Verklebte Haare: Ursachen und effektive Lösungen

Frauen sprechen oft von einem „Bad Hairday“, wenn die Haare nicht so wollen, wie sie sollen. Meistens lässt sich das Problem mit einer pflegenden Haarwäsche oder einem Friseurbesuch beheben. Wenn "Bad Hairdays" jedoch zur Regel werden, kann dies ein Warnsignal des Körpers sein.

Brüchig, strohig, dünn - wenn sich Haare verändern, steckt oft nur unpassende Pflege dahinter. Aber das Haar kann auch Signale aussenden, die auf eine Erkrankung deuten. Darauf sollten Sie achten.

Ursachen für verklebte Haare

Wieso Haare verfilzen kann viele Gründe haben. Jedoch führt fast jedes Knoten-Problem auf eine falsche oder nicht vorhandene Pflege der Haare zurück. Trockenes, sprödes Haar ist besonders anfällig für Knoten und Verfilzungen.

  • Falsche Haarpflege: Oftmals nutzen wir für unsere Haare die falschen Shampoos, Conditioner und Co. Am besten ist es, sich beim Profi beraten zu lassen und gegebenenfalls eine Haaranalyse zu machen.
  • Zu viele Produkte: Wir benutzen häufig zu viele Produkte, deren Rückstände sich am Haar ablagern und es austrocknen, da keine neue Pflege oder Feuchtigkeit durchdringen kann. Auch zu häufiges Haarewaschen trocknet die Haare langfristig aus.
  • Färben: Wer sich die Haare färbt, sollte darauf achten, dass die Haare nicht zu oft mit Colorationen behandelt werden, da auch das Färben strapaziert das Haar und macht es anfällig für Verfilzungen.
  • Hitze: Regelmäßige Hitzezufuhr in Form von Haare föhnen, glätten oder locken kann ebenfalls Grund für verfilzte Haare sein. Die hohen Temperaturen trocken das Haar aus und lassen es strohig werden. Dadurch verheddern sich die Haare schnell und es bilden sich Knoten. Um deine Haare vor der Hitze zu schützen, verzichte keinesfalls auf ein gutes Hitzeschutzspray und gönne ihnen öfter mal eine kleine Verschnaufpause.
  • Äußere Umstände: Jedoch liegt es nicht immer an der Pflege, dass verknotete Haare entstehen. Auch äußere Umstände wie trockene Heizungsluft oder das Tragen von Mützen und Schals kann dazu führen, dass sich (gerade am Hinterkopf) verfilzte Stellen bilden.

Hier sind einige weitere Faktoren, die zu Veränderungen der Haarstruktur und somit zu verklebten Haaren führen können:

Mögliche Gesundheitliche Ursachen

  • Schilddrüsenprobleme: Bei einer Fehlfunktion der Schilddrüse gehen oft Haare verloren, da die Schilddrüsenhormone T3 (Trijodthyronin) und T4 (Thyroxin) einen direkten Einfluss auf haarbildende Zellen haben. Eine Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose) kann dazu führen, dass jedes einzelne Haar immer dünner und feiner wird, die Haare sich verwirren und schlecht frisierbar werden. Vor allem wird der Schopf bei einer Unterfunktion der Schilddrüse trocken, brüchig und glanzlos.
  • Hormonschwankungen: Wird das Haar insgesamt dünner, sind meist Schwankungen der Sexualhormone schuld. In den Wechseljahren beklagen viele Frauen den Verlust ihrer schönen Mähne. Ein Überangebot an Testosteron ist verantwortlich. Gleichzeitig können sie schneller fettig werden - schuld ist der sinkende Östrogenspiegel.
  • Vitamin- und Mineralstoffmangel: Eine schlechte Vitamin- und Mineralstoffversorgung kann das Haar brechen lassen. Besonders Biotinmangel wirkt sich negativ aus.
  • Medikamente: Eine ganze Reihe von Medikamenten haben Haarausfall als mögliche Nebenwirkung: Abgesehen von den Krebs-Chemotherapeutika können Blutdruck- oder Blutfett-Senker, Blutverdünner, diverse Antibiotika, Säureblocker und Psychopharmaka das Haarwachstum stören.

Weitere Ursachen

  • Stress und Überlastung: Stress, Überlastung, Vitaminmangel, Nebenwirkung von Medikamenten zeigen sich in glanzlos mattem Haar.
  • Infektionen: Vorübergehender Haarausfall kann durch eine schwere Infektion ausgelöst werden: etwa Grippe, Scharlach, Gürtelrose oder Syphilis kommen dafür in Frage.
  • Ernährung: Eine fleischlose Ernährung kann aufgrund von Eisenmangel ebenfalls Haare schwinden lassen. Vor allem junge Vegetarierinnen müssen in dem Fall für Ersatz sorgen, da auch jede Monatsblutung zu Lasten der Eisenspeicher geht.

So kann man verfilzte Haare schnell entwirren

Lösungen und Tipps gegen verklebte Haare

Um das zu vermeiden, bzw. dafür zu sorgen, dass sich Knoten immerhin wieder schnell und einfach lösen, kannst du dem verfilzten Haar mit den folgenden Tipps entgegenwirken.

Vorbeugende Maßnahmen

  • Feuchtigkeitsspendende Spülungen: Da meist sehr trocknes, sprödes Haar zu Verfilzungen neigt, ist Feuchtigkeit das A und O bei der Pflege von verfilzten Haaren. Besonders Spülungen helfen extrem dabei, Knoten zu lösen und zu verhindern. Eine Spülung macht verfilztes Haar besonders weich und geschmeidig, sodass es viel leichter zu kämmen ist. Auch ein Leave-in-Conditioner hilft und sorgt für kämmbares Haar.
  • Richtige Trocknung: Egal, ob dünnes Haar, glattes Haar, dickes Haar oder Locken, sie mit einem Frotteehandtuch trocken zu rubbeln sorgt für Haarbruch und verfilzt beanspruchtes Haar. Besser ist es, wenn du feuchte Haare mit dem Handtuch trocken tupfst oder ein Microfaserhandtuch oder -haarturban verwendest. Lass die nasse Mähne daher am besten an der Luft trocknen oder verwende die Kaltfluftfunktion deines Föhns.
  • Haare flechten: Hast du besonders widerspenstiges oder langes Haar das oft verfilzt, hilft es, die Haare nicht immer offen zu tragen. Erst recht, wenn du beispielsweise starkem Wind ausgesetzt bist. Am besten ist es, wenn du deine Mähne zu einem Zopf flechtest. So können keine Knoten entstehen. Wer im Winter oft Knoten am Hinterkopf durch das Tragen von Mützen und Schals hat, der sollte öfter einen geflochtenen Zopf oder Dutt tragen.
  • Nicht mit offenen Haaren schlafen: Durch das hin und her wälzen im Schlaf entsteht ordentlich Reibung. Das sorgt nicht nur für kaputtes Haar, sondern auch verfilzte Haare am Hinterkopf. Es lohnt sich also die Mähne vor dem zu Bett gehen zu flechten oder zu einem Dutt einzudrehen. Für einen Schlaf, der für gesünderes Haar sorgt, solltest du mal über die Anschaffung von einem Satin-Kopfkissen nachdenken. Diese beugen Haarbruch und Knotenbildung vor.
  • Regelmäßiger Haarschnitt: Natürlich ist ein regelmäßiger Besuch beim Friseur ebenfalls unerlässlich, um verfilztem Haar vorzubeugen. Kaputte Spitzen sollten alle 8 bis 10 Wochen geschnitten werden, damit dein Haar gesund bleibt.

Verfilzte Haare entwirren

Hartnäckige Knoten und Verfilzungen lassen sich am besten in nassem Haar entwirren. Dafür unter der Dusche die verfilzten Haare mit ordentlich viel Conditioner einschmieren. Fahre anschließend mit den Fingern durch die Mähne, um grobe Verknotungen zu lösen. Stößt du auf Widerstand, nehme etwas mehr von der Spülung zur Hand. Diese Technik eignet sich auch besonders, um Locken im nassen Zustand zu entwirren, ohne ihre Struktur aufzulösen.

Möchtest du nicht bis zur nächsten Haarwäsche warten, um einen besonders nervigen Knoten zu lösen, kannst du verfilztes Haar auch im trockenen Zustand entwirren. Hierfür eignen sich spezielle Entwirr-Sprays, die du auf die betroffene Stelle sprühen kannst, um sie anschließend mit einem Kamm oder einer Bürste zu lösen.

Richtiges Kämmen

Gerade bei zu Haarbruch neigendem Haar sollte mit äußerster Vorsicht vorgegangen werden. Du kämmst deine vom Scheitel abwärts? Lass das künftig. Wenn du auf Knoten stößt, ziehst du diese weiter nach unten und es verheddern sich noch mehr Haare. Außerdem wirst du dir dadurch einige Haare ausreißen.

Besser ist es, die Haare von den Spitzen aufwärts zu kämmen. Greife dir dafür in die untere Partie deiner Haare und bürste erst diese sanft durch, bevor du dich weiter nach oben arbeitest. Erst dann kannst du vom Ansatz abwärts bürsten. Wichtig: Halte deine Haare dabei gut unter Spannung!

Spezielle Entwirr-Bürsten eignen sich am besten zum Lösen von Knoten und Verfilzungen. Diese sind besonders sanft zum Haar, verhindern Haarbruch und gleiten einfacher durch widerspenstige Mähnen ohne zu ziepen.

Hausmittel gegen verfilzte Haare

Verfilzen deine Haare schnell dann kannst du auch zu tollen Hausmitteln greifen, um das trockene Haar wieder geschmeidig zu pflegen.

  • Kokosöl: Kokosöl ist besonders reichhaltig, pflegend und sorgt für kämmbares Haar. Gebe davon einfach etwas in die Längen und kämme die verknoteten Haare.
  • Olivenöl und Avocado: Eine nährende Haarkur aus Olivenöl und Avocado versorgt deine Mähne mit viel Feuchtigkeit und lässt müdes Haar strahlen. Dafür einfach eine reife Avocado pürieren und mit zwei Esslöffel Olivenöl verrühren. Die Maske anschließend einmassieren und nach einer kurzen Einwirkzeit von 10 Minuten mit Wasser auswaschen.
  • Eigelb und Honig: Um nicht zur Schere greifen zu müssen, eignet sich auch eine Haarkur aus Eigelb und Honig zum Entfernen von Verknotungen. Dafür einfach Eigelb und Honig 1:1 vermengen und anschließend einmassieren. Nach Bedarf kannst du auch noch etwas Olivenöl beimischen. Das ganze lässt du dann 20 Minuten einwirken, bevor du es wieder auswäschst.
  • Apfelessig-Spülung: Apfelessig gilt als wahres Wundermittel, auch für verfilzte Haare. Einfach nach der Wäsche mit dem Hausmittel durchspülen.

Spezielle Probleme und Lösungen

Schuppen

Die Bildung von Schuppen hängt mit der Physiologie der Haut zusammen: Ununterbrochen erneuert sich die Haut und stößt jeden Tag mehrere Milliarden Hornzellen ab. Meist sind Schuppen zwar unappetitlich, aber harmlos. Manchmal jedoch sind die schuppigen Veränderungen an der Kopfhaut erste Anzeichen für ernste Hauterkrankungen wie Schuppenflechte oder Neurodermitis.

Grob zu unterscheiden sind 2 Arten von Schuppen: trockene Schuppen (seltener) und fettige Schuppen (häufiger).

  • Trockene Schuppen: sind häufig Folge einer trockenen Kopfhaut, bedingt durch falsche Haarpflege oder trockene Heizungsluft. Achtung: Hier sind entfettende Antischuppen-Shampoos kontraindiziert!
  • Fettige, verklebte Schuppen: treten dagegen häufig zusammen mit einer Seborrhö auf, also einer übermäßigen Talgproduktion der Kopfhaut. Hier eignen sich zur Behandlung antimykotische Shampoos oder Lösungen, etwa mit Ketoconazol, die das Pilzwachstum hemmen und in der Regel 2 bis 3 mal pro Woche angewendet werden. Zusätzlich helfen entfettende Shampoos und Produkte mit Selendisulfid.

Fettige Haare am Hinterkopf

Wenn die Haare am Hinterkopf schnell fettig werden und komisch kleben, verwende Pflegeprodukte (Shampoo/Spülung) gegen fettiges Haar und achte vor allem auch darauf, dass du dein Haar nicht überpflegst. Nimm lieber mal NUR Shampoo und keine Spülung usw. und massiere besonders an der betroffenen Stelle das Shampoo gründlich ein. Und beim Ausspülen musst du noch gründlicher sein - so lange spülen und am besten mit kühlem Wasser, bis deine Haare sich wirklich von allen Resten des Shampoos etc. befreit haben.

Zusätzlich kannst Du am Hinterkopf mit Trockenshampoo arbeiten. Da dies eine pudrige Konsistenz hat kleben die Haare nicht und überschüssiges wird aufgesaugt. Somit kannst Du den Effekt etwas hinauszögern.

Die natürliche Alternative: Pfefferminztee! Einen sehr starken Pfefferminztee kochen und wenn der abgekühlt ist ihn Stück für Stück über die Haare und Kopfhaut geben.

Verfilzte Extensions entwirren

Um verfilzte Extensions zu vermeiden, solltest Du folgende Punkte beachten:

  • Benutze für Deine Extensions stets die passenden Pflegeprodukte.
  • Genau wie für Deine Naturhaare ist eine kontinuierliche Haarpflege und der regelmäßige Gang zum Friseur das A und O für wunderschöne, gepflegte Extensions.
  • Bürste Deine Haare vor dem Schlafengehen gründlich durch.
  • Flechte Deine Echthaar Extensions vor dem zu Bett gehen zu einem lockeren, geflochtenen Zopf.
  • Bürste Extensions nicht im nassen Zustand!

Kommst Du trotz intensiver Pflege mit Deinen verfilzten Extensions nicht mehr zurecht, empfehlen wir Dir den Gang zum Haarstudio Deines Vertrauens. Der Profi weiß, was zu tun ist und hilft Dir weiter.

Das Haar verändert seine Farbe

Wer seine Haare durch eine Chemotherapie verloren hatte, ist oft überrascht, dass sie in einem viel helleren oder auch dunkleren Farbton nachwachsen als sie vorher hatten. Werden die Haare weiß, ist das ein typisches Alterungszeichen. Geschieht das in jungen Jahren, sind meist die Gene verantwortlich.

Als Krankheitssignal kann vorzeitiges Ergrauen die Basedowsche Krankheit begleiten, eine besondere Form der Schilddrüsenüberfunktion. In der Naturheilkunde gilt frühes Ergrauen auch als Zeichen für die Übersäuerung des Körpers.


Tabelle: Ursachen und Lösungen für Haarprobleme
Problem Mögliche Ursachen Lösungen
Brüchiges Haar Überstrapazierung, Vitaminmangel (Biotin) Nahrungsergänzungsmittel (Biotin), schonende Behandlung
Dünner werdendes Haar Schilddrüsenüberfunktion, Hormonschwankungen Ärztliche Behandlung, hormonelle Haarwuchsmittel
Stumpfes, glanzloses Haar Stress, Überlastung, Vitaminmangel, Schilddrüsenunterfunktion Stressabbau, ausgewogene Ernährung, ärztliche Behandlung
Schuppige Kopfhaut Veranlagung, Neurodermitis, Schuppenflechte, Pilzerkrankungen Anti-Schuppen-Shampoos, Hautarzt konsultieren
Haarausfall Infektionen, Medikamente, Eisenmangel, Stress Geduld, Haarwuchsmittel, Nahrungsergänzungsmittel
Verklebte Haare Falsche Pflege, zu viele Produkte, Hitze, äußere Umstände Richtige Pflege, Hausmittel, schonende Behandlung

Mit etwas Geduld und intensiver, behutsamer Pflege lassen sich verfilzte Haare gut entwirren und auch langfristig vermeiden. Jedoch solltest Du stets beachten: Auch wenn Du lange Naturhaare hast und dich ungern von Deiner Mähne trennen möchtest - sind diese splissig und neigen bereits zum Haarbruch - müssen sie gekürzt werden. Auch die besten Pflegeprodukte retten nämlich extrem geschädigtes Haar nicht.

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