die Strähnen an den Stellen, an denen der größte Weißanteil ist, besonders fein einzuarbeiten. Und helles Haar? "Helle blondierte Strähnen bieten die Möglichkeit, den Weißanteil optisch hervorzuheben und den Gesamteindruck zu erzielen, dass die Haare weiß oder blondiert und klar kühl wirken". Wer eher kühle Blondtöne mag, hat durch weiße Haare zwar einen Vorteil, jedoch arbeitet er bei der Verblendung eher mit wärmeren oder neutralen Blondnuancen, "um den Weißanteil im Haar weniger sichtbar zu machen".

Hausmittel gegen graue Haare

Ein gesunder Lebensstil ist natürlich das A und O. Aber es gibt auch einige Hausmittel, die den grauen Haaren entgegenwirken.

  1. Schwarzer Tee: Verhindert das Austrocknen der Haare, verleiht Glanz und eine natürliche Farbe.

    Anwendung: 2 EL schwarzes Teepulver + 1 EL Salz + eine Tasse Wasser zusammen zum kochen bringen. Abkühlen lassen und, das Teepulver entfernen und die Haare damit waschen. Danach nicht auswaschen!

  2. Curryblätter: Der hohe Vitamin-B-Gehalt macht sie zu einer Wunderwaffe.

    Anwendung: Eine Tasse Kokosöl + eine Handvoll Curryblätter für ca. 6-8 Minuten kochen lassen. Das Öl, sobald es abgekühlt ist, abseihen und auf die Kopfhaut einmasieren.

  3. Zwiebel: Schützt das Haar vor frühzeitigem Ergrauen.

    Anwendung: Eine Zwiebel kleinhacken und den Saft durch ein Mulltuch pressen. 3 TL Zwiebelsaft + 2 TL Zitronensaft vermengen und auf die Kopfhaut einmassieren. Ungefähr 30-60 Minuten einwirken lassen. Danach die Haare mit einem milden Shampoo auswaschen. Dieser Vorgang sollte 4-5 Mal pro Woche für ca. 2 Wochen wiederholt werden, um perfekte Ergebnisse zu erzielen.

Styling-Tipps für graue Haare

Sind die Haare erst einmal ergraut, kann dies ein unumkehrbarer Prozess sein. Das heißt aber nicht, dass du deine Haarpracht nicht gekonnt in Szene setzen kannst. Es gibt unzählige Möglichkeiten graue Haare zu stylen und einen sagenhaften Look zu kreieren.

  • Haare färben: Du kannst dich zum Beispiel dazu entscheiden, deine Haare zu färben. So kannst du nicht nur einen grauen Ansatz kaschieren, sondern auch neue Farben ausprobieren und einen angesagten Look erschaffen, den nur du hast.
  • Der "Granny-Look": Eine andere Variante, die gerade sehr angesagt ist, ist es stolz deine grauen Haare zu tragen. Mit dem richtigen Styling und Selbstbewusstsein ist der sogenannte „Granny-Look“ ein echter Hingucker und sexy noch dazu.
  • Strähnchen: Um von den grauen Haaren etwas abzulenken, reicht es manchmal, wenn der Friseur nur einzelne Strähnchen färbt.

Die richtige Pflege für graue Haare

  • Silbershampoo und -conditioner: Damit graue Haare einen angesagten silbrigen Schimmer bekommen, kannst du spezielle Silbershampoos und -conditioner verwenden. Lasse die Produkte am besten für einige Minuten einwirken, bevor du sie auswäschst.
  • Haarkuren und Haaröle: Da graue Haare meist trocken sind, ist es wichtig, diese mit genügend Feuchtigkeit zu versorgen. Mit silikonfreien Haarkuren kannst du deinem Haar einen echten Feuchtigkeitsboost verleihen.

Zusammenfassung

Graue Haare sind ein natürlicher Bestandteil des Alterungsprozesses, aber auch durch Stress, Ernährung und andere Faktoren beeinflussbar. Während die Genetik eine große Rolle spielt, können ein gesunder Lebensstil, die richtige Ernährung und moderne Behandlungsmethoden helfen, das Ergrauen zu verlangsamen oder sogar teilweise umzukehren. Ob man seine grauen Haare akzeptiert, kaschiert oder stolz trägt, bleibt jedem selbst überlassen.

Tabelle: Nährstoffe und ihre Bedeutung für die Haarfarbe

Nährstoff Funktion Lebensmittelquellen
Kupfer Cofaktor der Pigmentsynthese Nüsse, Samen, Meeresfrüchte
L-Tyrosin Baustein für Melanin Lachs, Kürbiskerne, Walnüsse
Eisen Gute Durchblutung der Kopfhaut Fleisch, Hülsenfrüchte, grünes Blattgemüse
Magnesium Wichtig für viele Körperfunktionen Nüsse, Samen, Vollkornprodukte
Omega-3-Fettsäuren Entzündungshemmend, gut für die Kopfhaut Fetter Fisch, Leinsamen, Chiasamen
Vitamin D Wichtig für die Haargesundheit Fetter Fisch, Eier, Sonnenlicht
B-Vitamine Unterstützen den Stoffwechsel Vollkornprodukte, Fleisch, Eier

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