Haarausfall ist ein weit verbreitetes Problem, das viele Menschen betrifft. Es gibt verschiedene Formen von Haarausfall, und die Ursachen können vielfältig sein. Eine häufige Form ist der diffuse Haarausfall, bei dem sich das Haar über den gesamten Kopf ausdünnt.
Von diffusem Haarausfall spricht man, wenn sich das Haar auf dem Kopf insgesamt ausdünnt und die Kopfhaut stärker durchschimmert als üblich. Ein Anzeichen dafür ist, dass täglich mehr als 100 Haare ausgehen. Beim diffusen Haarausfall dünnt das Haar über den gesamten Kopf aus. Bemerkbar macht sich das dadurch, dass täglich mehr als 100 Haare ausfallen.
Mitunter macht sich der Haarausfall an den Schläfen, am Vorderkopf und im Scheitelbereich verstärkt bemerkbar. Anders als beim anlagebedingten oder kreisrunden Haarausfall, bilden sich beim diffusen Haarausfall üblicherweise keine kahlen Stellen. Es passiert auch nicht, dass die Haare komplett ausfallen.
Die Ursachen für den Haarausfall sind sehr verschieden. Meist gibt es ein auslösendes Ereignis. Es gibt verschiedene Faktoren, Einflüsse und Erkrankungen, die diffusen Haarausfall auslösen können. Bei einem Teil der betroffenen Menschen ist die Ursache unklar.
So können zum Beispiel Hormonveränderungen, bestimmte Erkrankungen, Nährstoffmangel oder die Einnahme einiger Medikamente diffusen Haarausfall auslösen. Manchmal lässt sich auch kein Auslöser finden. Akute Stress-Situationen, wie schwere Operationen, Verletzungen oder psychische Belastungen, können ebenfalls eine Rolle spielen.
Weitere mögliche Ursachen sind:
Um diffusen Haarausfall festzustellen, sind ein ausführliches Gespräch und eine körperliche Untersuchung wichtig. Bei Menschen, die natürlicherweise fülliges Haar haben, ist ein diffuser Haarausfall häufig nicht zu erkennen. Es kann daher hilfreich sein, zum Besuch bei der Ärztin oder dem Arzt Vorher-Nachher-Fotos mitzunehmen.
Im Gespräch wird die Ärztin oder der Arzt verschiedene Fragen zur Lebenssituation, Ernährungsgewohnheiten und zur Krankengeschichte stellen. Dabei geht es zum Beispiel darum herauszufinden, ob man:
Die Ärztin oder der Arzt untersucht die Haare, die Kopfhaut und die Nägel. Außerdem prüft sie oder er eventuell mit einem Zupftest, ob es sich um einen aktiven Haarausfall handelt. Zusätzlich lässt sich mit einem Trichogramm bestimmen, wie viele Haare sich im Ausfall-Stadium befinden.
Besteht der Verdacht, dass ein Mangel an Mineralstoffen wie Eisen oder eine Schilddrüsen-Erkrankung den Haarausfall ausgelöst hat, helfen Blutuntersuchungen weiter. Möchte der Arzt oder die Ärztin den Haarausfall von anderen Formen abgrenzen, kann eine Untersuchung mit dem Auflichtmikroskop (Dermatoskop) sinnvoll sein. Ist trotz eines ausführlichen Gesprächs und einer genauen Untersuchung der Kopfhaut die Diagnose unklar, kann die Entnahme von Gewebe (Biopsie) manchmal weiterhelfen.
Um diffusen Haarausfall behandeln zu können, ist es wichtig, den Auslöser zu finden und zu beseitigen. Welche Therapie zum Einsatz kommt, richtet sich immer nach der jeweiligen Ursache:
Manche Ärztinnen und Ärzte verschreiben Minoxidil-Präparate zum Auftragen auf die Haut oder zum Einnehmen. Dieser Wirkstoff kommt vornehmlich beim anlagebedingten Haarausfall zum Einsatz. Ob er auch bei diffusem Haarausfall hilft, ist nicht ausreichend wissenschaftlich belegt. Eigenhaar zu verpflanzen, ist bei Menschen mit diffusem Haarausfall keine geeignete Maßnahme. Manchmal lässt sich diffuser Haarausfall durch Hairstyling kaschieren.
Für gewöhnlich beginnt der Haarausfall zwei bis drei Monate nach dem auslösenden Ereignis. Bis die Haare wieder sichtbar nachgewachsen sind, dauert es zwischen sechs bis zwölf Monaten. Manchmal kann es passieren, dass der Haarausfall vier bis sechs Monate oder länger anhält. Findet man den Auslöser für den diffusen Haarausfall und kann ihn beheben, wachsen die Haare innerhalb eines halben bis ganzen Jahres nach.
Haare gehen vermehrt in den Ruhezustand über. Haare durchlaufen einen Lebenszyklus. Zunächst wachsen sie, dann ruhen sie und schließlich fallen sie aus. Die Haare durchlaufen diese Phasen zu unterschiedlichen Zeiten. Normalerweise befinden sich circa 10 Prozent aller Kopfhaare in der Ruhephase. Beim diffusen Haarausfall betrifft das bis zu 35 Prozent.
Haarausfall tritt auch als Nebenwirkung einer Chemotherapie oder Bestrahlung auf. Solche Behandlungen schädigen gesundes Gewebe, das schnell wächst und sich erneuern kann - wie die Haare. In der Folge der Therapie verkümmern die wachsenden Haare und fallen ein bis vier Wochen später aus. Das passiert meist sehr rasch und großflächig. In der Regel betrifft es neben dem Kopfhaar auch Augenbrauen, Wimpern und Schambehaarung.
Teilweise brechen die Haare wenige Millimeter über der Kopfhaut ab. Man nennt sie deshalb umgangssprachlich „Ausrufezeichen-Haare“. Vergiftungen, zum Beispiel mit Schwermetallen wie Thallium oder Kadmium, können ebenfalls zu einem raschen Ausfall der Haare führen.
Wer sich mit Haarverlust unwohl fühlt, kann ihn auf verschiedene Weise verbergen (kaschieren). Belastet der Haarausfall sehr stark, ist es sinnvoll, sich zusätzlich an eine Psychotherapeutin oder einen Psychotherapeuten zu wenden.
Manche Menschen mit Haarausfall entscheiden sich dafür, ein Kopftuch, eine Mütze oder einen Hut zu tragen. Andere fühlen sich wohler damit, den Haarausfall mit einem Haarteil oder einer Perücke zu kaschieren. In manchen Fällen - etwa bei Haarausfall aufgrund einer Chemotherapie - trägt die Krankenkasse die Kosten für den Haarersatz.
Die Traktionsalopezie ist eine Form von Haarausfall, die durch übermäßige mechanische Belastung der Haare entsteht. Der Haarausfall tritt dort auf, wo die Haare der Belastung ausgesetzt sind. Bei engen Haarbändern oder straffen Frisuren ist dies meist der Haaransatz an der Stirn und den Seiten.
Wird die Ursache nicht behoben, können die Haarfollikel so stark geschädigt werden, dass sie vernarben und keine neuen Haare mehr bilden können. Auch die Kopfhaut kann glänzend und vernarbt sein. Meist bemerkt man zuerst, dass die strapazierten Haare am Haarschaft abbrechen und Frizz entsteht.
Eine Traktionsalopezie entsteht durch wiederholte mechanische Reizung bestimmter Haarbereiche. Durch Druck, Zug oder Reibung kommt es zu einer Verkrümmung der Haarwurzel. Dadurch werden die Haare immer dünner und die Wachstumsphase verkürzt sich. Schließlich fällt das Haar aus.
Zusätzlich gibt es psychische Faktoren, die eine Traktionsalopezie hervorrufen. Bei einer Erkrankung namens Trichotillomanie reißen sich Betroffene die Haare selbst aus. Da Frauen und Mädchen meist längere Haare haben und häufiger engere Frisuren tragen oder die Haare aufwendig stylen, sind sie häufiger betroffen als das männliche Geschlecht. Aber auch Männer mit langen Haaren, die oft einen Pferdeschwanz tragen, können betroffen sein.
Die meisten Arten des Haarausfalls bilden ein charakteristisches Muster. Bei der Traktionsalopezie fallen die Haare in den Regionen aus, die mechanisch belastet sind, also meistens an den Haaransätzen der Stirn und der Schläfen. Manchmal kommt es aber vor, dass nicht nur eine reine Traktionsalopezie vorliegt, sondern die Haare zusätzlich durch Mangelerscheinungen geschwächt sind und dadurch empfindlicher.
Mit einer Blutentnahme und anschließender Laboruntersuchung kann festgestellt werden, ob ein Mangel an Vitaminen, Nährstoffen oder Spurenelementen vorliegt, die den Haarausfall verstärken. Besonders häufig kommt ein Eisenmangel vor. Zusätzlich sollte ausgeschlossen werden, dass eine andere Ursache dem Haarausfall zugrunde liegt. Auch der erblich bedingte Haarausfall verläuft immer nach einem ähnlichen Muster.
Prinzipiell ist eine Traktionsalopezie keine Krankheit. Es liegt keine körperliche Ursache vor, die den Haarausfall bedingt. Wenn die Stressbelastung für die Haare frühzeitig behoben wird, solange die Haarwurzeln noch nicht zu sehr geschädigt sind, kann das Haar normal nachwachsen. Meistens setzt innerhalb von sechs Monaten wieder ein normaler Haarwuchs ein.
Die Regeneration der Haare kann gefördert werden, wenn an der Haarwurzel ausreichend Vitamine, Nährstoffe und Wachstumsfaktoren vorhanden sind. Das kann vor allem durch eine gesunde und ausgewogene Ernährung ermöglicht werden. In manchen Fällen, wenn die Haare dauerhaft hohem mechanischem Stress ausgesetzt sind, kann die Haarwurzel irreparabel beschädigt sein. Teilweise können sogar Narben auf der Kopfhaut entstehen. Man spricht dann von einer vernarbenden Alopezie. Es bleiben kahle Stellen, an denen das Haar nicht mehr nachwächst.
Einer Traktionsalopezie lässt sich vorbeugen, indem man Stress für die Haare so weit wie möglich reduziert. Dazu gehört insbesondere das richtige Styling und der richtige Haarschmuck. Es spricht nichts dagegen, auch mal eine straffe Frisur zu tragen. Das sollte man aber nicht täglich tun. Wenn die Frisur durch Zug an den Haaren schmerzt, sollte man sie direkt lösen.
Auch chemischen Stress für die Haare sollte man vermeiden - dazu gehören vor allem Färben, Tönen und Blondieren. Psychisch mit sich im Reinen zu sein ist auch gut für die Haare - manche Menschen neigen dazu, bei Stress an den Haaren zu ziehen oder sich die Haare auszureißen. Lesen Sie hier weitere Tipps zur Prophylaxe von Haarausfall.
Gehören Sie auch zu denjenigen, die die Haare oft in einem engen Zopf tragen oder schon lange Extensions in den Haaren haben? Und wird Ihr Haar an der Stirn und den Schläfen weniger? Erst einmal ist das kein Grund zur Sorge. Diese Form des Haarausfalls ist meistens reversibel und gut behandelbar. Dennoch sollten Sie frühzeitig einen Experten für Haarausfall-Behandlungen aufsuchen.
So kann die richtige Diagnose gestellt und weitere Faktoren von Haarausfall ausgeschlossen werden. Mechanisch bedingter Haarausfall ist vermeidbar und behandelbar. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihre Haare schützen können.
Neben dem diffusen Haarausfall und der Traktionsalopezie gibt es noch weitere Formen von Haarausfall, die unterschiedliche Ursachen haben und sich in ihrem Erscheinungsbild unterscheiden.
Dies ist die häufigste Ursache von Haarausfall, sowohl bei Männern als auch bei Frauen. Bei Männern beginnt der Haarausfall oft mit Geheimratsecken und einer zurückweichenden Haarlinie, während sich bei Frauen das Haar eher diffus am Oberkopf ausdünnt.
Diese Autoimmunerkrankung führt zu plötzlich auftretenden, kreisrunden kahlen Stellen auf dem Kopf oder anderen behaarten Körperstellen. In einigen Fällen können die Haare von selbst wieder nachwachsen.
Bei dieser Form des Haarausfalls werden die Haarfollikel dauerhaft zerstört und vernarben, sodass keine Haare mehr nachwachsen können. Ursachen können Entzündungen, Infektionen oder Hauterkrankungen sein.
Es ist wichtig, die genaue Ursache des Haarausfalls zu ermitteln, um eine geeignete Behandlung einleiten zu können. Ein Dermatologe kann Ihnen dabei helfen, die richtige Diagnose zu stellen und einen individuellen Therapieplan zu erstellen.
Die Behandlung von Haarausfall richtet sich nach der Ursache und dem Schweregrad des Haarverlusts. Es gibt verschiedene Optionen, die von topischen Lösungen und Medikamenten bis hin zu Haartransplantationen reichen.
Minoxidil ist ein Wirkstoff, der das Haarwachstum anregen kann und in verschiedenen topischen Lösungen erhältlich ist. Es wird direkt auf die Kopfhaut aufgetragen und kann bei erblich bedingtem Haarausfall und kreisrundem Haarausfall wirksam sein.
Finasterid ist ein verschreibungspflichtiges Medikament, das bei Männern mit erblich bedingtem Haarausfall eingesetzt wird. Es hemmt die Umwandlung von Testosteron in Dihydrotestosteron (DHT), das für den Haarausfall verantwortlich ist.
Bei einer Haartransplantation werden Haarfollikel von Bereichen mit dichtem Haarwuchs (meistens dem Hinterkopf) entnommen und in die kahlen Stellen verpflanzt. Diese Methode kann bei erblich bedingtem Haarausfall und vernarbender Alopezie eine dauerhafte Lösung sein.
Obwohl nicht alle Formen von Haarausfall verhindert werden können, gibt es einige Maßnahmen, die Sie ergreifen können, um Ihre Haare gesund zu halten und das Risiko von Haarausfall zu reduzieren:
Es ist wichtig zu beachten, dass Haarausfall viele Ursachen haben kann und eine frühzeitige Diagnose und Behandlung entscheidend sind, um das Fortschreiten des Haarverlusts zu verlangsamen oder aufzuhalten. Konsultieren Sie einen Dermatologen, um die Ursache Ihres Haarausfalls zu ermitteln und einen individuellen Therapieplan zu erstellen.
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