Haarausfall ist ein weit verbreitetes Problem, das Männer und Frauen gleichermaßen betrifft. Haarausfall kann sehr belastend sein und das Selbstwertgefühl sowie das persönliche Wohlbefinden stark beeinträchtigen.
Eine oft unterschätzte, aber bedeutende Ursache für diffusen Haarausfall ist Eisenmangel. Eisenmangel ist eine der häufigsten Ursachen für Haarausfall. Das Spurenelement ist für den Sauerstofftransport zu den Haarfollikeln verantwortlich, es stärkt und nährt die Haarwurzeln.
Besonders Frauen sind betroffen, da ihr Eisenbedarf durch Menstruation, Schwangerschaft oder vegetarische Ernährung erhöht ist. Besonders bei Frauen ist Haarausfall durch Eisenmangel weit verbreitet. Anämie ist eine häufig übersehene Ursache für Haarausfall, obwohl sie das Haarwachstum erheblich beeinträchtigen kann.
Haarausfall durch Eisenmangel bezeichnet einen Zustand, in dem der Körper nicht genügend Eisen zur Verfügung hat, um die für das Haarwachstum notwendigen Prozesse aufrechtzuerhalten. Eisen ist ein essentielles Spurenelement, das entscheidend an der Bildung von Hämoglobin beteiligt ist - dem Protein, das Sauerstoff im Blut transportiert. Wenn dem Körper Eisen fehlt, werden auch die Haarwurzeln nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt.
Ursachen für einen Eisenmangel können vielfältig sein: Eine einseitige Ernährung, starke Menstruationsblutungen, chronische Blutverluste oder eine Schwangerschaft zählen zu den häufigsten Auslösern. Ein Mangel kann sich über Monate oder Jahre entwickeln.
Mehr als 500 Millionen Menschen weltweit leiden an Eisenmangelanämie - sie ist damit eine der häufigsten Formen der Blutarmut. Ohne ausreichend Eisen ist die Sauerstoffversorgung der Haarfollikel beeinträchtigt. Das wirkt sich negativ auf den Zellstoffwechsel aus, was dazu führen kann, dass die Haarwurzeln geschwächt werden. Die Folge: Die Haare werden brüchig, dünner und fallen vermehrt aus.
Ein niedriger Hämoglobinwert bedeutet, dass die Haarwurzeln schlechter mit Sauerstoff versorgt werden. Das kann die Haarproduktion verlangsamen und zu vermehrtem Ausfall führen. Wenn der Körper nicht ausreichend Eisen zur Verfügung hat, sinkt der Hämoglobinwert, was die Sauerstoffversorgung der Haarwurzeln beeinträchtigt.
Der Mensch muss Eisen mit der Nahrung aufnehmen. Eine ausgewogene Ernährung enthält meistens ausreichend Eisen, um den Tagesbedarf von 10 bis 15 Milligramm zu decken. Doch der Körper kann über die Zellen im Darm nur fünf bis zehn Prozent des Eisens aus der Nahrung resorbieren. Der Rest wird mit dem Stuhl ausgeschieden.
Das im Fleisch enthaltene Häm-Eisen kann der Körper dabei besser aufnehmen als Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln. Gemüse, Kräuter und Obst enthalten insgesamt weniger Eisen.
Es gibt Inhaltsstoffe, die die Eisenaufnahme fördern, und andere, die sie erschweren. Phytinsäure, die beispielsweise in den Randschichten von rohem Getreide oder in unverarbeiteten Sojabohnen vorkommt, und Oxalsäure (etwa in Rhabarber, aber auch in vielen eisenreichen Lebensmitteln wie Mangold, Mandeln, Spinat, Weizenkleie) können das Eisen so stark binden, dass es kaum vom Körper aufgenommen werden kann. Vitamin C hingegen verbessert die Aufnahme von Eisen.
Wenn du Haarausfall durch Eisenmangel vermutest, ist ein Bluttest zur Bestimmung des Ferritinwertes sinnvoll. Insbesondere den Ferritinwert, da dieser die Eisenspeicher im Körper widerspiegelt.
Bei Verdacht auf Eisenmangel wird die Hausärztin oder der Hausarzt eine Klärung der Ursachen einleiten. Wichtig ist vor allem die ausführliche Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese) mit Dokumentation der Lebens- und Ernährungsgewohnheiten, Vorerkrankungen und Medikamenteneinnahme.
Mit einer Blutabnahme werden dabei drei Parameter überprüft, die Eisenmangel und seine Ausprägung detailliert nachweisen können. Die drei wichtigsten Untersuchungen bei Verdacht auf Eisenmangel:
Haarausfall durch Eisenmangel ist reversibel - vorausgesetzt, der Mangel wird rechtzeitig erkannt und behandelt. Die gute Nachricht: Haarausfall durch Eisenmangel ist in den meisten Fällen nicht dauerhaft. Allerdings ist Geduld gefragt. Der Körper benötigt zunächst ausreichend Eisen und andere Nährstoffe, um die Haarfollikel zu regenerieren.
Bei einem leichten Eisenmangel ist es sinnvoll, erst mal auf eisenreiche Lebensmittel zu setzen. Eisen bei Haarausfall ist essentiell, doch nicht jede Eisenquelle wirkt gleich stark. Tierische Produkte enthalten Hämeisen, das der Körper besser aufnimmt. Pflanzliches Eisen benötigt zur besseren Verwertung Vitamin C.
Eine eisenreiche Ernährung ist essenziell. Besonders empfehlenswert sind rotes Fleisch, Leber, Linsen, Kichererbsen, Kürbiskerne, Hirse und grünes Blattgemüse. Die gleichzeitige Aufnahme von Vitamin C (z. B. durch Zitrusfrüchte oder Paprika) fördert die Eisenresorption.
Tee, Kaffee, Milchprodukte und kalziumreiche Nahrung können die Eisenaufnahme hemmen. Deshalb sollten eisenreiche Mahlzeiten möglichst getrennt von diesen Lebensmitteln eingenommen werden.
Die Regeneration der Haarwurzeln braucht Zeit. Auch bei optimaler Behandlung kann es 3 bis 6 Monate dauern, bis sich sichtbare Veränderungen zeigen. Entscheidend ist Kontinuität.
Aktuelle Studien empfehlen einen Ferritin-Zielwert von mindestens 70 ng/ml, um den Haarzyklus zu normalisieren. Dieser Wert sollte im Verlauf regelmäßig kontrolliert werden.
Bei chronischem Eisenmangel sollte die Grunderkrankung (z. B. Magen-Darm-Erkrankung, starke Monatsblutung) unbedingt behandelt werden - andernfalls kommt es wiederholt zu Haarausfall.
Haarausfall durch Eisenmangel ist eine häufige, aber behandelbare Ursache für diffusen Haarverlust. Wer seine Blutwerte kennt, auf seinen Körper hört und gezielt gegensteuert, kann seine Haare stärken und regenerieren.
Eine pflanzliche Ernährung bedeutet nicht automatisch, dass Vegetarier:innen oder Veganer:innen unter Eisenmangel leiden. Wer sich bewusst ernährt, kann sogar eine ähnliche oder teils höhere Eisenzufuhr erreichen als Mischköstler*. Allerdings ist wichtig zu wissen, dass Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln für den Körper deutlich schlechter verfügbar ist als Eisen aus tierischen.
Es gibt viele pflanzliche Nahrungsmittel, die Eisen enthalten, wie zum Beispiel Hülsenfrüchte, grüne Gemüsesorten, Vollkornprodukte und Nüsse. Allerdings wird das darin enthaltene Eisen (dreiwertiges Eisen) schlechter vom Körper verwertet als das zweiwertige Eisen, das in Fleisch enthalten ist (sogenanntes „Häm-Eisen“).
Um die Eisenaufnahme aus pflanzlichen Quellen zu verbessern, empfiehlt es sich, eisenreiche Lebensmittel wie Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Nüsse, Samen und grünes Blattgemüse mit Vitamin-C-reichen Nahrungsmitteln wie Paprika, Zitrusfrüchten oder Beeren zu kombinieren. Denn Vitamin C fördert die Aufnahme von pflanzlichem (Nicht-Häm-) Eisen im Darm deutlich.
Indikationen für Supplementierung Eisenmangel ist weit verbreitet, mehr als jede 10. Frau leidet darunter. Gerade wenn die Eisenversorgung aufgrund der eigenen fleischarmen oder fleischlosen Essgewohnheiten vielleicht nicht ganz optimal ist, empfiehlt es sich, vorsorglich Eisen in niedrigen Dosierungen zu sich zu nehmen, um einen Mangel zu vermeiden. Achten Sie daher auf mögliche Symptome einer unzureichenden Eisenversorgung, wie Müdigkeit, Haarausfall oder ein Gefühl der Erschöpfung.
Sollten Sie Fragen zu Ihrem persönlichen Eisenstatus haben, können Sie sich z.B. an Ihre:n Ärzt:in oder an Ihre Apotheke wenden.
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