Verstopfte Meibom-Drüsen und ihre Auswirkungen auf die Wimpern

Unsere Augenlider sind mit winzigen Drüsen ausgestattet, den Meibom-Drüsen, die eine entscheidende Rolle für die Tränenfilmqualität spielen.

Anatomie des Augenlids mit Meibom-Drüsen

Wenn diese Drüsen nicht ordnungsgemäß funktionieren, kann dies zu einer Meibom-Drüsen-Dysfunktion (MDD) führen. In diesem Artikel erfahren Sie mehr über Ursachen, Symptome und mögliche Behandlungen für diese weit verbreitete Augenerkrankung.

Was sind Meibom-Drüsen?

Es befinden sich rund 70 Meibomdrüsen im Ober- und Unterlid des Auges. Die Meibom-Drüsen sind Talgdrüsen am Rand der Augenlider. Was genau dahinter steckt? Talgdrüsen, die ein öliges Sekret produzieren, das durch unseren Lidschlag die Lipidschicht des Tränenfilms bildet. Diese äußerste Schicht des Tränenfilms, sorgt als stabilisierende Schicht dafür, dass die Tränenflüssigkeit nicht verdunstet. Ein Schutz vor Verdunstung der Tränenflüssigkeit.

Unsere Wimpern sind nicht nur zum Klimpern und schön aussehen da, nein, sie nehmen vor allem eine überaus wichtige Schutzfunktion ein. Ja, sie wehren Schmutz und Staub effektiv ab. Bestehend aus einer Hornsubstanz (auch: Keratin) befinden sich rund herum der feinen Härchen wichtige Talg- und Schweißdrüsen. Hier spricht man von den sogenannten Meibom- und Zeisdrüsen.

Was ist eine Meibom-Drüsen-Dysfunktion (MDD)?

Die Meibom-Drüsen-Dysfunktion wird in der Regel durch eine Veränderung oder Beeinträchtigung der Funktion der Meibom-Drüsen verursacht. Ist die Produktion der Lipidschicht durch die Meibom-Drüsen gestört, z.B. durch Verstopfung, spricht man von einer Meibom-Drüsen-Dysfunktion (MDD). Diese Drüsen befinden sich im Randbereich der Augenlider und produzieren Lipide, die wichtig für die Stabilität des Tränenfilms und den Schutz vor übermäßiger Verdunstung der Tränenflüssigkeit sind. In der Folge kommt es zu Entzündungen und einem Trockenen Auge. Die Meibom-Drüsen-Dysfunktion wird oft auch als "Meibomitis" bezeichnet. Der Begriff Meibomitis unterstreicht die entzündliche Komponente der Erkrankung.

Was tun bei Meibom-Drüsen-Dysfunktion, Dr. Laszlo Kiraly? - PRIMO MEDICO Fachärzte Talk

Ursachen und Risikofaktoren für verstopfte Meibom-Drüsen

Die genaue Ursache der verstopften Meibom-Drüsen kann zwar von Person zu Person variieren, liegt häufig aber in diesen Faktoren und Auslösern:

  • Lidrandentzündungen: Entzündungen im Bereich der Augenlider, wie Blepharitis, können die Drüsenausgänge blockieren und die Meibom-Drüsen verstopfen.
  • Hormonelle Veränderungen: Hormonelle Schwankungen, wie sie während der Menopause auftreten, können die Lipidproduktion der Meibom-Drüsen beeinflussen.
  • Umweltfaktoren: Lange Bildschirmarbeit, trockene Luft, Klimaanlagen oder Umweltverschmutzung können die Meibom-Drüsenfunktion beeinträchtigen.
  • Alter: Mit zunehmendem Alter können die Meibom-Drüsen verlangsamen oder ihre Funktion verringern und es kommt zu einer Meibom-Drüsen-Dysfunktion.
  • Augenlidanatomie: Manchmal kann die individuelle Anatomie der Augenlider die Entleerung beeinträchtigen und die Meibom-Drüse verstopft dadurch.
  • Gesundheitszustand: Bestimmte medizinische Bedingungen wie Rosacea oder Lidranderkrankungen können die Wahrscheinlichkeit einer Meibom-Drüsen-Dysfunktion erhöhen.
  • Übermäßige Talgproduktion (Seborrhö): Besonders anfällig dafür sind Menschen, die eine übermäßige Talgproduktion aufweisen und beispielsweise auch unter Akne, Neurodermitis oder Rosazea leiden. Bei übermäßiger Talgproduktion verstopfen die Talgdrüsen besonders leicht, weshalb eine Blepharitis oft chronisch auftritt.
  • Äußere Reize: Darüber hinaus können auch äußere Reize wie Staub, Wind, Kälte, Hitze, Rauch, Chemikalien, Kosmetika oder Kontaktlinsen verstopfte Talgdrüsen und damit eine Lidrandentzündung verursachen.
  • Allgemeinerkrankungen: Auch Allgemeinerkrankungen wie Rheuma, Schilddrüsenerkrankung oder Zuckerkrankheit (Diabetes) sind mögliche Ursachen für eine Blepharitis.

Symptome einer Meibom-Drüsen-Dysfunktion

Die Meibom-Drüsen-Dysfunktion kann eine Vielzahl von Symptomen verursachen, die oft im Zusammenhang mit trockenen Augen stehen.

Dies sind die häufigsten Symptome, die auf eine Meibomitis hinweisen können:

  • Trockenheit und Reizung
  • Verschwommene Sicht
  • Gerötete Augen
  • Tränenfluss
  • Fremdkörpergefühl
  • Morgendliche Beschwerden
  • Lichtempfindlichkeit
  • Veränderte Sehschärfe
  • Verklebte Augenlider
  • Ermüdung der Augen

Die Meibom-Drüsen-Dysfunktion ist ein wichtiger Faktor bei der Entstehung von trockenen Augen.

Diagnose einer Lidrandentzündung

Blepharitis ist eine leicht zu diagnostizierende Krankheit. Der richtige Ansprechpartner bei einer (vermuteten) Blepharitis ist der Augenarzt (Ophthalmologe). Meistens kann er die Lidrandentzündung schon auf den ersten Blick diagnostizieren. Das Augenmerk der Untersuchung liegt dabei auf den Meibomschen Talgdrüsen. Der Arzt untersucht die Augenlider und Wimpern mithilfe eines Spaltlampenmikroskops, in manchen Fällen zusätzlich mit einer Infrarotkamera.

Nachdem der Arzt das Lid vorsichtig umgeklappt hat, untersucht er den vorderen als auch den hinteren Lidrand mithilfe einer Lupe. Danach werden die Meibom-Drüsen, die sich den Wimpern entlang in den Augenlidern befinden, leicht zusammengepresst, um ihre Absonderungen zu untersuchen. Gesunde Meibom-Drüsen produzieren ein dünnflüssiges, öliges Sekret, während krankhafte Drüsen eher ein dickflüssiges, wachsartiges Sekret abgeben.

Für eine erfolgreiche Therapie ist es aber wichtig, herauszufinden, ob bestimmte Risikofaktoren diese Lidentzündung begünstigt haben. Daher wird der Arzt zuerst in einem Gespräch mehr über Ihre Beschwerden und Krankengeschichte herausfinden (Anamnese). Mögliche Fragen dabei sind:

  • Haben Sie eine leicht fettende (seborrhoeische) Haut? Litten Sie beispielsweise als Jugendliche(r) unter Akne?
  • Leiden Sie unter Kupferrose (Rosacea) oder Neurodermitis (atopische Dermatitis)?
  • Tragen Sie Kontaktlinsen?

Bei einer schuppenden Lidrandentzündung (Blepharitis squamosa) kann der Augenarzt weißgraue fettige Schuppen am Lidrand erkennen. Tiefere Hautläsionen sprechen für eine fortgeschrittene Entzündung (Blepharitis ulcerosa). Mittels Spaltlampenuntersuchung kann der Augenarzt feststellen, ob durch die Entzündung auch die Hornhaut (Cornea) verletzt wurde. Außerdem kann er mit einem kleinen Wattestäbchen am Augenlid entlangfahren, um einen Abstrich zu nehmen. Dieser wird im Labor genauer untersucht, um herauszufinden, ob das Lid mit Keimen besiedelt ist.

Behandlung von verstopften Meibom-Drüsen

Die Behandlung der Meibom-Drüsen-Dysfunktion zielt darauf ab, die Gesundheit der Meibom-Drüsen und des Tränenfilms zu verbessern, um die Symptome wie Trockenheit, Reizung und verschwommene Sicht zu lindern. Das einfache Öffnen von verstopften Meibom-Drüsen ist nicht möglich. Die Behandlung von verstopften Meibom-Drüsen erfordert professionelle medizinische Unterstützung durch einen erfahrenen Augenarzt, um die Verstopfungen zu lösen. Die Behandlung kann je nach Schweregrad der Meibomitis variieren und sollte in Absprache mit einem Augenarzt erfolgen. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung der Meibom-Drüsen-Dysfunktion können dazu beitragen, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.

Gängige Behandlungsansätze sind:

  • Wärme-Therapie: Die Anwendung von Wärme auf die Augenlider kann helfen, die Verstopfung der Meibom-Drüsen zu lösen und die Freisetzung von Lipiden zu fördern. Spezielle wiederverwendbare Wärmekissen oder beheizbare Masken können dafür verwendet werden.
  • Massage der Augenlider: Nach der Wärme-Therapie kann sanfter Druck auf die Augenlider ausgeübt werden, um die verstopften Meibom-Drüsen zu massieren und die Freisetzung von Lipiden zu unterstützen.
  • Augentropfen: Künstliche Tränen oder Augentropfen können verwendet werden, um die Trockenheit der Augen zu lindern und den Tränenfilm zu stabilisieren. Einige Tropfen enthalten spezielle Inhaltsstoffe, die die Lipidschicht des Tränenfilms unterstützen.
  • Lidhygiene: Regelmäßige Lidhygiene ist wichtig, um Verstopfungen und Entzündungen der Meibom-Drüsen zu reduzieren. Dies kann durch sanftes Reinigen der Augenlider mit speziellen Lidreinigungslösungen oder -tüchern erfolgen.
  • Omega-3-Fettsäuren: Die Einnahme von Omega-3-Fettsäuren, sei es durch Nahrungsergänzungsmittel oder durch den Verzehr von fischreichen Lebensmitteln, kann die Lipidzusammensetzung im Tränenfilm verbessern.
  • Entzündungshemmende Medikamente: In einigen Fällen können entzündungshemmende Augentropfen oder Salben verschrieben werden, um entzündliche Prozesse in den verstopften Meibom-Drüsen zu reduzieren.
  • Blitzlichttherapien: Intense Pulsed Light (IPL) Therapien haben sich in der Dermatologie schon lange zur Behandlung von Rosazea bewährt. Nun zeigt sich auch ihre Wirksamkeit bei der Linderung einer Meibom-Drüsen-Dysfunktion und den damit verbundenen trockenen Augensymptomen.

Augenlidpflege: So geht's richtig

Viel zu viele Frauen nehmen an, dass es schädlich sein könnte, Wasser an die Wimpernverlängerung zu lassen. Doch das ist nicht richtig. Ganz im Gegenteil ist es sogar wichtig, den Lidrand zu pflegen. Aber richtig. Ansonsten kann es zu Verstopfungen der empfindlichen Talgdrüsen kommen. Beispielsweise durch Schminke oder abgestorbene Hautschüppchen. Auch einer Überproduktion der Talgdrüsen ist möglich.

Die Lidrandhygiene beinhaltet Wärmeapplikation, Massage und Reinigung der Lidränder. Die Lidrandreinigung erfolgt mittels Reinigungstüchern und durch Einmassieren entsprechender Cremes oder Gele. Die Reinigung der Augenlider mittels Reinigungstüchern ermöglicht die Entfernung von Schuppen, Talgablagerungen und Verklebungen an den Augenlidern und am Wimpernansatz - auch unterwegs. Für den einmaligen Gebrauch sind sie in der Regel einzeln verpackt. Es gibt auch spezielle Gels zur Reinigung, die mit einem Wattepad aufgetragen werden.

Einfach erklärt: Lidrandreinigung

In dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung sehen Sie, wie Lidrandreinigung und Lidrandpflege funktionieren. Trockene Augen sind sehr häufig auf verstopfte Meibom-Drüsen zurückzuführen. Dazu kommt es durch eine Störung der Meibom-Drüsen oder durch eine Lidrandentzündung. Die Reinigung der Lidränder ist dann ein wichtiges tägliches Ritual.

  1. Waschen Sie vor Reinigung und Pflege der Augenlider Ihre Hände, um die empfindlichen Schleimhäute nicht zu reizen.
  2. Legen Sie für einige Minuten feuchte, warme Kompressen, z. B. Wattepads, auf beide Augen. Dadurch werden die verstopften Sekrete in den Meibom-Drüsen verflüssigt.
  3. Schauen Sie nach oben und massieren Sie in kreisförmigen Bewegungen vorsichtig die Haut am Wimpernansatz des Unterlids. Durch die Lidrandmassage lässt sich das nun flüssige Sekret der Meibom-Drüsen besser ausstreichen.
  4. Schließen Sie die Augen und massieren Sie mit leichtem Druck des Zeigefingers die Haut am Wimpernansatz der Oberlider in kreisförmigen Bewegungen. Sie können das nun flüssige Sekret auch mit einem feuchten Wattestäbchen von oben nach unten ausstreichen.
  5. Um die Sekrete zu entfernen und die Lidränder zu reinigen, eignen sich spezielle Reinigungstücher oder mit Reinigungsgel befeuchtete Kosmetikpads. Legen Sie dazu das Tuch bzw.
  6. Geben Sie eine erbsengroße Menge der Pflegecreme auf die Spitze Ihres Zeigefingers.
  7. Blicken Sie nach oben und massieren Sie die Creme am Unterlid von unten nach oben sanft ein.
  8. Massieren Sie nun die Creme am Unterlid vom Bereich neben der Nase nach außen bis zur Schläfe hin, ein. Sie können die Creme zur Lidrandpflege auch sanft einklopfen.
  9. Geben Sie eine erbsengroße Menge der Creme auf Ihren Zeigefinger.
  10. Massieren Sie nun die Pflegecreme von der Mitte des geschlossenen Oberlids in gleichmäßigen Bewegungen nach außen hin ein.

Zusätzliche Tipps für gesunde Augenlider

  • Ausreichend Trinken: Ein guter Wasserhaushalt ist ganz entscheidend für unsere Gesundheit und kann auch Trockenen Augen vorbeugen.
  • Lidrandpflege: Mit jedem Lidschlag verteilen die Augenlider die Tränenflüssigkeit über das Auge. Auf diese Weise schützen die Lider das Auge vor Austrocknung, Verunreinigungen und Verletzungen. Treten Veränderungen an den Lidern auf, so ist diese wichtige Funktion gestört. Bei der Entzündung der Talgdrüsen am Lidrand kommt es neben Rötung, Schwellung und Verkrustung häufig zu einem Trockenen Auge.
  • Ernährung: Die Ernährung übt einen wichtigen Einfluss auf Menge und Qualität des Tränenfilms aus. Bei Trockenen Augen erhöht sich das Risiko für entzündliche Prozesse. Eine zentrale Rolle spielen dabei die Omega-3-Fettsäuren. Diese sind Ausgangsstoffe für entzündungshemmende Stoffe im Immunsystem. Im Auge sind bestimmte Drüsen für die Produktion der Tränenflüssigkeit zuständig (Meibom-Drüsen). Diese benötigen Omega-3-Fettsäuren zur Produktion. Omega-3-Fettsäuren sind also Entzündungshemmer und gleichzeitig Bausteine des Tränenfilms. Ein augenfreundlicher Speiseplan enthält also viel buntes Gemüse und regelmäßig Meeresfisch.

Die Rolle der Blepharitis

Im Zusammenhang mit verstopften Meibom-Drüsen spielt die Blepharitis, oder Lidrandentzündung, eine wichtige Rolle. Die Blepharitis, medizinisch Blepharitis genannt, ist eine häufige Erkrankung der Haut, die verschiedene Formen haben kann. Viele Patienten schildern dauernde „eitrige Augen- oder Bindehautentzündung“ oder „gerötete Augen“. Häufig wurde mit Antibiotika oder Kortison behandelt, ohne langfristige Linderung. Die Krankheitsgeschichte erstreckt sich über Wochen oder Monate. Sie beginnt schleichend und im Laufe der Zeit entwickeln sich die typischen Beschwerden: tränende bzw. müde Augen und Bindehaut-Rötung. Die Lidränder sind geschwollen, verklebt oder gerötet mit Juckreiz, Schmerzen, Sehschwankungen und Lichtempfindlichkeit.

Chronische Blepharitis bezeichnet eine Entzündung der Augenlider, die sich besonders an der Wimpernreihe manifestiert. Trockene Augen, bakterielle Augeninfektionen und Hautprobleme wie Rosazea stehen oft in Verbindung mit Blepharitis.

Arten von Blepharitis:

  • Anteriore oder vordere Blepharitis: Diese Blepharitis betrifft vor allem den äußeren Bereich der Augenlider und die Wimpernreihe.
  • Posteriore oder hintere Blepharitis: Diese Art der Blepharitis resultiert aus einer Funktionsstörung der Meibom-Drüsen.

Oft treten beide Arten gleichzeitig auf und betreffen beide Augen. Die genauen Ursachen sind noch unklar.

Blepharitis: Ursachen und Risikofaktoren

Ursächlich für eine Blepharitis ist eine Verstopfung der Talgdrüsen (Meibom-Drüsen) in den Augenlidern. Diese kann unterschiedliche Ursachen haben:

  • Besonders anfällig dafür sind Menschen, die eine übermäßige Talgproduktion (Seborrhö) aufweisen und beispielsweise auch unter Akne, Neurodermitis oder Rosacea leiden. Bei übermäßiger Talgproduktion verstopfen die Talgdrüsen besonders leicht, weshalb eine Blepharitis oft chronisch auftritt.
  • Darüber hinaus können auch äußere Reize wie Staub, Wind, Kälte, Hitze, Rauch, Chemikalien, Kosmetika oder Kontaktlinsen verstopfte Talgdrüsen und damit eine Lidrandentzündung verursachen. Auch Allgemeinerkrankungen wie Rheuma, Schilddrüsenerkrankung oder Zuckerkrankheit (Diabetes) sind mögliche Ursachen für eine Blepharitis.

Infektiöse Blepharitis

Eine infektiöse Blepharitis wird meistens durch Bakterien (Staphylokokken), Viren (Herpes simplex-Virus, das Windpockenvirus Varizella zoster) oder Filzläuse hervorgerufen:

Staphylokokken besiedeln auch bei gesunden Menschen die Haut und Schleimhaut. Bei einer kleinen Verletzung können sie in die Lidhaut eindringen und eine Entzündung hervorrufen. Das Herpesvirus verursacht die bekannten und häufig wiederkehrenden schmerzhaften Bläschen am Mund. Nach einer Infektion kann es in den Nervenendigungen überleben und später erneut eine Infektion auslösen. Betrifft diese das Augenlid, kann eine Blepharitis entstehen. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag "Herpes am Auge".Filzläuse können bei schlechten hygienischen Verhältnissen von Mensch zu Mensch übertragen werden. Meistens befallen sie Schamhaare, seltener Achsel- und Barthaare und sehr selten auch die Wimpern (Phtiriasis palpebrarum). Die Kopfhaare sind nicht betroffen. Im Rahmen einer Lidentzündung haften die Nissen der Läuse als kleine Körnchen an den Wimpern. Die Läuse selbst saugen an der Lidkante zwischen den Wimpern.

Nicht-infektiöse Blepharitis

Der Lidrand besteht aus einem äußeren und einem inneren Anteil. Am äußeren Lidrand befinden sich die Wimpern, innen liegen die Talgdrüsen, deren Sekret an der Lidkante abgegeben wird. Mit dem Tränenfilm wird es bei jedem Lidschlag auf der Augenoberfläche verteilt, damit das Augenlid reibungsfrei darübergleiten kann.

Übersteigt die Talgproduktion das normale Maß, verstopfen die Ausführungsgänge der Liddrüsen - eine schuppende Lidrandentzündung (Blepharitis squamosa) kann entstehen. Das überschüssige Sekret verklebt die Wimpern und bildet einen fettigen Belag, der die Drüsen zusätzlich verstopfen und bei bakterieller oder viraler Besiedelung eine Entzündung hervorrufen kann.

Blepharitis: Behandlung

Entscheidend zur Behandlung und Vorbeugung einer Blepharitis ist eine gründliche Lidhygiene. Sie umfasst Reinigungsmaßnahmen, mit denen das aufgestaute Talgsekret aus den Ausführungsgängen der Talgdrüsen entfernt wird. Außerdem werden dabei die Lidränder vorsichtig gereinigt. Bei infektiöser Blepharitis werden geeignete Mittel gegen die Auslöser der Infektion gegeben (z.B. Antibiotika gegen Bakterien). Darüber hinaus sollte eine bestehende ursächliche Hauterkrankung fachgerecht behandelt werden.

Lidhygiene

Das Ziel der Lidhygiene besteht darin, einen normalen Abfluss des Talgsekrets zu gewährleisten. Dies gelingt meist mit zwei Maßnahmen, die täglich durchgeführt werden sollten:

  • Lidmassage: Zum Entleeren der Ausführungsgänge der Talgdrüsen werden die Augenlider zunächst erwärmt (z.B. mit warmen Kompressen, speziellen Wärmebrillen oder Infrarotlicht) und anschließend mit sauberen Fingern oder Wattestäbchen massiert - bei geschlossenem Auge am Oberlid und Unterlid mehrmals sanft in Richtung Lidspalte streichen.
  • Reinigung der Lidränder (Lidkanten): Die Verklebungen und Verkrustungen am Lidrand, die oft eine Blepharitis begleiten, lassen sich mit einem feuchten Tuch, hypoallergischer Seife und Salicylöl aus der Apotheke lösen. Anschließend werden die Lidränder mit einer speziellen Reinigungslösung oder mit speziell dafür hergestellten, fusselfreien Reinigungspads gereinigt. Diese speziellen Produkte für die Augenpflege bei Lidrandentzündung sind in der Apotheke erhältlich.

Behandlung einer infektiösen Blepharitis

Wird die Lidrandentzündung von Bakterien hervorgerufen, behandelt man sie mit einem lokalen Antibiotikapräparat (z.B. antibiotische Augensalbe). Nur in seltenen Fällen wird das Antibiotikum in Form von Tabletten verabreicht. In bestimmten Fällen kann auch die lokale Anwendung von Glukokortikoiden ("Kortison"), etwa als Salbe, sinnvoll sein.

Bei einer virusbedingten Blepharitis wird der Arzt unter Umständen ein virenhemmendes Medikament (Virustatikum) zur Einnahme verschreiben. Gegen Filzläuse kann Pilocarpin-Öl eingesetzt werden. Es hemmt die Atmung der Läuse, die daraufhin absterben. Sie werden zusammen mit ihren Nissen mit der Hand entfernt. Alternativ kann man bei dieser Form der Lidrandentzündung eine schwach quecksilberhaltige Salbe anwenden.

Behandlung von Hauterkrankungen

Liegt der Blepharitis eine allgemeine Hauterkrankung zugrunde, muss diese in Absprache mit dem behandelnden Augenarzt gleichzeitig mitbehandelt werden. Anderenfalls kann eine Blepharitis schnell wiederkehren.

Blepharitis: Krankheitsverlauf und Prognose

Normalerweise ist die Prognose der Lidrandentzündung gut. Allerdings kann sie sich auch als ausgesprochen hartnäckig erweisen. Ein dauerhaftes Verschwinden der Blepharitis ist bei Menschen mit übermäßiger Talgproduktion meist nur durch konsequente Lidhygiene zu erreichen.

Bei einem schweren Verlauf der Erkrankung kann aus der harmlosen Lidrandentzündung eine bakterielle Blepharitis ulcerosa entstehen. Dabei sind die Augenlider oft geschwollen, gerötet und überwärmt. Eiterabsiedlungen (Abszesse) und tiefere Hautverletzungen (Ulcera) mit gelblichen Krusten gehören zu diesem Krankheitsbild. Unbehandelt kann diese Form der Erkrankung zu dauerhaften Lidfehlstellungen führen. Denn bei der Wundheilung entsteht gelegentlich Narbengewebe, das den Lidrand nach außen (Ektropium) oder innen (Entropium) verzieht. Diese Komplikation der Blepharitis ist glücklicherweise sehr selten.

Wichtiger Hinweis

Die Meibom-Drüsen-Dysfunktion ist eine ernstzunehmende Augenerkrankung, die die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen kann, aber mit der richtigen Diagnose und Behandlung gibt es effektive Möglichkeiten, die Drüsenfunktion zu verbessern und Beschwerden zu lindern.

Ganz gleich, ob Sie von Trockenen Augen oder einer Lidrandentzündung betroffen sind oder nicht - in jedem Fall gilt: Abschminken ist Pflicht! Unangenehme Entzündungen am Augenlid sind oftmals die Folge schlecht gemachter Wimpernextensions - und das ist heutzutage leider keine Seltenheit. Häufig finden verzweifelte Kunden aus anderen Studios den Weg zu uns und wünschen sich Aufklärung und Hilfe.

Wer sich für eine Wimpernverlängerung interessiert, der sollte nicht gleich zum erstbesten und womöglich günstigsten Wimpernstudio rennen. Achtet auf Qualität - wir können es nicht häufig genug predigen. Bei einem professionellen, erfahrenen und gut ausgebildeten Wimpernstylisten werdet Ihr gut beraten und auch über mögliche Risiken aufgeklärt. Außerdem bekommt Ihr wertvolle Tipps (z.B. zur Pflege) mit auf den Weg und habt immer eine Adresse, an die Ihr Euch vertrauensvoll wenden könnt. Es geht hier schließlich um Eure Augen, um Euren Körper.

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