Viele Menschen stellen sich die Frage, ob die Einnahme von Medikamenten nach einer Haartransplantation notwendig ist. Schließlich wird eine Haartransplantation durchgeführt, um Bereiche des Kopfes, die von Haarausfall betroffen sind, wieder mit vollem Haarwuchs zu versehen.
In diesem Artikel wird ausführlich erläutert, warum es dennoch empfehlenswert ist, Medikamente nach einer Haartransplantation einzunehmen.
Grundsätzlich betrifft diese Frage nicht das Anwachsen eingesetzter Transplantate, welche nach einer professionell durchgeführten Haartransplantation auch ohne Zutun jeglicher Medikamente (Finasterid/Minoxidil oder andere) anwachsen sollten.
Es geht also nicht darum, die verpflanzten Haare medikamentös zu unterstützen, sondern darum, die Nachbarbereiche der verpflanzten Haare vor weiterem Haarausfall zu bewahren.
Es handelt sich um ein grundsätzliches Konfliktfeld: Erblich bedingter Haarverlust endet nicht nach einer Haartransplantation. Wenn der erblich bedingte Haarausfall in anderen Gebieten fortschreitet, entwickeln sich zusätzliche kahle und lichter werdende Gebiete, und es müssen weitere Haarverpflanzungen durchgeführt werden.
Um zu verhindern, dass durch fortschreitenden Haarausfall in weiteren, nicht operierten Bereichen, das optische Erscheinungsbild wiederum beeinträchtigt wird, können bestimmte Medikamente den Haarausfall stoppen oder zumindest verlangsamen.
In der Regel ist erblicher Haarausfall ein langsam voranschreitender Prozess, der sich über Jahrzehnte hinweg fortsetzen kann. Es beginnt üblicherweise mit dem Rückgang des Haares über der Stirn, dem Hinterhaupt oder im oberen Bereich der Schläfen, was zu den berühmten Geheimratsecken führt. Die Haare dieser Kopfpartien sind am häufigsten vom Ausfall betroffen.
Werden dementsprechend Haarwurzeln aus einem stabilen Bereich in eine von Glatzenbildung betroffene Stelle verpflanzt, wachsen diese Haare dort an und weiter. Allerdings vermehren sie sich nicht. Die Anzahl der Haare, die ein Mensch besitzt, ist von Geburt an festgelegt.
Diese Haare besitzen eine Wachstumsphase, die zwischen 2 und 6 Jahre dauern kann. Danach fallen sie aus und in der bestehenden Haarwurzel entsteht ein neues Haar, wenn nicht, wie bei erblichem Haarausfall, das Neuwachstum unterbrochen wird.
Wenn etwa im Stirnbereich eine Haartransplantation durchgeführt wurde und die Haare wieder normal wachsen, kann es trotzdem geschehen, das die dahinter liegenden Haare weiter ausfallen.
Haartransplantationen können nicht beliebig oft und in kurzen Zeitabständen durchgeführt werden. Die Kopfhaut wie auch die Haare benötigen eine gewisse Regenerationszeit und es ist natürlich auch eine Frage der Kosten.
Minoxidil, das auch unter der Markenbezeichnung Regaine® bekannt ist, wurde in den 1970er-Jahren als Medikament gegen Bluthochdruck entwickelt. In Tablettenform wird es dafür noch heute eingesetzt. Seine interessante Nebenwirkung, die Verstärkung des Haarwachstums, veranlasste die pharmazeutischen Unternehmen, ein Mittel aus Minoxidil herzustellen, das als Schaum oder Lösung direkt auf die betroffenen Kopfpartien aufgetragen wird.
Dabei wird zwischen Frauen und Männern unterschieden. Die Lösung oder der Schaum für Männer enthält 5 % Minoxidil, das Medikament für Frauen nur 2 %. Allerdings dürfen nicht gleichzeitig Minoxidil beziehungsweise Regaine® und ein anderes Mittel auf die Kopfhaut aufgetragen werden.
Finasterid ist ein oral einzunehmendes Medikament, das in Deutschland, Österreich und der Schweiz rezeptpflichtig ist. Es wird unter dem Markennamen Propecia vertrieben. Finasterid zeigte in internationalen Studien einen sehr hohen Wirkungsgrad bezüglich des Aufhaltens von Haarausfall und kann das Kopfhaar wieder verdichten.
Es soll aber nicht verschwiegen werden, das durch die Einnahme von Finasterid Nebenwirkungen wie etwa Potenzstörungen auftreten können.
Eine erfolgreiche Haartransplantation endet nicht mit dem Eingriff selbst. Die richtige Nachsorge und das richtige Verhalten nach der Haartransplantation sind entscheidend, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Wenn die behandelnden Spezialisten Ihnen im Anschluss an eine Haarimplantation zahlreiche Tipps zum Heilungsprozess geben, spielt die Ernährung daher eine zentrale Rolle.
Nach einer Haartransplantation ist es von entscheidender Bedeutung, dass Sie Ihrem Körper die notwendigen Nährstoffe zur Verfügung stellen, um die Heilung der Kopfhaut zu fördern und das Wachstum der transplantierten Haare zu unterstützen.
Vitamine spielen dabei eine zentrale Rolle, da sie die Regeneration der Kopfhaut beschleunigen und das Haarwachstum stimulieren können. Vitamine sind essenzielle Nährstoffe, die verschiedene biologische Prozesse im Körper regulieren.
Einige Vitamine fördern zudem die Kollagenbildung. Kollagen ist ein Protein, das für die Elastizität und Feuchtigkeit der Kopfhaut sorgt und dadurch zur Stabilisierung der Haarfollikel beiträgt.
Auf Dauer sollten Sie anstreben, dass Ihr Körper möglichst alle erforderlichen Vitamine mit natürlichen Lebensmitteln erhält. Das gilt insbesondere für Menschen mit einer Abneigung gegen die Fischgerichte, die diesen Stoff enthalten. Bis Erfolge sichtbar sind, benötigen Sie aber etwas Geduld. Sehr viele Vitamine sind nach einer Haartransplantation sowohl für den erfolgreichen Heilungsverlauf als auch beim späteren Nachwachsen der Haarpracht äußerst wichtig. Neben Eiern, Obst und Gemüse bleiben vor allem fettige Fische am Ende einer Haarimplantation empfehlenswert.
Es gibt verschiedene Gründe, warum bestimmte Vitamine nicht oder nicht ausreichend über die Ernährung aufgenommen werden können. Dazu gehört eine einseitige Ernährung, die wenig frisches Obst, Gemüse und nährstoffreiche Lebensmittel enthält.
Gerade bei Einschränkungen in der Ernährung, beispielsweise bei Veganern, Vegetariern oder Menschen mit bestimmten Nahrungsmittelunverträglichkeiten (z. B. Laktoseintoleranz), kann es schwierig sein, bestimmte Vitamine über die Nahrung aufzunehmen.
In bestimmten Lebensphasen oder Situationen, wie während der Schwangerschaft, in Wachstumsphasen, bei intensiver körperlicher Aktivität oder Stress, kann der Bedarf an Vitaminen steigen. Es kann schwierig sein, diesen erhöhten Bedarf allein über die Ernährung zu decken.
Auch Alter und Lebensstil beeinflussen die Fähigkeit des Körpers, bestimmte Vitamine aufzunehmen und zu verstoffwechseln.
Diese Nahrungsergänzungsmittel sind besonders nützlich, um sicherzustellen, dass Ihr Körper nach der Transplantation alle notwendigen Nährstoffe erhält.
Bei der Mesotherapie werden Vitamine, Mineralien und Aminosäuren direkt in die Kopfhaut injiziert. Diese Methode bietet den Vorteil, dass die Nährstoffe gezielt in die Bereiche gelangen, die sie am dringendsten benötigen, was die Heilung und das Haarwachstum optimal unterstützt.
In den ersten fünf Tagen nach der Haartransplantation ist es wichtig, die von Ihrem Arzt verordneten Medikamente nach dem ausgehändigten Einnahmeplan einzunehmen. Schlafen Sie in halb sitzender Position, wie während der Behandlung. Nehmen Sie abends den Verband vorsichtig ab. Beginnen Sie mit der ersten Haarwäsche nach unserer Anleitung. Lassen Sie das Shampoo oder den Schaum ca. Verwenden Sie Ihre Hand als Schutz zwischen der Brause und dem Kopf. Tupfen Sie die Kopfhaut anschließend mit Kosmetiktüchern trocken.
Zu diesem Zeitpunkt sollte die Verkrustung verheilt sein. Verwenden Sie Shampoo oder Schaum, lassen Sie es 20 Minuten einwirken und spülen Sie es gründlich ab. Ab dem 10. Tag können Sie wieder wie gewohnt duschen, einschließlich des Kopfes.
Der sogenannte Shedding- oder Shock-Loss-Effekt (Haarausfall der transplantierten Haare) tritt auf. Auch das ist ein normaler Heilungsverlauf. Der erste Haarschnitt sollte ausschließlich mit einer Schere erfolgen.
Eine PRP Behandlung unterstützt die Heilung und stärkt die Haarfollikel nach einer Haartransplantation. Wir empfehlen, etwa 2-4 Wochen nach dem Eingriff mit den Sitzungen zu beginnen.
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