Viele Patienten mit Kopfhaut-Psoriasis haben Tarmed Shampoo erfolgreich zur Behandlung eingesetzt. Doch was tun, wenn dieses Produkt nicht mehr erhältlich ist? Keine Sorge, es gibt Alternativen und wichtige Informationen, die Ihnen helfen können.
Tarmed Shampoo enthielt den Wirkstoff Steinkohlenteer. Genauer gesagt, 100 g Shampoo enthielten 4 g Steinkohlenteerlösung (4 %). Weitere Inhaltsstoffe waren:
Es wurde 1- oder 2-mal wöchentlich über vier Wochen angewendet, wobei darauf geachtet wurde, dass Kopfhaut, Haar und angrenzende Bereiche ausreichend mit Schaum bedeckt sind.
Als die frühere Herstellerfirma Stiefel vom Pharmakonzern GSK gekauft wurde, gab es offiziell „technische und juristische Probleme“. Drei Jahre lang gab es Tarmed nicht auf dem deutschen Markt.
Für Deutschland „ist ein entsprechender Vertrieb zum heutigen Zeitpunkt nicht geplant“, so eine Sprecherin von STADA im Herbst 2023. Beruhigend fügte sie hinzu: „Allerdings prüfen wir regelmäßig alle Optionen“.
Viele Patienten schwören zur Behandlung ihrer Kopf-Psoriasis auf ein Shampoo mit Steinkohlenteer. Ein Teershampoo ist erfahrungsgemäß für leichte, eventuell auch für mittelschwere Fälle gedacht. Das Teer-Shampoo wird weiterhin in Portugal, Spanien und in Großbritannien angeboten - unter dem Namen Polytar und rezeptfrei.
Als Alternative können sich Patienten vom Arzt eine gleichartige Rezeptur verschreiben lassen. Ein weiterer Ersatz ist das Neutrogena T/Gel Therapeutic Shampoo. Dabei ist es wichtig, genau dieses Therapeutic Shampoo mit Steinkohlenteer (Coal Tar) zu kaufen - es gibt von der Marke auch andere Shampoos.
Präparate mit sulfoniertem Öl aus schwefelreichem Schiefer werden oft mit teerhaltigen gleichgestellt. Sie haben aber, so der Hersteller Ichthyol Gesellschaft, andere Eigenschaften und weniger Nebenwirkungen. Als Fertigpräparate gibt es zum Beispiel das Medizinal Shampoo von Dermasence oder Bionatar von faroderm (siehe unser Produktetest).
Bei Amazon sind auch Produkte mit Kiefernteer oder Birkenteer zu finden.
Im Gegensatz zu Rezepturen, die sich jeder Arzt selbst zusammenstellt, sind die NRF-Rezepturformeln wissenschaftlich wie praktisch überprüft.
In den 90er Jahren gab es Bedenken, dass der enthaltene Steinkohlenteer krebserregend sei. Wegen seines 4%-igen Steinkohle-Teergehalts war das Tarmed-Shampoo in Deutschland verschreibungspflichtig. Es wurde bei Psoriasis als einziges Shampoo von den Krankenkassen bezahlt.
Als das Harburger Institut Innolab im Auftrag von Öko- Test verschiedene Teershampoos untersuchte, entpuppten sich die meisten Flaschen als hochgradig mit PAK belastet. Das Labor stellte Werte bis zu 3280 Milligramm pro Kilo (mg/kg) fest. Viele dieser Polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK) lösen Krebs aus.
Falls du eine Alternative ohne Steinkohlenteer suchst, gibt es verschiedene Optionen. Hier sind einige Empfehlungen von anderen Betroffenen:
Neben der Wahl des richtigen Shampoos gibt es weitere Maßnahmen, die du zur Pflege deiner Kopfhaut ergreifen kannst:
Die vererbbare Schuppenflechte tritt bei etwa einem Prozent der Weltbevölkerung auf und beginnt bei einem Fünftel aller Betroffenen bereits im Kindesalter. Vor allem in Deutschland tritt Psoriasis sehr häufig auf - etwa 1,5 Millionen Menschen sind betroffen. Allerdings lässt sich das Hautleiden gut behandeln.
Psoriasis äußert sich durch klar abgegrenzte, gerötete Bereiche, die mit weißlichen oder silbrigen Belägen aus Hautschuppen. Das Hautbild zeigt sich trocken und rau.
Häufig betroffene Körperstellen:
Über zwei Drittel aller Menschen mit Schuppenflechte sind von der Kopfhaut-Psoriasis beziehungsweise Psoriasis capitis betroffen, die sich bis auf Stirn und Gesicht, Nacken und den Bereich hinter den Ohren sowie die Ohrläppchen ausbreiten kann. Auch kann die Schuppenflechte auf der behaarten Kopfhaut zu - meist vorübergehendem - Haarausfall führen.
Mögliche Gründe für Psoriasis capitis:
Immer wieder ist bei der Schuppenflechte von "Schüben" die Rede. Hierbei handelt es sich um den sichtbaren Ausbruch der Krankheit auf der Haut, die jedoch immer vorhanden und nicht vollständig heilbar ist. Durch die richtige Behandlung und das Befolgen einiger Verhaltensregeln können die Häufigkeit und Schwere der Ausbrüche beziehungsweise Schübe jedoch deutlich verringert werden.
Während eines Schubs zeigen sich die bereits beschriebenen, schuppenden Bereiche. Die Haut wird stellenweise rot und ist verdickt. Auf ihr bilden sich weiße Beläge aus sehr großen und dicken Hautschuppen. Die betroffenen Bereiche sind trocken und können jucken. Außerhalb eines Schubs beruhigt und erholt sich die Haut wieder und erscheint optisch vollkommen unauffällig.
Die Schuppenflechte kann in verschiedenen Formen vorliegen und wird grundsätzlich in drei Ausprägungen unterschieden:
Die gemeine Schuppenflechte wird nochmals in Typ I und Typ II unterteilt. Dabei ist der Psoriasis-Typ I am häufigsten verbreitet und verläuft meist sehr schwer. Sie setzt in der Regel noch vor dem 25. Lebensjahr ein. Typ II der Schuppenflechte tritt oftmals erst nach dem 35. Lebensjahr auf und verläuft im Schnitt leichter.
Zusätzlich zu der Rötung und der Schuppung der Haut bilden sich hier auch Pusteln, die mit Eiter gefüllt sein können.
Neben der Veränderungen der Haut kommt bei dieser Form der Schuppenflechte auch die bereits erwähnte Beteiligung der Gelenke hinzu.
Neben den oben aufgeführten Ausprägungen existieren weitere spezielle Formen der Schuppenflechte. Darunter:
Ebenso wie die Psoriasis-Arthritis handelt es sich bei der Nagelpsoriasis um eine Folgeerkrankung der Schuppenflechte. Je länger die Schuppenflechte aktiv besteht, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit von Veränderungen an den Nägeln. Auftreten können Krümelnägel, bei denen die Nagelbetten soweit zerstört sind, dass der Nagel nur noch in kleinen Teilen beziehungsweise Krümeln erhalten ist. Aber auch ölflecken-ähnliche Verfärbungen und Dellen auf der Oberfläche (sogenannte Tüpfelnägel) sind möglich.
Bei der Psoriasis inversa sind vor allem oder sogar ausschließlich gegeneinander scheuernde Hautbereiche betroffen. Die Rötungen treten also vornehmlich in den Achseln, der Analfalte, in den Kniekehlen und dem Genitalbereich auf.
Bei dieser schweren Form der Schuppenflechte rötet und verdickt sich die gesamte Haut, hierdurch wird sie starr und kann vor allem über den Gelenken einreißen. Aufgrund der großflächigen Hautentzündung geht die psoriatische Erythrodermie häufig mit anderen Beschwerden und Symptomen, wie allgemeiner Abgeschlagenheit und Krankheitsgefühl bis hin zu Fieber, einher. Auffällig ist, dass die betroffenen Areale nicht schuppen.
Diese Form der Schuppenflechte tritt in der Regel zeitgleich mit anderen Infektionen wie Mandelentzündungen oder grippalen Infekten auf. Heilt die Infektion aus, verschwindet auch die Schuppenflechte zumeist. Allerdings kann sich aus der Psoriasis guttata ebenso die chronische Form Psoriasis vulgaris entwickeln. Der Unterschied zwischen diesen Verläufen ist die Dauer: Während Psoriasis guttata akut auftritt und nach kurzer Dauer verschwindet, sind die vulgaris-Schübe länger. Zudem treten bei Psoriasis guttata kleinere Rötungen auf, dafür jedoch in großer Zahl.
Stark entzündlich, mit austretendem Wundsekret und der Bildung gelblicher Krusten auf den Wundherden ist die Psoriasis exsudativa meist einfach von den anderen Formen abzugrenzen. Verantwortlich hierfür sind auch die extremen Rötungen, die betroffene Stellen sehr scharf von der umgebenden Haut abgrenzen.
Bei dieser Form der Schuppenflechte entwickeln sich über Wochen hinweg kleine Rötungen an für Schuppenflechte eher ungewöhnlichen Stellen wie dem Rücken, den Oberschenkeln und Oberarmen. Die betroffenen Stellen können stark jucken und sowohl als erster Schub von Schuppenflechte als auch nach anderen Infektionen auftreten.
Aufgrund einer familiären Häufung und einem erhöhten Risiko für Kinder, wenn ein oder beide Elternteile unter Schuppenflechte leiden, ist eine genetische Veranlagung anzunehmen. Dennoch bricht Psoriasis nicht bei jedem aus. Erst, wenn entsprechende Auslöser hinzukommen, ist mit einem Schub zu rechnen. Zu diesen Auslösern und Risikofaktoren gehören:
Obwohl die Auslöser und verschlimmernden Faktoren für Schuppenflechte bekannt sind, ist die eigentliche Ursache der Hautkrankheit bisher ungeklärt. Klar ist, dass das Immunsystem sich gegen den eigenen Körper wendet und hierdurch die Entzündung der Haut entsteht. Zudem ist die Zellerneuerung der obersten Hautschicht gestört und dadurch beschleunigt. Aus diesem Grund kommt es zu der übermäßigen Abschuppung, die sich zunächst in den Plaques äußert.
Nicht nur Übergewicht spielt eine große Rolle bei der Verlaufsschwere von Schuppenflechte, auch einige Nahrungsmittel oder eine Unterversorgung können die Erkrankung auslösen und verschlimmern. Eine ausgewogene, vitaminreiche Ernährung gehört daher zu einer umfassenden Therapie der Psoriasis dazu - wenn es auch nicht die EINE Psoriasis-Ernährungsform gibt.
Anfangs ist es aus diesem Grund sinnvoll, ein Ernährungstagebuch zu führen oder eine entsprechende App zu nutzen. Im Buch oder in der App wird alles notiert, was im Laufe des Tages auf dem Speiseplan stand und in welchem Zustand sich die Haut befindet. Gibt es eine Unverträglichkeit beziehungsweise lösen einige Nahrungsmittel die Schuppenflechte aus, ist der Zusammenhang schneller gefunden.
Bei Psoriasis sollte der Speiseplan bunt sein - im übertragenen wie im wörtlichen Sinne. Viel Gemüse, Vollkorn, Hülsenfrüchte, Nüsse und reichlich Wasser in einer abwechslungsreichen Zusammenstellung verbessern das allgemeine Wohlbefinden und den Zustand der Haut.
Fette, Salz und Zucker, Obst, Milchprodukte, Fleisch und Fisch sollten in Maßen genossen werden. Zudem ist es sinnvoll, schonende Zubereitungsverfahren zu wählen oder wenn möglich die Nahrungsmittel im Rohzustand zu belassen.
Schuppenflechte bricht aus und kann sich verschlimmern, wenn der Körper entzündungsfördernde Stoffe im Übermaß produziert. Diese entstehen vor allem im Fettstoffwechsel, durch die Aufnahme von Wurst, Fleisch und Eiern. Werden stattdessen Omega-3-reiche Nahrungsmittel in größeren Mengen verzehrt, findet oftmals eine deutliche Verbesserung des Hautbildes statt. Zu diesen gehören Kaltwasserfische, wie Heringe, Sardinen, Lachs, Makrele und Thunfisch sowie Lein-, Nuss-, Soja- und Rapsöl.
Neben der entzündungshemmenden Fettsäure Omega-3 können auch einige Vitamine das Hautbild verbessern. Vor allem die Vitamin A, Vitamin C, Vitamin D und Vitamin E sowie sekundäre Pflanzenstoffe aus Obst und Gemüse können das Risiko für Schübe reduzieren und die Haut stabilisieren.
Süßigkeiten, Fast Food und Weißmehlprodukte lassen den Blutzuckerspiegel rapide in die Höhe schießen und danach ähnlich schnell wieder absinken. Hierbei kommt es zur Regulierung auch zu einem vermehrten und häufigen Ausstoß von Insulin. Das stresst nicht nur die Bauchspeicheldrüse, sondern auch die Haut. Diese wird damit anfälliger für Schübe der Psoriasis. Zudem können sich die Verläufe verschlimmern. Auf stark zuckerhaltige und verarbeitete Lebensmittel sollte daher verzichtet werden. Auch lohnt sich ein Blick auf Tabellen des glykämischen Indexes.
Fallen schuppige Stellen auf und bereits bei der kleinsten Bewegung oder Reibung rieseln die Hautschuppen förmlich herab, sollte schnellstmöglich ein Arzt aufgesucht werden. Auch, wenn die Haut nach Krankheiten plötzlich spannt, juckt oder sich sichtlich verändert, ist ein Arztbesuch dringend nötig. Nur durch eine frühzeitige Diagnosestellung und Einsetzen der Behandlung können schnelle Erfolge verzeichnet werden.
Bei der Therapie von Psoriasis werden grundsätzlich bis zu drei Behandlungswege miteinander kombiniert. Die äußerliche, die innerliche und die Licht-Therapie. Die örtliche Behandlung erfolgt mit verschiedenen Cremes. Wirkstoffe wie Harnstoff und Salicylsäure lösen die verdickten Hautbereiche auf und beseitigen damit die übermäßigen Schuppen. Hierdurch wird die Haut überhaupt erst aufnahmebereit für die folgende Therapie. Entzündungshemmende Präparate mit Kortison, Vitamin A und D, Retinoide, Tretinoin und Dithranol sorgen für ein Abheilen der entzündeten Bereiche.
Für lange Zeit kamen bei der äußerlichen Therapie der Schuppenflechte auch Cremes und Salben auf Teer-Basis zum Einsatz, da diese positive Effekte auf die Entzündungsherde und den Juckreiz haben. Allerdings stehen diese aktuell im Verdacht, Krebserkrankungen auslösen zu können. Mit Ausnahme unverdächtiger Teerpräparate, wie Tarmed und Lorinden, kommen sie daher kaum mehr zum Einsatz. Dabei ist der meist aus Steinkohle-Teer gewonnene Wirkstoff eine sanftere Alternative zu Kortison und in den geringen Konzentrationen zumindest bei kurzze...
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