Stehen Ihnen die Haare zu Berge? Ein Bürstenstrich, ein hastig übergestreifter Pulli - fliegende Haare entstehen schnell und ruinieren den Look. Vor allem im Herbst und Winter haben wir häufig mit elektrisch aufgeladenen Haaren zu kämpfen. Doch warum sind Haare elektrisch aufgeladen?
Wenn die Haare fliegen, ist Physik im Spiel. Durch Reibung entstehen kleine, positiv geladene elektrische Teilchen, Ionen genannt. Sie sorgen dafür, dass die einzelnen Haare elektrisch geladen sind und sich - ähnlich wie bei den Pluspolen zweier Magneten - gegenseitig abstoßen.
Aber woher kommen elektrische Haare oder, besser gesagt: Wodurch entsteht diese Reibung? Hier sind einige der häufigsten Ursachen:
Wenn die Luft feucht ist, verschwindet diese statische Aufladung normalerweise einfach. Statisch aufgeladenes Haar wird durch trockene Umstände deutlich verschlimmert. Deshalb sind elektrisierte Haare im Winter noch schlimmer.
Kalte Temperaturen draußen und trockene, heiße Luft drinnen führen zu trockenen Umständen, die viel statische Aufladung verursachen. Sie sehen zwar gleich aus - widerspenstige, unkontrollierbare Strähnen -, aber statisch aufgeladenes Haar und Frizz sind etwas ganz unterschiedliches. Frizz entsteht, wenn trockene, geschädigte Strähnen die Luftfeuchtigkeit aufsaugen und das Haar sich dadurch biegt und kräuselt. Statik entsteht hingegen bei trockenem, geschädigtem Haar, wenn die Luftfeuchtigkeit niedrig ist.
Die gute Nachricht? Trockene Bedingungen verschlimmern statisch aufgeladene Haare. Daher muss jede Haarpflege, die elektrisierte Haare entladen soll, das Haar mit leichter Feuchtigkeit versorgen. Angriff ist eben die beste Verteidigung.
Gut gepflegtes Haar, das ausreichend mit Feuchtigkeit versorgt ist, ist seltener elektrisch geladen. Das fängt schon beim Haarewaschen an. Welches Shampoo Ihnen bei statisch aufgeladenen Haaren hilft, kommt grundsätzlich auf Ihre Haarstruktur an. Auch Conditioner und eine reichhaltige Pflegespülung sind hilfreiche Produkte für fliegende Haare. Sie versorgen Ihr Haar mit Nährstoffen und Feuchtigkeit, die es resistenter gegen elektrische Ladung machen. Zusätzlich können Sie einmal wöchentlich eine Haarmaske als Pflege-Plus verwenden.
Hier sind einige Tipps, wie Sie statisch aufgeladene Haare vermeiden können:
Wenn es trotz aller vorbeugenden Maßnahmen und richtiger Pflege doch einmal zu spät ist und Ihr Haar unkontrolliert abhebt, gibt es einige Möglichkeiten zur Soforthilfe:
Erstmals beschrieben hat solche elektrostatischen Phänomene der griechische Naturforscher Thales von Milet. Thales beschreibt bereits um 550 vor Christus, dass sich Bernstein durch das Reiben an einem Tierfell elektrisch auflädt. Kleine Federn und Strohstückchen, so Thales, bleiben nach der Prozedur an dem Bernstein kleben. Aus seiner Sicht war die Ursache dafür Reibung, weshalb das Phänomen noch heute als Reibungselektrizität oder - abgeleitet vom altgriechischen Wort für „Reiben“ - als Triboelektrizität bezeichnet wird.
Während elektrische Leiter eine Vielzahl freier Elektronen enthalten, die beim Anlegen einer Spannung zu einem elektrischen Strom führen, kreisen in nichtleitenden Materialien nahezu alle Elektronen fest um ihre Atomkerne. Aber keineswegs alle: Auch hier gibt es, wenn auch wenige, freie Elektronen. Durch die thermische Bewegung der Atome kann an der Oberfläche eines Materials hin und wieder ein Elektron einen Stoß erhalten, der es kurzzeitig ein winziges Stück aus dem Material herausbefördert.
Wie viele Elektronen aus einer Oberfläche austreten können, hängt vom Material und dessen charakteristischen Austrittsarbeit ab. Dieser Umstand führt beim Kontakt zwischen zwei unterschiedlichen Stoffen zur elektrostatischen Aufladung: Aus dem Material mit der niedrigeren Austrittsarbeit, etwa menschlichem Haar, treten an der Oberfläche mehr Elektronen aus als aus dem Stoff mit der höheren Austrittsarbeit, etwa einem Kamm aus Kunststoff.
Indem man die Oberflächen gegeneinander reibt, kann der Elektronenaustausch an deutlich mehr Stellen stattfinden. Mithilfe der Austrittsarbeit lassen sich viele triboelektrische Phänomene erklären - aber keineswegs alle. Es gibt eine Vielzahl weiterer Eigenschaften, die das Phänomen beeinflussen. Bislang gibt es keine vollständige Theorie des triboelektrischen Effekts, die alle damit verbundenen Phänomene korrekt beschreibt.
Um elektrisierte Haare zu entladen, sollten Sie Ihre Haarpflegeroutine so ändern, dass sie vor allem Feuchtigkeit spendet, und ein Antistatik-Spray für das Haar in Ihr Sortiment aufnehmen. Mit den richtigen Produkten und Techniken können Sie die statische Aufladung Ihrer Haare deutlich reduzieren und ein gepflegtes Aussehen bewahren.
Hier ist eine Tabelle, die die wichtigsten Tipps und Produkte zur Bekämpfung elektrischer Haare zusammenfasst:
| Problem | Lösung | Produktempfehlung |
|---|---|---|
| Trockene Haare | Feuchtigkeitsspendendes Shampoo und Conditioner | Shampoos mit Avocado- oder Macadamiaöl |
| Statische Aufladung durch Bürsten | Naturborstenbürste oder Antistatikbürste | Bürsten aus Wildschweinborsten oder Holz |
| Trockene Luft | Anti-Statik-Spray | Haarsprays mit Seide und Panthenol |
| Schnelle Hilfe unterwegs | Handcreme oder Feuchttücher | Kleine Menge Handcreme sparsam verwenden |
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