Die chemische Haarumformung ist ein beliebtes Verfahren in der Friseurbranche. Es ermöglicht, die Haarstruktur dauerhaft zu verändern, um Locken zu erzeugen, zu glätten oder Volumen zu verleihen.
Es gibt verschiedene Methoden der chemischen Haarumformung, die in Friseursalons angewendet werden. Diese Methoden sind speziell auf unterschiedliche Haarstrukturen und gewünschte Ergebnisse abgestimmt.
Zu den bekanntesten Verfahren gehören:
Bevor Du eine chemische Haarumformung in Betracht ziehst, gibt es einige wichtige Techniken und Aspekte, die Du wissen musst. Diese Techniken helfen dabei, das gewünschte Ergebnis zu erzielen und gleichzeitig die Gesundheit Deiner Haare zu schützen.
Hier sind einige der wichtigsten Techniken:
Tipp: Verwende immer hochwertige Pflegeprodukte nach einer chemischen Haarumformung, um das Haar gesund und glänzend zu halten.
Die Chemie hinter der Haarumformung ist komplex, aber das Verständnis der grundlegenden Prinzipien ist für die Ausbildung unerlässlich. Hier sind die wichtigsten chemischen Konzepte, die Du verstehen musst:
| Begriff | Erklärung |
|---|---|
| Schwefelbrücken | Starke chemische Bindungen im Haar, die die Form und Struktur des Haars stabilisieren |
| pH-Wert | Ein Maß für die Säure oder Alkalität einer Lösung, wichtig für die chemische Haarumformung |
Die erfolgreiche Durchführung einer chemischen Haarumformung erfordert präzise Techniken und sorgfältige Vorbereitung. Hier sind die essentiellen Schritte, die Du befolgen solltest:
Tipp: Verwende immer Handschuhe und arbeite in einem gut belüfteten Bereich, um Deine Gesundheit zu schützen.
Auch wenn Du die Techniken der chemischen Haarumformung beherrschst, gibt es einige häufige Fehler, die vermieden werden sollten, um unerwünschte Ergebnisse und Haarschäden zu verhindern:
Tipp: Achte darauf, die Anweisungen der verwendeten Produkte genau zu befolgen, um optimale und sichere Ergebnisse zu erzielen.
Für eine erfolgreiche chemische Haarumformung benötigst Du die richtigen Produkte und Werkzeuge. Diese sorgen dafür, dass der Umformungsprozess effektiv und schonend für das Haar ist.
Für die chemische Haarumformung brauchst Du eine Vielzahl von Werkzeugen und Zubehör. Hier sind die wesentlichen Dinge, die Du bereithalten solltest:
Tipp: Verwende immer hochwertige Wickler, um gleichmäßige Locken zu erzielen und das Haar nicht zu beschädigen.
Nach einer chemischen Haarumformung ist die richtige Pflege entscheidend, um das Haar gesund und glänzend zu halten. Hier sind einige wichtige Pflegetipps:
Beispiel: Nach einer chemischen Glättung kannst Du eine Feuchtigkeitsmaske anwenden, um das Haar nach der Behandlung wieder aufzubauen und zu stärken. Dies hilft, das Haar weich und glänzend zu halten.
Tipp: Nach einer chemischen Haarumformung solltest Du das Haar nicht täglich waschen, um seine natürliche Feuchtigkeit zu bewahren.
Bestimmt kennt jeder die Ausdrücke oder weiß, dass diese Begriffe etwas mit den Haaren bzw. einer Haarfärbung, einer Dauerwelle oder Blondierung oder einer Haarkur zu tun haben. Nur was genau, weiß man oft nicht. In diesem Artikel erklären wir die Begriffe Säure und Base. Base wird auch oft einfach nur Alkali oder Alkalität genannt.
Verreibt man etwas Ammoniakwasser zwischen den Fingern, so fühlt sich die Haut schlüpfrig-glitschig an. Die Haut wird durch Basen schlüpfrig, weil sie die obersten Schichten der Epidermis aufquellen. Basen quellen die Haut auf. Auch das Haar wird durch Basen gequollen. Je nach Stärke der verwendeten Base (Alkalität) quillt das Haar um 40-70 %, d. h. Von dieser quellenden Wirkung der Basen macht man Gebrauch bei der Dauerwelle, beim Blondieren und Haarfärben.
Bei der Dauerwelle soll die Quellung des Haares die natürliche Elastizität des Haares vermindern und die Verformbarkeit begünstigen. Beim Haarfärben fördert die Quellung das Eindringen der Farbstoff-Vorstufen in das Haar, denn in eine aufgelockerte Haarsubstanz können Stoffe leichter eindringen.
Leider ist die manchmal erwünschte aufquellende Wirkung der Basen gelegentlich auch von Nachteil. Haare, die wiederholt basischen Behandlungen ausgesetzt würden, werden rauh, glanzlos und spröde. Basen beeinträchtigen mit der Zeit die Struktur der Schuppen- und Faserschicht des Haares. Die Schuppen stehen ab, der Faserstamm wird aufgelockert, Teile der Haarsubstanz können verlorengehen. Besonders blondiertes und hellergefärbtes Haar ist gegenüber basischen Einwirkungen sehr empfindlich, da es in seiner Struktur schon geschädigt ist.
Starke Basen können das Haar vollständig auflösen. Von dieser hornlösenden Wirkung der starken Basen macht man in bestimmten Haarentfernungsmitteln Gebrauch. Sie enthalten starke Basen, die den Haarschaft so stark quellen und auflockern, daß man die Haare mit einem Spatel abschaben kann.
Starke Säuren wirken auf Haut und Haar ähnlich zerstörend wie die starken Basen. In Schwefelsäure z. B. wird die Haarsubstanz so stark angegriffen, daß man das brüchig gewordene Haar leicht zerzupfen kann. Auf die Haut wirken starken Säuren ätzend, sie erzeugen schwere, tiefgreifende Hautzerstörungen, die nur langsam heilen.
Schwache Säuren hingegen können auf Haar und Haut eine direkt segensreiche Wirkung entfalten. Sie wirken auf Haut und Haar entquellend - ein vorher unter dem Einfluß basischer Mittel aufgequollenes Haar nimmt wieder an Durchmesser ab, es zieht sich zusammen. In der Fachsprache des Friseurs nennt man dieses Zusammenziehen und Entquellen adstringieren.
Man verwendet schwache Säuren, hauptsächlich die organischen Säuren (Essigsäure, Zitronensäure, Weinsäure), in der Praxis des Friseurs und Kosmetikers in allen Präparaten, die eine entquellende Wirkung haben sollen. So enthalten die Fixierungen Säuren, die nach der Dauerwelle zur Entquellung des Haares beitragen sollen. Die Nachbehandlungsmittel für Färbungen und Blondierungen (Kräuterspülungen usw.) reagieren in der Regel sauer Oft ist in ihrem Namen schon der Begriff Säure enthalten (z. B. Kräuter-Azid, von latein. acidum = Säure). Auch viele Haarkurmittel reagieren sauer, weil sie das Haar adstringieren und glätten sollen.
Haarfärbemittel erfreuen sich weltweit großer Beliebtheit, da sie eine schnelle und individuelle Veränderung des Aussehens ermöglichen. In Deutschland färben sich 77 Prozent der Frauen und 23 Prozent der Männer mindestens halbjährlich die Haare. Egal ob beim Friseur oder in Selbstregie zuhause, was passiert da eigentlich genau mit den Haaren?
Das menschliche Haar besteht zum größten Teil aus Keratin, einem widerstandsfähigen Eiweiß. Beim Färben dringen die Inhaltsstoffe des Haarfärbemittels in die Haarfaser ein und verändern die natürliche Pigmentierung des Haares.
Aufhellung der Haarfarbe: Bei permanenten Haarfarben wird häufig Ammoniak verwendet, um die Schuppenschicht (die äußere Schutzschicht des Haares) zu öffnen. Dadurch können die Farbpartikel in das Innere des Haares eindringen. Gleichzeitig wird das natürliche Pigment (Melanin) durch Oxidationsmittel wie Wasserstoffperoxid entfernt oder aufgehellt.
Einlagerung neuer Farbpigmente: Nachdem die natürliche Haarfarbe verändert wurde, lagern sich neue Farbpigmente im Haar ein. Die chemischen Prozesse beim Färben schwächen die Haarstruktur, da die natürliche Schutzschicht des Haares (die Schuppenschicht) geöffnet und das Innere des Haares angegriffen wird.
Wie die Haarfarbe an den Haaren haftet - und vor allem auch wie lange - kommt auf die Art der Färbung an. Grundsätzlich kann man unterscheiden zwischen einer temporärenTönung (Level 1), einer semi-permanenten Intensiv-Tönung (Level 2) und einer dauerhaften Permanent-Coloration (Level 3).
Bei Haartönungen legen sich wasserlösliche Farbstoffe von außen um die Schuppenschicht des Haares. Sie dringen nicht in die Haarstruktur ein und verändern sie nicht. Eine Tönung ist daher die haarschonendste Art, die Haare zu färben. Die Haarstruktur bleibt während des gesamten Tönungsprozesses intakt.
Dadurch, dass die Farbstoffe in einer Tönung bereits „fertig“ in der Tube sind und nicht erst in einem chemischen Prozess aktiviert werden, spricht man hier übrigens auch von „Direktziehern“. Direktzieher bestehen also aus nur einer Komponente, die nicht angemischt werden muss. Daher sind Direktzieher auch einige Zeit nach Anbruch haltbar.
Die Farbhaftung beruht bei Direktziehern auf einem physikalischen Wirkprinzip, genauer gesagt auf dem Prinzip der elektrostatischen Anziehungskraft. Die Farbstoffe haben eine positive Ladung und verbinden sich mit den negativen Ladungen des Haarkeratins. Sie haften dort wie ein Magnet. Unter den Direktziehern gibt es auch Farbstoffe ohne eigene Ladung. Diese zeichnen sich dafür durch die geringe Größe ihrer Farbmoleküle aus.
Aufgrund dieser Wirkweise eignen sich Level 1 Tönungen besonders gut zur haarschonenden Farbauffrischung der Naturhaarfarbe oder von vorangegangenen Permanent-Colorationen. Auch zur Farbkorrektur eignen sich Tönungen, beispielsweise können sie Gelb- oder Orangestiche nach einer Blondierung bis zu einem gewissen Grad neutralisieren.
Die Farbstoffe sind jedoch zu schwach, um graue Haare verlässlich abzudecken oder die Ausgangshaarfarbe um mehrere Nuancen zu verändern.
Im Gegensatz zu einer Tönung bleibt eine Permanent-Coloration dauerhaft im Haar. Die Farbstoffe sind noch nicht „fertig“, sondern bestehen zum Großteil aus kleinen, farblosen Farbstoffvorstufen, die erst noch im Haar chemisch reagieren müssen. Daher hat die aufzutragende Farbcreme einer Coloration in den allermeisten Fällen eine ganz andere Farbe als das spätere Endergebnis.
Zusätzlich zu den Farbvorstufen kommen Oxidationsmittel (wie bspw. Wasserstoffperoxid) und so genannte Alkalisierungsmittel (wie bspw. Ammoniak) zum Einsatz. Das Alkalisierungsmittel raut die äußere Schuppenschicht der Haare an. Das Haar „quillt“ auf, indem es die Schuppen leicht abspreizt. So können die Farbstoffvorstufen tief in das Haar bis in die Faserschicht des Haares vordringen. Dort reagieren sie dann mit dem Sauerstoff des Wasserstoffperoxids: Die gewünschte Haarfarbe entsteht in großen Farbmolekülen, die aufgrund dieser Größe nicht mehr ausgespült werden können.
Durch den Eingriff in die Haarstruktur braucht das Haar eine gewissenhafte Pflege und jeweils einige Wochen Erholungspause zwischen zwei Colorationsvorgängen. Dafür können graue Haare mit dieser Färbemethode bis zu 100% verlässlich abgedeckt werden.
Eine Level 1 Tönung ist nach nur wenigen Haarwäschen wieder komplett ausgewaschen, eine Level 3 Permanentcoloration verbleibt dauerhaft im Haar. Die Level 2 Variante liegt - logisch - irgendwo dazwischen. Eine definitive Zuordnung, ob es sich bei der Zwischenstufe eher um eine Tönung oder um eine Coloration handelt, fällt schwer. Das äußert sich auch an der Bezeichnung: Denn manchmal ist hier von Intensivtönung, manchmal von semipermanenter Coloration die Rede.
Gemeint ist das Gleiche: Eine Haarfarbe, die (je nach Hersteller-Rezeptur) etwa 6-8 Wochen bzw. Um diese längere Farbhaftung erreichen zu können, kommt eine Intensiv-Tönung, obwohl sie auch Direktzieher enthält, nicht mehr gänzlich ohne Alkalisierungsmittel aus. Zudem ist sie, wie eine Coloration, oxidativ. Der Unterschied zur Permanent-Coloration besteht jedoch in der Stärke und Konzentration von Peroxid und Alkali.
Während in Permanentcolorationen bspw. meist Peroxid der Stärken 6% oder 9% enthalten ist, arbeiten Intensivtönungen eher mit 3% Peroxid. Dadurch dringen die Farbstoffe zwar in die Faserschicht des Haares vor und reagieren dort, das natürliche Melanin des Haares bleibt jedoch bestehen. Ein Teil der Farbstoffe wäscht sich wie bei einer Tönung wieder aus, ein Teil muss jedoch herauswachsen. Bei einer Intensiv-Tönung muss man also auch damit rechnen, dass sie nicht rückstandslos wieder ausgewaschen wird.
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