Trockenshampoo kann die Haarpflege enorm bereichern und ist keineswegs nur für »Notfälle« am Morgen zu gebrauchen. Denn allzu häufiges Haarewaschen kann sensible Kopfhaut irritieren und für unterschiedliche Symptome verantwortlich sein. Trockenshampoo ist nicht pauschal milder, kann es aber sein.
Um das beste Trockenshampoo für sich zu finden, muss man sich vorab über die Prioritäten bewusst werden: Möchte man ein Produkt für akuten oder prophylaktischen Einsatz?
Entgegen der früheren Überzeugung, es müsse sich entweder um Magie oder eine »Chemiekeule« handeln, funktionieren Trockenshampoos sehr simpel: Sie bestehen lediglich aus einem ölabsorbierenden Puder und einem Verteilungsmechanismus. So ist auch die Inhaltsstoffliste der meisten Produkte dieser Kategorie überschaubar und vor allem: durchschaubar.
Die Stärken werden einzeln oder auch in Kombination eingesetzt und sorgen so für eine individuelle Performance. Vereinzelt trifft man noch auf Trockenshampoo mit Maismehl (INCI: Zea Mays (Corn) Starch) oder Tapioca Starch, jedoch hat sich Reis offenbar als überlegen herauskristallisiert.
Darüber hinaus ergänzen die Anbieter diese Basisfunktion um Styling- und Pflegekomponenten, beispielsweise Keratin oder Weizenprotein sowie Silica (Kieselsäure), um der Mähne mehr Substanz zu verleihen. Immer als Medium zwischen Stärke und Treibgas enthalten ist Alkohol (Alcohol denat. oder SD-Alcohol). Der Geruch wird entsprechend mit reichlich Parfum überdeckt.
Bei der Verteilungsmethode hat man nur wenig Auswahl: entweder Sprühflasche oder manuelles Verteilen mit Fingerspitzen oder Pinsel. In der Praxis ist die Dosierung durch ein Aerosol unschlagbar, gerade wenn es schnell gehen soll. Sprühflaschen verteilen das Pulver sorgfältig, flott und gleichmäßig.
Die Treibgase werden ebenfalls in der Liste der Inhaltsstoffe aufgeführt, weil sie einen großen Teil des Volumens einnehmen (unter Druck komprimiert). Meistens findet man Butane, Isobutane und/oder Propane vor. Der Druck der getesteten Flaschen ist unterschiedlich, was bei der Anwendung zwar auffällt, aber das Ergebnis nicht merklich beeinflusst.
Die Handhabung eines Trockenshampoos ist selbsterklärend. Den beiden Anwendungshinweisen »gut schütteln« und »aus 30cm Entfernung sprühen« sollte man für ein tadelloses Resultat unbedingt Folge leisten. Man sprüht mit ausreichend Abstand auf die Haaransätze und arbeitet sich scheitelweise in zügigen Bewegungen vor.
Anschließend muss den Pudern ein bisschen Zeit gegeben werden, um mit dem Öl in den Haaren zu reagieren. Sollte das Ergebnis zu stumpf oder gar noch leicht weiß erscheinen - unsere Empfehlungen sollten das vermeiden - kann man sich mit einem Glanzspray für das Haar behelfen.
»Trockenshampoo vorbeugend aufsprühen« - diese simple Info hat das Potenzial, den Alltag nachhaltig zu revolutionieren. Statt es als Notlösung für unangenehme Momente anzusehen, setzt man das Trockenshampoo strategisch ein und behält so die Kontrolle über die Haarpflegeroutine.
Beim ersten Einsatz in noch frischem Haar (wir empfehlen frühestens den Folgetag der Wäsche) verspürt man eventuell noch ein wenig Unbehagen, erfreut sich aber sicherlich am ersten Vorteil: dem zusätzlichen Volumen und Griff. Vorbeugend shampooniertes Haar fettet nicht nur langsamer, sondern auch das Haargefühl wird im Laufe der Woche angenehmer als bei fettigem Haar, das eingesprüht wurde. In dieses Stadium kommt man bestenfalls gar nicht erst. Tipp: abends vor dem Schlafengehen sprühen und so Ärger um den weißen Schleier ersparen.
Durch den Einsatz von Trockenshampoo verändert sich das Wascherlebnis, denn Shampoo und Wasser schäumen mit den Rückständen weniger. Eine gründliche Reinigung ist hier natürlich wichtig, stellt einen aber vor keine nennenswerte Herausforderung. Die Intensität des Shampoo-Schaums ist entgegen der gelegentlichen Intuition kein Kriterium für Gründlichkeit und Sauberkeit.
Durch den intensiven Einsatz von Parfum in Trockenshampoo ist die Wahl des richtigen Produktes nicht unwesentlich durch den Geruch beeinflusst. Schließlich hält der sich gerade im Haar hartnäckig und begleitet einen den ganzen Tag. Ähnlich wie auch bei anderen Haarprodukten sind die Duftkompositionen bei höherpreisigen Salon-Marken oft etwas komplexer und tendieren dazu, sich ähnlich wie Parfum zu entwickeln. Drogeriemarken hingegen duften oft süßlicher und intensiver.
Aufgrund der simplen Zusammensetzung kann man Trockenshampoo auch »selber machen« - oder einfach mal Reisstärke ausprobieren. Von anderen Mehlen wie Weizen, Roggen oder Mais raten wir ab, weil sie einerseits sichtbar bleiben können, andererseits aber auch zum Verklumpen neigen.
Talkum bzw. Babypuder halten wir ebenso für eine weniger empfehlenswerte Option. In Ausnahmefällen ist es gewiss eine brauchbare Notlösung, langfristig ist die Absorption aber potenziell zu groß. Es könnte die Kopfhaut unnötig austrocknen und ein stumpfes Finish hinterlassen. Auch der feine Nebel, der unweigerlich in der Luft zurückbleibt, gilt bei Talkum als besonders bedenklich (grundsätzlich sollte gar kein Pulver eingeatmet werden). Am besten »lädt« man die Quaste eines großen Puderpinsels mit einer kleinen Menge Pulver, klopft es gut ab und arbeitet es Scheitel für Scheitel ein.
Wer zu fettigen Haaren neigt, wäscht sie häufiger. Logisch. Doch tust du das zu oft, trocknet deine Kopfhaut aus und sie produziert noch mehr Talg, um die Balance wieder herzustellen. Ein Teufelskreis, dem man ganz leicht entkommen kann! Halte dich lediglich an ein paar Regeln in deiner Haarpflege-Routine - angefangen bei der Wahl des richtigen Shampoos - und du wirst dich über eine gesunde, gepflegte Mähne freuen.
Hier sind einige Produkt-Empfehlungen sowie Tipps und persönliche Erfahrungen mit den Shampoos:
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