Viele Menschen leiden unter Haarausfall, was oft mit einem Verlust des Selbstbewusstseins einhergeht. Sowohl Männer als auch Frauen sind betroffen. Viele freiverkäufliche Mittel versprechen Abhilfe bei Haarausfall. Doch was bringen sie wirklich? Gegen den Kahlschlag auf dem Kopf versprechen viele Mittel Abhilfe. Doch wirklich hilfreich sind nur wenige.
Etwa hundert Haare verlieren wir täglich, das ist ganz normal und kein Grund zur Beunruhigung. Lichtet sich das Haupt, leidet die Seele, die weibliche mehr als die männliche. Am häufigsten ist der erblich bedingte Haarausfall: Er beginnt bei Männern mit Geheimratsecken, die sich über eine Halb- bis zur Vollglatze auswachsen können. Auch bei Frauen kann mit zunehmendem Alter das Haar lichter werden. Da mit dem Klimakterium Estrogen fehlt, führt Dihydrotesteron wie bei Männern zu einem verstärkten Haarausfall.
In Apotheken und Drogerien hat ÖKO-TEST insgesamt 30 Mittel eingekauft, die auf das Problem Haarausfall abzielen: neun rezeptpflichtige und fünf nicht rezeptpflichtige Arzneimittel, ein Nahrungsergänzungsmittel, eine ergänzend bilanzierte Diät und 14 Kosmetika. Für alle Produkte haben wir nach Wirksamkeits- beziehungsweise Nutzenbelegen gesucht.
Stiftung Warentest hat für stern.de die freiverkäuflichen Präparate unter die Lupe genommen und bewertet. Die Stiftung Warentest hat zehn rezeptfreie und rezeptpflichtige Mittel bewertet, darunter Lösungen und Schäume zum Auftragen sowie Tabletten zum Einnehmen. Für die Bewertung sichteten Arzneimittel-Expertinnen und -Experten Untersuchungen zu Wirksamkeit und Risiken der verwendeten Wirkstoffe. Wir haben die vier am häufigsten verordneten, rezeptpflichtigen Medikamente zur Behandlung von Haarausfall ausgewählt und beurteilt. Außerdem prüften wir die wissenschaftlichen Veröffentlichungen zu sechs oft gekauften, rezeptfreien Haarwuchsmitteln. Das Ergebnis: An der Mehrzahl der Produkte können wir kein gutes Haar lassen. Ohne Einschränkung ist kein Wirkstoff zu empfehlen.
In dem kurzen Beitrag in der aktuellen Ausgabe des Magazins »test« bewertet Stiftung Warentest fünf verschiedene Wirkstoffe beziehungsweise Wirkstoffkombinationen nach Studienlage. Ergänzende Labortests wurden nicht durchgeführt.
Am ehesten helfen noch Produkte mit Minoxidil. Minoxidil kann den Haarausfall verlangsamen, sodass sich eine Glatze nur verzögert ausbildet und regt zudem den Haarwuchs wieder an. Ein kosmetisch akzeptables Ergebnis findet sich allerdings nur bei etwa 10 bis 20 von 100 Behandelten. Wird das Mittel weggelassen, setzt der Haarausfall unvermindert wieder ein.
Der Wirkmechanismus von Minoxidil bei Haarausfall ist nicht genau bekannt. Möglicherweise wird die Haarwurzel besser durchblutet. Denkbar ist auch, dass die Neubildung von Blutgefäßen gefördert wird, wodurch diese durchlässiger werden und mehr Wachstums-Faktoren im Gewebe vorhanden sind. Beides kommt auch dem Wachstum der Haarwurzel zugute. Frauen sprechen nach diesen Ergebnissen besser auf den Wirkstoff an, bei ihnen genügen schon geringere Mengen an Minoxidil.
Bei etwa einem von hundert Behandelten kann die Haut an der Stelle, an der das Mittel aufgetragen wurde, jucken, schuppen, sich röten oder entzünden. Minoxidil kann sich eventuell nachteilig auf Herz und Kreislauf auswirken, was insbesondere bei einer Langzeitbehandlung bedeutsam ist. Wenn das Mittel den Blutdruck senkt und Brustschmerzen, Schwindel, Schwächegefühl auftreten oder sich der Herzschlag beschleunigt, sollte die Behandlung abgebrochen werden. Bei bis zu einem von 1000 Behandelten können sich auch an anderen Körperstellen vermehrt Haare bilden (zum Beispiel im Gesicht). Minoxidil darf bei Männern nur im Alter zwischen 18 und 49 Jahren angewendet werden. Minoxidil wird auch als blutdrucksenkendes Mittel eingesetzt. Wenn Sie es dafür bereits angewendet und nicht vertragen haben, sollten Sie es auch als Haarwasser nicht einsetzen. Über eine Langzeitbehandlung (Zeiträume von mehr als einem Jahr) liegen keine aussagekräftigen Daten vor.
Die Wirksamkeit von Minoxidil in den beiden nicht rezeptpflichten Regaine-Präparaten ist "gut" belegt. Nach verschiedenen Studien können 20 bis 40 Prozent der behandelten Männer mit einem Stopp des Haarausfalls rechnen, zehn bis 20 Prozent mit einem Wiederwachstum kräftiger Haare.
„Mit Einschränkung geeignet“ seien Minoxidil (Regaine® als Schaum oder Lösung) für Männer und Frauen sowie der 5α-Reduktase-Hemmer Finasterid in Tablettenform (Propecia® und Generika) für Männer. Sie sind zugelassen beim erblich bedingten Haarausfall (androgenetische Alopezie).
Von den Arzneimitteln schneiden lediglich die Finasterid-haltigen, nur zur Anwendung bei Männern zugelassenen, rezeptpflichtigen Präparate mit "gut" ab. Insgesamt sind sieben Mittel gegen Haarausfall empfehlenswert. Der Wirkstoff hemmt das Enzym 5-Alpha-Reduktase und senkt so die Spiegel des Hormons Dihydrotestosteron (DHT) im Blut. In der Folge steigt die Anzahl der Haare. Zugelassen sind die 1-mg-Finasterid-Tabletten zur Behandlung früher Stadien des Haarausfalls bei Männern zwischen 18 und 41 Jahren.
Die Langzeitrisiken sind allerdings noch ungeklärt. Mögliche Nebenwirkungen sind Libidoverlust, Erektionsstörungen und vermindertes Ejakulatvolumen. Zudem besteht der Verdacht, dass Finasterid Brustkrebs auslösen kann.
Wie wirkt der Wirkstoff? 17-alpha-Estradiol gehört zu den Östrogenen, wirkt aber nur sehr schwach hormonell. Es hemmt vielmehr das Enzym 5-alpha-Reduktase. Durch dieses entsteht aus dem männlichen Geschlechtshormon Testosteron das wirksamere Dihydrotestosteron. Dieses ist bei Männern und Frauen gleichermaßen vorhanden und kann den Haarwuchs an den Haarwurzeln behindern und so Haarausfall fördern. Bisher ist die therapeutische Wirksamkeit von 17-alpha-Estradiol bei Haarausfall aber nicht ausreichend nachgewiesen. Die Mittel mit diesem Wirkstoff sind deshalb wenig geeignet.
Der Alkoholanteil in dem Haarwasser kann dazu führen, dass die Kopfhaut sich rötet und brennt. Bei Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahre sollten Sie die Mittel nicht anwenden. Als »wenig geeignet« stuft Stiftung Warentest topische Mittel mit Estradiol-Varianten ein (17-alpha-Estradiol, Estradiol plus Fluprednidenacetat sowie Estradiolbenzoat plus Prednisolon und Salicylsäure).
Ebenfalls zweifelhaft über die Laborwirkung hinaus sei der Nutzen von Koffein-haltigen Shampoos und Lösungen sowie anderer natürlicher Inhaltsstoffe wie Keratin, Aloe vera, Kieselerde und Ginseng. Die Kosmetika versuchen mit einer bunten Palette verschiedenster Inhaltsstoffe neuen Haarwuchs zu aktivieren, den Haarausfall einzudämmen oder ihm vorzubeugen. Eingesetzt werden unter anderem Koffein, Hopfenextrakt, Klettenwurzelextrakt, Ginseng, Vitamine, Aminosäuren, Eiweißbruchstücke (Peptide), Carnitin und Taurin.
Für das Nahrungsergänzungsmittel Innéov Haarfülle Anti-Haarausfall, Tabletten + Kapseln, die die Haarwurzel stärken und Haarausfall verlangsamen wollen, liegen keine publizierten Daten vor, die diesen Anspruch rechtfertigen würden.
Ob glanzloses, zu dünnes Haar oder Haarausfall: Diese Vitamine gegen Haarausfall können bei jedem Problem helfenEisenmangel und Vitamin-D-Mangel, fehlendes Vitamin B und Aminosäuren (Protein) gehören zu den häufigsten Ursachen von Haarausfall und Haarverlust. Etwaige Nährstoffmängel können durch eine ausgewogene Ernährung mit wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen sowie durch Nahrungsergänzungsmittel nachhaltig harmonisiert werden.
Entsprechend stecken die besten Vitamine gegen Haarausfall in Multivitaminpräparaten mit Vitamin D, Zink und dazu Eisen. Sie erhöhen zügig die Nährstoffversorgung und regenerieren die Haargesundheit. Sie unterstützen das Haarwachstum und beugen übermäßigem Haarausfall vor. Ausnahme: Auf genetisch bedingten Haarausfall, Alopecia kann wenig Einfluss genommen werden. Jedoch bei diffusem Haarausfall und kreisrunden Haarausfall darf von äußeren und organischen Ursachen ausgegangen werden. Wer unsicher ist, sollte ärztlichen Rat einholen.
Biotin-Tabletten schnelleres Wachstum: MyVitamins, 8€Biotin-Gummies Wachstum + Vitamine: AH-Mazing, 26€Haar-Vitamine dickeres Haar: The Nue Co., 73€Mit Kollagen: Wellbel, 77€Stressbedingter Haarausfall: Ogaenics, 50€Bei Eisenmangel: Natural Elements, 22€Mit Folsäure: Pure, 29 25€Haar-Vitamine-Mix Haarausfall reifes Haar: Phyto, 31€Haarwiederherstellung: Viviscal "Maximum Strength Hair Growth", 84€
Neben einem ausgewogenen Nährstoffhaushalt stoppt eine Stress-Reduzierung den Haarausfall: So gibt es Adaptogene wie den Reishi-Pilz und die Eleuthero-Wurzel, die den Cortisolspiegel, den der Körper bei Stress erzeugt, senken und regulieren sollen. "Emotionaler Stress kann die Haarfollikel in eine Ruhephase (Telogenphase) versetzen, sodass sie keine neuen Haarsträhnen mehr produzieren, was zu Haarausfall führen kann", erklärt Miller Stress als Auslöser für Haarausfal. Diese Art des gesteigerten Haarausfalls ist allgemein als Telogen-Effluvium bekannt.
Sie sollten dann mehr Antioxidantien zu sich nehmen - also Vitamin C, Vitamin E, B-Vitamine, Vitamin B3 (Niacin), B1, B2, sowie Spurenelemente (Jod, Selen) und Vitamin B6, die zur Regulierung des hormonellen Ungleichgewichts beitragen, das ebenfalls eine Rolle bei Haarausfall spielen kann. Außerdem: Omega-6-Fettsäuren, insbesondere Alpha-Linolensäure, sind für die Gesundheit von Haut und Haar außerdem unerlässlich. Sie helfen, die Barrierefunktion der Kopfhaut aufrechtzuerhalten, sie mit Feuchtigkeit zu versorgen und Entzündungen zu reduzieren. Eine gesunde Kopfhautumgebung ist entscheidend für kräftiges Haarwachstum. Achten Sie zudem auf die Ernährung: viel Hülsenfrüchte, Milchprodukte (Kalzium ist für das Haarwachstum unerlässlich, da es zwei Proteinquellen enthält) sowie Kürbiskerne (Vitamin A, C, und E).
Wenn es um Vitamine zur Förderung von Haarwachstum geht, dreht sich alles um Biotin. Denn: Der Körper ist auf Biotin oder Vitamin B7 angewiesen, um Keratin, das wichtigste Protein im Haar, herzustellen. Ein weiterer wichtiger Inhaltsstoff ist Eisen. Es ist zwar nicht möglich, den natürlichen Haarwuchs zu beschleunigen, aber Eisen kann zur Aufrechterhaltung eines normalen Haarzyklus beitragen. Um die Aufnahme von Eisen in unser Verdauungssystem zu erleichtern, ist die Erhöhung der Versorgung mit Vitamin C empfehlenswert sowie Folsäure und Zink.
Wer Haarausfall stoppen will, sollte zunächst die Ursache aufspüren. Neben anlagebedingtem Haarausfall können auch Krankheiten, Medikamente, Hormonschwankungen während der Wechseljahre, Mangelernährung oder Stress Auslöser sein. Diese Haarverluste sind oft vorübergehend, der Haarwuchs stellt sich irgendwann wieder ein. Kreisrunder Haarausfall beruht vermutlich auf einer Autoimmunkrankheit - eine Fehlreaktion der körpereigenen Abwehr.
Anlagebedingter Haarausfall - in der Fachsprache androgenetische Alopezie - ist die häufigste Form des Haarverlusts. Dabei reagieren die Haarfollikel empfindlich auf männliche Geschlechtshormone. Einige Medikamente wollen dem Haarverlust entgegenwirken. In unserer Untersuchung haben wir zehn häufig verwendete Mittel bewertet.
Merke:Ob ein Haarausfall-Mittel wirksam ist, liegt maßgeblich daran, ob es an der richtigen Ursache ansetzt. Es ist auch nicht immer ratsam irgendwelche Wirkstoffe einzunehmen. Haarausfall: Was tun? Schon kleine Maßnahmen im Alltag können der Haargesundheit zuträglich sein und das Haar kräftigen. Wird der Haarausfall stärker, können Medikamente oder spezielle Therapien helfen.
Die stressreduzierende Wirkung von Sport kann sich auch günstig auf Autoimmunerkrankungen wie den kreisrunden Haarausfall auswirken, da sich diese Krankheiten durch Stress verschlimmern können. Besonders gut tun Yoga oder Ausdauersportarten wie Laufen, Fahrradfahren oder Schwimmen. Als alleinige Therapie hilft Sport als Mittel gegen Haarausfall nicht, kann jedoch unterstützend wirken.
Gesunde Ernährung ist ein wichtiger Faktor für die Haargesundheit. Durch die Ernährung nimmt der Körper Vitamine, Nährstoffe und Spurenelemente auf, die für ein gutes Haarwachstum wichtig sind. Fehlen diese Stoffe, wird das Haar schnell dünn, brüchig oder fällt aus. Besonders betroffen sind Menschen mit Essstörungen, Vegetarier oder Veganer.
Das Wichtigste für eine erfolgversprechende Therapie gegen Haarausfall ist es, die richtige Ursache zu finden und diese spezifisch zu therapieren. Dabei kann Ihnen zum Beispiel der Hausarzt, Dermatologe oder Haarchirurg helfen. Die mit Abstand häufigste Ursache für Haarausfall ist der erblich bedingte Haarausfall, der durch eine Überempfindlichkeit der Haarwurzeln gegenüber männlichen Geschlechtshormonen bedingt ist.
Die Behandlung Ihres Haarausfalls wird nur dann erfolgreich sein, wenn vorher eine gezielte Diagnostik durchgeführt wurde und auch die richtige Ursache therapiert wird. Für Sie als Patient ist es fast unmöglich, den Überblick über alle Therapieoptionen und Mittel gegen Haarausfall zu behalten. Deshalb wenden Sie sich frühzeitig an einen Experten für Haarausfall-Behandlungen in Berlin, zum Beispiel an das Zentrum für moderne Haartransplantation in Berlin.
Ein Wundermittel, das jede Form von Haarverlust zuverlässig behebt, gibt es leider noch nicht. Als wichtigsten Punkt lässt sich festhalten: Ob ein Mittel gegen Haarausfall wirkt, hängt davon ab, ob die richtige Ursache gefunden wurde. Jedes Medikament und jede Therapie kann nur wirksam sein, wenn es für die vorgesehene Ursache eingesetzt wird. So lässt sich zum Beispiel eine Pilzinfektion der Kopfhaut nicht mit Antibiotika behandeln, ein Medikament gegen kreisrunden Haarausfall wird in der Regel nicht gegen erblich bedingten Haarausfall helfen. Auch das beste Mittel gegen Haarausfall hilft nicht, wenn es für die falsche Indikation eingesetzt wird. Teilweise gibt es sogar verschiedene Kombinationen an Ursachen eines Haarverlusts. Das macht die Behandlung nochmals komplexer und sollte nur gemeinsam mit einem Experten angegangen werden. Neben der spezifischen Therapie ist es immer empfehlenswert, allgemeine Maßnahmen wie gesunde Ernährung, Sport oder eine sanfte Haarpflege zu berücksichtigen, um die Haargesundheit weiter zu unterstützen.
Achtung: Die Ratschläge und Informationen in diesem Artikel ersetzen keine medizinische Betreuung durch entsprechendes Fachpersonal.
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