Schönes, volles, kräftiges Haar ist ein Attraktivitätsfaktor, sowohl für Frauen als auch für Männer. Geheimratsecken, Glatzenbildung und ein Haarkranz sind Themen, die viele Männer verständlicherweise beunruhigen.
Nicht alle Männer bekommen eine Glatze, aber bis zu 80% im Laufe ihres Lebens. Die sogenannte „Alopecia androgenetica“ kann bereits ab dem 20. Lebensjahr beginnen. Etwa 80% der Männer sind früher oder später von Haarausfall betroffen. Dauerhafter Haarausfall betrifft 70 % der Männer und 40 % der Frauen im Laufe ihres Lebens.
Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen für Haarausfall bei Männern und Frauen und erklärt, warum Männer häufiger betroffen sind. Zudem werden verschiedene Behandlungsmöglichkeiten vorgestellt.
Um Haarausfall und seine Ursachen zu verstehen, muss man sich zunächst die Wachstumsphasen von normal gesundem Haar anschauen. Unseren Kopf bedecken etwa 100.000 bis 150.000 Haare, die sich ganz nach ihrem eigenen Zyklus - unabhängig vom Nachbarhaar - entwickeln. Denn das Haarwachstum befindet sich in einem stetigen Kreislauf, in dem jedes einzelne Haar einen Zyklus mit drei Phasen durchläuft:
Haarausfall wird sichtbar, wenn mehr Haare ausfallen als nachwachsen. Wachstumszyklus der Kopfhaare. Kommt es bei Ihnen zu übermäßigem Haarverlust, kann der Wachstumszyklus an verschiedenen Stellen gestört sein.
Es gibt verschiedene Formen von Haarausfall:
Grundsätzlich sind Männer anfälliger für eine Erkrankung, die als androgenetische Alopezie (auch als androgene Alopezie bekannt) bezeichnet wird. Männer haben eine deutlich höhere Veranlagung für genetisch bedingten Haarausfall, die sogenannte androgenetische Alopzie, der auf eine übermäßige Reaktion auf Androgene zurückzuführen ist.
Der Grund für den Haarausfall liegt in einer Überempfindlichkeit der Haarfolikel gegenüber dem aus dem männlichen Geschlechtshormon Testosteron gebildeten Dihydrotestosteron (DHT). In den meisten Fällen (mit 95 % Häufigkeit) ist die Haarwurzel überempfindlich gegen Testosteron bzw. die Enzyme, die der Körper daraus bildet. Das männliche Geschlechtshormon hat aber dennoch etwas mit den Haaren zu tun.
Die Erkrankung erhöht die Aktivität der Androgenrezeptoren in den Haarfollikeln. Diese Rezeptoren reagieren auf Androgene wie Dihydrotestosteron (DHT), ein Nebenprodukt des Testosterons, das die Haarfollikel schrumpfen lässt und ihnen das Leben schwer macht. Dadurch bilden sich die Blutgefäße zurück und die Follikel verkümmern. Auch die Wachstumsphase der Haare wird verkürzt.
Bei Männern kann diese Form des Haarausfalls bereits um das 20. Lebensjahr herum einsetzen und beginnt meist durch Ausprägung von Geheimratsecken und ein Zurückweichen der Haarlinie. Parallel oder mit leichter Zeitverzögerung tritt der Haarausfall auch am Hinterkopf in Form einer Tonsur auf. Genetisch bedingt bleibt selbst bei starkem Haarausfall ein Haarkranz am Hinterkopf bestehen.
Es ist ein Mythos, dass Männer mit Glatze übermäßig viel Testosteron in sich haben. Es hängt somit nicht damit zusammen, dass man viel Testosteron hat, sondern mit dem Haarfolikel, welches das Testosteron verträgt.
Auch Frauen können an Haarausfall leiden. Haarausfall ist kein ausschließlich männliches Problem. Jedoch sind genetisch bedingt die Männer häufiger davon betroffen. Auch bei Frauen kann die androgenetische Alopezie auftreten, ist aber seltener als bei Männern.
Bei Frauen gibt es diese Form von Haarausfall übrigens auch, allerdings viel seltener. Zudem äußert sich der Ausfall hier anders. Bei Frauen werden die Haare vor allem im Stirnbereich dünner und die Stirnhaargrenze weicht zurück. Der Haarausfall verläuft gleichmäßig, so dass im Laufe der Zeit durch das immer dünner werdende Kopfhaar die Kopfhaut stärker durchschimmert.
Bei Frauen liegt der Grund für Haarausfall oder in den seltensten Fällen einer Glatze, an der Hormonumstellung während und nach der Menopause. Sinkt bei ihnen dann in den Wechseljahren die Konzentration des Geschlechtshormons Östrogen in der Kopfhaut, erhöht sich dadurch der Anteil des auch bei Frauen vorhandenen Testosterons in den Haarwurzeln.
Selbstverständlich gibt es auch Formen des Haarausfalls, die geschlechtsunabhängig sind und Männer wie Frauen gleichermaßen betreffen können. Dazu gehören:
Neben den genetisch bedingten und hormonellen Ursachen gibt es weitere Faktoren, die Haarausfall begünstigen können:
Diese vielfältigen Ursachen zeigen, dass Haarausfall bei Männern durch eine Kombination aus genetischen, körperlichen und emotionalen Faktoren ausgelöst werden kann. Für die Behandlung von Haarausfall ist es wichtig, die genaue Ursache zu identifizieren, um geeignete Gegenmaßnahmen ergreifen zu können.
Die schlechte Nachricht vorneweg: Erblich bedingter Haarausfall ist bei Männern weder heilbar noch umkehrbar. Die gute Nachricht ist aber: Männer, die frühzeitig mit einer Behandlung der restlichen Haare beginnen, können den Haarausfall stoppen oder zumindest verlangsamen und für mehr Volumen beim verbleibenden Haar sorgen.
Um den Haarausfall aufzuhalten, müssen Sie Ihre Haare sehr sorgfältig behandeln:
Es gibt wenige wirksame Mittel, die Männer bei Haarausfall anwenden können. Die evidenzbasierte (S3)-Leitlinie zur Behandlung der androgenetischen Alopezie bei Männern empfiehlt die Wirkstoffe Minoxidil und Finasterid.
Hier sind einige der bekanntesten Wirkstoffe, die Männern bei der Behandlung von Haarausfall helfen können:
Die Forschung bedient sich gern auch bei Heilkräutern und anderen natürlichen Inhaltsstoffen, die seit Jahrhunderten gegen den Haarausfall bei Männern eingesetzt werden:
Es gibt kein universelles „bestes Mittel“ gegen Haarausfall, da die Effektivität stark von der Ursache des Haarausfalls abhängt. Allgemein haben sich einige Mittel und Methoden als wirksam erwiesen. Medikamente wie Finasterid und Minoxidil sind weit verbreitet und können Männern bei erblich bedingtem Haarausfall helfen, indem sie den Haarwachstumszyklus beeinflussen und die Haarausfallrate reduzieren. Eine ausgewogene Ernährung und spezielle Nahrungsergänzungsmittel, die Vitamine und Mineralstoffe enthalten, können ebenfalls zur Verbesserung der Haargesundheit beitragen.
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