Haarausfall ist eine weit verbreitete Sorge, die viele Menschen beschäftigt. Oftmals fällt er besonders beim Haarewaschen auf, was zu Verunsicherung führen kann. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Ursachen von Haarausfall beim Waschen und zeigt, wie man die Gründe verstehen und gezielt angehen kann.
Es ist normal, dass Haare beim Waschen ausfallen. Im Durchschnitt verliert ein Mensch täglich etwa 50 bis 100 Haare. Ein entscheidender Punkt ist, dass der Haarausfall beim Waschen oft intensiver erscheint, wenn die Haare nur alle drei bis vier Tage gewaschen werden, da sich die Haare, die ohnehin ausgefallen wären, erst beim nächsten Waschvorgang lösen.
Wichtig ist, den Unterschied zwischen normalem Haarausfall und ungewöhnlich starkem Haarverlust zu erkennen. Sollten Sie feststellen, dass Sie regelmäßig deutlich mehr als 100 Haare verlieren oder kahle Stellen sichtbar werden, könnte dies auf ein zugrunde liegendes Problem hinweisen.
Beim Haarewaschen fällt oft auf, dass scheinbar mehr Haare ausfallen als im Alltag. Der Grund liegt in der Kombination aus mechanischer Belastung und dem natürlichen Haarzyklus. Während des Waschens werden die Haare durch Wasser, Shampoo und die Bewegung der Hände intensiv bewegt. Wasser macht die Haare schwerer und empfindlicher. Nasses Haar dehnt sich aus und verliert an Elastizität, wodurch es anfälliger für Bruch oder das Herauslösen aus der Kopfhaut wird. Dies ist besonders bei strapaziertem oder geschädigtem Haar ein Problem.
Haarausfall beim Haarewaschen kann auf eine Vielzahl von Ursachen zurückzuführen sein, die von äußeren Einflüssen bis hin zu inneren Prozessen reichen. Oft ist es eine Kombination aus mehreren Faktoren, die den Haarverlust begünstigt.
Eine der Haupt-Ursachen für die diffuse Alopezie sind Hormonstörungen bzw. -schwankungen. Wenn Sie also einen vermehrten Ausfall Ihrer Haare bemerken, können die folgenden hormonellen Veränderungen mögliche Ursachen sein:
Eine hormonelle Umstellung im weiblichen Körper kann zu unterschiedlichen Haarproblemen führen. So ist es nicht ungewöhnlich, dass Frauen nach der Schwangerschaft oder während der Stillzeit vermehrt Haare verlieren. Dies liegt daran, dass in diesen Phasen der Hormonspiegel im Körper schwankt und das Haarwachstum dadurch beeinflusst werden kann. In der Regel normalisiert sich der Hormonspiegel einige Zeit später wieder und der Haarausfall geht zurück.
In den Wechseljahren kann der sinkende Östrogenspiegel zu Haarausfall führen. Auch die Einnahme bestimmter hormoneller Verhütungsmittel kann sich auf den Haarzyklus auswirken und zu diffusem Haarausfall führen. Sprechen Sie hier bei Fragen oder Unsicherheiten mit Ihrem Arzt.
Die Schilddrüse ist ein bedeutendes Stoffwechselorgan des menschlichen Körpers. Eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) kann sich u. a. auch in einem diffusen Haarausfall äußern. Auch Hashimoto-Thyreoiditis, eine autoimmune Schilddrüsenfunktionsstörung, kann sich in einem diffusen Haarausfall äußern.
Ob eine Schilddrüsen-Störung vorliegt, kann durch eine Laboruntersuchung des Bluts ermittelt werden. Dabei werden die Schilddrüsenwerte Thyreotropin (TSH), T3 (Triiodthyronin) und T4 (Thyroxin) gemessen, um festzustellen, ob die Funktion des Stoffwechselorgans gestört ist.
Ein Nährstoffmangel kann ebenfalls oftmals die Ursache für diffusen Haarausfall sein. Eine ausgewogene Ernährung ist wichtig, um dem Körper die benötigten Nährstoffe für ein gesundes Haarwachstum zu liefern. Fehlen dem Körper diese wichtigen Bausteine, kann dies das Haarwachstum negativ beeinflussen und zu Haarausfall führen.
Besonders wichtig für eine normale Funktion der Haarwurzeln ist eine Versorgung mit Nährstoffen wie Eiweißen (Aminosäuren), B-Vitaminen und Mineralstoffen. Auch ein Eisenmangel kann sich auf das Haarwachstum auswirken, da Eisen für die Bildung von Hämoglobin - ein Bestandteil der roten Blutkörperchen - notwendig ist.
Zink und Biotin sind ebenfalls wichtige Nährstoffe für das Haarwachstum. Zink spielt eine wichtige Rolle bei der Produktion von Keratin, dem Hauptbestandteil der Haare.1 Biotin unterstützt die Bildung von gesunden Hautzellen und Haaren.
Eine gesonderter Fokus beim Thema Mangelernährung liegt auf Essstörungen wie beispielsweise Magersucht oder Bulimie. Bei diesen Störungen wird der Körper nicht ausreichend mit den essenziellen Nährstoffen versorgt, die für das Haarwachstum wichtig sind. Es kommt zu einem Mangel an Eiweiß, B-Vitaminen, Eisen, Zink und anderen wichtigen Nährstoffen, die für das Haarwachstum benötigt werden. Dieser Mangel kann dazu führen, dass die Haarfollikel geschwächt werden und die Haare ausfallen.
Auch Stress kann eine mögliche Ursache für den diffusen Haarverlust sein, da der Körper aufgrund der Belastung vermehrt Hormone ausschüttet. Diese Hormone können den normalen Haarzyklus stören und zu einem vermehrten Haarausfall führen bzw. dafür sorgen, dass Haare brüchiger und dünner werden.
Wenn Sie vermehrten Haarausfall bemerken und Stress als Ursache vermuten, können Entspannungstechniken wie Yoga oder autogenes Training helfen, die Stressbelastung zu reduzieren. Auch regelmäßiger Sport und ausreichend Schlaf können dazu beitragen, den Körper zu entspannen und das Haarwachstum zu fördern.
Diverse Krankheiten sorgen ebenfalls häufig für diffusen Haarausfall. Hier ist der Haarausfall eine Begleiterscheinung und für die Betroffenen in vielen Fällen eine zusätzliche Belastung. Wird die Erkrankung behandelt, kann in vielen Fällen auch der Haarausfall zurückgehen bzw. sogar ganz verschwinden.
Diabetes mellitus ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, bei welcher der Blutzuckerspiegel dauerhaft erhöht ist. In einigen Fällen kann dieser Diabetes auch zu einer Veränderung der Haarfollikel führen, die eine Ausdünnung und einen verstärkten Haarausfall zur Folge haben kann.
Zusätzlich kann Diabetes mellitus auch zu einer Schädigung der Blutgefäße führen, die das Haarwachstum beeinträchtigen kann. Durch die schlechtere Durchblutung können die Haarfollikel nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgt werden und sterben ab. Dies kann zu einem verstärkten Ausfallen der Haare führen.
Infektionen können ebenfalls eine Ursache für diffusen Haarverlust sein. Besonders bei Infektionskrankheiten, die mit Fieber einhergehen, kann es zu einem vorübergehend vermehrten Haarausfall kommen. Hier sind vor allem fiebrige Erkältungen, Grippe-Erkrankungen und auch Covid-19-Infektionen zu nennen.
Grund dafür ist eine temporäre Unterbrechung des Haarzyklus, da der Körper aufgrund des Fiebers und der Infektion in eine Art Alarmzustand versetzt wird: Die Wachstumsphase der Haarfollikel wird unterbrochen. Diese befinden sich nun vermehrt in der Ruhe- bzw. Ausfallphase. Somit kommt es zu vermehrtem Haarausfall. In der Regel wachsen die Haare nach der Infektion jedoch wieder nach.
Hauterkrankungen können eine Vielzahl von Ursachen haben und können daher auch eine Ursache für diffusen Haarausfall sein. Bei bestimmten Hauterkrankungen wie der Psoriasis oder dem atopischen Ekzem kann es zu einer Entzündung der Kopfhaut kommen, die den Haarfollikel schwächt und zum Haarausfall führt. Auch Pilzinfektionen auf der Kopfhaut können dazu führen, dass die Haare ausfallen und durchscheinende bzw. kahle Stellen auf der Kopfhaut entstehen.
Oftmals liegt der diffuse Haarausfall auch an der Einnahme von bestimmten Medikamenten. Insbesondere Chemotherapeutika, die bei der Behandlung von Krebs eingesetzt werden, können zu Haarausfall führen. Aber auch andere Medikamente, wie beispielsweise Antidepressiva, Blutdrucksenker oder Hormonpräparate können den Haarzyklus beeinflussen und Haarausfall verursachen.
Bei Verdacht auf eine medikamentöse Ursache für den diffusen Haarausfall ist es wichtig, Ihren behandelnden Arzt zu konsultieren. Gegebenenfalls kann die Medikation angepasst oder ein alternatives Medikament verschrieben werden, um den Haarausfall zu reduzieren.
Eine tendenziell leicht zu behebende Ursache für Haarausfall oder brüchiges Haar kann in der allgemeinen Pflege der Haare gefunden werden: Eine falsche Pflege, wie beispielsweise zu häufiges oder zu aggressives Waschen oder Bürsten der Haare, kann zu einer Überbeanspruchung der Haare führen. Auch das Stylen mit zu großer Hitze kann die Haare schädigen und zu Haarbruch führen.
Besonders wichtig ist es, bei der Pflege der Haare auf die richtige Dosierung und Anwendung der Produkte zu achten. Eine Überdosierung von Shampoo oder Conditioner kann die Kopfhaut reizen. Auch das dauerhafte Tragen von Haargummis oder Haarspangen, die zu eng sitzen, kann die Haare schädigen und Haarausfall oder Haarbruch begünstigen. Achten Sie hier also auf einen liebevollen Umgang mit Ihren Haaren - sie werden es Ihnen in den meisten Fällen danken.
Dr. Constanza Riquelme Mc Loughlin: “Als Dermatologin begegne ich in meiner Praxis vielen PatientInnen, die falsche Vorstellungen über die richtige Haarpflege haben. Einer der häufigsten Haar-Mythen ist, dass durch tägliches Haarewaschen Haarausfall begünstigt wird. Das ist falsch. Haarewaschen führt also nicht direkt zu Haarausfall. Andererseits kann zu seltenes Haarewaschen zu Problemen wie seborrhoischer Dermatitis, einer Pilzinfektion, auch Malassezia genannt, führen, die Entzündungen der Kopfhaut verursachen und Haarausfall begünstigen kann."
Die richtige Haarpflege ist entscheidend, um Haarausfall vorzubeugen und die Gesundheit der Haare langfristig zu erhalten. Mit gezielten Maßnahmen können Sie Ihre Haare stärken und die Belastung minimieren:
Neben der äußeren Pflege spielt auch ein gesunder Lebensstil eine wichtige Rolle. Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Vitaminen und Mineralstoffen, regelmäßige Bewegung und Stressabbau können das Haarwachstum positiv beeinflussen.
Haarausfall ist nicht immer ein Grund zur Sorge, doch in manchen Fällen kann er auf ernsthafte gesundheitliche Probleme hinweisen. Ein Arzt, idealerweise ein Dermatologe, wird zunächst eine ausführliche Anamnese durchführen, um mögliche Auslöser zu identifizieren. Dazu gehören Fragen zu Ihrer Ernährung, Ihrem Stresslevel, bestehenden Erkrankungen und der Familiengeschichte.
Krankhafter Haarausfall ist oft behandelbar, wenn er frühzeitig erkannt wird. Zögern Sie nicht, bei den genannten Anzeichen einen Arzt aufzusuchen, um die Ursache zu klären und geeignete Maßnahmen einzuleiten.
Tabelle: Mögliche Ursachen für Haarausfall
| Ursache | Beschreibung |
|---|---|
| Hormonelle Veränderungen | Schwangerschaft, Stillzeit, Wechseljahre, hormonelle Verhütungsmittel |
| Nährstoffmangel | Mangel an Eiweißen, B-Vitaminen, Eisen, Zink, Biotin |
| Stress | Chronischer Stress, psychische Belastung |
| Krankheiten | Diabetes mellitus, Schilddrüsenerkrankungen, Infektionen, Hauterkrankungen |
| Medikamente | Chemotherapeutika, Antidepressiva, Blutdrucksenker, Hormonpräparate |
| Falsche Haarpflege | Zu häufiges Waschen, aggressive Shampoos, Hitzestyling, enge Frisuren |
Wenn Haarausfall trotz aller Bemühungen anhält und sichtbare Lücken hinterlässt, können Haarteile und Haarsysteme eine ästhetisch ansprechende und praktische Lösung sein. Sie bieten nicht nur eine sofortige optische Verbesserung, sondern auch die Möglichkeit, das Selbstbewusstsein zurückzugewinnen.
Haarteile und Haarsysteme sind maßgeschneiderte Lösungen, die entweder aus Echthaar oder hochwertigen Kunstfasern gefertigt werden. Sie werden so konzipiert, dass sie sich nahtlos in das bestehende Haar integrieren und ein natürliches Aussehen garantieren.
1 Ogawa Y, Kinoshita M, Shimada S, Kawamura T (2018) Zinc and Skin Disorders.
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