Warum Gesichtsrasur? Vorteile und Nachteile

Nicht nur Männer rasieren ihr Gesicht, auch wir Frauen können die Klinge schwingen. Klar trauen wir uns generell an den Rasierer ran. Schließlich sind wir Profis bei der Haarentfernung und kennen alle Methoden. Wir schwingen die Klinge, wenn es um glatte Beine geht, zücken den Epilierer, wenn wir die Bikinizone frisieren und greifen zum Wachsstreifen, wenn wir die Achseln enthaaren wollen. Aber was unser Gesicht angeht, sind wir sensibel. Eventuellen Härchen im Gesicht - rund um den Mund an Kinn und Oberlippe - rücken wir höchstens mit Mini-Kaltwachsstreifen zuleibe oder färben blond, damit der Damenbart nicht auffällt. Sich das Gesicht rasieren wie ein Mann? Um Himmels willen, wer will schon den Bartwuchs anregen und dicke Kaktus-Stoppeln provozieren?

Wir verraten euch, ob das Fakten oder Vorurteile sind, und worauf ihr achten solltet, wenn ihr euch das Gesicht rasieren wollt. Das Female Facial Shaving ist gerade total angesagt!

Rasieren im Gesicht als Frau 🤔?

Vorteile der Gesichtsrasur

Es gibt einige überzeugende Gründe, warum Frauen zur Gesichtsrasur greifen:

  1. Historischer Hintergrund: Schon Marilyn Monroe und Elizabeth Taylor taten es: Die Diven rasierten sich im Gesicht, damit sie absolut härchenfrei ihre Filmpartner küssen konnten. Und auch die Japanerinnen schwören auf die Klingenkraft.
  2. Peeling-Effekt: Bonus der Gesichtsrasur: Es wirkt wie ein leichtes Peeling. Alte Hautzellen werden von der Klinge abgetragen und eine neue Hautschicht wird enthüllt. Beauty-Experten nennen das "Dermaplaning".
  3. Verbesserte Aufnahme von Pflegeprodukten: Die Haut wird aufnahmefähiger für Pflegeprodukte, besonders praktisch was Anti-Aging-Inhalte angeht.
  4. Ebenmäßigeres Hautbild: Durch den leichten Abtrag und die damit verbundene Glättung der obersten Hautschicht, könnt ihr Make-up viel leichter auftragen und eure Haut wirkt ebenmäßiger. Den Primer können sich Liebhaberinnen der Klinge also sparen.

Nachteile und Risiken

Trotz der Vorteile gibt es auch potenzielle Nachteile und Risiken, die berücksichtigt werden sollten:

  1. Mythos Bartwuchs: Nein, sagen Dermatologen. Eine absolute Mär. Das wirkt nur so, da nachwachsendes Haar noch nicht vom Tageslicht ausgebleicht ist und außerdem keine weichen Spitzen hat. Diese Bedenken können wir also komplett ignorieren!
  2. Eingewachsene Haare: Wir kennen sie von der Bikinizonen-Rasur: Wer den Nassrasierer schwingt, riskiert eingewachsene Härchen - und die können sehr schmerzhaft sein. Wie passiert das überhaupt? Eingewachsene Haare sind Haare, die sich kringeln und in die Haut hinein- statt herauswachsen. Dabei kommt es zu pickelartigen Entzündungen, die jucken und schmerzen können.
  3. Hautreizungen: Wer empfindliche Haut hat und zu Rasurbrand neigt, sollte den Rasierschaum zwei bis drei Minuten mit kreisenden Bewegungen auf die Haut auftragen und gründlich einwirken lassen, bevor mit der Rasur begonnen wird. So werden die Haare weicher und richten sich auf, so dass sie noch leichter entfernt werden können.
  4. Regelmäßige Anwendung: Da die nachwachsenden Härchen zwar nicht dicker sind, aber zunächst dunkler erscheinen, heißt es von nun an: regelmäßig rasieren.
  5. Risiken von Dermaplaning: Beim Dermaplaning werden nicht nur die Gesichtshärchen und die abgestorbenen Hautzellen entfernt. Auch die oberste Hautschicht wird teilweise abgetragen und beschädigt. Dadurch ist die natürliche Hautbarriere geschwächt und bietet weniger Schutz vor Fremdkörpern, UV-Strahlung und Kälte.

Weitere Risiken von Dermaplaning:

  • Reizungen und Entzündungen der Haut
  • Schnellere Reizung durch Pflegeprodukte
  • Verletzungsrisiko durch scharfe Klingen

Tipps für eine sichere Gesichtsrasur

Wenn du dich für die Gesichtsrasur entscheidest, beachte folgende Tipps:

  1. Vorbereitung: Das Gesicht mit Wasser anfeuchten, Rasierschaum auftragen und immer gegen die Haarwuchsrichtung rasieren. Wer besonders empfindliche Haut, sollte allerdings sehr vorsichtig mit der Nassrasur sein und auch bei der Wahl des Rasierschaums auf ein Produkt zurückgreifen, das für empfindliche Haut geeignet ist und keine Duftstoffe enthält (zum Beispiel Änglamark Rasierschaum).
  2. Rasiererwahl: Bei der Wahl des Nassrasierers gilt: Je mehr Klingen, desto schonender für die Haut. Vier sollten es mindestens sein. Wer einen kleinen Rasierer bevorzugt, kann auch einen Präzisionstrimmer fürs Gesicht wählen.
  3. Vorbeugung eingewachsener Haare: Die Haut vor der Haarentfernung peelen, um einer Verstopfung der Poren vorzubeugen. Nach der Rasur die Haut mit einer Feuchtigkeitslotion eincremen, damit die Haare gut aus den Poren herauswachsen können. Außerdem die Haut nach der Haarentfernung desinfizieren!
  4. Nachsorge: Wichtig ist auch die Versorgung nach der Rasur. Denn die oberste Hautschicht ist jetzt irritiert und es fehlt ihr an Feuchtigkeit. Deshalb sollte die Haut nach der Haarentfernung mit einer pflegenden und hautberuhigenden Feuchtigkeitscreme versorgt werden.
  5. Anwendung zu Hause: Um die Haut bestmöglich vor Keimen zu schützen, sollten Sie zuvor unbedingt Ihr Gesicht und Ihre Hände gründlich reinigen und gegebenenfalls Handschuhe tragen. Rasieren Sie dann langsam und vorsichtig Ihr Gesicht, um Verletzungen zu vermeiden. Entfernen Sie anschließend die Haar- und Hautrückstände.

Dermaplaning: Was ist das?

Dermaplaning ist eine Art Gesichtsrasur für Frauen, bei der mit einem speziellen Rasierer die feinen Gesichtshärchen und abgestorbenen Hautzellen entfernt werden. Es handelt sich dabei um eine Trockenrasur, die etwa alle vier Wochen durchgeführt wird. Durch die Entfernung der Härchen soll eine glattere und reinere Hautoberfläche geschaffen werden, wodurch es zu einem „Glow-Effekt“ kommt.

Alternativen zur Gesichtsrasur

Wer mit der Methode doch nicht gut klar kommt, kann sich aber auch noch für andere Wege der Haarentfernung entscheiden: Wir haben euch die Vor- und Nachteile von Epilieren, Wachsen, Lasern und Enthaarungscreme in unserem Artikel Haare entfernen zusammengestellt.

Für wen ist Dermaplaning nicht geeignet?

Dermaplaning reizt die Haut und schädigt die natürliche Schutzbarriere. Wenden Sie die Gesichtsrasur daher bei empfindlicher Haut und Hauterkrankungen wie Akne, Neurodermitis, Schuppenflechte oder Rosazea auf keinen Fall an. Hier besteht ein erhebliches Risiko für ernsthafte Verletzungen und Entzündungen der Haut. Wenn Sie sich bei geeigneter Haut für eine Behandlung entscheiden, sollte diese professionell durchgeführt werden.

Hinweis: Dermatologen raten generell vom Dermaplaning ab.

Tabelle: Vor- und Nachteile der Gesichtsrasur

Vorteile Nachteile
Peeling-Effekt Risiko eingewachsener Haare
Verbesserte Aufnahme von Pflegeprodukten Mögliche Hautreizungen
Ebenmäßigeres Hautbild Regelmäßige Anwendung notwendig
Entfernung von feinen Gesichtshärchen Schwächung der natürlichen Hautbarriere (bei Dermaplaning)

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