Erblich bedingter Haarausfall: Ursachen, Verlauf und Behandlung

Für Betroffene des erblich bedingten Haarausfalls (androgenetische Alopezie) sind ein erhöhtes Schamgefühl und ein vermindertes Selbstbewusstsein wahrscheinlich keine Seltenheit. Kein Wunder, schließlich gelten in unserer Gesellschaft kräftige und volle Haare als Zeichen von Gesundheit und Vitalität. Die Frage, ob der erblich bedingte Haarausfall gestoppt werden kann, ist daher nur folgerichtig.

Anlagebedingter Haarausfall (androgenetische Alopezie) ist die häufigste Form von Haarausfall. Er betrifft circa 80 von 100 Männern und 40 von 100 Frauen in der Altersgruppe ab 70 Jahren. Anlagebedingter Haarausfall, auch androgenetische Alopezie genannt, ist die häufigste Form von Haarausfall. Er betrifft sowohl Männer als Frauen. Erste Anzeichen des Haarausfalls können sich bereits im Teenageralter bemerkbar machen. Mit zunehmendem Alter zeigt er sich verstärkt, bei Frauen insbesondere nach den Wechseljahren.

Im Folgenden klären wir auf: Über die Ursachen, den typischen Verlauf des erblichen bedingten Haarausfalls bei Frauen und Männern sowie effektive Behandlungsansätze.

Was ist erblich bedingter Haarausfall?

Erblich bedingter Haarausfall wird auch als androgenetische Alopezie oder Alopecia androgenetica bezeichnet. Man versteht darunter eine genetisch bedingte Veranlagung zum Haarausfall, die durch eine Überempfindlichkeit der Haarwurzeln gegenüber männlichen Sexualhormonen verursacht wird. Durch die genetische Komponente kommt diese Form des Haarausfalls oft familiär gehäuft vor.

Anlagebedingter Haarausfall liegt in den Genen. Wie genau er vererbt wird, ist bei Männern besser erforscht als bei Frauen. Studien zufolge entwickeln junge Männer, deren Väter kahlköpfig sind, viel wahrscheinlicher Haarausfall als Männer, deren Väter nicht kahlköpfig sind. An der Vererbung sind mehrere Gene beteiligt.

Ursachen der androgenetischen Alopezie

Erblich bedingter Haarausfall ist zwar auf das männliche Sexualhormon Dihydrotestosteron (DHT) zurückzuführen, stellt aber keine hormonelle Störung dar. Vielmehr handelt es sich um eine Überempfindlichkeit der Haarwurzel gegenüber dem Hormon, welche dafür sorgt, dass sich die sogenannte Wachstumsphase der Haare verkürzt.

Im männlichen Körper und in geringerer Menge auch bei Frauen befindet sich das männliche Geschlechtshormon Testosteron. Das Hormon sorgt dafür, dass die Wachstumsphase der Kopfhaare verkürzt wird. Irgendwann wächst nur noch ein winziges Flaumhaar aus der Haarwurzel. Bei Frauen geht man zudem davon aus, dass lokal eine verminderte Aktivität des Enzyms Aromatase herrscht. Dieses wandelt Testosteron in Östrogene, weibliche Geschlechtshormone, um.

Der Einfluss von DHT ist auch der Grund, warum man bei anlagebedingtem Haarausfall von androgenetischer Alopezie spricht. Bei Menschen mit anlagebedingten Haarausfall ist der Einfluss des Hormons Dihydrotestosteron (DHT) auf die Haarwurzel erhöht. DHT bewirkt, dass die Haare aufhören zu wachsen und ausfallen.

Die Veranlagung zur androgenetischen Alopezie kann von beiden Elternteilen vererbt werden und ist oft besonders ausgeprägt, wenn beide Elternteile betroffen sind. Andererseits kommt der Haarverlust auch bei Menschen vor, bei denen beide Elternteile bis ins hohe Alter volles Haar haben. Die Wahrscheinlichkeit, dass der erblich bedingte Haarausfall eintritt und in welchem Ausmaß, lässt sich nicht genau vorhersagen, da mehrere Gene an der Genese beteiligt sind.

Bei der Entstehung der androgenetischen Alopezie spielt das männliche Geschlechtshormon Dihydrotestosteron (DHT) eine entscheidende Rolle. Häufig reagieren die Haarwurzeln bei betroffenen Personen empfindlicher auf dieses Hormon.

In der Folge verkürzt sich die Wachstumsphase der Haare: Sie leben kürzer, fallen rascher aus und werden von Mal zu Mal dünner, bis nur noch ein kleines Flaumhaar übrigbleibt. Manchmal bildet sich das Haar und die Wurzel komplett zurück. Medizinerinnen und Mediziner bezeichnen diesen Prozess als Miniaturisierung.

Bei Frauen mit anlagebedingtem Haarausfall sind neben DHT weitere Hormone beteiligt - insbesondere, wenn der Haarausfall spät einsetzt. Das weibliche Geschlechtshormon Östrogen fördert das Haarwachstum und wirkt so vermutlich Haarausfall entgegen. Nimmt die Menge von Östrogen ab - etwa nach den Wechseljahren - geht die vermutete Schutzwirkung verloren.

Erblich bedingter Haarausfall beim Mann - Ursache & Behandlung - Einfach erklärt von Dr. Durani

Jedes einzelne Haar auf unserem Kopf durchläuft einen Zyklus, in dem es sich ständig erneuert, ausfällt und wieder wächst. Eine Verkürzung der Wachstumsphase hat zur Folge, dass die Haare nicht mehr so lange leben und viel schneller ausfallen. Das männliche Hormon Dihydrotestosteron wird mithilfe des Enzyms 5-Alpha-Reduktase sowohl im männlichen als auch im weiblichen Körper gebildet. Bei Menschen, die an androgenetischer Alopezie leiden, werden an den Haarwurzeln größere Mengen des Enzyms produziert, was dafür sorgt, dass mehr DHT entsteht. Durch die gleichzeitige Überempfindlichkeit gegenüber dem Hormon kommt es zu einem vermehrten Haarausfall.

Dihydrotestosteron ist letztlich für die Rückbildung von Blutgefäßen auf der Kopfhaut verantwortlich, wodurch diese nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgt werden kann. Dadurch werden die Haarwurzeln kleiner und die Haare dünner und weicher. Ein frühzeitiger Haarausfall ist die Folge. Dieser Kreislauf wiederholt sich solange bis keine Haare mehr neu gebildet werden können und es zu kahlen Stellen und einer Glatzenbildung kommt.

Der Haarzyklus:

  • Wachstumsphase (Anagenphase): Das Haar wird über die Wurzel mit Nährstoffen versorgt und wächst. Diese Phase dauert etwa 2 bis 6 Jahre an. Bei androgenetischer Alopezie ist diese Phase verkürzt.
  • Übergangsphase (Katagenphase): Ein natürlicher Prozess stoppt die Nährstoffversorgung des Haares.
  • Ruhephase (Telogenphase): Das Haar fällt aus, um sich anschließend neu zu reproduzieren. Diese Phase dauert etwa 2 bis 4 Monate.

Verlauf des erblich bedingten Haarausfalls

Im Gegensatz zu vielen anderen Arten des Haarausfalls zeigt diese Form meist ein charakteristisches Muster, das mit Geheimratsecken beginnt und im Extremfall mit einem Haarkranz am Hinterkopf oder gar einer Glatzenbildung endet. Bei vielen Männern geht vor allem das Kopfhaar verloren, manchmal können aber auch der Bartbereich, Augenbrauen oder Wimpern betroffen sein. Durch sein charakteristisches Muster ist diese Form des Haarausfalls meist leicht abzugrenzen gegenüber der Alopecia areata, bei der kreisrunde kahle Stellen entstehen und dem diffusen Haarausfall, bei dem das Kopfhaar insgesamt ausgedünnt wird.

Bei Männern beginnt die androgenetische Alopezie teilweise schon zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr. Haarausfall kommt bei Männern, spätestens über 70 besonders häufig vor. Wie schnell und wie ausgeprägt der Haarausfall verläuft, ist individuell sehr unterschiedlich. Während manche Männer schon im mittleren Alter fast kahl sind, haben andere auch mit 80 nur Geheimratsecken. Insgesamt leiden jedoch etwa 80 Prozent der Männer über 70 Jahre an einem deutlich sichtbaren Haarverlust.

Ab Stadium 2 kann es zusätzlich zu einer Glatzenbildung im Bereich des oberen Hinterkopfes kommen. Dieser Bereich fließt im Verlauf mit den anderen kahlen Stellen zusammen.

Das charakteristische Muster des erblich bedingten Haarausfalls bei Männern kommt bei Frauen nur sehr selten vor. Während das meist an Stirn, Seiten und Hinterkopf wenig auffällt, kommt es vor allem zu lichtem Haar in der Scheitelregion. Bei einigen Patientinnen bleibt das Haar auch im Bereich der Kopfhaut noch dicht, wird aber in den Längen zunehmend dünner und das Haar wächst nicht mehr so lang wie früher.

Jüngere Frauen sind eher selten von erblich bedingtem Haarausfall betroffen. Meistens fallen die ersten Symptome nach den Wechseljahren, etwa ab dem 50. Lebensjahr auf, wenn sich der Hormonhaushalt der Frau ändert. Zu einem relevanten Haarverlust kommt es dann bei etwa 20 bis 30 Prozent der Frauen, in geringerem Ausmaß haben aber bis zu 50 Prozent der Frauen mit erblich bedingtem Haarverlust zu kämpfen. Zu einer kompletten Glatze kommt es bei weiblichen Betroffenen in aller Regel nicht.

Auch bei Frauen ist die Überempfindlichkeit der Haarwurzel gegenüber männlichen Geschlechtshormonen ursächlich. Die überwiegende Zahl der betroffenen Frauen leidet aber nicht unter einem generellen Überschuss männlicher Hormone im Körper, sondern lediglich unter einer lokalen Überexpression. Selten liegt auch eine echte Hyperandrogenämie vor. Dazu zählen zum Beispiel Patientinnen mit einem Polyzystischen-Ovar-Syndrom (PCO-Syndrom) oder einem adrenogenitalen Syndrom.

Bei vollem Haupthaar können bis zu 100 Haare pro Tag ausfallen, ohne dass man sich Sorgen machen muss.

Das Hamilton-Norwood-Schema

Um den Haarverlust standardisiert zu dokumentieren, wurde von James Hamilton ein Schema entwickelt, welches später nochmals von O'Tar Norwood modifiziert wurde.

Hamilton-Norwood-Schema

Diagnose des erblich bedingten Haarausfalls

Durch das klassische Erscheinungsbild ist der erblich bedingte Haarausfall leicht zu diagnostizieren. Die androgenetische Alopezie ist eine klinische Diagnose, die man anhand des typischen Erscheinungsbildes stellen kann. Auch eine Familienanamnese oder ein Vergleich von früheren Fotos des Patienten mit dem aktuellen Erscheinungsbild können helfen. Eine Quantifizierung des Haarausfalls kann mit einem Trichogramm erreicht werden, bei der das aktuelle Wachstumsverhalten der Haare beurteilt werden kann.

Behandlungsmöglichkeiten bei erblich bedingtem Haarausfall

Es gibt einige Mittel und Optionen, um gegen den erblich bedingten Haarausfall vorzugehen. Eine Krankheit ist er prinzipiell nicht und muss daher auch nicht behandelt werden - es gibt genügend Menschen, die auch mit dünner werdendem Haar absolut glücklich und zufrieden sind und nicht den Wunsch nach einer Behandlung verspüren. Die beste Therapie sollte immer durch einen Arzt individuell auf den Betroffenen abgestimmt werden.

Die gute Nachricht: Es gibt rezeptfreie Mittel in der Apotheke gegen den erblich bedingten Haarausfall, welche die Symptomatik verbessern kön­­nen.

Medizinisch gesehen, ist es nicht notwendig, eine androgenetische Alopezie zu behandeln - vor allem, wenn man gut damit zurechtkommt. Belastet einen der Haarausfall und mindert die Lebensqualität, sind verschiedene Behandlungsmöglichkeiten verfügbar:

  • Es gibt Medikamente, mit denen sich der Haarverlust verringern oder stoppen lässt. Der Wirkstoff Minoxidil ist für Frauen und Männer geeignet. Bei Männern kommt zusätzlich der Wirkstoff Finasterid zum Einsatz.
  • Unter bestimmten Umständen kann eine Verpflanzung (Transplantation) von Eigenhaar infrage kommen.

Je früher eine Behandlung beginnt, umso besser stehen die Erfolgschancen. Zu beachten ist, dass das Ergebnis von Person zu Person sehr unterschiedlich ausfallen kann.

Behandlung mit Medikamenten

Der vielversprechendste Weg, um den erblich bedingten Haarausfall zu behandeln, ist eine medikamentöse Therapie. Hier stehen verschiedene Wirkstoffe zur Verfügung, die den androgenetischen Haarausfall stoppen oder verlangsamen können.

Hier hat sich vor allem der Wirkstoff Alfatradiol (Pantostin® Kopfhautlösung) bewährt, aber auch Minoxidil und Finasterid sind mögliche Optionen.

Alfatradiol

Alfatradiol ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der 5-α-Reduktasehemmer, der zur äußerlichen Behandlung des erblich bedingten Haarausfalls verwendet wird. Der Wirkstoff Alfatradiol ist äußerlich anzuwenden und in der gut verträglichen Kopfhautlösung Pantostin® enthalten. Alfatradiol wird einmal täglich, vorzugsweise abends, mit einem Dosierapplikator, der die richtige Menge und die komfortable Anwendung unterstützt, auf die Kopfhaut aufgetragen.

Alfatradiol, der Wirkstoff in Pantostin®, wirkt, indem es das Enzym 5-α-Reduktase auf der Kopfhaut hemmt und damit an der Ursache für den erblich bedingten Haarausfall ansetzt. Dadurch wird die Bildung von Dihydrotestosteron (DHT), einem Spaltprodukt des Hormons Testosteron, reduziert, welches die Haarwurzeln schädigt. Durch diese Wirkungsweise kann Pantostin® dem fortschreitenden Rückgang gesunder Haarwurzeln entgegenwirken und der Haarausfall kann dadurch deutlich verringert werden. Klinische Studien bestätigen die Wirksamkeit und gute Verträglichkeit von Pantostin® für Frauen und Männer mit erblich bedingtem Haarausfall.

Minoxidil

Minoxidil ist eigentlich als Blutdruckmedikament bekannt. Lokal auf der Kopfhaut angewandt als Lösung oder Schaum verlangsamt sich der erblich bedingte Haarausfall. Manchmal kann sogar eine Stimulation des Haarwachstums beobachtet werden. Auch die Dichte und Dicke der Haare können sich verbessern.

Präparate mit Minoxidil gibt es als Lösung, Spray oder Schaum für den Kopf in unterschiedlichen Dosierungen. Man bekommt die Medikamente rezeptfrei in der Apotheke. Besonders gut wirkt Minoxidil an Haarstellen, an denen noch Haare in der Nähe wachsen. Bis sich ein Behandlungserfolg zeigt, ist Geduld gefragt. Erste Effekte sind frühestens nach vier bis sechs Monaten erkennbar, manchmal erst später.

In den ersten Monaten der Behandlung sollte man darauf gefasst sein, dass verstärkt Haare ausfallen. Das ist aber als gutes Zeichen zu werten. Denn die ausfallenden Haare machen Platz für die Haare, die nachwachsen. Unterbricht man allerdings die Anwendung, fallen die nachgewachsenen Haare wieder aus. Wie Minoxidil genau wirkt, ist bisher unklar. Expertinnen und Experten vermuten, dass Minoxidil die Blutgefäße weitet und so die Durchblutung anregt.

Wichtig: Lassen Sie sich von Ihrem Arzt, Ihrer Ärztin oder in der Apotheke beraten, wie man Minoxidil richtig anwendet und ob bei Ihnen möglicherweise Gegenanzeigen für das Medikament vorliegen.

Finasterid

Der Wirkstoff Finasterid wird als Tablette eingenommen und wirkt daher im ganzen Körper. Er hemmt die Umwandlung von Testosteron in Dihydrotestosteron (DHT). Eigentlich wird das Mittel aus der Gruppe der Antiandrogene zur Behandlung einer Prostatavergrößerung eingesetzt.

Den Wirkstoff Finasterid gibt es als Tabletten zum Einnehmen und als Spray. Ärztinnen und Ärzte verschreiben ihn auf Rezept. Unter bestimmten Umständen können Ärztinnen und Ärzte eine kombinierte Behandlung von Finasterid mit Minoxidil erwägen.

Finasterid bewirkt, dass der Körper weniger Dihydrotestosteron (DHT) bildet. DHT ist ein Abkömmling des männlichen Geschlechtshormons Testosteron. Bei Menschen mit anlagebedingtem Haarausfall kommt DHT teilweise in erhöhten Mengen vor. Der Überschuss an DHT führt dazu, dass sich die Wachstumsphase des Haares verkürzt. In der Folge fallen die Haare rascher aus und werden zunehmend dünner.

Dadurch, dass der Wirkstoff systemisch eingenommen wird, weist er mehr Nebenwirkungen auf als eine Lokaltherapie. Zu den wichtigsten gehören eine verminderte Libido, eine erektile Dysfunktion, Stimmungsschwankungen bis zur Depression und seltener Vergrößerung der Brustdrüsen (Gynäkomastie). Für Frauen ist der Wirkstoff in Deutschland nicht zugelassen. Ärzte dürfen jedoch das Finasterid als „off-label“ verordnen, weil einige wissenschaftliche Studien Belege für den Nutzen des Medikamentes liefern. Frauen im gebärfähigen Alter sollten während der Finasterid-Therapie verhüten, da Finasterid zur Verweiblichung von männlichen Feten führen kann. In unserem Zentrum kommt die topische Therapie mit Finasterid in Kombination mit Minoxidil in einigen schweren Formen des weiblichen Haarausfalls zum Einsatz.

Finasterid ist für Männer zwischen 18 und 41 Jahren zugelassen. Für alle anderen Altersgruppen ist die Wirksamkeit nicht belegt. Bei der Anwendung ist ebenfalls Geduld gefragt. Es dauert einige Monate, bis die Behandlung wirkt.

Wichtig: Finasterid ist für Frauen nicht zugelassen. Wer schwanger ist oder schwanger werden möchte, darf Finasterid nicht einnehmen.

Weitere Mittel gegen erblich bedingten Haarausfall

Neben der medikamentösen Behandlung der androgenetischen Alopezie stehen weitere Optionen zur Verfügung, die allerdings nicht ins Krankheitsgeschehen eingreifen bzw. an der Ursache ansetzen. Hier sind unter anderem Mittel wie Nahrungsergänzungsmittel, Pflegeprodukte oder pflanzliche Präparate zu nennen.

Die Wirksamkeit von Hausmitteln auf erblich bedingten Haarausfall ist nicht wissenschaftlich gesichert, sodass deren Wirkung unklar ist. Die bekannten Hausmittel dienen meist dazu, die Durchblutung der Kopfhaut anzuregen. Dazu gehören zum Beispiel Kopfhautmassagen mit einem milden Öl wie Kokosöl, Arganöl oder Olivenöl.

Die richtige Ernährung kann einen erblich bedingten Haarausfall nicht stoppen. Sie kann aber dafür sorgen, dass die vorhandenen Haare dicker und gesünder sind und dass zusätzliche Faktoren, die sich auf das Haarwachstum auswirken, minimiert werden. Insbesondere auf eine ausreichende Zufuhr von Eisen, Zink, Omega-3-Fettsäuren und Vitaminen sollte geachtet werden.

Die Wirksamkeit der Hausmittel muss individuell beurteilt werden - Nebenwirkungen haben sie aber in der Regel nicht. Insbesondere Frauen leiden besonders stark unter einem auftretenden Haarausfall. Ein geschicktes Frisieren oder kleine Accessoires können den Haarausfall zumindest bis zu einem gewissen Stadium kaschieren. Auch das richtige Styling macht viel aus. Auf Haarspray oder Haargel sollte verzichtet werden, weil es die Haarsträhnen verklebt und die gesamte Mähne dadurch noch dünner wirken lässt. Wer es gerne lässig mag und in legerem Rahmen unterwegs ist, kann auch mal zu Hut oder Kappe greifen.

Dazu gehört die PRP-Therapie (Platelet Rich Plasma), eine Eigenbluttherapie. Das Blut des Patienten wird entnommen und speziell aufbereitet, sodass konzentriertes Blutplasma entsteht. Dieses enthält unter anderem eine hohe Konzentration an Blutplättchen, Zytokinen und Wachstumsfaktoren. Diese Stoffe können die Zellregeneration beschleunigen und die Stammzellen an den Haarwurzeln aktivieren.

Eine weitere Möglichkeit das natürliche Haarwachstum anzuregen ist die Low-Level-Laser-Therapie. Mithilfe eines medizinischen Lasers wird die Kopfhaut behandelt. Dadurch wird die Durchblutung der Kopfhaut angeregt und die Wachstumsphase der Haare verlängert.

Aus dem Bereich der Alternativmedizin kommt die Meso-Therapie, bei der spezielle Medikamente, Nährstoffe, Vitamine oder Spurenelemente in die Kopfhaut injiziert werden.

Um eine besonders hohe Wirksamkeit zu erreichen, lassen sich alle drei Verfahren auch in einer "Triple Therapie Plus" kombinieren. Eine zusätzliche Ergänzung der Triple-Therapie ist möglich durch eine Stammzellen-Therapie. Aus dem Unterhautfettgewebe des Patienten werden Stammzellen gewonnen und in die Kopfhaut gespritzt.

Haartransplantation als letzte Option

Als letzter Ausweg steht Betroffenen mit starkem Haarausfall auch eine Haartransplantation zur Verfügung. Als letzte Option, wenn alles andere nicht geholfen hat, bleibt eine Haartransplantation. Diese ist allerdings erst dann sinnvoll, wenn der Haarausfall gestoppt ist und nicht mehr weiter voranschreitet.

Bei diesem Verfahren werden Haut- und Haarwurzeln aus dem gesunden Bereich des Kopfes entnommen und an den betroffenen Stellen transplantiert, wo der Haarausfall auftritt. Diese Methode ist jedoch kostspielig, zudem können mehrere Sitzungen erforderlich sein, um zufriedenstellende Ergebnisse zu erzielen.

Bei der androgenetischen Alopezie fallen in der Regel nicht alle Haare aus. Bei vielen Männern zum Beispiel bleibt ein Haarkranz am Hinterkopf stehen. Frauen haben meist noch mehr Haare, die sich als Spenderhaare eignen.

Vorteil der Spenderhaare ist, dass sie nicht empfindlich auf das Hormon DHT reagieren. Verpflanzen Ärztinnen und Ärzte die Haarwurzeln dieser „gesunden“ Haare an lichtere Stellen, bestehen gute Chancen, dass diese am neuen Ort „anwachsen“.

Eine Haarverpflanzung kommt meist infrage, wenn die Behandlung mit Medikamenten nicht ausreichend wirkt oder die betreffende Person stark unter dem Haarverlust leidet.

Der Eingriff erfolgt in der Regel ambulant. Die verpflanzten Haare fallen oft erst einmal aus, um dann neu nachzuwachsen. Bis ein Erfolg zu sehen ist, kann es einige Monate dauern. Das Ergebnis fällt individuell verschieden aus.

Eine Haartransplantation erfordert einen professionellen Umgang mit den verschiedenen Techniken und den persönlichen Wünschen. Für die Haartransplantation gibt es verschiedene Möglichkeiten. Weitere Details finden Sie in unserem Beitrag Haartransplantation bei Geheimratsecken.

Was kann ich noch tun, wenn mich der Haarausfall belastet?

Viele Frauen und Mädchen mit androgenetischer Alopezie berichten, dass sich der Haarausfall negativ auf ihr psychisches Wohlbefinden und ihre Lebensqualität auswirkt.

Haarausfall ist keine Krankheit. Zwar ist Haarausfall keine Erkrankung, trotzdem wirkt sich der Verlust von Haaren enorm auf das eigene Selbstbild aus. Viele Betroffene haben ein vermindertes Selbstwertgefühl, Depressionen, Introversion und meiden soziale Kontakte. Sie empfinden sich selbst durch den Haarausfall als unattraktiv. Gesundes und volles Haar ist der Inbegriff von Schönheit und gerade Frauen leiden sehr unter der Ausdünnung ihrer Haare.

Am besten nehmen Sie ein Beratungsgespräch vor Ort wahr, so kann der Experte die Situation begutachten und am besten einschätzen. Wir helfen Ihnen bei der Ursachenfindung des Haarausfalls und beraten Sie individuell darüber, welche haarerhaltenden oder haarumverteilenden Methoden für Sie persönlich infrage kommen. Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme!

Der erblich bedingte Haarausfall kann bei adäquater Therapie komplett gestoppt bzw. signifikant verlangsamt werden. Je früher man einen Experten für Haarausfall-Behandlungen aufsucht, desto mehr kann gerettet werden bzw. desto schneller wirken die Gegenmaßnahmen. Während die grundlegende Diagnostik von Hausarzt oder Dermatologen übernommen werden kann, sollte für speziellere Fragestellungen ein Haarspezialist hinzugezogen werden.

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