Warum haben Hummeln kahle Stellen? Faszinierende Fakten über die kleinen Brummer

Hummeln sind nicht nur putzige Insekten mit ihrem pummeligen Körper und dem dicken Pelz, sondern auch äußerst wichtige Bestäuber. Weltweit gibt es 400 bis 500 verschiedene Arten, von denen in Deutschland vor allem die Erd-, Stein- und Ackerhummel bekannt sind. Doch warum haben manche Hummeln kahle Stellen?

Erdhummel auf einer Kratzdistel

Die Ursache für die Glatze

Im Gegensatz zu ihren pelzigen Körpern haben manche Hummeln einen kahlen Kopf. Das kommt durch enge Nesteingänge, an denen sie sich die Haare abreiben. Aber auch am Rest ihres Körpers verlieren die Brummer mit zunehmendem Alter ihre Haare und ihre Farbe.

Die beeindruckenden Fähigkeiten der Hummeln

Hummeln sind nicht nur fleißig, sondern auch außergewöhnlich robust. Anders als Wespen und Bienen sind sie nie angriffslustig. Sie haben keine Muskeln, die dem Stachel Wucht verleihen. Wenn sich Hummeln fürchten, heben sie ein Bein als Drohung. Dann drehen sie sich auf den Rücken und zeigen den Stachel. Wer sich nähert, bekommt einen Stich, aber mehr aus Versehen, wie jemand, der in eine Heftzwecke tritt.

Hummeln sind die zahmsten „Stachel“-Tiere. Eine Hummel sticht nur selten, als letztes Mittel in äußerster Not. Zuvor warnt sie mit verschiedenen Gesten.

Hummeln bestäuben sehr viele Pflanzen und sind deswegen sehr wichtig für die Natur. Unterschlupf suchen sie in Höhlen, Mauselöchern, Nistkästen, Gärten oder Wiesen. Sie gehören zur Familie der Bienen - haben aber ein viel dickeres Haarkleid.

Verschiedene Hummel- und Bienenarten

Hummeln sind härter gesotten als Bienen

Der typische „Arbeitstag“ einer Hummel dauert 18 Stunden. Etwa 1000 verschiedene Blüten fliegt sie in dieser Zeit an und sammelt ungefähr zwölfmal mehr Nektar als eine Honigbiene. Und Hummeln sammeln bei ihren Flügen Nektar und Pollen gleichzeitig.

Außerdem sind Hummeln schon früher im Jahr und ab Temperaturen von 2 bis 6 Grad Celsius aktiv. Sie fliegen bei Regen, Hagel und Schnee. Ihr Pelz isoliert und sie haben eine Art eingebaute Heizung: Um sich aufzuwärmen, kuppeln sie ihre Flügel aus und zittern heftig mit ihrer Flugmuskulatur.

Hummeln und ihre Vorlieben

Hummeln fliegen im wahrsten Sinne des Wortes auf die Farbe Blau. Sie ziehen blaue und violette Blüten denen anderer Farbe vor. Viele Hummeln haben einen relativ langen Rüssel. Der Rüssel der Eisenhuthummel ist mit bis zu 2,3 Zentimetern sogar fast so lang wie ihr Körper. Hiermit gelangen sie an tief in Blüten liegenden Nektar.

Tipp: Ein geeignetes Insektenhotel für Hummeln

Hummeln helfen - Aber bitte kein Zuckerwasser. Hummeln mit Honigwasser oder Zuckersaft aufpäppeln ist keine gute Idee. Geschwächte Hummeln sind oft in Kältestarre, um Energie zu sparen. Am besten helft Ihr Hummeln mit einem hummelfreundlichen Garten oder Balkon: Naturnah, mit wilden Ecken, wenig Rasenmähen und vielen Blühpflanzen, die zu unterschiedlichen Zeiten im Jahr und auch spät blühen. Die meisten Hummelkästen sind eher ungeeignet. Übrigens: Hummeln stehen unter Artenschutz.

Trockenbiotope sind ideale Lebensräume für bedrohte Insektenarten wie Wildbienen, Hummeln, Schmetterlinge und Käfer.

Die Rolle der Hummel im Ökosystem

Mit ihrem langen Rüssel, ihrer Ausdauer und Robustheit sind Hummeln extrem wichtige Bestäuber. Viele Pflanzen mit besonders tief liegendem Nektar und auch Nachtschattengewächse wie die Tomate sind von der Hummel abhängig. Hummeln können Tomaten besonders effizient bestäuben, durch die sogenannte Buzz-Bestäubung. Schon das Ausfallen von nur einer Hummelart kann sich auf die Reproduktion ganzer Pflanzengesellschaften negativ auswirken.

Hummel bei der Bestäubung einer Blüte

Gefahren für Hummeln

Jeden Hochsommer verhungern unzählige Hummeln. Es gibt zu wenig Spätblüher, Wiesen werden zu oft und intensiv genutzt. Nistmöglichkeiten fehlen. Einer der Gründe ist die intensive Landwirtschaft. Pflanzenschutzmittel setzen den Hummeln ebenfalls zu. Und der Klimawandel: Wo es immer wärmer wird, verschwinden die dicken Brummer aus ganzen Regionen.

Weitere kuriose Fakten über Hummeln

  • Flugkünste: Entgegen älterer Theorien können Hummeln fliegen, indem sie ihre Flügel etwa 200 Mal pro Sekunde kreisförmig bewegen und so einen Mini-Tornado erzeugen.
  • Arbeitszeiten: Hummeln arbeiten bis zu 18 Stunden täglich und besuchen dabei etwa 1.000 Blüten.
  • Lieblingsfarbe: Sie bevorzugen blaue Blüten, da diese oft besonders viel Nektar bieten.
  • Verbrecherjagd: Hummeln können bei der Verbrechensbekämpfung helfen, da sie ihre Nester schützen, indem sie nur Blüten außerhalb einer Pufferzone anfliegen. Dieses Verhalten kann Rückschlüsse auf den Wohnort von Serientätern zulassen.

Hummeln sind faszinierende und unverzichtbare Geschöpfe, die unseren Respekt und Schutz verdienen.

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