In der Tierwelt gibt es eine Vielzahl von Arten, die uns immer wieder aufs Neue überraschen. Einige dieser Tiere zeichnen sich durch besondere Merkmale aus, wie zum Beispiel auffällige Augenbrauen oder ähnliche Strukturen im Gesicht. In diesem Artikel stellen wir Ihnen einige dieser faszinierenden Geschöpfe vor.
Der Uhu (Bubo bubo) gehört zur Familie der Eulen und ist ein nachtaktiver Vogel. Seinen Namen hat er von seinem Balzruf, der wie "buoh-buoh-buoh" klingt. Uhus sind Fleischfresser und jagen bei Nacht. Ihr Kopf ist groß, sie haben ein rundes Gesicht und ihre beiden Augen sind nach vorn gerichtet. Das Gefieder der Uhus ist braun-beige meliert.
Uhus sind die größten Vertreter ihrer Familie: Sie werden 60 bis 70 Zentimeter groß und haben eine Flügelspannweite von 150 bis 180 Zentimeter. Unser europäischer Uhu hat von allen Uhu-Arten das größte Verbreitungsgebiet: Er kommt von Portugal bis Japan und von Finnland bis Indien vor. In Mitteleuropa ist er in vielen Regionen verschwunden, weil er lange Zeit sehr stark gejagt wurde. Heute stehen Uhus unter Schutz und es wird sogar versucht, sie wieder anzusiedeln.
Uhus sind perfekt auf ein Leben in der Dämmerung und in der Nacht eingerichtet. Außerdem besitzt ihre Netzhaut viel mehr Sensoren als das menschliche Auge. Den Tag verbringen Uhus gut versteckt. Dabei fauchen sie und klappern mit dem Schnabel. Uhus leben in festen Revieren, wo man sie immer wieder beobachten kann. Erst zu Jahresbeginn, wenn die Paarungszeit im Februar naht, ändert sich das.
Uhus bauen keine Nester, sondern legen ihre Eier in Felsnischen und Höhlen. Leben sie in Wäldern, legen sie ihre Eier aber manchmal auch zwischen Baumwurzeln in Erdmulden ab. Das Weibchen brütet fünf Wochen lang alleine die Eier aus. Bis zum Herbst lernen sie von ihren Eltern, was ein Uhu zum Überleben braucht. Sie machen aber auch vor Falken, Bussarden und kleineren Eulen nicht Halt. Uhus sind keine Haustiere.
Der Steinkauz (Athene noctua) findet man vor allem in westlichen Teilen Deutschlands in offenen Landschaften. Er brütet oftmals in unmittelbarer Nähe zum Menschen in Gebäudenischen, Ställen und Baumhöhlen. Den kleinen Kauz kann man relativ oft auch tagsüber beobachten, da er gerne auf offenen Sitzwarten verweilt. Seine weißen Augenbrauen verleihen ihm einen strengen Blick.
Das Gefieder an der Oberseite hat einen braunen Grundton, der stark mit weißen Tupfern übersäht ist, die am Scheitel eher fein und an der Rückseite kräftig sind. Die Unterseite ist weiß mit braunen Längsstreifen. Tagsüber verweilt er gerne auf exponierten Aussichtswarten. Seine Revierkenntnisse ermöglichen ihm in Gefahrsituationen, blitzschnell in geeignete Verstecke zu verschwinden.
Vor allem im Westen Deutschlands vertreten, besiedelt der Steinkauz gerne offene Landschaften wie Felder, Wiesen und Gärten mit Gehölzen. Sein Ruf klingt wie ein scharfes und vorwurfsvolles „kwiew“. Der Steinkauz steht in Deutschland auf der Vorwarnliste. Die Pflege und der Erhalt artenreicher, naturnaher Streuobstwiesen mit altem Baumbestand helfen dem Steinkauz. Der NABU setzt sich dafür ein, die Vielfalt unserer Tierwelt für unsere Kinder und Enkelkinder zu bewahren.
Chamäleons sind wahre Meister der Spezialeffekte. Mit ihrer wechselnden Hautfarbe können sie sich perfekt an ihre Umgebung anpassen und sich so vor Feinden schützen.
Schon Aristoteles war davon fasziniert, wie diese Tiere ihre Farbe wechseln können. Ein nahezu magischer Trick, so vermutete er, mit dem sie sich ihrer Umgebung anpassen. Auch die moderne Wissenschaft war lange davon überzeugt. Doch mittlerweile wissen wir noch von einem anderen Zweck der Zauberei: Kommunikation. Zumindest glauben Wissenschaftler das heute. Sicher können wir uns bei diesem schillernden Tier noch lange nicht sein.
Rund 40 Prozent der mehr als 200 bekannten Arten sind auf der Insel Madagaskar zu Hause. Die meisten übrigen leben auf dem afrikanischen Festland. Mehr als 20 Prozent der bekannten Arten wurden erst in den vergangenen 15 Jahren identifiziert. Mithilfe von DNA-Analysen fanden die Forscher heraus, dass manche Chamäleons zwar gleich aussehen, genetisch aber unterschiedlich sind. Zudem hat eine Gruppe südafrikanischer Wissenschaftler seit 2006 elf neue Arten entdeckt.
Milinkovitch und seine Kollegen machten sich auf die Suche und stießen auf den Kristalleffekt. Unter einer Lage von Hautzellen, die die Pigmentierung kontrollieren, entdeckten die Forscher eine weitere Schicht von Zellen. Und in diesen fanden sie Nanokristalle. Diese kleinen Kristalle reflektieren und brechen einfallendes Licht und erzeugen dadurch unterschiedliche Farben. Tatsächlich, in der Haut des Chamäleons sind die Kristalle wie auf einem Gitter angeordnet und können die Abstände zueinander verändern. Je weiter sie sich auseinanderschieben, desto weiter verschiebt sich auch die von ihnen reflektierte Farbe auf dem Lichtspektrum von Blau über Grün, Orange und Gelb bis zu Rot.
Der Hulman (Semnopithecus entellus) ist ein Schlankaffe, der in Südasien vorkommt. Wegen seiner kulturellen Bedeutung - er verkörpert den im Hinduismus sehr populären Affengott Hanuman - ist der Hulman zoopädagogisch sehr interessant. Als große, kontrastreich gefärbte Affenart spricht er auch das allgemeine Zoopublikum an und eignet sich so bestens als Botschafter für Natur- und Artenschutz auf dem indischen Subkontinent, auch wenn er selbst nicht gefährdet ist.
Mit seinem schlanken Körperbau, den langen Gliedmaßen, den schmalen langen Händen mit relativ kleinem Daumen, dem sehr langen Schwanz und dem sehr großen Kehlkopf mit Kehlsackerweiterung zur Stimmresonanz ist der Hulman der Prototyp der Schlankaffen. Er ist zudem der größte Vertreter dieser Gruppe.
Das Gesicht ist schwarz, bei älteren Tieren mit langen, borstenartigen Augenbrauen. Es ist von einem weißen Haarkranz umgeben. Das übrige Fell ist an der Oberseite silbergrau, die Unterseite ist weißlich oder orangegelb. Hulmans besiedeln unterschiedlichste Waldtypen, von tropischem Regenwald über laubabwerfende Trockenwälder bis zu Kiefer- und Zedernwälder des Gebirges. Sie halten sich auch gerne in Tempelanlagen, Parks und Gärten auf.
Die Tiere sind auf Blattnahrung spezialisiert, neben Blättern werden aber auch andere Pflanzenteile wie Früchte, Schoße, Knospen, Blüten, Baumrinde und Baumexsudate sowie Insekten gefressen. Ferner nehmen sie Erde von Termitenbauten auf. Hulmans leben in kleinen Haremsgruppen, in denen der Haremsführer seine Rolle nur für einen begrenzten Zeitraum - im Mittel etwa zwei Jahre lang - behaupten kann, in größeren, bisweilen sehr großen Gruppen bestehend aus Tieren beiderlei Geschlechts oder in Junggesellengruppen.
Nach einer mittleren Tragzeit von 200 Tagen wird in der Regel ein einzelnes Jungtier geboren. Die Jungen werden 12-13 Monate gesäugt und auch von anderen Weibchen als der Mutter betreut. Ab dem 5. Lebensmonat ersetzen sie das Jugendkleid und nähern sich der Erwachsenenfärbung an. Die Geburtsintervalle betragen etwa 16-17 Monate.
Erdmännchen (Suricata suricatta) sind kleine Raubtiere, die in heißen, trockenen Savannen Afrikas leben. Ihre auffälligsten Merkmale sind die dunklen Augenringe, der schlanke Körper und die langen Krallen. Erdmännchen leben in Afrika, vor allem in Südafrika, Namibia, Botswana und Angola. Sie sind perfekt an ihren Lebensraum angepasst.
Erdmännchen sind tagaktive Raubtiere. Morgens spitzen sie erst einmal vorsichtig aus ihrem Bau heraus, um sicherzugehen, dass am Eingang kein Feind auf sie wartet. Dann gehen sie auf Futtersuche, arbeiten an ihrem Bau oder gönnen sich ein Sonnenbad. Sie sind sehr sozial und leben in Gruppen von bis zu 30 Tieren.
Erdmännchen haben eine Körperlänge von 24-35 cm. Der Schwanz ist 19-24 cm lang. Erdmännchen haben einen langen, schlanken Körper und kurze, kräftige Beine. Wozu haben Erdmännchen dunkles Fell um ihre Augen? Erdmännchen und Präriehunde haben viele Gemeinsamkeiten: Sie haben etwa die gleiche Körpergröße, das gleiche Gewicht, die gleiche Fellfarbe und sie bauen unterirdische Tunnel. Ein ziemlich auffälliger Unterschied sind aber die Augenringe. Präriehunde haben keine.
Erdmännchen ernähren sich vor allem von Insekten wie Käfern und Schmetterlingen. Sie fressen aber auch Eier, Amphibien, Reptilien, kleine Vögel, Pflanzen und Samen. Ihre Nahrung ist sehr vielfältig. Ja, bei den Erdmännchen stehen auch giftige Schlangen und Skorpione auf dem Speiseplan. Aber wie geht das? Wie können sie diese töten und essen, ohne sich dabei zu vergiften?
Erdmännchen klettern gerne auf hohe Felsen, Termitenhügel oder Büsche und stellen sich auf ihre Hinterbeine, um möglichst viel von ihrer Umgebung zu sehen. Gleichzeitig nach Raubtieren schauen und nach Futter suchen ist anstrengend und gefährlich. Doch Erdmännchen haben eine Lösung dafür: Sie verteilen die Aufgaben untereinander. Während die einen aufpassen, können die anderen sorglos nach Futter suchen. Die „Wachposten“ geben zu Beginn ihrer „Schicht“ einen bestimmten Ruf von sich. Wenn Feinde in Sicht sind, fangen die „Wachposten“ an, zu bellen oder zu pfeifen.
Erdmännchen haben viele verschiedene Laute. Sie bellen, pfeifen, piepen, brummen, knurren, glucksen und schnurren. Sie haben auch einen „Kontakt-Ruf“, mit dem sie Artgenossen auffordern, eine Antwort zu geben. Wissenschaftler haben kürzlich entdeckt, dass sie außerdem einen kurzen „Hinweis-Ruf“ haben. Mit ihm geben sie ihrer Gruppe Bescheid, dass sie anwesend sind. Sie rufen abwechselnd immer wieder „Ich bin hier, ich bin hier!“. Erdmännchen leben in sehr heißen, trockenen Landschaften. Wie kommen sie an Wasser? Sind sie nicht immer furchtbar durstig? Die Antwort lautet überraschenderweise: Sie brauchen kein Wasser.
Erdmännchen haben ein helles Fell, das die Sonnenstrahlen zurückwirft und dadurch die Hitze erträglicher macht. Wenn ihnen dagegen kalt ist, legen sie sich auf ihren Rücken, denn unter ihrem Bauchfell haben sie schwarze Haut. Ein Erdmännchenbau ist etwa 5 m lang und hat rund 15 Ein- und Ausgänge. Dazu kommen zahlreiche Tunnel und Kammern. Sie liegen in einer Tiefe von bis zu 2 m. Erdmännchen sind sehr geschickt im Graben und Bauen von Höhlen.
Im Laufe der Evolution hat der Mensch sein Aussehen deutlich verändert. Eines von vielen Beispielen ist der Kopf: Vertreter der Gattung Homo entwickelten nach und nach größere Gehirne und ihr Schädel wandelte sich von einer länglichen zu der für moderne Menschen typischen runden Gestalt. Auch im Stirnbereich tat sich einiges. Während unsere Stirn heute eher flach ist, verfügten frühe Menschen über stark gewölbte Verdickungen über den Augen.
Forscher haben sich dieser Frage nun mithilfe biomechanischer Simulationen gewidmet und kommen zu dem Schluss: Statt einer physikalischen Bedeutung kam den markanten Verdickungen wahrscheinlich eine soziale Rolle zu. Sie könnten demnach Dominanz und Aggression signalisiert haben.
Wissenschaftler um Ricardo Miguel Godinho von der University of York haben nun überprüft, wie plausibel diese Erklärungen sind. Dafür erstellten sie ein virtuelles Modell des 125.000 bis 300.000 Jahre alten sogenannten Kabwe-Schädels. Am Computer variierten die Forscher die Größe der Überaugenwülste und beobachteten, wie sich diese Veränderungen auswirkten. Dabei stellten sie fest: Die Struktur schien keinen räumlichen Vorteil zu schaffen und war deutlich größer als nötig gewesen wäre, um den Übergang zwischen Gesicht und Schädel zu stabilisieren. Auch eine Schutzfunktion beim Kauen schien die knöcherne Verdickung nicht zu erfüllen.
Godinho und seine Kollegen glauben, dass der Struktur statt einer physikalischen womöglich eine soziale Bedeutung zukam: als visuelles Signal für Dominanz oder Aggression. Doch was eine Zeit lang praktisch war, musste irgendwann weichen: Die dicken Wülste verschwanden, die Stirn wurde flacher, die Augenbrauen beweglicher. Der Treiber hinter dieser Entwicklung war wahrscheinlich wiederum ein sozialer, wie die Wissenschaftler vermuten: „Moderne Menschen sind die letzten überlebenden Hominini. Während unsere Schwester-Spezies, der Neandertaler, ausstarb, kolonisierten wir im rasenden Tempo den gesamten Erdball und überlebten auch in extremen Lebensräumen.
An dieser Stelle kommen die Augenbrauen ins Spiel: Bewegliche Augenbrauen erlaubten den Menschen, komplexe Emotionen auszudrücken und aus fremden Gesichtern abzulesen. Durch winzige Bewegungen drücken wir Erstaunen oder Anerkennung aus und verraten unbewusst, ob wir gerade ehrlich sind oder unser Gegenüber täuschen. „Die Augenbrauen sind das entscheidende Puzzlestück, das erklärt, warum die modernen Menschen so viel besser miteinander auskamen als andere, inzwischen ausgestorbene Hominini“, sagt Spikins.
Die Tierwelt ist voller Überraschungen und faszinierender Anpassungen. Ob es sich um die markanten Augenbrauen des Steinkauzes, das Farbenspiel des Chamäleons oder die dunklen Augenringe des Erdmännchens handelt - jedes dieser Merkmale hat eine wichtige Funktion im Leben der Tiere.
tags: #tiere #mit #augenbrauen #arten
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