Schuppen sind ein weitverbreitetes Problem, das viele Menschen betrifft. Sie können nicht nur unangenehm sein, sondern auch peinlich wirken, besonders wenn sie auf dunkler Kleidung sichtbar sind. Spezielle Shampoos, die gegen die weißen Flocken helfen sollen, sind daher sehr gefragt. Viele dieser Produkte enthalten Steinkohlenteer als Hauptwirkstoff.
Im Auftrag von Öko-Test untersuchte das Harburger Institut Innolab verschiedene Teershampoos, darunter Berniter, Fongitar, Polytar, Preval, Resdan, Tarmed und T/Gel. Dabei stellte sich heraus, dass die meisten dieser Produkte hochgradig mit polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) belastet waren.
Das Labor fand Werte von bis zu 3280 Milligramm pro Kilo (mg/kg). Viele dieser PAKs sind krebserregend. Allein von dem besonders gefährlichen Benzo(a)pyren waren bis zu 56 Milligramm nachweisbar. Lediglich Produkte mit Holzteer erwiesen sich als harmlos. Solche Shampoos sind auch in Bioläden erhältlich.
Die gefährlichen Eigenschaften der Teerprodukte sind bekannt. Die Kommission B 7, die im Auftrag des Bundesgesundheitsamtes Arzneimittel mit Steinkohlenteer bewertete, kam zu dem Schluss, dass solche Medikamente „nur nach strengster Abwägung, unter ärztlicher Kontrolle und möglichst kurzfristig anzuwenden“ seien. Schwangere Frauen und stillende Mütter sollten sie überhaupt nicht an ihre Haut lassen.
Die meisten Teershampoos sind jedoch keine Medikamente, sondern Kosmetika. Für sie gelten die Kommissionsempfehlungen nicht. Von „ärztlicher Kontrolle“ kann also keine Rede sein. Jeder kann die Schuppenkuren kaufen, und sie tragen noch nicht einmal Warnhinweise für Schwangere.
Schon 1990 ermittelte die Chemische Landesuntersuchungsanstalt Freiburg bis zu 50 mg Benzo(a)pyren in Teershampoos. In ihrem neuesten Jahresbericht 1993 halten die Freiburger noch einmal fest, dass für den Stoff „eine krebserzeugende und erbgutverändernde Wirkung auch bei äußerlicher Anwendung als erwiesen gilt“.
Selbst das nicht immer kritische Bundesgesundheitsamt (BGA) wollte die Giftladungen aus den Läden haben. Auf seinen Rat stellte das Bonner Gesundheitsministerium schon vor zwei Jahren bei der Europäischen Union den Antrag, Teer in Kosmetika zu verbieten. Doch getan hat sich in Brüssel seither nicht viel. Auch die Hersteller haben die Aktivitäten der Überwachungsbehörden bisher kalt gelassen.
Anstatt wenigstens mit Warnhinweisen zu vorsichtiger und kurzzeitiger Verwendung aufzurufen, verharmlosen die Verpackungstexte und Beipackzettel die Gefahr. Preval - mit 1.580 Milligramm PAK pro Kilo - verhindert danach Schuppenbildung „bei regelmäßiger Anwendung“. T/Gel, bei Benzo(a)pyren mit sagenhaften 56 Milligramm an der Spitze, soll sogar „ausgezeichnet verträglich“ sein, so daß „auch tägliches Waschen problemlos durchgeführt werden kann“.
Einige Anwender berichten von positiven Erfahrungen mit Tarmed Shampoo bei der Behandlung von Kopfhaut-Psoriasis. Das Shampoo wurde in Kombination mit Daivonex-Lösung angewendet und zeigte nach wenigen Anwendungen einen phänomenalen Erfolg. Eine regelmäßige Anwendung war dabei nicht erforderlich, und die Beschwerden blieben wochenlang aus.
Es gibt jedoch auch Bedenken hinsichtlich des Krebsrisikos, das mit Teerprodukten verbunden ist. Einige Anwender sind verunsichert, da Tarmed Shampoo nicht mehr erhältlich ist, obwohl es zuvor erfolgreich zur Behandlung ihrer Kopfhaut-Psoriasis eingesetzt wurde.
Das Teer-Shampoo wird weiterhin in Portugal, Spanien und in Großbritannien unter dem Namen Polytar angeboten, jedoch nicht in Deutschland. Als Alternative können sich Patienten vom Arzt eine gleichartige Rezeptur verschreiben lassen oder das Neutrogena T/Gel Therapeutic Shampoo verwenden.
Neben T/Gel gibt es auch andere Alternativen zu Tarmed Shampoo, die bei Schuppen und Kopfhautproblemen helfen können:
Es ist wichtig zu beachten, dass jeder Mensch anders auf die verschiedenen Shampoos reagiert. Was bei dem einen hilft, muss nicht unbedingt auch bei dem anderen wirken. Daher ist es ratsam, verschiedene Produkte auszuprobieren und gegebenenfalls einen Hautarzt zu konsultieren.
Teerhaltige Shampoos und Cremes sind aufgrund möglicher erbgutschädigender und krebserregender Effekte von Steinkohle-Teerverbindungen in Verruf geraten. In Tierexperimenten hatte sich gezeigt, dass die im Steinkohle-Teer manchmal vorkommenden Benzpyrene krebserregend sind. Diese Entscheidung war aber zwischen Experten stets umstritten.
Teere machen die Haut besonders empfindlich für UV-Strahlen. Daher sollte man sich nicht gleichzeitig intensiv mit Sonnen- oder künstlichem UV-Licht bestrahlen. Das kann zu Sonnenbrand und Blasenbildung führen.
Teerhaltige Präparate dürfen nicht bei feucht-entzündlicher bzw. einer pustulöser Psoriasis und nicht auf großen Hautflächen eingesetzt werden. Vorsicht ist außerdem in Körperregionen geboten, die den Wirkstoff vermehrt aufnehmen: z.B. Gesicht, Hautfalten, Leistenbeuge, Hodensack oder um den After.
Teerhaltige Produkte dürfen nicht während der Schwangerschaft und Stillzeit verwendet werden.
| Shampoo | Wirkstoff | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|---|
| Tarmed | Steinkohlenteer | Wirksam bei Psoriasis | Krebserregend, nicht mehr erhältlich in DE |
| Neutrogena T/Gel | Steinkohlenteer | Alternative zu Tarmed | Kann Hautreizungen verursachen |
| Dermasence Medizinal Shampoo | Sulfoniertes Schieferöl | Weniger Nebenwirkungen als Teer | Nicht so wirksam wie Teer |
| Linola Forte Shampoo | - | Reichhaltig, bei juckender Kopfhaut | - |
| Alpecin Hypo Sensitive | - | Bei juckenden Stellen | - |
tags: #tarmed #shampoo #erfahrungsbericht
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