Jeder Mensch hat ungefähr 80.000 bis 150.000 Haare auf dem Kopf. Jedes Haar durchläuft einen Zyklus, der aus einer Wachstumsphase (Anagenphase), einer Übergangsphase (Katagenphase) und einer Ruhephase (Telogenphase) besteht. Es ist völlig normal, dass man jeden Tag bis zu 100 Haare verliert, bei vollem Haar.
Wer das Gefühl hat, unter verstärktem Haarverlust zu leiden, sollte über einen längeren Zeitraum genau beobachten, wie viele Haare ausfallen. Wer aber nachweislich mehr Haare verliert als sonst, größere Büschel aus der Bürste und aus dem Abfluss der Dusche zieht oder das Zopfgummi plötzlich noch eine Umdrehung mehr braucht, um fest zu sitzen, kann unter einem behandlungsbedürftigen Haarausfall leiden. Auch wenn kahle Stellen entstehen oder die Haare büschelweise ausfallen, besteht Anlass zur Sorge.
Bei Haarausfall treten mehr Haarfollikel in die Ruhephase ein, sodass mehr Haare ausfallen. Der Auslöser für einen plötzlich auftretenden Haarverlust liegt bedingt durch den Haarzyklus daher meist in der Vergangenheit, in den letzten Wochen oder Monaten. Bei der Ursachenfindung sollten Sie sich fragen, was Sie in der letzten Zeit in Ihrem Alltag geändert haben.
Insbesondere Frauen sind besonders anfällig für einen plötzlich auftretenden Haarausfall. Bei Frauen gibt es grundsätzlich häufigere und stärkere hormonelle Veränderungen als bei Männern. Außerdem sind Frauen anfälliger für Mangelerscheinungen. Zusätzlich ist der Anteil an Frauen, die an einer Essstörung leiden oder spezielle Diäten durchführen, in der Regel höher als bei Männern.
Ob der Haarausfall schleichend oder plötzlich stattfindet, die dahinter liegenden Ursachen sollten abgeklärt werden.
Fast alle Menschen sind im Alter von einer senilen Alopezie betroffen. Auch bei der Traktionsalopezie nimmt die Haardicke schleichend ab.
Relativ plötzlich auftreten kann ein Haarausfall auch im Herbst. Spätestens im Winter sollten die Haare aber wieder nachwachsen.
Für den Betroffenen kann das erschreckend sein und als plötzlicher Haarausfall gedeutet werden.Viele Medikamente haben eine lange Liste an Nebenwirkungen und oft ist Haarausfall eine davon. Es kommt meist zu einem plötzlichen Haarausfall, der aber mit einer zeitlichen Latenz von zwei bis vier Monaten ab Beginn der Einnahme auftritt und auch vorkommen kann, wenn das Medikament bereits abgesetzt wurde. Andere Medikamente führen deutlich schneller zu plötzlichem starkem Haarausfall. Die bekanntesten Vertreter sind Medikamente aus der Gruppe der Zytostatika, die zur Chemotherapie einer Krebserkrankung eingesetzt werden.
Die folgenden Ursachen können für einen plötzlichen Haarausfall verantwortlich sein:
Hormonell erblich bedingter Haarausfall bei Frauen ist auch als „androgenetische Alopezie vom weiblichen Typ“ bekannt. Tatsächlich sind circa 40 Prozent aller Frauen im Lauf ihres Lebens von dieser Form betroffen. Die Veranlagung bestimmt das Ausmaß des Haarverlusts.
Kennzeichnend für den anlagebedingten Haarausfall ist, dass die Haare in bestimmten Bereichen kontinuierlich ausgehen und die Haardichte dort immer mehr zurückgeht.
Wenn bei androgenetischer Alopezie die Haarwurzeln überempfindlich auf das männliche Sexualhormon Testosteron, genauer gesagt auf das sogenannte Dihydrotestosteron (DHT) reagieren, passiert Folgendes:
Bei Frauen, die mit einer gestagenhaltigen Pille verhüten, kann diese Auslöser für androgenetische Alopezie sein. Bemerkbar macht sich der Haarausfall manchmal erst nach mehreren Zyklen und auch nach dem Absetzen der Pille kann dieser noch für eine gewissen Zeit andauern.
Umgekehrt kann aber ebenso das Absetzen von östrogenhaltigen Pillen oder Hormonersatzpräparate zu vermehrtem Haarausfall führen, der allerdings auch nur diffus und temporär sein kann.
Von diffusem Haarausfall spricht man, wenn sich das Haar auf dem Kopf insgesamt ausdünnt und die Kopfhaut stärker durchschimmert als üblich. Anzeichen dafür ist, dass täglich mehr als 100 Haare ausgehen.
Anders als beim anlagebedingten oder kreisrunden Haarausfall, bilden sich beim diffusen Haarausfall üblicherweise keine kahlen Stellen. Es passiert auch nicht, dass die Haare komplett ausfallen.
Es gibt verschiedene Faktoren, Einflüsse und Erkrankungen, die diffusen Haarausfall auslösen können. Bei einem Teil der betroffenen Menschen ist die Ursache unklar.
Findet man den Auslöser für den diffusen Haarausfall und kann ihn beheben, wachsen die Haare innerhalb eines halben bis ganzen Jahres nach.
Der wissenschaftliche Name für reaktionären oder gelegentlichen Haarausfall ist „akutes Telogen Effluvium“. Dies ist die häufigste Form des Haarausfalls bei Frauen.
Sie ist gekennzeichnet durch das Auftreten von vermehrtem Haarausfall in der Telogenphase, 2 bis 3 Monate nach dem Auftreten eines auslösenden Ereignisses. Auch die saisonalen Veränderungen im Herbst und im Frühjahr sind Faktoren, die zum Haarausfall beitragen: Dies ist bekannt als saisonaler Haarausfall.
Stress spielt hierbei eine entscheidende Rolle. Ärzte sprechen vom sogenannten diffusen Haarausfall und sehen ihn im Zusammenhang mit Stress häufiger. Zum einen schüttet der Körper vermehrt das Stresshormon Cortisol aus, welches das Haarwachstum hemmt.
Die gute Nachricht: Wenn die Belastung, und damit der Stress, vorbei ist, wächst das Haar auch wieder - häufig sogar kräftiger und stärker pigmentiert als vorher. Doch dafür müssen Betroffene zunächst herausfinden, was sie belastet, und eine Lösung dafür finden.
In der Hautarztpraxis gibt es verschiedene Möglichkeiten, sowohl dem Ausmaß des Haarverlusts als auch der Ursache für das Ausfallen der Haare auf den Grund zu gehen.
Es kann nicht pauschal gesagt werden, welche Therapie für Haarausfall am besten ist. Ob eine Behandlung oder ein Medikament wirkt, hängt maßgeblich davon ab, ob die richtige Ursache gefunden wurde.
Nicht jeder Haarausfall hat nur eine Ursache. Manchmal können auch verschiedene Gründe zusammenkommen, was die Diagnose und Therapie für den Arzt nochmals komplexer macht. Nur wenn die Ursache gefunden wurde, kann eine zielgerichtete Behandlung erfolgen.
Neben einer körperlichen Untersuchung, Befragung, Familienanamnese und eventuell einer Haaranalyse ist vor allem eine Blutentnahme wichtig. Anschließend kann eine spezifische Therapie erfolgen durch die Einnahme von Medikamenten oder Nahrungsergänzungsmitteln, einer Ernährungsumstellung oder einer Infusionstherapie.
Zur Auswahl steht zum Beispiel die PRP-Therapie, Low-Level-Laser-Therapie oder eine Stammzellen-Therapie.
Als medikamentöse Therapieoptionen stehen nur wenige Medikamente zur Auswahl. Minoxidil wird eigentlich zur Behandlung von Bluthochdruck eingesetzt, wirkt lokal angewandt aber auch gegen Haarausfall. Das Medikament Finasterid wird als Tablette eingenommen und ist ein 5-Alpha-Reduktase-Hemmer, der normalerweise zur Behandlung einer gutartigen Prostatavergrößerung eingesetzt wird.
Die Option einer Haartransplantation kommt bei plötzlichem Haarausfall erst einmal nicht infrage. Wichtig ist aber, dass der Haarverlust vor der Transplantation gestoppt wurde und nicht weiter voranschreitet.
Im Zentrum für moderne Haartransplantation sind wir zu 100% auf Haarausfall spezialisiert. Beginnend bei einer tiefgründigen Analyse, regenerativen Therapien, effektiven Behandlungswegen und Haartransplantationen.
Bei starkem Haarausfall sollten die Betroffenen zunächst Veränderungen in der nahen Vergangenheit bewerten: Welche großen Veränderungen gab es in den letzten 6 Monaten? Dazu gehören Ernährungsumstellungen, die Einnahme von neuen Medikamente, starke hormonelle Einflüsse (bspw. Eintritt in Menopause) einschneidende Lebensereignisse oder andere physische und psychische Veränderungen.
Unabhängig von diesen Überlegungen sollte bei starkem und plötzlichen Haarausfall unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Dieser kann ernstere Ursachen ausschließen oder erkennen und entsprechende Maßnahmen einleiten.
Ein Arzt kann die Ursachen für starken Haarausfall mit verschiedenen diagnostischen Methoden feststellen:
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