Seit Tessa Ganserer 2021 in den Deutschen Bundestag eingezogen ist, muss sie sich mit allerlei Anfeindungen und transfeindlichen Kommentaren auseinandersetzen. Wenig verwunderlich war es, dass einige ein neues Tattoo der Grünen-Abgeordneten instrumentalisieren wollten.
Anfang Februar zeigte die 45-Jährige das Schwarz-Weiß-Motiv, gestochen vom Nürnberger Tattoo-Artist "Hackepeter" aus dem Kollektiv Hummelstein.
Tessa Ganserer präsentiert ihr Tattoo auf Instagram (Quelle: infranken.de)
Ein auf Instagram präsentiertes Tattoo ist eigentlich wenig Grund zur Aufregung - auch wenn es bei Bundestagsabgeordneten eher selten vorkommt. Als erste Transfrau im Deutschen Bundestag gehört es wohl auch zu Ganserers Aufgaben, mit veralteten Rollenbildern aufzuräumen.
Zunächst sieht man eine Frau, deren Kopf und Unterkörper abgeschnitten sind. Die linke Hand liegt auf der Schulter. Doch dann dreht sich die Kamera um 180 Grad, und das Bild wandelt sich: Zu sehen ist eine Frau mit gespreizten Beinen, die ihre Hand vor ihren Intimbereich legt. Untermalt wird das Ganze mit dem Lou-Reed-Klassiker „Walk on the wild side“.
Die Empörung einiger Konservativer ließ nicht lange auf sich warten.
Die Lager in den sozialen Netzwerken sind klar aufgeteilt. Einige sehen eine "gespritzte Vagina", andere eine Frau, die ihre Schulter berührt. Die Debatte ist nicht neu: Bereits 2011 sorgte Bettina Wulff auf einer Gala in Bochum mit einem schwarzen Tattoo für Aufsehen.
Inzwischen haben sich mehr als jede dritte erwachsene Frau (36 Prozent) und rund jeder dritte Mann (34 Prozent) mindestens einmal tätowieren lassen.
Ganserer selbst wollte sich zu dem Tattoo auf Anfrage der Redaktion nicht äußern - wenig verwunderlich.
Die Grünen-Politikerin Tessa Ganserer und Soldatin Anastasia Biefang sind Transfrauen. Sie dienen einem Staat, der es ihnen bis heute schwer macht, sie selbst zu sein. Warum tun sie es dann?
Das Bundestagsmitglied der Grünen, Tessa Ganserer, hat nicht nur mit ihrem Tattoo, sondern auch mit anderen Aktionen für Kritik gesorgt.
So war sie bereits in Reizwäsche im Bundestag und hatte auch mit einer tätowierten Glatze in der Volksvertretung gesessen. Mit inhaltlicher Politik hat sich das Grünen-Mitglied bisher nicht profiliert.
Ein weiteres Aufsehen erregte ein Foto von Ganserer auf einer Leder-Fetisch-Messe, halbnackt in Leder gekleidet und mit der Hand im Fetisch-Höschen. Ganserer nutzt solche provokanten Bilder offenbar bewusst als Teil ihrer politischen Agenda.
Sie selbst kommentierte das Foto mit den Worten: „Ich habe ein Tattoo: My body, my rules. Und ich will diese Botschaft übermitteln. Ich habe entschieden, was ich von meinem Körper zeigen will. Und was ich in meiner Hose habe, geht nur mich etwas an.“
Die Reaktionen auf dieses Bild sind gemischt, aber überwiegend negativ. Viele Bürger fragen sich, ob solche Darstellungen mit der Würde des Bundestages vereinbar sind.
Ein Kommentator äußerte: „Das Foto ist einfach nur abartig und abstoßend.“ Ein weiterer Kommentator bemerkte: „Welche Würde des Bundestages? Die wurde doch schon längst über Bord geworfen.“
Es bleibt abzuwarten, wie sich dieser Skandal auf die politische Karriere von Tessa Ganserer auswirken wird. Klar ist jedoch, dass solche Aktionen und die damit verbundene mediale Aufmerksamkeit die Würde des Bundestages und das Vertrauen der Bürger in politische Institutionen weiter untergraben.
Die Debatte um Tessa Ganserer und ihr Tattoo ist Teil einer größeren Auseinandersetzung um Geschlechteridentität, Meinungsfreiheit und die Rolle von Politikern in der Öffentlichkeit.
Die AfD-Abgeordnete Beatrix von Storch hatte Ganserer als Mann bezeichnet und wurde dafür als "transphob" beschimpft. Uwe Steinhoff argumentiert, dass die biologische Definition von Geschlecht klar sei und Ganserer somit kein Frau sei.
Das geplante Selbstbestimmungsgesetz, das es Männern erlaubt, ihren Geschlechtseintrag durch Selbstdeklaration zu ändern, wird von Kritikern als Gefahr für Frauenrechte gesehen.
| Merkmal | Frauen | Männer |
|---|---|---|
| Produktion von Keimzellen | Eizellen | Spermien |
| Tätowiert | 36% (erwachsene Frauen) | 34% (erwachsene Männer) |
Vergleich von Frauen und Männern (basierend auf den genannten Daten)
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