In einem Sport, der so sehr auf der Leistungsfähigkeit der Beine beruht, sollte man ein gutes Verhältnis zu ihnen haben. Abertausende von Radkilometern stecken in Ihren Muskeln, und meistens sieht man den Beinen von Rennradfahrern diese Fleißarbeit auch an. Doch warum rasieren sich Radsportler eigentlich die Beine?
Glatte und gestählte Beine sind bei Profi-Radfahrern gang und gäbe, und auch ambitionierte Hobbyfahrer folgen diesem Trend. Es gibt eine Vielzahl von Gründen, die für oder gegen eine Beinrasur sprechen. Im Folgenden werden die wichtigsten Aspekte beleuchtet.
Es gibt mehrere Gründe, warum sich Radsportler die Beine rasieren:
Wer rasiert, bringt seine Muskeln besser zur Geltung. Erst wenn die Beine gerodet sind, modelliert das Licht die feinen Nuancen in der Muskulatur, lenkt den Blick auf die lebende Plastik. Das nackte Bein ist für viele vor allem ein Statement: Ich gehöre zur „Speed-Kaste“. Rasieren ist eine rituelle Handlung, ein Abgrenzen gegenüber Nicht-Radsportlern und all jenen, die den Sport weniger ernst nehmen. Bei nackten Waden zeichnet sich die Beinmuskulatur deutlicher ab, was für die meisten Radsportler als ästhetisch angesehen wird.
Dreck, Staub und Schweiß haben nach einer Tour an den Beinen eine unschöne Patina hinterlassen, kleine Insekten sich in den Beinhaaren verfangen. Wer seine Beine rasiert hat, kann diese "Schicht" wesentlich leichter abwaschen. Bei einem Sturz fallen Hautschäden wesentlich geringer aus. Dazu lassen sich Wunden besser reinigen, der Heilungsprozess verläuft zügiger. Auch haften Pflaster, Kinesiotapes und Bandagen besser.
Gerade im Sommer wird im Radsport geschwitzt, was die Poren hergeben. Je nach Beinpelz kann sich die Hitze deutlicher stauen. Bei rasierten Waden verdunstet der Schweiß auf der Haut dagegen schneller, der Fahrtwind kann die Beine besser kühlen und somit zu einem besseren Fahrgefühl beitragen.
Es machen nicht nur die Profis, auch ambitionierte Radsportler geben sich gerne einmal der Massage der Waden hin, um Verspannungen nach einem Radmarathon zu lösen. Mit Haaren an den Beinen kann dies unangenehmer sein und schlimmer noch, zu Haarwurzelentzündungen führen. Viel angenehmer: die Massage nach dem Radmarathon ohne störende Haare. Außerdem werden Haarwurzelentzündungen so effektiv vermieden.
Einst heiß diskutiert, nachdem Specialized vor Jahren einmal rasierte und unrasierte Waden in den Windkanal schickte, um herauszufinden, was eine Rasur ausmachen kann. Das damalige Ergebnis: bei einem simulierten Zeitfahren über 40 Kilometern lag die durchschnittliche Ersparnis bei sagenhaften 50 Sekunden, oder anders ausgedrückt: bis zu 15 Watt! Ob das wirklich so in der Realität übertragbar ist, sei dahingestellt.
Wer hart trainiert, zeigt auch gerne, was er hat - und rasierte Beine betonen die Muskeln einfach besser. Psychologisch nicht ganz unwichtig, denn wenn du mit einem guten Selbstwertgefühl/ Selbstvertrauen startest, kann sich das unbewusst auch auf dein Leistungsvermögen auswirken.
Aus sportwissenschaftlicher Sicht gibt es einen Grund für die Rasur, und der hat weder mit Aerodynamik noch mit der Optik zu tun. Die Verdunstungskälte auf haarloser Haut kühlt die Muskeln besser. Der Schweiß dient zur Abkühlung der Beinmuskeln. Tropft der Schweiß von den Haaren, dann verpufft die Abkühlung. Der Schweiß muss auf der Haut verdunsten. Von der Verdunstungskälte wird der Muskelmotor heruntergekühlt. Mit rasierten Beinen spart man also Flüssigkeit/Trinkmenge und kann härter und länger belasten.
Die Beinrasur ist für zahlreiche Radsportler nicht nur ein ästhetisches Statement, sondern auch ein wichtiger Bestandteil ihrer Routine. Hier sind einige Tipps, damit deine Beine radsporttauglich glatt werden:
Wer keine Lust auf ständiges Rasieren hat, kann auf alternative Methoden zur Haarentfernung zurückgreifen:
Ob haarige oder glatt rasierte Waden besser zu Ihrem Style passen, muss jeder selbst entscheiden. Die Beinrasur im Radsport ist mehr als nur ein ästhetisches Detail. Sie bietet praktische Vorteile in Bezug auf Hygiene, Wundheilung und Massage. Zudem kann sie die Kühlung der Beine verbessern und sogar einen aerodynamischen Vorteil bringen. Letztendlich ist es eine persönliche Entscheidung, ob man sich die Beine rasiert oder nicht.
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