Türkische Haarentfernungsmethoden: Von Tradition bis Moderne

Ungewollten Haarwuchs möglichst einfach loswerden - wer will das nicht? Weltweit sind dafür die unterschiedlichsten Techniken populär. Die einen lassen kunstfertig den Faden kreisen, die anderen setzen auf mikrochipgesteuerte Laser. Bis heute besitzt die Haarentfernung in unterschiedlichsten Kulturen einen hohen Stellenwert. Entsprechende Verfahren setzten sich im Westen verhältnismäßig spät durch. Bis dahin war die islamische Welt Vorreiter.

Haarentfernung ist keine Erfindung der Neuzeit. Schon in der Jungsteinzeit standen Menschen auf haarlose Glätte. Darauf weisen archäologische Funde von Rasierinstrumenten aus Stein, Silex oder Muscheln hin. Später, in den Zivilisationen von Ägypten, Griechenland und Rom, entfernten vor allem Wohlhabende ihre Körperhaare oder ließen das von Bediensteten erledigen. Das schloss auch den Intimbereich ein, wie man erhaltenen Statuen und Malereien ansieht. Männer strebten ebenso nach Haarfreiheit wie Frauen. Körperbehaarung galt als typisch für die unteren Volksschichten - und für sogenannte „Barbaren“, worunter man fremdsprachige Ethnien verstand. Das elitäre Körperideal hatte auch auf der anderen Seite des Ozeans Anhänger.

Heute noch verwendete Enthaarungspasten wurden dort fast unverändert schon vor Jahrhunderten angerührt. Bei diesem persisch Halawa, türkisch Ağda oder englisch Sugaring genannten Verfahren kommt eine zähe Masse aus Zucker, Zitronensaft und Wasser auf die Haut. Ähnliche Resultate lassen sich mit der altehrwürdigen persischen Fadenmethode erzielen. Hier wird ein verzwirbelter Faden über die Enthaarungszone geführt. Damit erfasst man die Haare und rupft sie einzeln heraus. Das gilt als ausgesprochen effektiv, aber langwierig. Für Zupf- und Rupfarbeit ist beim Menschen reichlich Gelegenheit. Durchschnittlich wachsen rund fünf Millionen Haare auf unserem Körper. Ein Großteil davon ist so fein, dass man sie kaum bemerkt.

Rasieren, Sugaring und Epilation

In den westlichen Ländern bleibt die Haarentfernungstechnik Nr. 1 das Rasieren. Möglich wurde das durch die Innovationen des US-Amerikaners King Camp Gillette. Er entwickelte in den 1890er Jahren die erste moderne Rasierklinge. Rasieren geht relativ schnell und einfach, erst recht mit modernen Elektrogeräten. In Sachen Nachhaltigkeit jedoch steht es hinter älteren Epilationstechniken zurück. Der Rasierer kappt das Haar knapp oberhalb der Hautoberfläche und lässt die Wurzel intakt. Das Haarwachstum wird dadurch nicht gebremst. Das macht das Ergebnis ausgesprochen flüchtig.

Sugaring, das ihm sehr ähnliche Waxing, Fadenmethode oder elektrische Epilierer setzen eine Etage tiefer an. Bei dieser sogenannten Epilation wird die Wurzel mit entfernt. Sie ist umhüllt vom Haarfollikel (Haarbalg) und sitzt in der Dermis (Lederhaut), der Hautschicht, die sich an die Hautoberfläche (Epidermis) anschließt. Die Regeneration braucht gewöhnlich einige Wochen, bis dahin ruht die Neubildung der Haare. Die Epilation bietet Vorteile gegenüber der Rasur.

Weder Rasieren noch die verschiedenen Verfahren der Epilation sorgen für stärkeres Haarwachstum. Es kann aber sein, dass dieser Eindruck entsteht, weil frisch nachwachsende Haare borstiger wirken. Die mechanische Epilation, die die Wurzeln mit beseitigt, bremst sogar das Haarwachstum. Die Haare werden eher feiner und wachsen langsamer. Selbst nach langjährig wiederholter Anwendung gehen sie aber nicht ganz weg.

Weitere Aspekte der Haarentfernung

Vermutlich hatte die steinzeitliche Haarentfernung ursprünglich den Zweck, Milben und Läusen weniger Angriffspunkte zu bieten. Das ist nicht mehr überall auf der Welt ein Thema. Die Geruchsfrage aber schon. Manche Menschen vermuten, Körperhaare förderten den Schweißgeruch. Schweiß selbst ist geruchsneutral. Die ungeliebten Dünste kommen von bestimmten Hautbakterien, die Schweiß verstoffwechseln. Regelmäßiges Waschen bietet Abhilfe. Wenn man länger keine Duschkabine von innen gesehen hat, können Achselhaare den Schweißgeruch aber schon verstärken. Denn mit der Haarpracht vergrößert sich die Oberfläche, wo Schweißreste sich ablagern und Bakterien Nahrung bieten.

Was den Intimbereich anbetrifft, sollte man auch noch an etwas anderes denken. Schamhaare tragen wie ein Fächer zur Verbreitung von Pheromonen bei. Diese Sexuallockstoffe werden über die apokrinen Schweißdrüsen abgegeben. Diese Drüsen befinden sich größtenteils in der Intimzone, aber auch unter den Achseln. Auf mögliche Sexualpartner können Pheromone anziehend wirken. Komplette Haarfreiheit in den entsprechenden Zonen sorgt definitiv für weniger Lockduft. Wegen des optischen Eindrucks favorisieren viele doch glatte Haut.

Forscher wollten wissen, was regelmäßiges Rasieren mit der Haut macht. Unter dem Vergrößerungsglas entdeckten sie zahllose Mikroverletzungen in Rasurzonen. Die können ein Einfallstor für Keime, Pilze und andere Krankheitserreger sein. Gefährdet ist vor allem der Intimbereich. Eine US-amerikanische Studie wies nach, dass häufiges Rasieren in dieser Region die Anfälligkeit für bestimmte sexuell übertragbare Krankheiten erhöht.

Laser-Haarentfernung: Eine dauerhafte Lösung

Für nachhaltige Haarentfernung besteht mehr Nachfrage denn je. Hierzulande favorisiert eine große Mehrheit seit Jahrzehnten haarfreie Haut. Der cleane Look wirkt hygienisch und spricht das Auge an. Gemäß einer neueren Umfrage im Auftrag des Elektronikkonzerns Philips enthaaren 91 % der Frauen ab 14 Jahren regelmäßig eine oder mehrere Körperzonen.

Die Idee, Körperhaaren mit Lichtenergie zu Leibe zu rücken, ist so alt wie die Lasertechnik selbst. In den enthaarungsfreudigen USA erkannte man früh deren Potenzial, Haarwurzeln dauerhaft zu zerstören. 1960 entwickelte der US-amerikanische Physiker Theodore Maiman den allerersten Laser, einen Rubinlaser. Der Edelstein war das Herzstück des Geräts. Er diente dazu, das Licht zum potenten Laserstrahl zu bündeln. Experimente mit Körperhaaren waren eine der ersten praktischen Anwendungen. Tatsächlich gelang es mit dem frühen Laser, Haare zu zerstören. Allerdings wurde die umgebende Haut sehr in Mitleidenschaft gezogen.

Die kurz darauf entwickelten YAG-Laser, die einen Yttrium-Aluminium-Granat als Lasermedium verwendeten, waren verträglicher. Sie wurden bereits 1964 von der US-Gesundheitsbehörde FDA (Food And Drug Administration) für die Haarentfernung zugelassen. Allerdings generierten sie noch nicht genug Energie, um den Haarwuchs dauerhaft zu stoppen.

1994 entwickelten die Dermatologen Dr. Richard Rox Anderson und Dr. Melanie Grossman von der Harvard Medical School den ersten Laser, der mit heutigen Geräten vergleichbar ist. Mit ihm wurde es möglich, die Laserenergie auf das Haar zu fokussieren. Nach Laborversuchen testeten Anderson und Grossmann die neue Technologie an sich selbst. Erstmals gab es lang anhaltende Resultate. 1997 erreichte das Verfahren Marktreife, die FDA erklärte es als geeignet für „permanent hair removal“ (permanente Haarentfernung). Dr. Das Prinzip des Anderson-Grossman-Lasers findet bis heute Anwendung.

Solche Haarentfernungslaser arbeiten mit festen Wellenlängen. Das energiereiche Laserlicht wird über einen Behandlungskopf auf die zu enthaarende Stelle gerichtet. Die technologische Herausforderung besteht darin, gezielt das Haar anzusteuern und möglichst wenig das umgebende Gewebe. Mit den neueren Systemen gelingt das sehr gut. Die Farbpigmente des Haars, das Melanin, absorbieren das Laserlicht. Die Lichtenergie verwandelt sich in Wärme, Haar, Wurzel und Follikel werden kontrolliert erhitzt. Bei Temperaturen ab um die 70 Grad Celsius werden die Proteinketten zerstört, die das Rückgrat der Haarstruktur bilden. Der Langzeit-Effekt ist die entscheidende Verbesserung gegenüber dem Auszupfen, Zuckerpaste oder Wachs.

Bei den mechanischen Epilationsverfahren wird das Haar zwar mitsamt der Wurzel entfernt. Es behält jedoch seine Fähigkeit, sich im Follikel zu regenerieren. Der Haarbalg umhüllt die Wurzelzone und führt ihr neue Nährstoffe zu. Das funktioniert mittlerweile mit so verschiedenen Lasertypen wie Nd:YAG-Lasern, Diodenlasern oder Alexandritlasern. Das eingesetzte Lasermedium, häufig ein Kristall oder ein Gasgemisch, prägt die Benamung und beeinflusst die Eigenschaften: Absorptionsvermögen, Intensität und letztlich die Effektivität der Einwirkung auf die Haare. Bei den neueren Geräten kühlen Spezialvorrichtungen die Hautoberfläche. Das minimiert Schmerzempfindungen und verhindert Schädigungen. Die Haut kann nach Behandlungssitzungen vorübergehend gerötet sein.

Die Verödung gelingt nur bei Haaren im Wachstum. Das ist zu einem gegebenen Zeitpunkt bei etwa 15 Prozent aller Haare der Fall. Die übrigen befinden sich in Ruhe oder in einer Vorbereitungsphase. Für ein dauerhaftes Ergebnis muss man sie in diesem verwundbaren Zustand lasern. Von außen sieht man ihnen das nicht an. Darum wird die Anwendung im Abstand einiger Wochen mehrere Male wiederholt. Bei jeder weiteren Sitzung nimmt man sich die Haare vor, die noch stehen geblieben sind.

Mit der Vervollkommnung der Lasertechnologie geraten veraltete Verfahren ins Hintertreffen. IPL (Intensiv-Pulslicht) zum Beispiel kommt in ambitionierten Haarentfernungs-Studios kaum noch zur Anwendung. IPL-Systeme erzeugen Lichtblitze in einem breiteren Wellenlängenspektrum. Beim Auftreffen auf die Körperhaare bewirken auch sie einen gewissen Temperaturanstieg, der die Haarstruktur beeinträchtigt. Erfahrungsgemäß ist aber deutlich weniger nachhaltig als die fokussierte Lichtenergie eines guten Lasers. In Kosmetikstudios ist IPL noch recht beliebt, weil die Anwendung kein ausgebildetes medizinisches Fachpersonal erfordert.

Manche Menschen haben sehr viele, tief wurzelnde Haare. Aktuelle Systeme werden auch damit fertig. Sie lassen sich gezielt auf den Haar- und Hauttyp der behandelten Person einstellen. Dasselbe gilt für stärker pigmentierte, also dunklere Haut. Die Anteile des Melanins in Haaren und umgebender Haut liegen bei solchen Hauttypen nah beieinander. Ältere Laser emittierten ihr Licht zu unspezifisch, so dass die Hautpigmente dafür empfänglich blieben. Dadurch kam es zu Verbrennungen. Aktuelle Haarentfernungslaser sind exakter konfiguriert. Sie erlauben eine effektive Behandlung auch bei stärker pigmentierten Hauttypen. Lediglich bei sehr dunkler Haut kann eine Behandlung ausgeschlossen sein.

Ein Problem können sehr helle Körperhaare sein. Um Laserlicht absorbieren zu können, muss die Behaarung einen gewissen Melaninanteil aufweisen. Sehr hellblonde, weiße oder rote Haare sind jedoch ausgesprochen melaninarm. Der Laser richtet hier kaum etwas aus. Manche Patientinnen mit solchen Haaren wünschen sich aber ebenfalls eine dauerhafte Epilation, zum Beispiel wenn die Härchen trotz der hellen Farbe einen sichtbaren Flaum bilden. Dann bietet sich eine ältere Methode an, die elektrische Nadelepilation.

Bei dem Verfahren wird eine Nadel aus medizinischem Stahl in jeden einzelnen Haarkanal eingeführt. Ein hochfrequenter, kurzer Stromimpuls wird in die Haarstruktur geleitet. Der elektrische Strom ist, anders als ein Laser, nicht auf den Haarfarbstoff als Leiter angewiesen. Er zerstört die Keimzellen des Haars mit thermischer Energie. Die Methode ist ähnlich effektiv wie die Laserhaarentfernung, allerdings zeitaufwendiger. Auch bei S-thetic bieten wir sie an einigen Standorten an. Sie eignet sich vornehmlich für kleinere Behandlungszonen, zum Beispiel auch für die Brauen.

An den Standorten von S-thetic setzen wir Geräte ein, die ein ausgesprochen breites Spektrum an Haut- und Haartypen abdecken. Das Gerät ist sehr gut individuell einstellbar. In den Laserlaboratorien der großen Hersteller schläft man jedoch nicht. Neue Technologien sind in der Mache, die gleich gute Ergebnisse mit noch weniger Behandlungen erzielen können. Modernste Laser sollen zum Beispiel auch Haare ansteuern können, die gerade nicht am Wachsen sind. Für die Terminvereinbarung können Sie uns gerne anrufen oder unser Kontaktformular nutzen.

Ohrhaare entfernen: Methoden und Vorsichtsmaßnahmen

Ohrhaare sind lästig, aber tatsächlich nützlich. Jeder Mensch hat Haare in den Ohren, und das aus gutem Grund. Sie fungieren als Filter für Fremdkörper und bieten Schutz vor Infektionen. Bei Kindern, Frauen und jungen Männern sind diese Härchen in der Regel so fein und hell, dass sie mit bloßem Auge schwer zu erkennen sind.Bei vielen Männern hingegen werden die Haare mit zunehmendem Alter immer länger und borstiger. Schuld am Wuchern der Haare ist das liebe Testosteron - beziehungsweise sein Abbauprodukt Dihydrotestosteron (DHT). Das Ärgerliche daran: Während es die Haare im Ohr und an anderen Körperteilen wie verrückt sprießen lässt, sorgt es auch dafür, dass vielen Männern die Haare auf dem Kopf ausgehen.

Auch wenn sie nervig sind: Ohrhaare sind kein Grund zur Sorge. Abfinden musst du dich damit aber natürlich nicht. Mit diesen Tipps entfernst bzw. kürzt du lästige Haare im und am Ohr schnell und schmerzfrei.

Methoden zur Ohrhaarentfernung

  • Ohrhaare entfernen mit der Schere: Kaufst du dir besser eine Sicherheits-Schere mit abgerundeten Ecken. Die gibt’s in jeder Drogerie und bei Amazon. Und lass dir am besten von einer anderen Person beim Stutzen helfen. Sicher ist sicher. Auf keinen Fall solltest du eine herkömmliche Nagelschere verwenden - ihre spitzen Enden schreien förmlich nach Verletzungen.
  • Stutzen mit dem Ohrhaartrimmer: Ein Trimmer entfernt den sichtbaren Teil der Haare. Noch besser sind spezielle Ohrenhaarschneider (gibt’s schon unter 15 Euro). Sie schneiden die Haare ohne Verletzungsrisiko und vor allem nur so weit ab, dass sie weiterhin als Filter fungieren können. Tipp: Die meisten Geräte sind Kombi-Tools für Ohren und Nase. So kannst du damit auch Nasenhaare richtig entfernen.
  • Türkische Ohrhaarentfernung mit Feuer:

    Master the Art of Turkish Singeing: How to Safely Remove Hair with Fire

    Die Haare an den Ohren lassen sich auch mit einer kleinen Flamme beseitigen. Doch vorsichtig! Vertraue bei dieser Methode auf die Fertigkeiten eines Barbers, niemals auf deine eigenen. Der Männerfriseur entfernt die nervigen Härchen in den Ohren mit einer Art kleinen Fackel - ruckzuck und schmerzfrei. Klar, die Ohren werden dabei heiß, aber Verbrennungsgefahr besteht nicht! Das Ergebnis hält ungefähr 2 Wochen an.

Benutze auf keinen Fall eine Pinzette oder Wachs, um die Haare an und in den Ohren loszuwerden, das kann zu bösen Verletzungen und Entzündungen führen. Im schlimmsten Fall entsteht ein fieses Furunkel. Schmerzhaft wird’s auch, wenn sich die Haare beim Nachwachsen in die Haut hineinschieben - so ein eingewachsenes Haar ist gerade am Ohr äußerst unangenehm. Du hast trotzdem gezupft und die Ohren schmerzen? Dann solltest du unbedingt einen Arzt konsultieren. Auch von der Verwendung von Enthaarungscremes ist an dieser empfindlichen Körperstelle dringend abzuraten.

Fazit zur Ohrhaarentfernung

Die Ohrhaare zu kürzen gehört genauso zu einem gepflegten Erscheinungsbild wie der regelmäßige Friseurbesuch. Allerdings dienen die Haare im Ohr auch als natürliche Schmutzfilter. Daher solltest du sie niemals ausreißen, um den Schutz nicht zu verlieren und die empfindliche Haut nicht zu verletzen, was im schlimmsten Fall zu einer Infektion führen kann.

Nasenhaare entfernen mit der türkischen Methode

Um lästige Nasenhaare zu entfernen gibt es viele Möglichkeiten, zum Beispiel die türkische Methode. Wenn Nasenhaare sehr lang werden und aus der Nase hervorstehen, können Sie die Ästhetik stören. Türkische Barbiere können Abhilfe schaffen.

Bei der türkischen Methode wird ein langes Wattestäbchen in hochprozentigen Alkohol getränkt und angezündet. Die Methode funktioniert komplett schmerzfrei, lediglich das Ohr wird etwas warm und danach riecht es nach verbranntem Haar. Gefahr vor Verbrennungen besteht nicht, wenn Sie sich einem erfahrenen Friseur anvertrauen.

Vorsicht: Probieren Sie diese Methode nie bei sich selbst aus! Überlassen Sie diese Arbeit einem Profi, um gefährliche Verbrennungen in Nase oder dem ganzen Gesicht zu vermeiden.

Abgerundete Schere: Mit einer kleinen, abgerundeten Schere können Sie manuell Ihre Nasenhaare abschneiden.

Türkische Barbiere im Wandel der Zeit

Samstagnachmittag. Reges Treiben auf der legendären Kölner Keupstraße. Neben Kebabrestaurants, Brautmodengeschäften und Import-Export-Läden stechen besonders die skurrilen Namen der zahlreichen Männerfriseure ins Auge. Einer davon der TIRASCHCI. Beim Eintreten schlägt einem ein intensiver Geruchscocktail entgegen. Es riecht nach warmem Haar, Seife, Aftershave und ganz viel Testosteron. Die Einrichtung: Ein auf Hochglanz polierter Marmorboden, ein großes Bild mit der Istanbuler Skyline, Ventilatoren über jedem Frisiertisch, alles in schwarz-weiß, männlich, dominant. Die Spiegel erinnern an Discotoilettenspiegel. Ein bisschen Glitzer und Glamour darf also schon sein. Der Laden ist voll, die Atmosphäre dynamisch, geschäftig und trotzdem entspannt.

Friseurmeister Cemil, 40, bärtig, tätowiert, kommt ursprünglich aus der türkischen Hauptstadt Ankara und lebt seit 2001 in Deutschland. Seit vier Jahren arbeitet er bei TIRASCHCI. “Der Laden hieß anfangs nur Friseur Mustafa, nach dem Namen des Inhabers benannt“, so Cemil. Später kam dann der Name TIRASCHCI (im türkischen korrekt traşçı - Anm. d. Red.) hinzu. Das bedeutet der Rasierer bzw. der der rasiert.

Cemil stylt einem Kunden die Haare. Neben dem klassischen Haareschneiden und der Pflege des Bartes und Moustaches wird auch die Haarentfernung wahlweise mit Faden, Wachs und Feuer angeboten. Außerdem gibt es verschiedene Gesichtsmasken, wie Feuchtigkeits- oder Schlammmasken. Die schwarze Peel-Off-Maske gegen Mitesser ist der Renner zurzeit. Von „Ayıp!“ also keine Spur mehr. Die türkischen Männer sind, was Beautybehandlungen angeht, in den letzten Jahren meilenweit über sich hinausgewachsen. Mittlerweile verbringen sie viel mehr Zeit bei ihrem Friseur und erwarten einen hohen Wellness-Faktor. Viele genießen mit geschlossenen Augen eine ausgedehnte Kopf- und Nackenmassage.

Die Haarentfernung mit der Fadenmethode war eines der ersten Dinge, die Cemil während seiner Ausbildung zum Barbier gelernt hat. Diese hatte ihn schon als Kind sehr fasziniert. Er erinnert sich daran, wie seine Mutter regelmäßig diese Methode bei sich anwandte. Seine Mutter war es auch, die ihn zu seinem Beruf animierte. Mehrere Jahre arbeitete er als Geselle und schloss seine Ausbildung mit einer Meisterprüfung ab. Das Ausüben seines Berufes in Deutschland läuft problemlos, allerdings kann er mit seinem Meistertitel aus der Türkei hier kein eigenes Geschäft eröffnen. Dazu müsste er erneut eine Meisterprüfung ablegen.

In letzter Zeit kursieren auf Instagram und YouTube Videos, wo Männern die Nasenhaare mit Wachs entfernt werden. Cemil warnt vor dieser schmerzhaften Methode: „Die Entfernung der Nasenhaare mit Wachs ist absolut nicht zu empfehlen, weil dadurch empfindliche Blutgefäße in der Nase verletzt werden. Deshalb bieten wir diese Behandlung bei uns nicht an.

Generell werden immer die gleichen Behandlungen gebucht: Haare schneiden, glattrasieren oder Bart und Schnurrbart stutzen und stylen. Für den Fall, dass ein Kunde unzufrieden ist, reagieren Cemil und seine Kollegen sehr flexibel und gehen auf den Kunden ein. Im besten Fall können sie ihn direkt entschädigen, indem sie z.B. den Haarschnitt korrigieren.

Stammkunden sind meistens türkische Männer. Doch in der letzten Zeit verzeichnet Cemil einen Zuwachs an deutschen Kunden bei TIRASCHCI. Sie finden die Behandlungen beim Türken umfangreicher und günstiger als bei deutschen Friseuren. Durch die familiäre Atmosphäre kommen sogar Frauen rein, um sich die Augenbrauen zupfen zu lassen.

Es fällt auf, dass fast alle sich im Raum angeregt unterhalten. Friseure sind ja bekanntlich Ersatzpsychologen und das persönliche Gespräch mit den Kunden gehört zum Service. Man erwartet automatisch hitzige politische Debatten und skandalösen Klatsch und Tratsch. Aber weit gefehlt. Meistens redet Mann über Probleme auf der Arbeit oder in der Familie. “Wir möchten auch nicht, dass hier über Politik geredet wird. Das würde die entspannte Atmosphäre zerstören. Wir wollen, dass unsere Kunden sich bei uns rundum wohlfühlen und entspannen können.

Über noch etwas wird viel geredet: Die Liebe. Wie überwinde ich meinen Liebeskummer? Wie beeindrucke ich meine Traumfrau? Womit kann ich meine Freundin überraschen? Sowieso und überhaupt wird alles nur für die Frauen gemacht. “Viele unserer Kunden kommen zu uns am Wochenende, um sich für ihre Dates und fürs Feiern stylen zu lassen. Sie möchten für ihre Partnerinnen gut aussehen, oder planen eine neue Eroberung”, sagt Cemil mit einem Augenzwinkern.

Tabelle: Vergleich der Haarentfernungsmethoden

Methode Dauerhaftigkeit Schmerz Kosten Geeignet für
Rasieren Kurz Gering Gering Alle Körperbereiche
Sugaring/Waxing Mittel Mittel Mittel Viele Körperbereiche
Fadenmethode Mittel Mittel Mittel Gesicht
Laser Lang Mittel Hoch Viele Körperbereiche
Nadelepilation Lang Mittel Hoch Kleine Bereiche
Feuer (Barbier) Kurz Gering Gering Ohren, Nase

tags: #türkische #haarentfernung #mit #feuer #methoden

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