Die Frisur ist für viele Menschen ein wichtiger Bestandteil des persönlichen Erscheinungsbilds. Ob im Büro oder bei Veranstaltungen, das Haar soll perfekt sitzen. Stylingprodukte wie Haargel und Haarwachs sind dabei unverzichtbare Helfer. Doch welches Produkt ist das richtige? Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über verschiedene Haargels und Haarwachse, basierend auf unabhängigen Tests und Bewertungen.
Stiftung Warentest hat in der September-Ausgabe 2018 insgesamt 15 Haargele getestet, die einen starken Halt versprachen. Neben der Verpackung und Kennzeichnung wurden die Haargele auch auf den kritischen Duftstoff Lilial untersucht. Die Gele wurden im Hinblick auf das Stylingergebnis (zum Beispiel Festigkeit, Volumen, Glanz) und die Haltbarkeit geprüft.
Die Stiftung Warentest hat die Haargele mehreren Prüfungen unterzogen. Zwei Friseure beurteilten mithilfe von 22 Prüfpersonen das Stylingpotenzial der Gele - etwa in Bezug auf Festigkeit, Volumen und Glanz der Frisuren. Im zweiten Schritt benutzten Testpersonen die Haargele zu Hause und bewerteten, wie sie sich im Alltag anwenden lassen. Und schließlich prüften wir die Haltbarkeit der Gele im Labor. Dazu schüttelten wir beispielsweise gegelte Haarlocken, um so eine Tragedauer von einem Tag zu simulieren.
Als Testsieger ging das Produkt "Professional Osis + Rock Hard" von Schwarzkopf (Note: 1,7) mit dem Härtegrad "Ultra strong 4" hervor. Mit diesem Haargel konnte das beste Styling erreicht werden. Sehr gute Ergebnisse erzielte das Produkt auch bei der Haltbarkeit. Der kritische Duftstoff Lilial konnte nicht festgestellt werden.
Den zweiten Platz belegte das Produkt "Balea Men Maximum Power Styling Gel" von dm (Note: 1,8) mit dem Härtgrad "Turbo-Halt 8". Das Haargel bietet sehr guten Halt und verzichtet ebenfalls auf den kritischen Duftstoff Lilial.
Besonders hervorzuheben ist hier das Produkt "Kür Styling Haargel Ultimate" von Aldi Süd (Note: 1,9), welches nicht nur besonders günstig ist, sondern gleichzeitig den dritten Platz im Test belegt. Auch hier wird auf den kritischen Duftstoff verzichtet.
Für 57 Cent je 100 Milliliter wurden außerdem "Isana Styling Gel For Men" von Rossmann (Note: 2,6), "Elkos Hair Styling Gel" von Edeka (Note: 2,7) sowie "t. Today Power Gel Extreme Look" von Rewe und Penny (Note: 2,7) getestet.
Stiftung Warentest entdeckte insgesamt zwei Produkte mit dem kritischem Duftstoff Lilial. Eines davon findet sich auf dem letzten Platz wieder: Das Produkt "Styling Gel Power" von 3 Wetter Taft (Note: 3,1) bildet das Schlusslicht im Test und konnte vor allem mit seiner Haftung nicht überzeugen. Der enthaltene Duftstoff Lilial führte zu einer weiteren Abwertung.
Alle Haargele enthalten wasserlösliche Polymere, auch Filmbildner genannt. Diese Kunststoffe sorgen erst für die gelartige Konsistenz der Produkte und dafür, dass das Haar fest wird. Sie werden mit Lösemitteln wie Wasser oder Alkohol kombiniert. Wenn die Lösemittel verdunsten, setzen sich die Polymere am Haar ab, überziehen es wie ein feines Netz und härten aus.
Umweltbewusste Nutzer können zu den zwei Naturkosmetik-Gelen im Test greifen. Sie verwenden natürliche Polymere wie Schellack oder Xanthan Gummi, die durch Mikroorganismen vollständig abgebaut werden können. Beide erwiesen sich als echte Alternative zu konventionellen Haargelen: Die Styling-, Haltbarkeits- und Anwendungsprüfung bestanden sie mit der Note Gut.
| Produkt | Hersteller | Note (Stiftung Warentest) | Härtegrad | Kritischer Duftstoff Lilial |
|---|---|---|---|---|
| Professional Osis + Rock Hard | Schwarzkopf | 1,7 | Ultra strong 4 | Nein |
| Balea Men Maximum Power Styling Gel | dm | 1,8 | Turbo-Halt 8 | Nein |
| Kür Styling Haargel Ultimate | Aldi Süd | 1,9 | - | Nein |
| Isana Styling Gel For Men | Rossmann | 2,6 | - | - |
| Styling Gel Power | 3 Wetter Taft | 3,1 | - | Ja |
Öko-Test hat rund 50 Haarwachse und Haargele auf Schadstoffe untersucht. Insgesamt untersuchten die Tester:innen 51 Haarstylingprodukte - davon neun zertifizierte Naturkosmetik-Produkte - auf Inhaltsstoffe und Problemstoffe. Die Tester:innen prüften dabei, ob Formaldehyd, halogenorganische Verbindungen, PEG-Verbindungen, bedenkliche UV-Filter, Mikroplastik, Mineralölrückstände sowie problematische Konservierungsstoffe oder Duftstoffe (etwa Moschusdüfte) enthalten sind.
Das Ergebnis bei Öko-Test fällt sehr gemischt aus: 19 Haarwachse und -gele sind „gut“ oder „sehr gut“, darunter viele Naturkosmetik-Produkte.
Die Mängelliste bei Öko-Test ist lang: synthetische Polymere - also flüssige Kunststoffe auf Erdölbasis - steckten in fast allen Pasten, Pomaden, Wachsen und Gelen. Die Kunststoffe sorgen dafür, dass die Haare standhaft und fest bleiben. Doch beim Haarewaschen gelangt das (Mikro-)Plastik in die Umwelt und ist dort teils nur schwer abbaubar.
Auch Paraffine fand das Labor in vielen Haarstyling-Produkten im Test. Sie sollen die Haare in Form halten. Doch Paraffine basieren auf Mineralöl und damit auf Erdöl. Laut Öko-Test können sich die Fette „in Leber, Niere oder Lymphknoten sammeln“. Zudem ist eine Verunreinigung mit aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffen (MOAH), einem Mineralölbestandteil, möglich. MOAH stehen im Verdacht, krebserregend und erbgutverändernd zu sein.
Drei Produkte im Test enthielten zudem Formaldehyd bzw. -abspalter; ein Konservierungsstoff, den Öko-Test kritisiert. Die Verbraucherschützer:innen warnen, dass Formaldehyd Kontaktallergien auslösen kann und bereits in geringen Mengen die Schleimhäute reizt.
Öko-Test kommt zu folgendem Schluss: Der Preis ist für ein gutes Haarwachs und Haargel nicht unbedingt entscheidend.
Neben Gel, Paste, Pomade oder Schaum bietet Haarwachs eine vergleichsweise flexible und natürlich wirkende Möglichkeit, der Frisur einen soliden Halt zu verpassen.
Das Syoss Haarwachs 3in1 Max Hold gibt uns einen sommerlichen Vibe: Es ist schön geschmeidig, cremig und lässt sich hervorragend in das Haar einarbeiten. Dort entfaltet es dann seine angenehm süßliche Duftnote. Die kann für Männer wie Frauen gleichermaßen interessant sein. Die Frisur lässt sich locker in die gewünschte Richtung manövrieren - und bleibt dann auch dort. Dabei klebt nichts oder härtet unangenehm aus. Einen Pluspunkt verdient sich das Wachs durch feuchtigkeitsspendende Inhaltsstoffe.
Das Wachs enthält die PEG-Derivate Steareth-2, Steareth-21 und Oleth-20. Sie können allergische Reaktionen auslösen.
Unter unseren Testprodukten sticht das Da‘ Dude Da‘ Wax schon durch seine chicen Bambustiegel heraus. Der enthält eine appetitlich anmutende Creme mit sanft-kühlem Geruch. Das Haar lässt sich damit vorzüglich bearbeiten, sei es in einzelnen Strähnen oder mit breit nach oben gestyltem Look.
Dem Tester mit kurz bis mittellangem Haar rät sie, eine erdnussgroße Menge Wachs auf die Finger aufzutragen, 15 bis 20 Sekunden in den Handflächen aufzuwärmen und dann von hinten nach vorn in das trockene Haar einzuarbeiten.
Wie dem Namen zu entnehmen ist, versprüht das Kokos Haarwachs von Swiss-O-Par einen Kokos-Duft - angenehm, wie wir finden, selbst ohne explizite Kokos-Fans zu sein. Der Halt ist nicht besonders stark, dafür klebt bei dem Wachs mit der Konsistenz von Vaseline nichts. Dieser Kompromiss eignet sich besonders für entspannte Styles an schwitzigen Sommertagen.
Positiv sticht hervor, dass das Kokos-Haarwachs auf PEG-Derivate und reizende Alkohole verzichtet und eine geringe Zahl an Duftstoffen aufweist.
1995 kam mit dem American Crew Fiber ein Haarwachs auf den Markt, das bis heute als Klassiker gilt. Von der Konsistenz her handelt es sich um ein mittelhartes Wachs, das sich gut in den Fingern verreiben und anschließend in die Haare einarbeiten lässt. Dort hält es die Frisur mit mattem Finish in Form, ohne deswegen an Flexibilität einzubüßen.
Die Anwendung ist weitgehend intuitiv: Man zerreibt einen Klecks Wachs in den Fingerspitzen und massiert ihn ins Haar.
Um das Wachs aber restlos aus dem Haar zu bekommen, ist es notwendig, es mit Shampoo zu waschen.
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