Hannover: Heimat von Kunst, Musik, Philosophie und technischem Fortschritt

Hannover ist und war die Heimat vieler bedeutender Persönlichkeiten, die in Kunst, Wissenschaft und Sport über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus bekannt geworden sind.

SCORPIONS - BIG CITY NIGHTS (Live in Hannover, Heinz von Heiden Arena - 60 Jahre Scorpions)

Vom technischen Fortschritt bis hin zur Musik hat Hannover viel zu bieten.

Die berühmten Nanas von Niki de Saint Phalle am Leineufer in Hannover.

Kulturelle Ikonen aus Hannover

Zum Symbol der Deutschen Wiedervereinigung wurde zum Beispiel der Song "Wind of Change" der Scorpions, die aus Hannover stammen. Auch die Band Fury in the Slaughterhouse hat ihre Ursprünge in der Stadt und erreicht mit ihren Songs ein internationales Publikum.

Die Nanas von Hannovers Ehrenbürgerin Niki de Saint Phalle sind auf der ganzen Welt bekannt und schmücken neben Hannover auch andere Städte. Sie hatte noch dazu die Idee zur Umgestaltung der Grotte in den Herrenhäuser Gärten.

Der Universalgelehrte und Philosoph Gottfried Wilhelm Leibniz und der Komponist Georg Friedrich Händel wirkten hier, und der weltbekannte Dada-Künstler Kurt Schwitters studierte und arbeitete bis 1937 in Hannover. Auch die angesehene Philosophin und Soziologin Hannah Arendt, die Werke zu Macht, Autorität und Totalitarismus verfasste, stammt aus Hannover. Sie floh 1933 aus Deutschland, ab 1941 lebte sie in den USA.

Technischer Fortschritt Made in Hannover

Emil Berliner erfand das Grammophon und die Schallplatte, Anfang der 60er Jahre entwickelte Professor Walter Bruch in Hannover das PAL-Farbfernseh-System. Hier fuhr der erste Kleinwagen von Hanomag, und Continental präsentierte den ersten Pkw-Reifen der Welt mit profiliertem Laufstreifen. Seit über hundert Jahren wird hier der Leibniz-Keks von Bahlsen gebacken, und seit über 400 Jahren ist das Broyhan-Bier aus Hannover bis weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt.

Sportliche Erfolge: Niclas Füllkrug

Fußball ist ein Weltsport, und Hannover als Fußballstadt weiß das. Niclas Füllkrug, geboren 1993 in Ricklingen, war schon früh ein herausragender Spieler, der bereits mit acht Jahren in der F-Jugend 162 Tore innerhalb einer Saison schoss. Seine ganze Familie ist dem Fußball verschrieben.

Füllkrug hat schon einige Stationen hinter sich: Werder Bremen, Hannover 96, Nürnberg, Borussia Dortmund und West Ham United. Seit 2022 ist Füllkrug auch deutscher Nationalspieler. Auch bei der Heim-EM 2024 war Füllkrug ein wichtiger Spieler.

Musikalische Vielfalt: Fury in the Slaughterhouse

Hannover ist nicht umsonst eine der UNESCO Cities of Music. Einige international bekannte Gruppen starteten ihre Reise von hier, darunter auch die Band Fury in the Slaughterhouse, die 1987 gegründet wurde und so manchen Ohrwurm produziert hat. Der große Durchbruch kam Anfang der 1990er mit dem Album "Mono". Insgesamt veröffentlichte die Band mehr als 15 Alben.

Politische Karriere: Annalena Baerbock

Annalena Baerbock, die gebürtige Hannoveranerin, hat lange Zeit in Pattensen gelebt und dort erste Erfahrungen im Journalismus gesammelt. Seit 2005 ist Annalena Baerbock im politischen Betrieb tätig, zuerst als Mitarbeiterin einer Abgeordneten im EU-Parlament und ab 2013 selbst als Mitglied des Bundestages. Am bekanntesten dürfte sie in der breiten Öffentlichkeit aber seit ihrer Kandidatur als Bundeskanzlerin 2021 sein. Teil des Bundeskabinetts wurde Baerbock aber dennoch - bis 2025 als erste Außenministerin in der Geschichte des Landes.

Annalena Baerbock im Interview mit CNN.

Düzen Tekkal: Einsatz für Menschenrechte

Erst im Juni 2024 war Düzen Tekkal wieder in Hannover: Die 1978 in der Stadt geborene Journalistin und Sozialunternehmerin trug sich ins goldene Buch der Stadt ein und erhielt zu diesem Anlass auch die Stadtplakette für ihr Eintreten als "Streiterin für Menschenrechte und faire Integrationsdebatten". Mit ihrem Dokumentarfilm "Háwar - Meine Reise in den Genozid" hat Düzen Tekkal den Völkermord an den Jesid*innen durch den IS für ein globales Publikum sichtbar gemacht.

Scorpions: Die Hymne der Wiedervereinigung

Wer jemals einen Rückblick zum Mauerfall im Fernsehen gesehen oder sogar miterlebt hat, kennt die Scorpions spätestens daher. Das Lied "Wind of Change" ist zu einer Hymne der Wiedervereinigung avanciert. Die Band, gegründet 1965 in Hannover, war damit im absoluten Mainstream angekommen. Vor weit mehr als einer halben Million Fans spielte die Band sowohl im damaligen Leningrad (heute: St. Petersburg) als auch in Moskau.

Giovanni di Lorenzo: Vom freien Autor zum Chefredakteur

Giovanni di Lorenzos Leben begann weit entfernt von Hannover, nämlich in Schweden. Von Schweden aus ging es über verschiedene Stationen, auch über Rom, schließlich nach Hannover. Hier besuchte er erst das Ratsgymnasium, später die Tellkampfschule. Einer breiten Öffentlichkeit ist di Lorenzo heute durch seine Talkshow 3nach9 bekannt, die er schon seit 1989 moderiert. Nebenher ist Giovanni di Lorenzo seit 2004 Chefredakteur der Wochenzeitung DIE ZEIT aus Hamburg.

Ursula von der Leyen: Eine europäische Karriere

Ursula von der Leyen stammt eigentlich nicht aus Hannover. Geboren wurde sie 1958 in Belgien und zog erst später, 1971, nach Hannover, wo sie an der MHH Medizin studierte. Die Karriere Ursula von der Leyens ist geprägt von vergleichsweise schnellen Aufstiegen. Vom Mitglied der Regionsversammlung zog sie in den Niedersächsischen Landtag ein, wurde 2003 Ministerin unter dem damaligen Ministerpräsidenten Wulff. Schon zwei Jahre später wurde sie zur Bundesministerin ernannt.

Niki de Saint Phalle: Eine besondere Beziehung zu Hannover

Mit Hannover verband sie eine über 30-jährige Freundschaft: Niki de Saint Phalle. Ihre Zuneigung zur Stadt an der Leine drückte die Weltkünstlerin eindrucksvoll zuletzt im Herbst 2000 in einem Satz aus: "I have a very special feeling for Hanover". Die Aufstellung der drei bunten, voluminösen Nanas aus Polyester am hannoverschen Leineufer 1974 hatte Proteststürme bei einigen HannoveranerInnen ausgelöst, brachte aber auch eine lebhafte und tiefgreifende Diskussion über Kunst im öffentlichen Straßenraum. Mittlerweile werden die Nanas, die rasch zu Wahrzeichen der EXPO-Stadt avancierten, geliebt.

Lola Fischel: Überleben im Nationalsozialismus

Die Geschichte von Lola Fischel ist eine, wie Sie in der Zeit des Nationalsozialismus nicht oft vorgekommen ist, denn sie hat überlebt. Geboren 1914 im heutigen Polen wurde sie 1943, mit 29 Jahren, zusammen mit ihrem Bruder nach Auschwitz deportiert, später nach Bergen-Belsen. Die beiden waren die einzigen in der Familie, die überlebt haben, ihr Bruder wanderte nach dem Krieg nach Israel aus.

Heinz Zylstra: Diamantener Meisterbrief im Friseurhandwerk

1953 bestand Heinz Zylstra vor der Handwerkskammer Düsseldorf die Prüfung als Friseurmeister. Durch einen Freund, der Friseur war, kam der heute 84-Jährige zu seinem Beruf. Im Salon Quinkertz auf der Kasinostraße in Kleve begann er am 1. April 1944 die Lehre, die vom 5. Oktober 1944 bis 1. November 1945 durch eine Evakuierung unterbrochen wurde. Er lernte den Haarschnitt, die Dauerwelle und das Färben. Als Geselle trat er der Kolpingsfamilie bei. Dann besuchte er ein halbes Jahr die Meisterschule in Duisburg und bestand am 14. März 1953 vor der Handwerkskammer Düsseldorf die Prüfung als Friseurmeister.

Wichtige Stationen im Leben von Heinz Zylstra
Jahr Ereignis
1944 Beginn der Lehre als Friseur im Salon Quinkertz
1948 Ablegung der Gesellenprüfung
1953 Bestandene Prüfung als Friseurmeister
1961 Selbstständigkeit mit einem Damensalon in Kleve
1998 Sohn Thomas übernimmt den Salon

Andreas Brandwein: 16 Jahre Trainer beim VfL Theesen

16 Jahre ist im Fußball eine halbe Ewigkeit. So lange Trainer einer Mannschaft zu sein, ist eine ungewöhnliche und herausragende Leistung. Andreas Brandwein hat beim VfL Theesen eine Ära geprägt. Besonders baff war Andreas Brandwein über die Grüße aus Wien vom Ex-Bremer Andreas Herzog. „Wahnsinn, Andi Herzog ist mein einziges Idol, da habe ich mich wirklich extrem gefreut." Für Brandwein, seit Jahren leidenschaftlicher Anhänger vom SV Werder, also eine ganz besondere Aktion.

Eckhard Mitschke: Vom VfL zum Schweizer Erstligaspieler

Als VfL-Talent wechselte Eckhard Mitschke Mitte der 50er Jahre ins Ausland. Nach seiner Rückkehr schlug er dank Volkswagen Wurzeln. 1953 zog Lachner ihn hoch. „Mit gestandenen Leuten wie Helmut Bräutigam, Otto Kielich oder Günther Litzenberg zu trainieren, das war schon toll. Mitschke mit Perücke und den Alten Herren des VfL. Vier Jahre blieb er als Lizenzspieler in der Schweiz, spielte dort in der ersten und zweiten Liga auch für den FC Sion und Concordia Basel.

Eckhard Mitschke mit Perücke und den Alten Herren des VfL.

Trainer Ludwig: Tabubrüche und Späße unter der Gürtellinie

Die Kulisse: ein ländliches Idyll mit Trecker, eine Stadiontribüne mit fünf Stehplatzreihen und der großen blauen Aufschrift "TSV Unterleumingen", die Reservebank und zwei Eckfahnen. Wiederholt wurden Videos gezeigt, wohlgemerkt solche, die man im Netz nicht zu sehen bekommt. Sein Anliegen formulierte der Trainer so: "Werte vermitteln, ein Vorbild sein, echte Momente schaffen, ein Lächeln in die Hasenscharte des jungen Mannes da hinten zaubern". Aber halt auch das "ungeschminkte, hässliche Leben" zeigen.

tags: #Ludwig #Perücke #Trainer

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