Rohrreiniger gegen Haare: Wirkung, Anwendung und Alternativen

Als Rohrreiniger bezeichnet man ein Reinigungsmittel, das dazu geeignet ist, Verstopfungen in Abflussrohren zu beseitigen. Diese Mittel sind im Handel als Granulate und flüssige Varianten erhältlich, wobei die meisten auf alkalischen Inhaltsstoffen basieren. Ein verstopfter Abfluss kann schnell zu einem Problem werden, aber es gibt verschiedene Lösungsansätze, um dieses Problem zu beheben.

Warum verstopfen Abflüsse?

Für verstopfte Abflüsse kann es unterschiedliche Ursachen geben:

  • Haare: Im Duschabfluss verstopfen oft Haare, die sich verknoten und den Wasserabfluss behindern.
  • Seifen- und Shampooreste: In Kombination mit Haaren bilden diese Reste eine übelriechende, schleimige Masse.
  • Öle und Pflegeprodukte: Im Waschbecken können Öle, Reste von Pflegeprodukten und andere Substanzen zur Verstopfung beitragen.
  • Fette: Im Küchenabfluss können Fette, insbesondere altes Bratöl, zu kompletten Verstopfungen führen.

Bestimmte Substanzen sollten niemals im Abfluss entsorgt werden, darunter Essensreste, Öl-Reste, Feuchttücher, Windeln und Papiermüll. Ein erstes Anzeichen für eine Verstopfung ist oft ein gurgelndes oder gluckerndes Geräusch im Abfluss, begleitet von einem langsamen Abfließen des Wassers.

Chemische Rohrreiniger: Wirkungsweise und Inhaltsstoffe

Die im Handel erhältlichen Granulate bestehen meistens vorwiegend aus alkalischen Stoffen, die Rohrverstopfungen (ausgelöst beispielsweise durch Haare oder Fette) durch ihre chemische Wirkung beseitigen sollen, wie zum Beispiel Natriumhydroxid. Dabei werden die Fette und Haare durch die Lauge verseift. Weitere Bestandteile sind Nitrat, Natriumcarbonat und Aluminiumkörnchen. Das Aluminium wird dabei von der Lauge unter Hitzeentwicklung und Abspaltung von u.a. Wasserstoff zersetzt.

Die Hitze- und Gasentwicklung soll der physikalischen Lockerung der verstopfenden Haare und Seifenablagerung dienen. Da das entstehende Wasserstoffgas in Mischung mit dem Luftsauerstoff zu hochexplosivem Knallgas führt, versucht man den Wasserstoff mit dem Nitrat zu Ammoniak zu binden. Dies merkt man am beißenden Geruch, der bei der Anwendung von Rohrreiniger entsteht. Bei Überdosierung kann jedoch die Hitzeentwicklung zu Schäden an Plastikrohren führen.

Flüssige Rohrreiniger bestehen meist aus hoch alkalischen flüssigen Substanzen, denen Tenside und Natriumhypochlorit beigemischt sind. Damit ist die Wirkungsweise ähnlich wie bei den Granulaten, zumindest was die hauptsächlich alkalische Wirkungsweise betrifft. Diese Art von Laugen-Reinigern sind allerdings gegenüber WC-Verstopfungen nahezu wirkungslos.

Vorsicht bei der Anwendung

Mit Rohrreinigern sollte vorsichtig hantiert werden, da, je nach Zusammensetzung, bei Kontakt mit der Haut Verätzungen auftreten können. Verätzungen mit einer Lauge sind häufig gefährlicher als Verätzungen mit einer Säure, da der "Fettmantel" der Haut durch Lauge verseift wird: das Fett wird in Glycerin und Fettsäuren aufgespalten. Bei Überdosierung kann es erst recht zu Verstopfungen kommen.

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Natürliche Alternativen zu chemischen Rohrreinigern

Üblicherweise kaufen wir meist einen Rohrreiniger in der Drogerie, um den Abfluss zu reinigen. Da diese oft leider wenig umweltfreundlich sind, gibt es jetzt ein paar Tipps, mit denen es auch anders geht. Als Alternative zu herkömmlichen Abflussreinigern können auch Bio- oder allgemein natürliche Rohrreiniger genutzt werden. Am besten wäre es, einen natürlichen Rohrreiniger selbst herzustellen. Dafür braucht es nur zwei Zutaten, die sogar plastikfrei in jeder Drogerie eingekauft werden können.

Rohrreiniger selber machen

Es macht viel Sinn, einfachen Rohrreiniger selber zu machen bzw. Abflussreiniger selber zu machen. Zum einen sparen wir so Plastikverpackung ein, zum anderen braucht es für den selbst gemachten Rohrreiniger nur zwei Zutaten, die sonst zum Backen und Kochen verwendet werden. Der Vorteil bei selbstgemachtem Reiniger ist, dass so viele umweltschädliche Stoffe vermieden werden. Natürliche Abflussreiniger haben noch einen Vorteil, sie sind günstiger als gekaufte und wahrscheinlich hast Du die Zutaten dazu auch schon Zuhause!

Natron und Essig

Ganz wichtig vorneweg: Abflussreiniger dienen nicht dazu, komplett verstopfte Rohre freizubekommen. Gib danach eine halbe Tasse Essig in den Abfluss. Es sprudelt jetzt ein bisschen. Gieße ungefähr 3-5 Minuten später sehr warmes Wasser nach. ACHTUNG: Kein kochendes Wasser nutzen. So einfach kannst Du Deinen Abfluss säubern: mit Natron und Essig!

Backpulver und Essigessenz

Hast Du kein Natron Zuhause, kannst Du Backpulver benutzen. Die Wirkung ist ähnlich. Statt klassischem Essig, kann auch Essigessenz genutzt werden, die wirkt sogar etwas stärker. Die Anwendung beim Abfluss reinigen mit Backpulver ist die gleiche wie beim Abfluss reinigen mit Natron.

Soda

Vorneweg: Soda wirkt stärker als Natron. Aber auch mit Soda ist es möglich, den Abfluss zu reinigen. Soda sollte nicht auf die Haut oder in die Atemwege gelangen.

Weitere Tipps und Tricks zur Vorbeugung und Beseitigung von Verstopfungen

  • Abflusssieb: Ein Abflusssieb fängt Haare, Essensreste und anderen Müll auf, bevor sie in den Abfluss gelangen.
  • Manuelle Entfernung: Haare können mit einem Stück Toilettenpapier oder Holzstäben mit Kerben entfernt werden.
  • Reinigung des Abfluss-Stöpsels: Regelmäßiges Reinigen des Abfluss-Stöpsels kann Ablagerungen entfernen.
  • Pömpel: Ein Pömpel kann bei Verstopfungen helfen, die tiefer im Abfluss liegen.
  • Abflussspirale: Eine Abflussspirale kann verwendet werden, um hartnäckige Verstopfungen aufzubrechen.

Spezielle Produkte und ihre Anwendung

Es gibt auch spezielle Produkte, die zur Reinigung von Abflüssen entwickelt wurden. Einige davon sind:

  • Haar-Weg Abflussfrei Rohrreiniger: Dieser Reiniger befreit Rohre und Siphons von organischen Bestandteilen und unangenehmen Gerüchen. Er ist chlorfrei und für verschiedene Materialien geeignet.
  • ROHRFREI TURBO Abflussfrei: Dieser Abflussreiniger in Industriestärke löst Haare in Minuten auf und ist materialverträglich.

Was tun, wenn nichts hilft?

Ist die Verstopfung aber zu hartnäckig, würde ich immer eine*n Installateur*in beauftragen. Denn das sind einfach die Profis, die bei der Reinigung auch dafür sorgen, dass keine Rohre kaputt gehen. Die kommen dann mit einer 2-3 Meter langen Spirale und schrauben die einmal durch das Rohr.

Hinweise zur Anwendung von Rohrreinigern

Bei der Anwendung von Rohrreinigern sollten einige Punkte beachtet werden:

  • Inhaltsstoffe: Viele Rohrreiniger entwickeln gesundheitsschädliche Dämpfe und können Materialien wie Kunststoff angreifen.
  • Reinigungsleistung: Ein guter Rohrreiniger sollte hartnäckige Verstopfungen lösen und üble Gerüche beseitigen.
  • Sparsamkeit: Achte auf einen ergiebigen Rohrreiniger, der für viele Anwendungen ausreicht.
  • Anwendungsbereiche: Wähle einen Rohrreiniger mit hoher Materialverträglichkeit.

ÖKO-TEST Bewertung von Rohrreinigern

Laut Ökotest sind Rohrreiniger in vielen Fällen aggressive Mittel, die auch die Umwelt belasten. Klärwerke können eben auch nicht alles herausfiltern. Die Inhaltsstoffe der Reiniger werden durch die Kläranlagen nämlich nicht herausgefiltert und belasten dadurch das Wasser.

Ein Test von 21 Abfluss- bzw. Rohrreinigern ergab, dass die meisten in der Praxis wenig überzeugend sind. Einige Inhaltsstoffe, wie Natriumhypochlorit, können gefährlich sein und sollten nicht mit anderen Putzmitteln gemischt werden.

Fazit

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um verstopfte Abflüsse zu reinigen und vorzubeugen. Natürliche Hausmittel wie Natron und Essig sind eine umweltfreundliche Alternative zu chemischen Rohrreinigern. Bei hartnäckigen Verstopfungen kann es jedoch notwendig sein, auf spezielle Produkte oder professionelle Hilfe zurückzugreifen. Achten Sie bei der Anwendung von Rohrreinigern auf die Inhaltsstoffe und Sicherheitsvorkehrungen, um Schäden an Rohren und der Umwelt zu vermeiden.

Reinigungsmethode Vorteile Nachteile
Chemische Rohrreiniger Schnelle Wirkung bei hartnäckigen Verstopfungen Aggressive Inhaltsstoffe, umweltschädlich, Gefahr von Verätzungen
Natron und Essig Umweltfreundlich, kostengünstig Weniger wirksam bei hartnäckigen Verstopfungen
Mechanische Methoden (Pömpel, Spirale) Keine chemischen Zusätze Erfordert körperlichen Aufwand, nicht immer erfolgreich
Vorbeugende Maßnahmen (Abflusssieb) Verhindert Verstopfungen Regelmäßige Reinigung des Siebs erforderlich

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