Haarausfall Homöopathie: Ursachen, Diagnose und Behandlungsansätze

Schütteres, ungesund aussehendes Haar oder gar Haarausfall (medizinischer Begriff: Alopezie) können sehr belastend sein, besonders für Menschen, die es gewohnt waren, gesunde Haare in ausreichender Zahl zu haben. Da volles Haar in unserer Gesellschaft mit Gesundheit, Fruchtbarkeit und Vitalität assoziiert wird, kann ein sichtbarer Haarverlust das eigene Wohlbefinden stark belasten.

In diesem Artikel erfahren Sie, welche unterschiedlichen Formen des Haarausfalls es gibt und welche Ursachen sie jeweils haben können. Außerdem wird beleuchtet, wie die Homöopathie bei der Behandlung von Haarausfall unterstützen kann.

Formen des Haarausfalls

Eine Alopezie kann in ganz unterschiedlichen Formen auftreten.

  • Androgenetische Alopezie: Bei einem Großteil aller Fälle von Alopezie (etwa 95%) handelt es sich um erblich bedingten Haarausfall. Sowohl Männer als auch Frauen können betroffen sein, wobei die androgenetische Alopezie bei Männern häufiger auftritt. Meist entwickelt sie sich zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr.
  • Diffuse Alopezie: Fallen die Haare gleichmäßig und ohne klare Ursache aus, spricht man von einer diffusen Alopezie.
  • Kreisrunde Alopezie: Wie der Name schon sagt, zeigt sich die kreisrunde Alopezie (Alopecia Areata) typischerweise in Form von rundlichen kahlen Stellen am Kopf. In einigen Fällen kann der Haarverlust auch vollständig sein und den ganzen Körper betreffen.
  • Vernarbende Alopezie: Bei bestimmten Erkrankungen wie Lupus erythematodes, Pilzinfektionen oder Verbrennungen kann es zu vernarbender Alopezie kommen. Diese Form des Haarverlusts ist selten, aber schwerwiegend. Durch Entzündung, Autoimmunreaktion oder Infektion wird die Haarwurzel in der Regel vollständig zerstört und vernarbt.

Ursachen von Haarausfall

Die möglichen Auslöser für Haarausfall sind äußerst zahlreich. Neben körperlichen Ursachen wie hormonellen Veränderungen oder Autoimmunerkrankungen können auch Lebensstilfaktoren wie vermehrter Stress oder eine unausgewogene Ernährung dazu führen, dass das Haar zunehmend lichter wird. Für Haarausfall kann es die verschiedensten Ursachen geben, beispielsweise eine Beeinträchtigung des Stoffwechsels.

Hier sind einige der häufigsten Ursachen im Detail:

  1. Vererbung: Wie weiter oben bereits erwähnt, ist Vererbung bei beiden Geschlechtern die Hauptursache für Haarausfall. Allerdings wird vermutet, dass in den meisten Fällen eine vererbte Sensitivität der Haarfollikel gegen ein bestimmtes Hormon (DHT) der relevante, den Haarverlust auslösende Faktor ist. DHT (5-Alpha-Dihydrotestosteron) zählt zu den männlichen Sexualhormonen, genauer gesagt zu den Androgenen. Auch bei Frauen können die Testosteron- beziehungsweise die DHT-Spiegel erhöht sein - etwa, wenn sie unter dem weit verbreiteten Polyzystischen Ovarialsyndrom (PCOS) leiden. Auch der Haarausfall nach der Schwangerschaft (Postpartum-Effluvium) ist auf Hormonschwankungen zurückzuführen.
  2. Autoimmunreaktion: Beim kreisrunden Haarausfall (Alopecia Areata) greift der Körper im Zuge einer Autoimmunreaktion die eigenen Haarwurzeln an. Dies führt dazu, dass die Haare verfrüht die Telogenphase erreichen und ausfallen. Autoimmun- oder Stoffwechselerkrankungen können auch als Begleiterscheinung oder beschleunigender Faktor einer Alopezie auftreten. Bei Diabetes mellitus kann eine Insulinresistenz oder ein Insulinmangel den natürlichen Haarzyklus aus dem Gleichgewicht bringen. Zudem schädigt ein dauerhaft erhöhter Blutzucker potenziell die feinen Blutgefäße der Kopfhaut.
  3. Nährstoffmangel: Ein Nährstoffmangel stellt einen weiteren Risikofaktor für Haarverlust dar. Bei einseitiger Ernährung, strengen Diäten, Magen-Darm-Erkrankungen, Aufnahmestörungen oder einer Anorexie fehlen dem Körper wichtige Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. In dieser Mangelsituation priorisiert der Organismus überlebenswichtige Organe, während nicht essenzielle körperliche Bereiche - darunter auch die Haarfollikel - nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgt werden.
  4. Mechanischer Zug: Ein dauerhafter mechanischer Zug an der Haarwurzel, wie er zum Beispiel bei strengen Zöpfen, Pferdeschwänzen oder engen Dutts besteht, kann ebenfalls zu Haarverlust führen (Traktionsalopezie). Dasselbe gilt für Extensions, die zu lange getragen oder nicht professionell und schonend ins Naturhaar eingearbeitet werden.
  5. Stress: Der Einfluss von Stress und psychischen Problemen auf das Erscheinungsbild der Haare ist nicht zu unterschätzen. Die kausalen Zusammenhänge zwischen Stress und Haarverlust sind noch nicht vollständig geklärt. Allerdings zeigen Studien, dass eine vermehrte Ausschüttung des Stresshormons Cortisol das Haarwachstum hemmen kann.

Auffallend häufig tritt kreisrunder Haarausfall nach außergewöhnlichen psychischen Belastungen auf. Dauerstress, innerer Druck und Anspannung, aber auch anhaltender Kummer, Ängste und Sorgen können dazu führen, dass die körpereigenen Regulationssysteme gestört werden und als Folge ein Stillstand des Haarwachstums mit vermehrtem Haarverlust auftritt.

Viele Symptome und Beschwerden können bei verschiedenen Erkrankungen auftreten. Für eine sichere Diagnose und Behandlung muss immer ein Arzt aufgesucht werden.

Diagnose von Haarausfall

Fallen über einen längeren Zeitraum deutlich mehr Haare aus als nachwachsen, ist ein Arztbesuch ratsam. Hausärzte führen bei Verdacht auf eine Alopezie in der Regel zunächst ein ausführliches Anamnesegespräch durch. Anhand der individuellen Krankengeschichte sowie Infos zu Medikamenteneinnahmen, hormoneller Verhütung oder erblicher Vorbelastung können bereits viele potenzielle Auslöser identifiziert oder ausgeschlossen werden.

Weitere wichtige Verfahren der Diagnostik sind Trichoskopie und Trichogramm. Im Zuge einer Trichoskopie werden Kopfhaut und Haarwurzeln unter dem Mikroskop untersucht, während bei einem Trichogramm 20 bis 50 Haare aus verschiedenen Kopfhaarbereichen ausgezupft und ebenfalls unter dem Mikroskop analysiert werden. Das Ziel des Trichogramms ist die Bestimmung der Wachstumsphasen des Haars. Befinden sich weniger als 80 Prozent aller Haare in der Anagenphase und dementsprechend über 20 Prozent in der finalen Telogenphase, liegt ein verstärkter Haarausfall vor.

Auch eine Blutuntersuchung ist bei der Abklärung einer Alopezie üblich. Dabei werden typischerweise vor allem Werte wie Ferritin, Zink und Vitamin D3, aber gegebenenfalls auch Schilddrüsen-, Stress- und Sexualhormone gemessen.

Haarausfall mit Homöopathie behandeln

Homöopathische Behandlung von Haarausfall

Haarausfall oder ungesund aussehendes Haar kann viele Ursachen haben, zum Beispiel Stress, Medikamente oder Übersäuerung. Oft kann die Gabe von Globuli das Haar wieder aufbauen und Haarausfall vorbeugen oder aufhalten. Falls das Gefühl besteht, dass mehr Haare verloren gehen als normal ist, sollte dies unbedingt ärztlich abgeklärt werden. Haarausfall kann ernsthafte medizinische Ursachen haben, wie Eisenmangel, hormonelle Störungen oder Schilddrüsenprobleme.

Oft wird die vorübergehende Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln, wie Eisen, Zink, Kupfer, Folsäure und Biotin, empfohlen, die sich positiv auf die Gesundheit der Haare auswirken können. Daneben gibt es je nach Symptom unterschiedliche Empfehlungen für die Vergabe von Globuli. Nach den Angaben der klassischen Homöopathie ist für die Wahl der richtigen Arznei entscheidend, welche der folgenden Ausprägungen die Beschwerden des Betroffenen am besten beschreiben.

Dasselbe gilt für jede Erscheinungsform ungesunder Haare: Hilft die Selbstbehandlung mit Globuli nicht, sollte Rat bei einem Arzt mit der Zusatzbezeichnung Homöopathie eingeholt werden, der im Gegensatz zu Heilpraktikern ein approbierter Arzt und in der Lage ist, klinische Ursachen festzustellen.

Weitere Maßnahmen zur Behandlung von Haarausfall

Nicht immer muss Haarausfall medikamentös oder sogar operativ behandelt werden. Oft ist er das Symptom einer Imbalance des gesamten Organismus. Gelingt es, das körpereigene Gleichgewicht wiederherzustellen, kommt das in vielen Fällen den Haaren zugute. Zugleich ist wichtig zu betonen, dass naturheilkundliche Maßnahmen bei einigen Formen des Haarausfalls wie dem erblich bedingten oder kreisrunden Haarausfall nur bedingt helfen.

Hier sind einige zusätzliche Maßnahmen, die Sie ergreifen können:

  • Setzen Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit Biotin, Zink und Selen: Wer das eigene Haar stärken und Haarverlust vorbeugen möchte, sollte unbedingt die eigene Vitalstoffversorgung im Blick behalten und gegebenenfalls optimieren. Zudem sind eine basenüberschüssige Ernährung sowie der Verzicht auf Giftstoffe wie Alkohol und Nikotin empfehlenswert.
  • Stärken Sie Ihr Darmmikrobiom: Ein unausgeglichenes Mikrobiom kann sich negativ auf den gesamten Organismus und nicht zuletzt auch auf die Haare auswirken. Um Ihr Mikrobiom und auf diese Weise auch Ihre Haare zu stärken, sollten Sie regelmäßig ballaststoffreiche Lebensmittel sowie fermentierte Produkte (z.B. Sauerkraut, Kimchi, Kefir) verzehren.
  • Reduzieren Sie Stress: Ein gutes Stressmanagement ist die wichtigste Stellschraube, um stressbedingtem Haarausfall vorzubeugen diesen zu bekämpfen. Yoga, Meditation, Autogenes Training oder gezielte Atemübungen sind Techniken, die sich hierbei vielfach bewährt haben.
  • Vermeiden Sie strenge Zöpfe oder haarschädigendes Styling: Ein starker Zug auf das Haar kann die Kopfhaut belasten und zu vermehrtem Haarverlust führen. Verzichten Sie daher auf straff zurückgebundene Zöpfe und weitere strenge Frisuren.
  • Pflegen Sie Ihr Haar schonend und natürlich: Die Pflegeprodukte, die Sie für Ihr Haar verwenden, sollten frei von Konservierungsmitteln oder Parfum sein. Gerade bei empfindlicher Kopfhaut können solche Produkte Haarausfall begünstigen oder verschlimmern.

Die Therapie erfolgt angepasst an die festgestellte Ursache des Haarausfalls.

Hinweis: Die auf Globuli.de zur Verfügung gestellten Informationen sowie Kommentare und Diskussionsbeiträge können und dürfen nicht zur Erstellung eigenständiger Diagnosen und/oder einer eigenständigen Auswahl und Anwendung oder Absetzung von Arzneimitteln, sonstigen Gesundheitsprodukten oder Behandlungsmethoden verwendet werden. Die auf Globuli.de zur Verfügung gestellten Inhalte sind sorgfältig erarbeitet und werden in regelmäßigen Abständen auf ihre Richtigkeit überprüft und aktualisiert.

Diese Informationen dienen nur zu Informationszwecken und ersetzen keine professionelle medizinische Beratung. Konsultieren Sie immer einen Arzt oder qualifizierten Gesundheitsdienstleister, wenn Sie Fragen zu Ihrer Gesundheit haben.

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