Wachsen Haare nach dem Rasieren dunkler? Ein Mythos auf dem Prüfstand

Vorsicht, gefährlich: Scharfe Messer sind in jedem Haushalt kindersicher aufbewahrt. In der Industrie schneiden Laser täglich schwere Stahlplatten. Aber wir verwenden Dinge wie diese regelmäßig, um unsere lästigen Haare loszuwerden! Kein Wunder, dass sich jede Menge Mythen und Legenden rund um die Haarentfernung hartnäckig halten.

Wer sich regelmäßig rasiert, der kämpft mit schneller nachwachsenden und dunkler aussehenden Haaren. Zumindest wird das häufig behauptet. Doch was steckt wirklich hinter diesem sich hartnäckig haltenden Mythos: ein Fünkchen Wahrheit oder doch nur reine Einbildung? Wir klären auf.

Dass Haare nach der Rasur dicker und dunkler wirken, ist ein Phänomen, das viele von uns selbst schon erlebt oder zumindest davon gehört haben. Tatsächlich ist das keine reine Einbildung und kann bei nachwachsenden Stoppeln schnell so wirken. Das liegt daran, dass das menschliche Haar in einer Spitze ausläuft.

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Die Top 8 der gängigsten Mythen rund um die Haarentfernung

Um beim Rasieren korrekt vorzugehen, dreht sich dieser Beitrag um Fakten und Mythen um die Haarentfernung.

Mythos Nummer 1: Haarlose Körper sind ein Trend der Neuzeit

Falsch! Haarentfernung war schon im 6. Jahrhundert vor Christus üblich. Aus dieser Zeit stammen nämlich Funde von ersten Rasierschabern, die damals aus Steinen oder Muscheln gefertigt wurden. Im alten Ägypten war eine andere Methode verbreitet, die wir heute als „Sugaring“ kennen: Die historische Enthaarungspaste „Halawa“ hat eine nahezu identische Zusammensetzung wie die Zuckerpaste aus modernen Kosmetikstudios.

Mythos Nummer 2: Rasieren regt das Haarwachstum an

Falsch! Unsere Haare wachsen weder schneller noch dicker noch dunkler nach, wenn wir sie rasieren. Warum sich dieser Mythos so hartnäckig hält, hängt an der Art der Haarentfernung beim Rasieren. Normalerweise verjüngt sich ein Haar von der Wurzel aus zu seiner Spitze hin. Wenn wir es rasieren, schneiden wir es in der Mitte ab - also dort, wo es am dicksten ist. Wächst das Haar nun nach, fehlt die dünne Haarspitze. Die bekannten Stoppeln entstehen. Dem entgegenwirken kann man nur, wenn man das Haar mitsamt seiner Wurzel entfernt.

Mythos Nummer 3: Lasern schadet der Haut

Falsch - zumindest bei seriösen Anbietern. Für dauerhafte Haarentfernung werden spezielle Lasergeräte verwendet, die nur für diesen Einsatzzweck hergestellt und penibel kontrolliert wurden. Die Laserstrahlen treffen dabei sehr gezielt auf die Haarfollikel und dringen nicht tiefer in die Haut vor. Alle unnötigen und potenziell gefährlichen Wellenlängen des Lichts (beispielsweise UV-Licht) werden dabei herausgefiltert.

Mythos Nummer 4: Haare wachsen immer gleich schnell

Falsch! Tatsächlich wachsen Haare in der warmen Jahreszeit schneller als im Winter. Das liegt an der vermehrten Sonneneinstrahlung und dem Vitamin D: Es regt unser Zellwachstum an und beschleunigt das Haarwachstum (und übrigens auch das unserer Finger- und Zehennägel!). Aber nicht nur die Jahreszeiten sorgen für unterschiedliches Haarwachstum: Auch unsere Körperstellen haben Einfluss darauf. So wächst ein Barthaar z.B.

Mythos Nummer 5: Lasern bei dunkler Haut ist unmöglich

Falsch! Vor 20 Jahren war es noch riskant, dunkle Hauttypen zu lasern. Denn die damaligen Laser konnten nicht zwischen den Farbpigmenten der Haare und denen der Haut unterscheiden. Moderne Lasergenerationen aber sind darauf abgestimmt. Mit ihnen lassen sich nahezu alle Haar- und Hauttypen behandeln. Der Nd:YAG-Laser zum Beispiel steuert zielgerichtet das Melanin im Haarfollikel an, ohne umliegendes Gewebe oder Pigmente zu schädigen.

Mythos Nummer 6: Jeder Mensch hat gleich viele Haare

Falsch! Unsere Körperbehaarung ist so individuell wie wir selbst. Und Haare wachsen bei uns Menschen tatsächlich überall - mit Ausnahme der Handflächen und Fußsohlen. Ansonsten fällt der Haarwuchs je nach genetischer Veranlagung mal stärker, mal schwächer aus. Im Durchschnitt hat aber jeder Mensch rund fünf Millionen Haare an seinem Körper - davon etwa 100.000 auf dem Kopf.

Mythos Nummer 7: Mit stumpfen Klingen schneidet man sich seltener

Falsch! Leider ist eher das Gegenteil der Fall. Weil man mit einer stumpfen Klinge die Haare eher einzwickt, als sie abzuschneiden, steigt auch die Gefahr einer Verletzung oder Hautirritation. Je stumpfer die Klinge, desto mehr ist man versucht, mit Druck zu rasieren. Dabei rutscht man schnell mal ab.

Mythos Nummer 8: Laser-Haarentfernung ist teuer

Falsch! Zugegeben: Vergleicht man die Preise einer Laser-Behandlung mit der einer einzelnen Rasur, dann ist man versucht, beim Rasieren zu bleiben. Aber betrachten wir das Ganze realistisch, dann ist schnell klar: Dieser Denkansatz ist falsch. Während nach einer dauerhaften Haarentfernung mit dem Laser das Thema ein für alle Mal erledigt ist, brauchen wir einen Rasierer (oder auch andere Haarentfernungsmethoden) regelmäßig: unser ganzes Leben lang. Da kommt eine ordentliche Summe zusammen.

Die Wahrheit über dunkleres und dickeres Haar nach der Rasur

Also stimmt der Mythos? Trotzdem, die Antwort lautet ganz klar: Nein! Der herauswachsende Haarquerschnitt wirkt zwar gröber und dunkler, doch das ist nur vorübergehend. Nachdem die stumpfe Kante herausgewachsen ist, erscheint wieder die feine Haarspitze. Wie dick das Haar ist und wie schnell es nachwächst ist genetisch bedingt und verändert sich weder durch das Rasieren noch durch das Wachsen der Behaarung.

Somit klärt sich auch die Annahme, dass getrimmte Haare schneller nachwachsen. Da das Haar nach der Rasur von einer kürzeren Länge ausgehend herauswächst, fällt dieser Längenunterschied schneller und extremer auf, als wenn die Haare von einer größeren Länge weiterwachsen.

Laut Dr. Jetke Ultee, einer niederländischen Forschungsärztin in der kosmetischen Dermatologie, erscheint die Spitze des Haares oftmals dünner als der Ansatz. Vor dem Rasieren wirken die Haare zweifelsohne feiner als die später nachwachsenden Stoppeln. Auf diese Weise könnte der Mythos entstanden sein, der sich bis heute hartnäckig hält.

Gegenüber Stiftung Warentest äußert sich Dr. med. Maja Hofmann, Ober­ärztin für Dermatologie an der Universitäts­klinik Charité zur „optischen Täuschung“ wie folgt: „Da die Haare direkt an der Haut an ihrer dicksten Stelle im Quer­schnitt abge­kappt werden, wirken sie beim Nach­wachsen dicker.“ Vergleichbar sei der Effekt mit einem Besuch beim Friseur. Verbraucher hätten danach auch den Eindruck, voluminösere Haare zu haben.

Dass die Haare stärker und dunkler nachwachsen, kann aber auch dem „veränderten Hormonhaushalt“ geschuldet sein, so die Hautärztin Dr. Jetke Ultee. Dann kann es durchaus möglich sein, dass die Haare plötzlich dicker sind. Die Rasur an sich habe nichts damit zu tun.

Weitere Fakten und Tipps zur Haarentfernung

Wusstest du, dass deine Haare pro Tag durchschnittlich um 0,35 Millimeter wachsen? Dieses Wachstum ist unabhängig davon, ob du sie rasierst, schneidest oder ganz in Ruhe lässt. Das Gleiche gilt für andere Haare, obwohl diese zum Teil in einem anderen Rhythmus wachsen. Wenn wir unsere Körperhaare rasieren, haben wir oft das Gefühl, dass sie schneller nachwachsen. Das stimmt jedoch nicht. Zwar lässt sich durch Waxing beeinflussen, in welcher Dicke neue Haare sprießen, aber wenn du sie schneidest oder rasierst, wachsen sie ganz normal nach.

Für alle, die sich schneller wachsende Haare wünschen, eignen sich Hausmittel wie etwa Salbei, Rosmarin, Brennnessel und Petersilie. Auch spezielle Öle kurbeln das Haarwachstum an.

Dennoch sind oft dunkle Stoppeln zu sehen, selbst wenn die Haare eigentlich gar nicht so dunkel sind. Dies liegt daran, dass neue Haare mehr Melanin enthalten als ältere Haare, und dass sie an der Wurzel dicker sind.

Um beim Rasieren optimale Ergebnisse zu erhalten, solltest du die Klinge am besten möglichst sanft über die Haut gleiten lassen. Die Idee, dass Druck zu besseren Ergebnissen führt, ist ein weiterer Mythos der Haarentfernung. Indem du die Klinge sanft, langsam und mit nur leichtem Druck über die zu enthaarende Hautstelle führst, solltest du alle Haare entfernen können.

Mehr Klingen haben jedoch vor allem den Vorteil, dass die Druckverteilung beim Rasieren besser funktioniert. Die Klingen sollten im richtigen Abstand zueinander angeordnet sein, um ein angenehmes Rasurgefühl zu erzeugen. Sie sind jedoch nicht unbedingt gründlicher. Viel wichtiger beim Rasieren ist nämlich, dass die Klingen scharf sind.

Tipp: Für mehr Nachhaltigkeit bei der Körperpflege solltest du auf Einwegklingen und -rasierer verzichten.

Zum Beispiel glauben viele Menschen, dass es besser ist, gegen den Strich zu rasieren. Dies stimmt jedoch nur bedingt. Deine Beine rasierst du gegen den Strich, aber die Bikinizone lässt sich am besten in Wuchsrichtung rasieren. Auf diese Weise vermeidest du auch die oft unangenehmen eingewachsenen Haare.

Rasieren führt nicht automatisch zu eingewachsenen Härchen, aber es handelt sich um eine Möglichkeit. Auch bei anderen Methoden der Haarentfernung besteht ein Risiko für eingewachsene Haare. Das Peeling hilft zudem dabei, Gefahren wie eine trockene Haut oder Reizungen durch das Rasieren zu vermeiden. So verwöhnst du deine Hautzellen und sorgst für glatte, schöne Haut. Wir empfehlen dir, ein Peeling ganz einfach selbst zu machen, beispielsweise aus Honig und Meersalz.

Obwohl der Rasierer das bevorzugte Mittel der Haarentfernung in Deutschland ist, neigen immer mehr Menschen dazu, sich die Haare per Waxing entfernen zu lassen. Beim Wachsen werden alle Härchen an der Wurzel ausgerissen, was zu Schmerzen führt.

Grundsätzlich kann auch Waxing das Haarwachstum nicht aufhalten. Da es jedoch das gesamte Haar entfernt, dauert es länger, bis neue Stoppeln auftauchen. Wir empfehlen dir, beim Waxing auf nachhaltige Materialien zu achten. Da der Prozess recht teuer ist, greifen die meisten Frauen im Alltag nach wie vor zum Rasierer und nutzen Sugaring und Co. vor allem für besondere Anlässe.

Die gute Nachricht lautet, dass du trotz der Mythen rund um die Haarentfernung durch das Rasieren keinen Nachteil erzeugst. Für welche Art der Haarentfernung du dich entscheidest, ist letztendlich Geschmackssache!

Bereits 1928 wurde dazu eine Studie durchgeführt und auch neuere Studien zeigen, dass Haare nach dem Rasieren nicht dicker, dunkler und härter sind. Es kann jedoch den Anschein haben, denn das Ende eines Haares ist oftmals dünner als der Ansatz. Vor der Rasur sehen die Haare sicherlich auch feiner aus als die Stoppeln, die dann nachwachsen. So ist dieser Mythos wahrscheinlich entstanden. Hinzu kommt, dass die Damen und Herren oft vor oder in der Pubertät mit dem Enthaaren beginnen. Es ist sehr gut möglich, dass die Haare dann plötzlich etwas dicker sind.

Wachsen sorgt dafür, dass die Haare langsamer nachwachsen, denn das Haar wird mitsamt der Wurzel entfernt. Viele Menschen vergessen jedoch, dass sich Haare in verschiedenen Wachstumsphasen befinden. Es kann also sein, dass am Tag nach der Haarentfernung schon wieder neue Haare nachwachsen. Nach dem ersten Mal scheint es auch so, als ob dies sogar schneller geschieht. Letztendlich kann das wiederholte Ausreißen eines Haares jedoch dafür sorgen, dass der Haarfollikel so beschädigt wird, dass weniger Haare wachsen.

Bereits 1991 zeigten Studien, dass das Wachstum von Barthaaren im Januar und Februar am langsamsten war und dann von März bis Juli wieder zunahm, um bis zu 60 Prozent. Außerdem ist Haarausfall saisonbedingt.

Die Haare wachsen an der Haarwurzel, also im Körper, unterhalb der Hautoberfläche. Und was ich mit meinem Haar außerhalb des Körpers mache, interessiert die Haarwurzel nicht; sie bekommt davon auch nichts mit. Haare sind tote Materie. Daher fließt auch keine Information von der Haarspitze zurück in die Haarwurzel. Anders ist das etwa bei einem Grashalm: Ein Grashalm ist lebendes Material. Wenn ich ihn abschneide, wächst er zwar nicht unbedingt schneller, bildet aber unterirdisch mehr Seitentriebe; ein gemähter Rasen wächst dadurch dichter. Bei den Haaren ist das nicht so.

Wenn Haare nach dem Rasieren nachwachsen, fühlen es sich oft rau an und die nachwachsenden Haare sind oft dicker und sehen dunkler aus als vorher, vor allem nach einer Erstrasur. Das hat aber folgenden Hintergrund: Wenn sich ein junger Mann zum ersten Mal rasiert, sind die jungen Barthaare an der Spitze noch relativ dünn und weich. Wenn er dieses Haar aber an einer relativ dicken Stelle abschneidet, sieht das nachwachsende Haar kräftiger aus als vorher .

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