Stressbedingter Haarausfall: Ursachen, Behandlung und was Sie dagegen tun können

Haarausfall betrifft viele Menschen, nicht nur Männer, sondern auch zunehmend Frauen. Stress spielt hierbei eine entscheidende Rolle. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Stress Haarausfall beeinflusst und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt, um das Haarwachstum wieder anzuregen.

Wie wirkt sich Stress auf die Haare aus?

Stress betrifft nicht nur die Psyche, sondern bedeutet oftmals auch Stress für die Kopfhaut. Eine der sichtbarsten Folgen kann Haarausfall sein. Stress kann sich durch verschiedene Formen bzw. Muster äußern.

  • Diffuser Haarausfall: Hierbei handelt es sich um eine gleichmäßige Ausdünnung des Haares über den gesamten Kopf. Diese Form des Haarausfalls ist oft das Ergebnis von chronischem Stress, da der Haarzyklus gestört wird und viele Haare gleichzeitig ausfallen.
  • Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata): Bei Alopecia areata handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem fälschlicherweise die Haarfollikel angreift und für ein Absterben der Haarwurzeln sorgt. Typisch für diese Form des Haarausfalls sind runde, kahle Stellen auf dem Kopf.

Dass die Haare ausfallen, bemerkt man übrigens erst, wenn bereits etwa zehn bis 20 Prozent der gesamten Haarpracht fehlen. Die gute Nachricht: Wenn die Belastung, und damit der Stress, vorbei ist, wächst das Haar auch wieder - häufig sogar kräftiger und stärker pigmentiert als vorher.

Dauerhafter, chronischer Stress kann sogar genetisch bedingten Haarausfall verstärken. Stress kann sowohl die Haarwurzeln als auch die Kopfhaut negativ beeinflussen und zu Haarausfall führen.

Um andere Ursachen für den Haarausfall auszuschließen, ist zudem ein Besuch beim Hausarzt oder Dermatologen sinnvoll. Je nach zugrundeliegender Ursache kann diese/r Ihnen geeignete Therapieoptionen aufzeigen.

Die Rolle von Stresshormonen

Wenn der Körper unter anhaltendem Stress steht, schüttet er vermehrt Stresshormone wie Cortisol oder Adrenalin aus. Zum einen schüttet der Körper vermehrt das Stresshormon Cortisol aus, welches das Haarwachstum hemmt. Zum anderen erhöht sich die Anzahl der Nervenfasern, die jeden Haarfollikel umgeben. Über diese Nervenfasern werden verschiedene Botenstoffe, zum Beispiel Neuropeptide, freigesetzt.

Diese Stoffe reizen Abwehrzellen (unter anderem die sogenannten Mastzellen). Es kommt zu einer neurogenen Entzündung und Zellen sterben vermehrt ab. Die Folge: Haarausfall. Diese entzündliche Reaktion kann sich auch als Juckreiz bemerkbar machen.

Durch Stresshormone wird die Wachstumsphase der Haare verkürzt. Dadurch geht die Haarwurzel vorzeitig in einen Ruhezustand über und das Haar wächst nicht weiter. Nach ungefähr zwei bis drei Monaten fällt es schließlich aus.

Hält der Stresszustand und damit der Entzündungszustand an der Haarwurzel jedoch über einen sehr langen Zeitraum an, kann die Haarwurzel durch die Strapazen absterben und keine neuen Haare mehr bilden. Deshalb ist es wichtig, den Haarausfall so früh wie möglich zu stoppen.

Diagnostik bei Haarausfall

Vor der Behandlung der Alopecia areata findet eine genaue Untersuchung der Funktionen des Körpers und insbesondere des Immunsystems statt. Die unterschiedlichen Tests werden u.a. im praxisinternen Immun-Labor ausgewertet. Auch Ihr Haar analysieren wir und prüfen es auf mögliche Ursachen für den Haarausfall. Hierfür gibt es eine Vielzahl an zuverlässigen Diagnostikverfahren, um den kreisrunden Haarausfall zu erkennen.

Eine individuelle Haarausfall-Therapie kann hier helfen. Je früher Sie einen erfahrenen Facharzt aufsuchen, desto größer ist meist die Chance, dem Haarverlust entgegenzuwirken. Es gibt zahlreiche erprobte Möglichkeiten, Ihrem Haarausfall auf den Grund zu gehen: von Zupftests über die optische Untersuchung der Kopfhaut mittels Haarlupe und Mikroskop bis hin zu Gewebeproben und Blutuntersuchungen.

Behandlungsmöglichkeiten bei stressbedingtem Haarausfall

Es gibt keinen "Schuh, der für alle passt". Wichtig ist, dass ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt wird - das machen zum Beispiel die Fachärzte der Psychosomatischen Medizin. Es muss von Fall zu Fall geguckt werden, was denn das eigentliche Problem ist, und dann gibt es für das Problem in der Regel auch immer etwas, was es verbessert. Die Therapieoptionen reichen von dem Erlernen einer Entspannungstechnik über Konfliktbewältigungstechniken und Verhaltenstherapie bis hin zur tiefenpsychologischen Therapie und Psychoanalyse.

Die genaue Therapie muss individuell auf den Einzelfall abgestimmt werden. Daher ist ein persönliches Beratungsgespräch und die anschließende Diagnostik sehr wichtig. Bei stressbedingtem Haarausfall helfen Entspannungstechniken wie Meditation, Yoga oder regelmäßiger Sport.

Zusätzlich können bestimmte Licht- oder Laserbehandlungen hilfreich sein. Auch die Injektion von Präparaten direkt an die Haarwurzeln (z.B. die Meso-Therapie) stellt eine mögliche Therapie dar. Experimentelle Studien belegen auch eine Wiederbehaarung durch künstlich hervorgerufene Entzündungen. Bei dieser Behandlungsform wird das Immunsystem sozusagen „abgelenkt“.

Medikamentöse Behandlungen

Sie können zum Hausarzt gehen und sich zum Beispiel den Wirkstoff Minoxidil verschreiben lassen, und dann wird vielleicht auch das Haar wieder ein bisschen mehr. Minoxidil ist ein topisches Medikament, das häufig bei diffusem Haarausfall eingesetzt wird. Es wird direkt auf die Kopfhaut aufgetragen und fördert die Durchblutung der Kopfhaut. Minoxidil erhalten Sie rezeptfrei in der Apotheke. Beachten Sie jedoch bitte, dass die Anwendung Nebenwirkungen wie Hautirritationen verursachen kann.

Kortikosteroide können in unterschiedlichen Formen verabreicht werden, je nach Schwere und Art des Haarausfalls sowie individuellen Präferenzen. Bitte beachten Sie, dass Kortikosteroide primär bei autoimmunbedingten Formen des Haarausfalls zum Einsatz kommen.

Alternative Therapien

Als Methode aus der Alternativmedizin kommt eine Mesotherapie infrage, bei der spezielle Medikamente, homöopathische Stoffe, Vitamine, Nährstoffe oder Hyaluronsäure in die Kopfhaut injiziert werden, um das Haarwachstum anzuregen.

Eigenblut-Therapie

Bei einer Eigenblut-Therapie zur Behandlung von Haarausfall wird ein spezielles Hochdruck-Injektions System verwendet, welches das aufbereitete Eigenblut des Patienten oder der Patientin besonders präzise und schmerzfrei in die Kopfhaut injiziert. Durch die Konzentration von Wachstumsfaktoren, welche sich im Eigenblut befinden und die entsprechende Aufbereitung durch das hauseigene Labor, wird ein vermehrtes Haarwachstum erreicht.

Zu den bio-regenerativen Therapien zählt die PRP-Therapie (PRP= Platelet Rich Plasma). Es handelt sich um eine Eigenbluttherapie. Dem Patienten wird Blut entnommen und in einem speziellen Verfahren aufbereitet. Dadurch entsteht konzentriertes Blutplasma, was zusätzlich viele Blutplättchen enthält. Dieses Serum ist reich an Zytokinen und Wachstumsfaktoren. Es kann die ruhende Haarwurzel wieder reaktivieren, für ein Wiedereinsetzen des Haarwachstums und eine Kräftigung der Haare sorgen.

Lasertherapie

Mithilfe der Lasertherapie wird die Zellteilung der Haar-Follikel und infolgedessen das Haarwachstum angeregt. Diese Behandlungsmethode ist besonders patientenfreundlich, da sie schmerz- und nebenwirkungsfrei ist. Kombiniert mit einer Low-Level-Laser-Therapie wirkt die Therapie noch besser. Bei der LLL-Therapie erfolgt eine gezielte Behandlung der Kopfhaut mit einem medizinischen Laser, dadurch wird die Durchblutung der Haarfollikel angeregt und das Haarwachstum beschleunigt.

AC-Therapie mit Botulinumtoxin

Die AC-Therapie bewirkt eine kontrollierte Entspannung der zuvor verkrampften Muskulatur der Kopfhaut. Hier wird Botox (Botulinumtoxin) behutsam in definierte Bereiche der Kopfhaut injiziert. Die Folge ist eine deutlich verbesserte Durchblutung der Haarwurzeln und ein damit verbessertes Haarwachstum. Die Gesichtsmuskulatur wird bei der AC-Therapie nicht behandelt, dadurch wird die Mimik der Patientinnen und Patienten nicht beeinflusst.

Im MVZ Hansaklinik wird ein spezielles Hochdruck-Injektionssystem angewendet, mit dem wir das Botulinumtoxin äußerst schmerzarm in die Kopfhaut einbringen können.

Was Sie selbst tun können

Stress vermeiden ist leicht gesagt - dennoch gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, Körper und Geist Pausen zu gönnen. Um das Haarwachstum wieder zu fördern, können bio-regenerative Methoden zusätzlich helfen. Zusätzlich ist eine ausreichende Nährstoffversorgung und Pflege der Haare notwendig.

  • Stressbewältigung: Anti-Stress-Therapien können bei der Heilung von kreisrundem Haarausfall positiv mitwirken. Ein guter Tipp ist es, individuelle Hobbys weiterzuführen, auch wenn man viel zu tun hat. Die intensive Beschäftigung mit den eigenen Interessen macht Spaß, wirkt depressiver Stimmung entgegen und hilft abzuschalten. Viele bekommen durch Sport, Bewegung oder Spazierengehen an der frischen Luft den Kopf frei.
  • Entspannungstechniken: Ganz gleich ob Meditation, Atemtechniken oder progressive Muskelentspannung - Auszeiten können Ihnen helfen, den Moment bewusster wahrzunehmen, Ihren Geist zu beruhigen und Ihren Körper zu entspannen. Tägliche Achtsamkeitsübungen, auch wenn sie nur wenige Minuten dauern, können das Stresslevel dauerhaft senken und das Nervensystem regulieren.
  • Schlaf: Oft unterschätzt, aber enorm wichtig ist ausreichender Schlaf. In dieser Zeit kommt der Körper zur Ruhe und regeneriert sich. Jeder benötigt unterschiedlich viel Schlaf, um wirklich ausgeruht zu sein. Der Tagesablauf und die Umgebung sollten so angepasst werden, dass einem ruhigen und erholsamen Schlaf nichts im Wege steht.
  • Gespräche: Um Spannungen zu lösen, kann es helfen, mit Freunden oder Familie über belastende und stressige Situationen zu sprechen.
  • Arbeitsplanung: Um Stresssituationen von Beginn an zu vermeiden, kann es helfen, den Arbeitstag gut zu planen. Ein realistischer Zeitplan gibt Struktur und Orientierung.

Wichtig ist dabei, dass man Gesprächspartner findet, die bereit sind, zuzuhören, und sich bemühen, das Problem zu verstehen. Ein erster Schritt könnte sein, mit Freunden oder Verwandten darüber zu sprechen.

Wenn es sich um Stress handelt, sollten Betroffene zunächst überlegen, um welche Art von Stress es sich handelt. Je nach zugrundeliegendem Problem gibt es unterschiedliche Ebenen, auf denen der Stress bearbeitet werden kann.

Sich zu trauen, das Thema anzusprechen und aktiv anzugehen. Wichtig ist dabei, dass man Gesprächspartner findet, die bereit sind, zuzuhören, und sich bemühen, das Problem zu verstehen.

Ernährung und Haarpflege

Die Ernährung sollte ausgewogen sein, die empfohlenen Mengen an Vitaminen und Spurenelementen enthalten. Die Haarpflege sollte möglichst schonend sein. Zusätzliche Strapazen für die Haare sollten vermieden werden.

Eine ausgewogene Ernährung mit allen wichtigen Nährstoffen ist essenziell, um Haarausfall vorzubeugen und das Haarwachstum zu fördern. Stress kann den Bedarf an bestimmten Nährstoffen, insbesondere an Vitaminen und Mineralstoffen, erhöhen.

Bei Haarausfall brauchen Haar und Kopfhaut vor allem eines: Pflege. Eine gesunde Kopfhaut ist entscheidend, um Haarwachstumsprozesse zu unterstützen. Stressbedingter Haarausfall kann im Verlauf durch eine gereizte oder trockene Kopfhaut verstärkt werden, was den Haarfollikeln wertvolle Nährstoffe entzieht.

Empfehlungen für die Haarpflege

  • Milde Shampoos ohne aggressive Inhaltsstoffe
  • Feuchtigkeitspflege für die Kopfhaut
  • Regelmäßige Kopfhautmassagen
  • Vermeidung von Hitze und chemischen Behandlungen

Wichtige Nährstoffe für das Haarwachstum

  • Protein: Haare bestehen zum größten Teil aus Keratin, einem Protein.
  • Vitamin B7 (Biotin): Biotin fördert das Haarwachstum und kann brüchiges Haar kräftigen.
  • Vitamin E: Dieses Antioxidans schützt die Haarfollikel vor schädlichen Umwelteinflüssen und unterstützt die Kopfhautgesundheit.
  • Vitamin D: Ein Mangel an Vitamin D wird mit Haarausfall in Verbindung gebracht.
  • Zink: Zink ist entscheidend für das Zellwachstum und die Reparatur geschädigter Haarfollikel.
  • Eisen: Ein Eisenmangel kann zu Haarausfall führen, da Eisen den Sauerstofftransport zu den Haarfollikeln unterstützt.

Stressbedingter Haarausfall: Das kannst du tun!

Haartransplantation als Option?

Eine Haartransplantation ist ein geeignetes Mittel gegen erblich bedingten Haarausfall. Nur das Einsetzen neuer Haarwurzeln kann bei Betroffenen bereits kahl gewordene Stellen wieder auffüllen. Bei dem schonenden FUE-Verfahren, entstehen praktisch keine deutlich sichtbaren Narben. Die Haarfollikel-Einheiten (Grafts) werden mit einer millimeterfeinen Hohlnadel entnommen.

Haartransplantationen stellen insbesondere für Männer eine attraktive Therapieoption bei Haarausfall dar, eignen sich jedoch nur bedingt bei Haarausfall durch Stress. Eine Haartransplantation ist in erster Linie dann eine Option, wenn der Haarausfall dauerhaft und irreversibel ist. Stressbedingter Haarausfall ist in der Regel temporär und kann durch eine Reduzierung des Stresslevels und eine gesunde Lebensweise wieder rückgängig gemacht werden.

Tabelle: Vergleich verschiedener Haarausfall-Therapien

Therapie Anwendungsbereich Vorteile Nachteile
Minoxidil Diffuser Haarausfall Rezeptfrei erhältlich, fördert Durchblutung Hautirritationen möglich, Ergebnisse erst nach Monaten sichtbar
PRP-Therapie Bio-regenerative Therapie Reaktiviert ruhende Haarwurzeln Erfordert Blutentnahme und Aufbereitung
Lasertherapie Anregung des Haarwachstums Schmerz- und nebenwirkungsfrei Wiederholte Behandlungen notwendig
Mesotherapie Haarausfall und Hautalterung Einbringung von Vitaminen und Nährstoffen Minimalinvasiv, erfordert mehrere Sitzungen
Haartransplantation Erbich bedingter Haarausfall Dauerhafte Lösung für kahle Stellen Nicht geeignet bei temporärem Haarausfall durch Stress

Es kann aber vorkommen, dass die Haare nicht mehr vollständig so wachsen wie früher. Wenn die Ursache des Haarausfalls behoben wurde, das Haarwachstum wieder normal abläuft, aber trotzdem über einen längeren Zeitraum Lücken im Haar bleiben, können diese mit einer Haartransplantation wieder aufgefüllt werden.

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