Frisuren sind seit jeher ein Ausdruck von Persönlichkeit und Kultur. In Russland und anderen osteuropäischen Ländern spiegeln sie oft eine Kombination aus Tradition, Schönheitsidealen und modernen Einflüssen wider.
In den ehemaligen Ostblockstaaten wird Schönheit oft als harte Arbeit betrachtet. Makellose Fingernägel, perfekt gezupfte Augenbrauen, rosige Haut, tolles Make-up und natürlich eine perfekte Frisur gehören zur Standardausstattung.
Eine russische Kosmetikerin in Berlin erklärt: «Die Russin feiert ständig kleine Feiertage, indem sie sich schön macht». Dies beweist Tradition, denn schon das russische Bürgertum im 19. Jahrhundert legte besonderen Wert auf Festkleidung.
In der Sowjetunion war es besonders schwer, vernünftige Kleidung zu organisieren. Ansonsten nähte man in Russland so viel es ging selbst oder ließ schneidern. Gerade wegen der Knappheit war und ist Mode so wichtig.
Die Kulturhistorikerin Anna Tikhomirova erklärt: «Auto und Haus fielen ja als Statussymbole weg, auch deshalb haben Pelzmäntel so eine Bedeutung. Auch heute gilt in der ehemaligen UdSSR: Je teurer die Kleidung, desto höher der soziale Status.»
Bulgarische Mädchen und Frauen sind stolz auf ihr fantastisches, glattes und doch gewelltes Haar. Die meisten Mädchen haben dunkelbraunes oder schwarzes Haar, auch wenn man in den Städten Bulgariens oft Blondinnen und Rothaarige antrifft.
Moderne Bulgarinnen passen auf ihr Aussehen auf, indem sie gute Kosmetikprodukte gebrauchen, um ihre Schönheit intakt zu halten. Eine der häufigsten Prozeduren in den Salons ist die Epilation.
Viele bulgarische Mädchen sind augenscheinlich sehr athletisch. Eine der häufigsten Prozeduren in den Salons ist die Epilation.
Natürlich blondes kräftiges Haar wird gebraucht für die immer mehr in Mode kommende Haarverlängerung. Strähnenweise wird es an die echten Haare einer Kundin geknotet oder unmittelbar auf die Kopfhaut geklebt. Die größten Märkte dafür sind die USA - und Deutschland.
Die Firma Capelli belli (schöne Haare) hat in der gesamten ehemaligen Sowjetunion ein Netz von "Blondinen-Kundschaftern" aufgebaut. Sie lassen ihre Handzettel in den Friseursalons zurück, schalten Annoncen in der Lokalpresse oder sprechen direkt langmähnige oder bezopfte Frauen an.
In den letzten Wochen war der Edgar Cut - eine moderne Version des Topfschnitts - ein Medienthema und oft auch eine haarige Angelegenheit. Die Männerfrisur «Edgar»: Das ist oben längeres, wuscheliges Haar, gar Dauerwelle, und eine harte Kante am Pony - und dann ganz akkurat ausrasiert an den Seiten und hinten.
Erst war der Schnitt wohl Mode in Nord- und Südamerika. Der Name soll auf den Baseballspieler Edgar Martínez zurückgehen, manche nennen auch den 90er-Jahre-Rapper Edgar Esteves.
Diane Weis, Professorin für Modejournalismus in Berlin, erklärt: «Die Zuschreibung als "hässlich" oder "Oma-Frisur" - das sehen viele 18-Jährige einfach gar nicht so, weil es für sie historisch unbelastete Looks sind.»
Geprägt sei das von türkischen und arabischen Bräuchen, Einflüssen afroamerikanischer Kultur oder auch von Latinos. «Wer eine akkurate Frisur will, der geht dann öfter zum Barber. Und das ist dann auch ein soziales Event.
Viele Frauen kennen das nur schon länger, dass ein Friseurbesuch durchaus ein Mental-Health-Tool sein kann, also dass es gut tut, sich Zeit für sich selber zu nehmen. Man bekommt danach Komplimente in den Kreisen, die einem wichtig sind, man fühlt sich einfach gut.»
Viele Männer aus Osteuropa tragen extrem kurzgeschorene Haare. Es scheint, als ob diese Herren zu rund 90% ihre Haare wirklich extrem kurzgeschoren tragen, wirklich so als ob die alle ganz frisch vom Militärdienst entlassen worden sind oder so.
Zur Lebensweise ultraorthodoxer Juden gehören strenge Regeln für die Haartracht: Will sich ein Mann rasieren, dann darf er das nicht mit einem Messer tun, sondern nur mit einem Rasierapparat. Die Schläfenlocke, die Pejot, muss hingegen immer dran bleiben.
Tikhomirova selbst fällt mit ihren Sandalen und der dunklen Brille an ihrer Bielefelder Universität sicher nicht auf: „Ich finde deutsche Mode schön und bequem, weil die Weiblichkeit bei den deutschen Frauen nicht so künstlich, agressiv und demonstrativ in den Vordergrund gerückt wird, sondern viel natürlicher und unaufdringlicher rüber kommt.“
Sie kennt andere, die ihre Meinung teilen. „In russischen Internetforen wird viel über solche Fragen diskutiert, und man liest da immer auch mal, wie frei die deutschen Frauen sind.“
Tatsächlich erklärt einem das russische Personal in Luxusboutiquen nur zu gerne angesichts von wolkenkratzerhohen Absätzen, wie unfassbar bequem die Schuhe seien.
Die Frauen sind anspruchsvoll, aktiv, aggressiv, stärker als der Mann. Sie wollen Geld von ihren Männern. In keinem Falle sind sie Feministinnen. Ein starker Mann ist gefragt, und die junge Bulgarin ist in keinem Fall unterworfen, sondern eigenwillig und anspruchsvoll, unerschwinglich und mit hohen Konsum-Normen.
Die beliebteste maskuline Zier ist eine Kette von speziellem Gewebe, wie ein dickes Seil, die Dicke einer Fahrradkette, und die Länge einer Halskette, in silberner Farbe.
Russische und osteuropäische Frisuren sind ein Spiegelbild von Tradition, Kultur und modernen Einflüssen. Von der Bedeutung der Schönheitspflege in der Sowjetunion bis zu den aktuellen Trends wie dem Edgar-Schnitt und der Haarverlängerung, die Vielfalt ist groß. Die Schönheitsideale und die Rolle der Frau spielen dabei eine wesentliche Rolle, wobei traditionelle Werte und moderne Ansprüche oft miteinander verschmelzen.
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