Stefanie Höfler greift in ihrem Jugendroman "Tanz der Tiefseequalle" ein verbreitetes Problem in unserer Gesellschaft auf: Bodyshaming und Mobbing. Der Roman erzählt einfühlsam die Geschichte von Niko, einem Jungen, der unter seinem Übergewicht leidet und deshalb in der Schule gemobbt wird. Die Geschichte handelt nicht nur von Mobbing, sondern auch von Freundschaft, Selbstakzeptanz und dem Mut, für sich selbst und andere einzustehen.
In diesem Artikel werden wir die Charaktere Niko und Sera näher beleuchten und die Bedeutung des Romans für den Schulunterricht hervorheben.
Die Geschichte beginnt damit, dass Niko vor einem Baum auf dem Schulhof steht, auf dem sein Rucksack platziert wurde. Marko, ein Mitschüler aus Nikos Klasse, hat ihn dort hinaufgeworfen und nun beobachten alle Niko und kommentieren die Situation. Dies ist nur ein Beispiel für das Mobbing, welches Niko tagtäglich in der Schule erfährt. Marko, der beliebteste Schüler der Klasse und Anführer der Mobbingaktionen, findet Interesse an der schönen Sera und versucht beim folgenden Klassenausflug, ihre Aufmerksamkeit zu bekommen.
Seine Annäherungsversuche gipfeln dabei in dem Versuch, sie zu begrapschen, obwohl sie dies nicht will. Niko, der die Situation beobachtet, schreitet ein und rettet Sera vor diesem körperlichen Übergriff. Im Folgenden hat Sera das Gefühl, sie müsse sich bei Niko bedanken und so kommt es während der Schülerdisko dazu, dass die beiden miteinander tanzen. Dies bleibt jedoch nicht ungesehen und unkommentiert, denn sofort fallen fiese Kommentare und Sera stürmt aus dem Raum. Niko folgt ihr und gemeinsam beschließen sie, vom Klassenausflug zu fliehen und auf eigene Faust nach Hause zu kommen.
Das gelingt den Beiden auch, doch als sie wieder in die Schule müssen, ist nicht nur Niko, sondern auch Sera Opfer von Mobbing. Ungeachtet davon, geht das Mobbing in der Schule weiter und erreicht beim Schulfest seinen Höhepunkt, an dem Niko öffentlich vorgeführt wird, indem er gegen einen anderen Schüler im Sumoringen antreten soll. Er wählt sich Marko als Gegner und gewinnt schlussendlich diesen Kampf. Sera überwindet am Ende die Vorurteile und scheint die Person Niko über sein Aussehen zu stellen.
Stefanie Höfler, geboren 1978, ist eine deutsche Autorin und Lehrerin. Ihre Werke zeichnen sich durch eine feinfühlige Annäherung an schwierige gesellschaftliche Themen aus. Mit “Tanz der Tiefseequalle” griff sie ein Thema auf, welches in der Kinder und Jugendliteratur eher weniger Bedeutung findet und schrieb auf Nachfrage diesen Roman über einen stark übergewichtigen Jungen.
Obwohl sein vollständiger Name Nikolaus lautet, wird der Hauptprotagonist des Romans „Tanz der Tiefseequalle“ stets Niko genannt. Er ist 14 Jahre alt und geht in die 8. Klasse. Er hat keine Geschwister. Niko wohnt seit ca. 5 Jahren zusammen mit seiner Großmutter, die er sehr liebhat, in einer Wohnung im dritten Stock eines Mehrfamilienhauses. Er will nicht, dass sie sich Sorgen um ihn macht. Sein bester Freund ist Little. Er ist zudem mit Osman, einem überwichtigen Autowerkstattbesitzer in der Nähe seiner Oma, befreundet.
Niko ist stark übergewichtig. Er trägt meistens dunkle lange Hosen und Pullover. Er ist blond, hat weiße Haut und X-Beine. Seine Stimme ist allerdings tief und klar. Er selbst beschreibt sich wie folgt: „massive Schultern, stämmige Beine, die wegen des Gewichts von hinten ein leichtes X formen, und spekkige Knie mit Grübchen wie bei einem Baby. Meine Hosen sind so groß, dass eineinhalb Leute darin Platz finden würden“.
Niko denkt sich intelligente und kreative Erfindungen aus, die sein Leben erleichtern würden. Er fertigt Skizzen von den Erfindungen an, und zwar in der Hoffnung, sie irgendwann einmal realisieren zu können. Er verfügt über ein großes Vorstellungsvermögen und möchte gern Erfinder werden.
Niko handelt überlegt und besonnen, als seine Mitschüler*innen seinen Rucksack in einen Baum geworfen haben, und anschließend unter großem Gelächter beobachten, wie er sich verhalten wird. Er wartet ruhig ab, bis alle anderen Schüler*innen wieder im Unterricht sind, bevor er sich seinen Rucksack mit der Hilfe des Hausmeisters und eines Seils und einer Kabeltrommel herunterholt.
Sera geht in die 8. Klasse: Sie ist vermutlich ebenso wie Niko 14 Jahre alt. Sie wohnt mit ihrer Familie in einem Haus. Ihre Eltern stammen aus Ägypten, sie selbst war aber noch nie dort und ihre Familie spricht zu Hause Deutsch. Ihr Name bedeutet „Prinzessin“. Sie hat einen ca. 3 Jahre älteren Bruder namens Farid. Ihre beste Freundin ist (am Anfang der Erzählung) seit vier Jahren ihre Klassenkameradin Melinda. Zu ihrem Vater Baba hat sie eine enge Verbindung, auch wenn er manchmal streng sein kann. Er bedeutet ihr viel. Ihre Mutter erwähnt Sera dagegen nur selten.
Sera wird als bildschön charakterisiert. Niko beschreibt sie wie folgt: „Sie sieht auch ein bisschen aus wie Nofretete, deren Büste wir [uns] in Geschichte einmal angesehen haben. Sie hat lange schwarze Haare und ein völlig symmetrisches Gesicht, mit großen dunklen Augen und flügelförmig geschwungenen breiten Augenbrauen“. Im Badeanzug, meint Niko, sehe Sera aus wie eine wunderschöne Nixe. Er mag ihr Lachen: „Ihr Lachen passt zu einer Nixe, es ist leise, dunkel und glucksend wie aus der Tiefe aufsteigende Luftblasen“.
Als Sera sich Niko jedoch genauer ansieht, erkennt sie seine schönen Seiten an ihm. Als sie ihn von oben im Baum betrachtet, beschreibt sie ihn wie folgt: „Niko sieht anders aus. Der Bauch fällt nicht so auf, von oben, im Dunkeln. Seine Haare liegen ganz hell und weich am Kopf. So weich, dass man fast reinfassen will. Rundes Gesicht, wie ein Smiley. Die Nase ist richtig grade, perfekt symmetrisch. Und lange, dunkle Wimpern hat er. Melinda würd ihn drum beneiden, wenn sie das sehen würde“.
Neben Niko und Sera spielen auch andere Charaktere eine wichtige Rolle in der Geschichte:
Ein herausragendes Merkmal des Buches ist seine Erzählstruktur. Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt - Niko und Sera berichten abwechselnd aus ihrer Sicht. Diese narrative Gestaltung ermöglicht es den Lesenden, tief in die Gedanken- und Gefühlswelt beider Protagonisten einzutauchen und unterschiedliche Wahrnehmungen desselben Geschehens nachzuvollziehen. Dadurch entsteht ein facettenreiches Bild der Handlung und der Charaktere.
“Tanz der Tiefseequalle” eignet sich hervorragend für den Einsatz im Deutschunterricht. Der Roman ist besonders für Schülerinnen und Schüler ab der 7. Klasse geeignet, da die Themen Mobbing, Freundschaft und Selbstakzeptanz für diese Altersgruppe besonders relevant sind. Ein zentrales Argument für die Behandlung im Deutschunterricht ist die Art und Weise, wie Höfler Perspektivwechsel einsetzt. Dies erlaubt den Schülerinnen und Schülern, Empathie für unterschiedliche Figuren zu entwickeln und sich in verschiedene Sichtweisen hineinzuversetzen.
Mögliche Aufgaben für den Unterricht:
Stefanie Höflers “Tanz der Tiefseequalle” ist ein tiefgründiges, mitreißendes Jugendbuch, das durch seine Thematik und Erzählweise besonders für den Schulunterricht geeignet ist. Der Perspektivwechsel im Roman fördert Empathie und kritische Reflexion, während die behandelten Themen aktueller denn je sind.
| Charakter | Alter | Familie | Freunde | Aussehen | Charakter | Merkmale |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Niko | 14 Jahre | Lebt bei Großmutter, Eltern im Ausland, keine Geschwister | Little, Osman | Übergewichtig, X-Beine, helle Haare, grüne Augen | Einsam, introvertiert, intelligent, kreativ, witzig | Schüler, Außenseiter, kompensiert Frust durch Essen, Erfinder |
| Sera | ca. 14 Jahre | Eltern aus Ägypten, Bruder Farid | Melinda | Bildschön, lange schwarze Haare, dunkle Augen | (Informationen fehlen im Text) | (Informationen fehlen im Text) |
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