Trockene Haut ist eine Hauptursache für Probleme mit den Augenlidern. Die Haut um unsere Augen ist besonders dünn und empfindlich und neigt schnell dazu, Feuchtigkeit zu verlieren. Im Gegensatz zu anderen Körperbereichen besitzt die Haut der Augenpartie nur wenige Talgdrüsen und kaum oder kein Fettgewebe. Feuchtigkeit kann hier nur sehr begrenzt gebunden werden.
Ursachen trockener und schuppiger Augenlider
Verschiedene Faktoren können zu trockenen und schuppigen Augenlidern führen. Hier sind einige der häufigsten Ursachen:
- Umwelteinflüsse: Trockene Heizungsluft, kalter Wind oder starke Sonneneinstrahlung können die Hautbarriere schwächen.
- Allergische Reaktionen: Inhaltsstoffe in Pflegeprodukten, Kosmetika oder Kontaktlinsenmittel können allergische Reaktionen auslösen. Auch Stoffe, die nicht in direkten Kontakt mit der Augenpartie kommen, können die Beschwerden hervorrufen. Typische Beispiele hierfür sind Allergene in künstlichen Nägeln, Nagellacke oder Haarfärbeprodukten, die häufig durch Berührungen zu den Augen gelangen.
- Hauterkrankungen: Neurodermitis (atopische Dermatitis), seborrhoisches Ekzem oder Schuppenflechte können sich in einem Ekzem am Augenlid äußern.
- Mangelnde oder übermäßige Pflege: Mangelnde Pflege ist ein möglicher Grund für trockene Augenlider, aber nicht der Einzige. Genauso kann zu viel Pflege, z.B. durch zu häufiges Waschen und Reinigen die Haut der Augenlieder reizen.
- Meibom-Drüsen-Dysfunktion (MDD): Ist die Produktion der Lipidschicht durch die Meibom-Drüsen gestört, z.B. durch Verstopfung, spricht man von einer Meibom-Drüsen-Dysfunktion (MDD). In der Folge kommt es zu Entzündungen und einem Trockenen Auge.
Symptome und Erkennung
Typische Symptome trockener Augenlider sind:
- Rötungen
- Schwellungen
- Juckreiz
- Schuppungen
- Hautrisse
- Trockenheit
- Brennen
- Schmerzen beim Blinzeln
- Spannungsgefühl
Bei anhaltenden Entzündungszeichen spricht man von einem Augenlidekzem. Es ist wichtig, die Symptome frühzeitig zu erkennen und entsprechend zu handeln.
Was ist ein Lidekzem?
Ein Lidekzem, auch Liddermatitis genannt, ist eine nicht-infektiöse Hauterkrankung am Augenlid, die sich meist als Entzündung darstellt. Das Lid kann dabei geschwollen oder gerötet sein. In manchen Fällen entsteht auch Juckreiz und trockene Hautstellen bilden sich.
Formen des Lidekzems
- Atopisches Lidekzem: Tritt vor allem in Zusammenhang mit Neurodermitis auf.
- Kontaktekzem: Entsteht durch allergische Reaktionen auf bestimmte Stoffe.
- Seborrhoisches Ekzem: Ein gelb-schuppender, rötlicher Hautausschlag, der im Bereich der Talgdrüsen auftritt.
Anleitung zur Lidrandpflege | einfach erklärt
Pflege und Behandlung
Für die Pflege trockener Augenlider empfiehlt der Ratgeber Cremes mit hohem Wasseranteil und feuchtigkeitsspendenden Zusätzen wie Panthenol und Hyaluron. Produkte sollten frei von potenziellen Allergenen und zu fettenden, abdeckenden Stoffen sein.
Empfohlene Wirkstoffe in Augenpflegeprodukten
- Ceramide: Stärken die natürliche Barrierefunktion der Haut und erhöhen den Feuchtigkeitsgehalt.
- Hyaluron: Sorgt für eine gut durchfeuchtete, pralle Haut.
- Niacinamid: Mildert Hautirritationen und Entzündungen.
- Jojobaöl: Wirkt sich positiv auf trockene Haut aus.
Die Lidrandhygiene beinhaltet Wärmeapplikation, Massage und Reinigung der Lidränder. Die Lidrandreinigung erfolgt mittels Reinigungstüchern und durch Einmassieren entsprechender Cremes oder Gele. Die Reinigung der Augenlider mittels Reinigungstüchern ermöglicht die Entfernung von Schuppen, Talgablagerungen und Verklebungen an den Augenlidern und am Wimpernansatz.
Basispflege bei Lidekzem
- Feuchtigkeit versorgen: Die Hautschutzbarriere stärken und die Haut regenerieren.
- Produkte aus der Apotheke: Verwenden Sie ausgewiesene Gesichts- und Augenpflegeprodukte aus der Apotheke, um Rötungen oder Entzündungen zu mildern.
- Toleriane Dermallergo Augen: Die Anwendung der Augenpflege TOLERIANE Dermallergo Augen von La Roche-Posay ist wissenschaftlich bei Lidekzem getestet und eignet sich speziell bei zu Allergien neigender Haut.
Hausmittel gegen trockene Augenlider
Einige Hausmittel können schnell und unkompliziert zur Linderung der Beschwerden beitragen:
- Olivenöl: Hilft der trockenen Hautpartie, die Feuchtigkeit zurückzuerhalten.
- Aloe Vera: Wirkt sehr feuchtigkeitsspendend und hilft der Haut bei der Regeneration und Nährstoffversorgung.
- Kühle Umschläge: Kühle und feuchte Abschminkpads oder Baumwolltücher auf den Augen helfen gegen den Juckreiz.
- Milchprodukte: Quark und Joghurt kühlen und spenden der Haut Feuchtigkeit.
Wichtige Tipps zur Vorbeugung und Pflege
Neben der richtigen Pflege spielt auch der individuelle Lebensstil eine wichtige Rolle. Hier sind einige zusätzliche Tipps, um trockenen Augenlidern entgegenzuwirken:
- Ausreichend schlafen: Sorgen Sie für ausreichend Entspannung und Schlaf.
- Viel Wasser trinken: Eine Wasserzufuhr von etwa zwei Litern am Tag kann sich positiv auf den gesamten Organismus auswirken.
- Ausgewogen ernähren: Ein abwechslungsreicher Speiseplan mit frisch zubereiteten Nahrungsmitteln unterstützt ein ausgeglichenes Hautbild.
- Lauwarm waschen: Verwenden Sie kein heißes Wasser für die Gesichtsreinigung.
- Pausen einlegen: Gönnen Sie sich bei langen Arbeiten am Bildschirm regelmäßig Pausen.
- Sanfte Reinigung: Nutzen Sie milde, augenfreundliche Reinigungsprodukte.
Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?
Bei starken, chronischen oder wiederkehrenden Beschwerden, insbesondere bei Verdacht auf eine Kontaktallergie, ist der Besuch einer Hautarztpraxis ratsam. Als ersten Schritt sollten Sie Ihren Arzt kontaktieren und Ihre Augen begutachten lassen.
Behandlungsoptionen durch den Arzt
- Topische Cremes und Salben: Entzündungshemmende Cremes wie topische Steroide oder nicht-steroidale Optionen können von Hautärzt*innen verschrieben werden, um Symptome zu lindern.
- Antihistaminika: Diese können bei einer allergischen Reaktion helfen, den Juckreiz zu reduzieren und den Schlaf zu verbessern.
Zusammenfassung
Trockene und schuppige Augenlider können verschiedene Ursachen haben, von Umwelteinflüssen über Allergien bis hin zu Hauterkrankungen. Eine sorgfältige Pflege mit feuchtigkeitsspendenden Cremes und die Vermeidung von Reizstoffen sind entscheidend für die Behandlung und Vorbeugung. Bei anhaltenden Beschwerden sollte ein Arzt aufgesucht werden, um eine genaue Diagnose und geeignete Therapie zu erhalten.
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