In ihrer Beauty-Kolumne spricht die Unternehmerin Sylvie Meis offen über ihre persönliche Beziehung zu ihren Haaren und wie diese sich durch ihre Brustkrebserkrankung verändert hat. Die Geschichte von Sylvie Meis ist eine von Stärke, Selbstakzeptanz und der Bedeutung von Weiblichkeit, selbst in den schwierigsten Zeiten.
Sylvie Meis bei der DKMS LIFE Charity Gala (Quelle: Bunte.de)
Sich morgens nach dem Aufstehen die Haare zu kämmen, sie mit einem duftenden Öl zum Glänzen bringen, um dann zu überlegen: Möchte ich sie heute in einen Zopf tragen, sie mit Haargel stylen oder zu einem Dutt binden? Oder fallen meine Haare heute so schön, dass ich sie unbedingt offen tragen möchte? Fragen, die die meisten von uns mit Sicherheit binnen weniger Minuten beantworten können. Warum auch nicht: Hairstyling am Morgen ist eben ein fester Bestandteil der Beauty-Routine. Etwas, für das viele wahrscheinlich gar keinen Gedanken mehr verschwenden, weil es intuitiv und von ganz alleine abläuft.
Bei Sylvie Meis ist es etwas anders: Wenn sie ihr Haar morgens berührt und kämmt, es mit einem Haarparfüm besprüht oder Haaröl in ihre Spitzen gibt, dann macht sie das ganz bewusst. Man könnte sogar sagen: Sie zelebriert es. Denn das Gefühl, nicht entscheiden zu können, ob sie ihre Haare offen oder zu einem Zopf tragen möchte, wurde ihr während einer schwierigen Phase ihres Lebens genommen. Durch ihre Brustkrebserkrankung verlor sie alle Haare - und damit vorerst auch ihr Selbstbewusstsein.
Sie kann sich noch genau an den Moment erinnern, als auf ihrem Kopfkissen unzählige Haare lagen; da wusste sie: Jetzt geht es los. Schleichend kahl zu werden, war für sie nie eine Option. Daher stand schnell für sie fest: Ich muss meine Haare abrasieren lassen. Den Termin vereinbarte sie bei einer Haar-Expertin für Krebspatientinnen und -patienten.
Und als es dann soweit war, beschloss sie, alleine und ohne Begleitung die Prozedur über sich ergehen zu lassen. Rückblickend war das allerdings keine gute Entscheidung. Denn als sie mit ihrer Perücke auf dem Kopf zurück nach Hause kam und ihren damaligen Mann und ihr Kind im Pool schwimmen gesehen habe, brach alles über sie herein.
Der Gedanke, dass sie diese Perücke nicht mal eben gerade abnehmen kann, da sie an ihrer Kopfhaut festgeklebt war, löste in ihr ein Gefühl aus, das sie vorher noch nie verspürte. Ich fühlte mich gefangen. Gefangen in meiner Perücke. Doch viel Zeit blieb ihr nicht, ihren Gedanken und Ängsten nachzugehen.
Ihr Arbeitsalltag als Jury-Mitglied von "Das Supertalent“ sollte weitergehen - und demnach auch der Schritt in die Öffentlichkeit und vor die Presse. In der ersten Phase ihrer Erkrankung ließ sie sich von ihrer Hairstylistin Serena Goldenbaum einen Pony in die Perücke schneiden. Dieser kaschierte den Ansatz ihrer Perücke - und ein bisschen konnte sie sich dahinter auch verstecken. Sie fühlte sich zu diesem Zeitpunkt unglaublich verletzlich und der Pony gab ihr Sicherheit.
Mit der Zeit arrangierte sie sich mehr und mehr mit ihren Perücken und lernte immer besser, wie sie die unterschiedlichen Exemplare stylen konnte. Für Zuhause hatte sie eine Kurzhaar-Perücke, für Shows und Red-Carpet-Auftritte Langhaar-Varianten.
Verschiedene Perückenstile (Quelle: Pinterest)
Und irgendwann war sie soweit. Es kam der Punkt, an dem sie sich so akzeptierte, wie sie war: ohne Haare, ohne Augenbrauen und ohne Wimpern. Ein absoluter Befreiungsmoment und rückblickend eine sehr beschreibende Metapher war dann mein erster Tanz als Kandidatin von "Let’s Dance“.
Sie tanzte sich frei, frei von der Angst gefangen hinter einer Perücke zu sein und zeigte sich erstmals mit ihren kurzen Haaren. Das Gefühl war überwältigend. Seit diesem Auftritt habe sie jeden einzelnen Zentimeter ihres Haares gefeiert. Und mehr noch: Sie fühlte sich auf einmal unglaublich stark mit ihren kurzen Haaren und wunderschön. Ihre Augen kamen besonders gut zum Vorschein. Auch auf ihre Kopfform, die durch die kurzen Haare betont wurde, war sie stolz. An diesem Punkt habe sie sich neu in sich verliebt.
Sie habe sich gefeiert und mir immer wieder gesagt: Sylvie, du siehst toll aus. Und das ist etwas, was ich dir auch ans Herz legen möchte: Selflove. Traue dich zu sagen: Ich mag mich, ich finde mich toll! Denn das bist du! Du musst es nur erkennen und wenn du es erstmal siehst, wirst du merken, wie stark dich das macht. Und lass dir niemals einreden, dass diese Einstellung arrogant ist. Nein, sie ist wichtig und absolut erstrebenswert.
Wenn du also das nächste Mal vor der Entscheidung stehst, welche Frisur du heute tragen möchtest: Lass‘ dir Zeit. Schau dich an und sag dir, dass du mit jeder Frisur wunderschön aussiehst.
Im September 2019 sagte Sylvie Meis beim DKMS-LIFE-Dreamball: „Ich bin so dankbar, dass ich noch lebe“. Vor zehn Jahren stand sie dort zum ersten Mal. Da trug sie noch eine Perücke und habe gegen den Krebs gekämpft. Sie sei so dankbar, dass sie noch lebe, und, dass sie heute krebsfrei bin.
2009 musste Sylvie Meis den schwersten Kampf ihres Lebens ausfechten - den gegen den Brustkrebs. Sie besiegte die Krankheit. Doch die Erkrankung hat Spuren hinterlassen, wie sie im exklusiven BUNTE.de-Interview verrät:
Die Diagnose Brustkrebs riss Sylvie Meis (39) 2009 den Boden unter den Füßen weg. Ihr Leben änderte sich von einem Moment auf den anderen schlagartig. Doch Sylvie kämpfte, kämpfte erfolgreich und besiegte die tückische Krankheit.
Acht Jahre liegt die schwerste Zeit ihres Lebens nun schon hinter ihr. Doch vergessen wird sie diese niemals. Besonders beim Dreamball, der „DKMS Life Charity“-Gala zugunsten krebskranker Frauen, ist ihre Krankheit für Sylvie präsent.
An diesem Abend sprach Sylvie mit uns berührend offen über die Zeit, als sie selbst noch gegen den Krebs kämpfte, wie es für sie war, eine Perücke zu tragen und wer ihr in dieser unfassbar schweren Zeit Halt gab.
Mit Miram Pielhau (†41) verband sie das gleiche Schicksal, doch am 12. Juli 2016 verlor Miriam den Kampf gegen den Krebs. Viele Prominente greifen gerne auf Perücken zurück. Manche, um zu großen Events mit einer neuen Frisur beeindrucken zu können, bei Anderen leider auch aufgrund einer Erkrankung, so wie bei Sylvie Meis.
Als bei der Moderatorin Brustkrebs festgestellt wurde und nach der OP vorsorglich mit einer Chemotherapie begonnen wurde, verlor sie ihre Haare. Dank einer guten Perücke war von dem Haarausfall jedoch nichts zu sehen.
Hamburg - Sylvie Meis feierte am heutigen Donnerstag ihren 45. Geburtstag. Zum neuen Lebensjahr lässt die Moderatorin vergangene Zeiten Revue passieren. Dabei erinnert sie sich auch an die schwerste Zeit ihres Lebens: Ihre Brustkrebs-Diagnose im Jahr 2009.
Zu diesem Zeitpunkt lebte sie grade mit Ex-Mann Rafael van der Vaart (40) und ihrem damals dreijährigen Sohn Damian (16) in Madrid: "Alles um mich herum war plötzlich Angst und Chaos", beschreibt die Niederländerin ihre Gefühle von damals in einem Post auf Instagram.
Der Tumor sei zum Glück rechtzeitig entdeckt worden, sodass sie sich sofort einer Operation zur Entfernung unterziehen konnte. Danach folgte eine sechsmonatige Chemotherapie. "Unnötig zu sagen, dass dies eine sehr harte Zeit für mich und meine Familie war!", erinnert sich Sylvie.
Ans Aufgeben hat sie aber nicht gedacht: "Manchmal erlebst du Dinge im Leben, die unfair und hart sind, aber positives Denken und Fokussieren halfen mir, mit diesen Gefühlen von Angst und Traurigkeit umzugehen", betont sie.
Ihre Familie und Freunde, aber auch der Glaube an ihre Karriere, gaben ihr die Kraft, zu überleben. Die Krebsdiagnose hat jedoch nicht nur das Leben der Moderatorin verändert, sondern auch ihr Aussehen. Denn durch die Chemotherapie verlor sie nicht nur ihre geliebten langen Haare, sondern auch ihre Wimpern und Augenbrauen. Ein schwerer Schlag für die hübsche Niederländerin.
Lange wollte sie nicht wahrhaben, dass sie keine Haare mehr hatte, ließ beim Friseur sogar die Spiegel abhängen. "Viele Monate lang trug ich Perücken, die meiner eigenen Frisur sehr ähnlich waren", erzählt sie.
Irgendwann habe sie es jedoch geschafft, sich ohne Perücke im Spiegel zu betrachten. Dieser Moment habe sie sehr geprägt.
Sylvie Meis (Quelle: Tag24.de)
Seit 2020 ist Model und Moderatorin Sylvie Meis Markenbotschafterin von Great Lengths. Im TOP HAIR Austria Exklusiv-Interview plauderte sie über ihre Liebe zu Stylisten, wie sie ihre Krankheit besiegte und welche (Haupt-)Rolle volles Haar dabei spielte.
Frauen lieben Haare, Sie vermutlich noch mehr. Dass ich mich wohlfühle! Für mich ist schönes Haar tatsächlich wichtiger als Make-up. Nach meiner Erkrankung damals (Anm.d.Red.: Brustkrebs) bedeutet volles Haar aber vor allem Leben für mich. Eine tolle Haarpracht macht mich selbstbewusster, erlaubt mir, meine Weiblichkeit zu leben.
Great Lengths begleitet mich schon fast 20 Jahre: Ich habe mit 25 angefangen und nächstes Jahr werde ich 45 - das ist eine einfache Rechnung! Ich freue mich darüber, denn es ist die Anerkennung eines wunderbaren Marktes. Ich finde es großartig, dass Great Lengths auf meine Haare aufmerksam wurde, ohne zu wissen, dass ich bereits Extensions von Great Lengths trage.
Ich bin nach der Anfrage vor Freude hochgesprungen, weil ich trage Great Lengths seit ich 25 bin, und das bin ich! Dass dann genau diese Marke auf mich zukommt … Ich glaube an diese Momente im Leben, wo es einfach genau passt: Great Lengths wollte mit mir als Markenbotschafterin zusammenarbeiten, und ich habe mir nur gedacht: Wie geil ist das denn?
Durch die Krankheit musste ich etwas erleben, von dem ich nicht im Traum gedacht hätte, dass es mir passieren könnte mit 31. Ich habe mir damals vorgenommen, dass ich, wenn ich diese Sache überleben darf, auch etwas Gutes tun möchte. Ich möchte anderen Frauen Mut machen, ich will ihnen erzählen, dass ich mich damals für Perücken entschieden habe, die nicht nur Abwechslung in meinen Look gebracht, sondern mir auch ermöglicht haben, selbst in einer so heftigen Phase meines Lebens Momente von Weiblichkeit und Glamour zu erleben und zu sehen, dass sogar etwas so unglaublich Schlimmes auch Positives bringen kann.
Natürlich geht es bei einer derartigen Krankheit darum, wieder gesund zu werden, aber das Äußerliche - die Schönheit - ist eben auch ein Thema. Ich rede auch mit Frauen, um ihnen zu vermitteln: Hey, du bist nicht alleine! Auch ich war morgens nach dem Aufstehen erst einmal kahl. Das ist die Wahrheit, keine Wimpern, keine Augenbrauen und keine Haare auf dem Kopf.
Wir haben eine Zeit erlebt, in der viele aufgrund der Pandemie nicht so auf ihr Äußeres geachtet haben. Ich war in der privilegierten Situation, dass meine Karriere in der Pandemie einen ordentlichen Schubs bekommen hat, und ich in TV-Sendungen war, wo es auch Styling gab. Für mich war es deshalb wichtig, auch in der Krise die beste Version von mir selbst zu sein. Aber ich habe natürlich Verständnis, dass sich Prioritäten manchmal ändern.
Es gibt wohl kaum Frauen, die nicht von langem, dichtem Haar träumen. Dennoch scheuen sie den Schritt, zu Extensions zu greifen wegen des Mehraufwands an Pflege etc. Absolut! Ich muss dank Extensions viel weniger Zeit investieren. Ich wasche meine Haare, verwende einen guten Conditioner, aber das würde ich ohne Extensions auch tun. Wenn ich meine Haare lufttrocknen lasse und sie einmal durchbürste, sehen sie schon großartig aus. Manchmal föhne ich sie auch mit der Rundbürste - das dauert etwa acht Minuten. Ich wasche meine Haare nur einmal pro Woche, öfter nur, wenn ich viele Shootings und daher viele Produkte im Haar habe.
Sturheit wird meist als negative Eigenschaft verstanden. Sie sagten einmal, es hätte Ihr Leben gerettet, stur gewesen zu sein. Stimmt das bzw. Ich finde Sturheit manchmal tatsächlich gut. Wenn du weißt, dass etwas nicht stimmt und das war ja damals mit meiner Krebserkrankung so, dann solltest du dich auch am besten an das halten, was deine innere Stimme dir sagt, und das habe ich auch getan. Ich glaube schon, dass meine Sturheit, auf keinen Fall nachgeben zu und unbedingt leben zu wollen, mein Leben tatsächlich gerettet hat. Aber ich habe natürlich auch gelernt, dass man auch Gelassenheit braucht, das ist wichtig. Gelassenheit sorgt für weniger Stress, für ein entspannteres Lebensgefühl.
Viele Stars lieben die Wandlungsfähigkeit, die man mit einer Perücke hat. An dem einen Tag einen schicken mittellangen Bob in Blond und am anderen Tag eine Langhaarfrisur mit Pony in Braun. Ob gewellt oder glatt - der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt. Gerade im Showbusiness kann es sehr von Vorteil sein, wenn man häufig mit einem neuen Look überraschen kann.
Und das Beste: Die eigenen Haare werden durch die Perücke geschont, denn nur die Haare der Perücke werden für Fototermine oder den Laufsteg behandelt. So hat strapaziertes Naturhaar die Möglichkeit, wieder gesund nachzuwachsen. Gwen Stefanie wird nachgesagt, dass sie genau aus diesem Grund häufiger eine Perücke trägt. Denn ihr extremes Platinblond strapaziert das natürliche Haar sehr.
Auch die männlichen Stars können der Forderung nach jugendlichem Aussehen in Hollywood nicht entkommen. In den meisten Fällen reicht es daher auch nicht, sich die Haare etwas zu tönen, es muss ein Haarteil oder eine Perücke her. So wie bei Nicolas Cage. Und auch Mickey Rourke, der seinen beruflichen Höhepunkt in den 80er Jahren hatte, trägt schon seit einiger Zeit Perücken.
Nicht nur die älteren Semester greifen auf Perücken zurück: Robert Pattinson trug in seiner Rolle als Vampir Edward in der Twilight-Trilogie eine Perücke. Der Grund war in seinem Fall jedoch nicht natürlicher Haarausfall, sondern eine weitere Rolle.
tags: #Sylvie #Meis #Perücke #Informationen
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