Ulla Kock am Brink: Eine Karriere im Rampenlicht und ihr Comeback im TV

Eigentlich hatte Ulla Kock am Brink gar keine Karriere im Rampenlicht geplant. Doch dann wurde sie unverhofft eine der bekanntesten und beliebtesten Fernsehmoderatorinnen hierzulande.

Die Anfänge und der Weg ins Fernsehen

Aufgewachsen ist die Tochter eines Orthopäden und einer Hausfrau gemeinsam mit ihren drei Geschwistern in Bottrop, wo sie Anfang der 1980er-Jahre ihr Abitur machte. Anschließend verschlug es die junge Frau in die Presse, für die Lokalausgabe der ''WAZ'' schrieb Ulla Kock am Brink Sportberichte. Doch nach eigenen Aussagen traute sie sich damals den Beruf der Journalistin nicht zu, also sattelte sie um.

Drei Jahre lang studierte Kock am Brink Sozialwissenschaft, Germanistik und Spanisch, anschließend noch Sonderpädagogik in Köln. Während ihres Studiums arbeitete Ulla Kock am Brink nebenbei hinter den Kulissen beim WDR und machte dort solch einen guten Eindruck, dass keine Geringeren als Jürgen von der Lippe, Rudi Carrell und John de Mol sie fürs Fernsehen entdeckten. Den Uni-Abschluss konnte sie sich sparen, die TV-Karriere versprach eine rosige Zukunft.

Die Erfolge im TV

Ulla Kock am Brink: Hochzeit mit 58! So lebt die Gameshow-Königin heute

Ab Ende der 1980er-Jahre übernahm Ulla Kock am Brink die Moderation zahlreicher Shows, vor allem Gameshows. Zu ihren bekanntesten Formaten zählten "Verzeih mir", "Glücksritter", die "Lotto-Show", "Ca$h" und "Die perfekte Minute". Doch am erfolgreichsten war die RTL-Spielshow "Die 100.000 Mark Show", die von 1993 bis 1998 über die Bildschirme flimmerte.

Aber Ulla Kock am Brink war nicht nur mit Quotenhits gesegnet, in ihrer TV-Karriere gab es auch ein paar Flops, so beispielsweise ihr eigener Late-Night-Talk "Ulla Kock am Brink Show" auf ProSieben und die gemeinsame Talkshow mit Jörg Thadeusz "Leute am Donnerstag" im rbb.

Private Negativschlagzeilen

Zudem gab es auch private Negativschlagzeilen für Ulla Kock am Brink. Anfang der Nullerjahre bandelte sie mit dem Fernsehproduzenten Theo Baltz an, der damals noch mit der Moderatorin Sabine Christiansen verheiratet war. Ulla Kock am Brink und Theo Baltz gaben sich trotz aller Kritik 2003 das Ja-Wort, doch die Ehe wurde nach sieben Jahren wieder geschieden. Heute ist Ulla Kock am Brink glücklich mit dem Rechtsanwalt Peter Fissenewert verheiratet, das Paar lebt gemeinsam auf Sylt.

Das Comeback und die Zukunft

Und auch beruflich gab es im Jahr 2022, nachdem es einige Zeit ruhiger um Ulla Kock am Brink geworden war, erfreuliche Neuigkeiten. RTL schuf ein Revival des Fernsehklassikers "Die 100.000 Mark Show" und Ulla Kock am Brink nimmt alle Fans auf eine Zeitreise in die Vergangenheit mit. Ulla Kock am Brink kehrt mit der Kultshow "Die perfekte Minute" zurück ins TV. Nachdem sie im vergangenen Jahr ihr Comeback mit der "100.000 Mark Show" feierte, führt sie ab Montag, 13. März 2023, täglich um 19:00 Uhr auf Sat.1 wieder durch "Die perfekte Minute".

Die Beweggründe für das Comeback

Ulla Kock am Brink: Das war eine Herzenssache. Ich moderiere sowieso nur aus zwei Gründen. Zum einen muss ich dafür brennen. Sonst kriege ich das auch allein vom Kraftaufwand nicht hin. Zum anderen war ganz entscheidend, dass ich zeigen wollte, was eine ältere Frau im Fernsehen neben ihren männlichen Kollegen so hinbekommt. Denn dieses Schubladendenken muss aufhören, dass Frauen über 40 oder 50 keine Unterhaltungsshows mehr machen dürfen. Diese Schubladen haben mich schon immer gestört. Bei Männern ist egal, wie sie aussehen oder wie sie altern. Aber Frauen haben gefälligst immer auszusehen wie 30. Deswegen hat es mir gefallen, dass ich zeigen kann, was ich draufhabe.

Die "100.000 Mark Show" und "Die perfekte Minute"

Für mich war die Neuauflage der Show wie ein Wiedersehen mit einer alten Freundin, die man aus den Augen verloren hatte - die Chemie stimmte sofort. Mir hat es viel Freude gemacht, und ich glaube, die Zuschauer haben das auch so empfunden. Ich habe nach der ersten Ausstrahlung viel Positives gehört und gelesen. Das ist nicht selbstverständlich, und ich habe mich sehr darüber gefreut.

Ich schätze die Emotionalität in dieser Sendung, unsere Kandidaten und Kandidatinnen sind extrem aufgeregt. Sie haben zu Hause geübt und müssen dann das Geübte in der Sende-Situation abrufen. Was ich sehr gerne mag, ist das Mitfiebern, das habe ich schon immer geliebt. Genau wie den erlösenden Moment, wenn es klappt. Auch das Publikum geht total mit. Alle haben ein positives oder auch bedauerndes Gemeinschaftserlebnis - aber es ist ein Gemeinschaftserlebnis. Das ist in der heute doch recht zersplitterten Gesellschaft ein ganz wunderbarer Moment.

Die Rolle ihres Mannes

Auch wenn ich die Sendungen schon mal gemacht habe, hat sich in den Shows viel getan. Sie sind dynamischer geworden und ich habe viel mehr Freiräume als früher. Ich kann so viel talken, wie ich will, ich kann ins Publikum gehen oder selbst Spiele ausprobieren. Das früher eher starre Konzept ist sehr weich und flexibel geworden. Das ist sehr schön, birgt am Anfang aber auch die Gefahr, dass man das Timing nicht so richtig draufhat. Wenn mein Mann dann im Publikum sitzt und mir ein gutes Feedback zurückspielt, gibt mir das Sicherheit. Gerade in den ersten zehn Shows war es gut für mich, dass er in meiner Sichtachse war und immer genickt hat. Diese kleinen Bestätigungen auf Vertrauensbasis haben mir geholfen. Er ist eben kein Schleimer, sondern er weiß ganz genau, ob was gut oder nicht so gut ist, weil er auch die nötige Distanz hat.

Das Leben auf Sylt

Wir haben dann hier auf Sylt durch Glück eine Mietwohnung gefunden. Erst wollten wir es aufteilen, im Wechsel zwei Wochen auf Sylt und zwei Wochen in Berlin verbringen. Das haben wir zwei Monate ausprobiert, aber damit habe ich mich nicht wohlgefühlt. Eine Wohnung wird schließlich erst ein Zuhause, wenn man darin lebt. Also haben wir uns kurzerhand entschieden, ganz nach Sylt zu ziehen. Hier fühlen wir uns eindeutig wohler. Das hatte vielleicht auch etwas mit Corona zu tun, dass wir einen Wunsch nach Sicherheit hatten.

Uns wurde Berlin vom Umgang, den politischen und wirtschaftlichen Unabwägbarkeiten einfach ein bisschen zu rough. Hier auf Sylt fühlen wir uns friedlicher, das tut uns gut im Moment. Mir gefällt es wahnsinnig gut, dass wir den Vornamen unseres Postboten kennen, der uns anruft, wenn er ein Paket für uns hat. Außerdem gibt es hier keine Stadtneurotiker: Das sind alles ziemlich erwachsene, mit sich im Reinen befindliche Menschen. Wir reden mit ihnen über das Leben oder auch Gesellschaftspolitik und Familienangelegenheiten. Wir haben hier ganz andere Themen als in Berlin, es ist alles eher menschlich geprägt. Auch die wunderbare Natur bereitet uns Freude. Wir haben hier ein Geborgenheitsgefühl, die Insel gleicht mich aus.

Ulla Kock am Brink und Schönheitsideale

Ulla Kock am Brink zeigte sich im vergangenen Jahr nach langer TV-Abstinenz erneut vor der Kamera. Vor ihrem Comeback einen Beauty-Doc aufzusuchen, kam für sie nicht infrage. "Das kam für mich deshalb nicht infrage, weil ich es persönlich für mich nicht möchte. Ich habe nichts dagegen, wenn andere das tun, wenn sie es denn nur für sich täten. Aber viele Frauen machen es aus einem vermeintlichen Schönheitsideal oder Jugendwahn heraus, machen das abhängig von äußerlichen Umständen, von einem äußerlichen Druck und das halte ich für fatal", lautet Ullas Fazit zum Thema Besuche beim Beauty Doc.

Als klar war, dass sie ihre alten Gameshows wieder aufleben lässt, stand für sie daher fest, dass sie ohne Schönheits-OPs, Botox und Co. vor der Kamera stehen wird: "Ich selber habe für mich überlegt: 'Also wenn, dann machst du das jetzt so, wie du bist und mal sehen, was kommt.' Und bisher sind da null negative Reaktionen gekommen."

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