Echthaarperücken im Test: Was Sie vor dem Kauf wissen sollten

Viele Frauen und Männer interessieren sich für eine Echthaar-Perücke, da beide Geschlechter von Haarausfall betroffen sind. Vor allem Frauen können mit einer Perücke wieder eine schöne, lange Haarpracht genießen und diese nach ihren Wünschen stylen. Dieser Ratgeber informiert Sie über die Kosten, die richtige Pflege und weitere wichtige Aspekte beim Kauf einer Echthaarperücke.

Eine Echthaarperücke kann das Selbstbewusstsein stärken und vielfältige Stylingmöglichkeiten bieten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Echthaar-Perücke besteht aus der Untermontur und dem Echthaar, das in einem speziellen Verfahren an das Haarnetz angenäht wird.
  • Das Aufsetzen einer Echthaar-Perücke ist unkompliziert, wichtig ist jedoch, die noch vorhandenen Eigenhaare zuvor zu verstecken.
  • Die Kosten für eine Echthaar-Perücke liegen zwischen 100 und 2.000 €, abhängig von Qualität und Länge der Echthaare.

Bestandteile einer Echthaar-Perücke

Eine Echthaar-Perücke besteht hauptsächlich aus zwei Teilen: dem Echthaar und der Untermontur. Das Echthaar wird auf die Montur genäht - entweder in Handarbeit oder maschinell. Speziell bei der Untermontur ist es wichtig, die richtige auszuwählen, da sie maßgeblich für einen guten Tragekomfort sorgt. Um die beste Echthaar-Perücke zu bekommen, sollte die Untermontur atmungsaktiv sein, damit Sie nicht zu sehr darunter schwitzen. Idealerweise handelt es sich um eine handgeknüpfte Perücke, an der Silikonstreifen angebracht sind. Sie gewährleisten, dass die Echthaar-Perücke gut sitzt.

Die Untermontur ist entscheidend für den Tragekomfort.

Echthaar-Perücken für Damen und Herren

Selbstverständlich gibt es für Frauen und Männer Echthaar-Perücken. Diese orientieren sich an den Frisuren für Männer und Frauen. Bei Damen Echthaar-Perücken gibt es eine größere Vielfalt als bei Echthaar-Perücken für den Mann. Beliebt sind bei Damen natürlich Langhaar-Frisuren, da sich jede Frau schöne, lange Haare wünscht. Sie bekommen z. B. Echthaar-Perücken mit Bob in verschiedenen Längen. Ob Sie sich Ihre Echthaar-Perücke in kurz, mittellang oder lang wünschen - bei diesem trendigen Schnitt haben Sie eine große Auswahl. Zudem stehen Ihnen wellige und lockige Echthaar-Perücken zur Verfügung, wie die von Hiyorlik und BLISSHAIR. Hast Du Dir eine Echthaar-Perücke mit Locken bestellt, solltest Du sie nach Erhalt nicht kämmen. Schüttel sie lieber etwas aus, um sie in Form zu bringen.

Echthaar-Perücken für Männer finden Sie vorwiegend im glatten Kurzhaarschnitt, so wie sie von Männern üblicherweise getragen werden. Meist handelt es sich dabei um Toupets. Diese bieten z. B. die Marken AIRAO und Hairnotion an.

Länge und Farbe

Ob Sie eine Bob-Frisur wollen, die auf Höhe des Kinns endet, oder lieber schulterlanges Haar haben möchten - bei den verschiedenen Längen der Echthaar-Perücken haben Sie eine große Auswahl. Von Echthaar-Perücken im Kurzhaarschnitt bis zu einer Länge von 70 cm stehen Ihnen eine Reihe von Modellen zur Verfügung.

Perücken aus 100 % Echthaar gibt es in den üblichen Farbtönen. Sie können sich zwischen blonden, schwarzen und braunen Echthaar-Perücken entscheiden. Doch es gibt auch Echthaar-Perücken im Ombre-Look, wie die von Arenshxc und Keine Produkte gefunden. Der Ombre-Look zeichnet sich durch einen zweifarbigen Style aus. Der Haaransatz ist dunkler gestaltet als der Rest des Echthaars.

Styling von Echthaar-Perücken

Sie können die Echthaare der Perücke so stylen, wie Sie es sich wünschen. Glätteisen, Lockenstab und Haarspray können Sie nach Belieben verwenden. Durch die Verwendung von Echthaar sieht Ihre Frisur mit einer Perücke natürlich aus. Außenstehende erkennen nicht, dass Sie eine Perücke tragen. Mit einer Echthaar-Perücke haben Sie lange Freude. Auch bei Regen sieht eine Echthaarperücke natürlich aus.

Echthaarperücken bieten vielfältige Stylingmöglichkeiten.

Das richtige Aufsetzen

Das Aufsetzen einer Echthaar-Perücke ist in wenigen Schritten erledigt und ist auch ganz einfach. Haben Sie noch Eigenhaar, müssen Sie das erstmal verstecken. Das funktioniert am besten mit Perücken-Caps, wie denen von FANDAMEI und Luttmann. Dabei handelt es sich um kleine Kappen für den Oberkopf. Sie bestehen häufig aus Nylon und passen sich der Kopfform super an.

Setzen Sie die Perücke am besten an der Stirn an und ziehen Sie sie dann nach hinten über Ihren Kopf. In der Regel werden Echthaar-Perücken in Einheitsgrößen geliefert. Doch mittels kleinen Gummibändchen im Saum können Sie die Größe individuell einstellen.

Sollten Ihnen die Standard-Perücken so gar nicht passen, können Sie über eine individuelle Anfertigung nachdenken. Allerdings ist sie um einiges teurer als Echthaar-Perücken in Einheitsgrößen.

Um eine Echthaar-Perücke in Braun oder Blond gut am Kopf fixieren zu können, ist links und rechts ein Plättchen in die Montur eingenäht.

Haben Sie beim Tragen Ihrer Echthaar-Perücke das Gefühl, dass sie zu locker sitzt oder hin und her rutscht? Dann können Sie mit Toupet-Stripes, wie denen von Keine Produkte gefunden. und AIRAO, für zusätzlichen Halt sorgen. Verwenden Sie sie nur, wenn an Ihrer Echthaar-Perücke PU-Streifen im Stirnbereich verarbeitet sind. Alternativ können Sie zusätzliche Clips in Ihre Perücke einnähen, um für einen besseren Halt zu sorgen. Sie sehen ähnlich aus wie die für Clip-in-Extensions aus. Das funktioniert am besten an einer Baumwollmontur.

Herstellung von Echthaar-Perücken

Zur Produktion einer hochwertigen Perücke aus 100 % Echthaar wird zwischen zwei Herstellungsweisen unterschieden. Die Produktion in Handarbeit ist im Vergleich zur maschinellen Fertigung aufwendiger und damit auch teurer als die maschinelle Fertigung. Bei der Anfertigung von Echthaar-Perücken per Hand werden die Haare gereinigt und sortiert. Danach wird die äußere Schuppenschicht entfernt, weil die Haare zum besseren Stylen gedünnt werden müssen. Das passiert durch ein Säurebad. Durch diese Vorbereitung verfilzen die Haare nicht so schnell.

Nachdem die Haare nun vorbereitet sind, wird eine künstliche Kopfhaut geformt. Sie besteht aus Monofilamont, einem tüllstoffartigen Netz. Das hat den Vorteil, dass es der Kopfhaut sehr ähnlich sieht und man so nicht erkennt, dass es sich um eine Perücke handelt. Anschließend werden die Haare einzeln durch das Monofilamont gezogen.

Die maschinelle Anfertigung einer Echthaar-Perücke in kurz oder lang geht schneller als die Handarbeit. Das ist auf den Einsatz der Maschinen zurückzuführen, die das Echthaar auf Tüllbänder nähen. Für die meisten Echthaar-Perücken kommt ein Mix aus Handarbeit und maschineller Verarbeitung zum Einsatz.

Herkunft des Echthaars

Bei der Herstellung einer Echthaar-Perücke spielt natürlich auch der Ursprung des Echthaars eine entscheidende Rolle. Indisches Echthaar ist qualitativ sehr hochwertig, da es über eine intakte Schuppenschicht verfügt. Es ist sehr robust und nicht chemisch behandelt. Die teuersten Echthaar-Perücken sind mit indischem Echthaar verarbeitet. Europäisches Haar ist auch hochpreisig. Chinesisches Haar ist von Natur aus dichter als europäisches Haar, aber nicht ganz so stark wie indisches Echthaar. Aus diesem Grund muss es für den europäischen Markt abgeschält und ausgedünnt werden.

Kosten einer Echthaar-Perücke

Die Preise für Echthaar-Perücken liegen zwischen 100 und 2.000 €. Wie hoch die Kosten für eine Echthaar-Perücke genau sind, hängt von mehreren Faktoren ab. Entscheidend ist z.

Eine Echthaarperücke kann das Aussehen deutlich verändern.

Wo kann man Echthaar-Perücken kaufen?

Eine Echthaar-Perücke online zu kaufen, ist oft günstiger als in Geschäften vor Ort. Gute Produkte bekommen Sie auch schon für unter 100 €. Möchten Sie Ihre Echthaar-Perücke lieber vor Ort kaufen, bieten spezielle Haar-Salons Perücken an. Sie können in Ihrer Nähe verschiedene Echthaar-Perücken anprobieren, um zu sehen, welche Ihnen am besten passt. Um herauszufinden, wo in Ihrer Nähe spezialisierte Perückenhändler sitzen, gib z. B.

Eine individuelle Anfertigung einer Echthaar-Perücke kann notwendig sein, wenn Sie auf jeden Fall eine Perücke tragen müssen und Ihnen normale Echthaar-Perücken nicht passen. Allerdings geht das ganz schön ins Geld. Sie müssen in dem Fall mit Preisen ab 2.000 € rechnen.

Ist Ihnen eine Echthaar-Perücke zu teuer, können Sie auch zu einer Kunsthaar-Perücke greifen.

Tragen Sie eine Echthaar-Perücke aus medizinischen Gründen, übernimmt die Krankenkasse einen Teil der Kosten. Bis zu 950 € können Sie sich erstatten lassen.

Reinigung und Pflege

Im Allgemeinen reicht es, wenn Sie Ihre Echthaarperücke alle zwei bis drei Wochen gründlich reinigen. Bei starker Schweißproduktion und im Sommer, kann eine Reinigung auch alle ein bis zwei Wochen sinnvoll sein. Die regelmäßige Reinigung und Pflege ist wichtig, damit das Echthaar möglichst lange erhalten bleibt.

Zur Reinigung einer Echthaar-Perücke benötigen Sie ein spezielles Perücken-Shampoo, wie das von Modess und Ellen Wille. Du kannst Dir natürlich auch Conditioner, wie den von gfh separat kaufen. Zuerst mischst Du das Perücken-Shampoo mit lauwarmem Wasser. Anschließend schüttelst Du die Echthaar-Perücke leicht aus und legst sie in das Wasser. Dort lässt Du sie ca. Nach der angegebenen Einwirkzeit nimmst Du die Perücke aus dem Wasser und spülst sie mit klarem Wasser ab. Nun kommt ein Pflegebalsam zum Einsatz. Den mischst Du wieder mit etwas Wasser und lässt die Echthaar-Perücke 10 Minuten darin liegen. Anschließend brauchst Du das Pflegemittel nicht auswaschen.

Anschließend geht es ans Trocknen der Echthaar-Perücke. Wickel sie dazu vorsichtig in ein Handtuch ein. Vermeide aber Rubbeln und Drücken, da die Perücke ansonsten Schaden nehmen kann. In das handtuchtrockene Haar kannst Du nochmals etwas Pflege geben.

Bei der Reinigung der Echthaar-Perücke solltest Du keinesfalls daran reiben oder rubbeln.

Du kannst Deine Echthaar-Perücke auch mit einem Föhn trocknen. Allerdings darfst Du das maximal auf mittlere Stufe tun. Danach kommt sie auf den Perückenständer, wo sie komplett trocknen kann. Am besten lässt Du sie über Nacht dort hängen.

Um mehr Volumen in Deine Echthaar-Perücke zu bekommen, kannst Du Kunststoffwickler nutzen. Hast Du sie in das Haar eingedreht, trocknest Du sie mit leichter Wärme.

Zum Styling Deiner Echthaarperücke kannst Du zahlreiche Produkte verwenden. Von Lockenstab und Glätteisen bis hin zu Haarspray ist alles möglich. Selbst färben kannst Du das Echthaar Deiner Perücke. Auch Erfahrungen zu Echthaar-Perücken von anderen Nutzern bestätigen, dass die Perücken durch diese Styling-Methoden keinen Schaden nehmen.

Zum Kämmen Deiner Haare nutzt Du am besten eine spezielle Bürste oder einen Kamm für Perücken.

Bevor Du mit einer Perücken-Bürste die Haare kämmst, solltest Du mit Deinen Fingern das Echthaar entwirren. Anschließend beginnst Du an den Haarspitzen mit dem Durchkämmen. Halte dabei die oberen Haare fest, damit Du nicht an dem Haarteil ziehst. Das solltest Du unbedingt vermeiden.

Um für jedes Wetter gut gerüstet zu sein, ist Haarspray immer wichtig. Für das Styling nutzt Du am besten ein Haarspray für Zweithaar.

Kostenübernahme durch die Krankenkasse

Eine Krankenkasse muss einer Versicherten die Kosten in Höhe von 1 200 Euro für eine Echthaar­perücke erstatten. Nachdem die Frau an Brust­krebs erkrankt war und sich einer Chemo­therapie unterzog, hatte sie einen vorüber­gehenden Haar­ausfall. Die Kasse wollte abzüglich des Eigen­anteils für das Hilfsmittel nur Kosten von 385 Euro für Kunsthaar über­nehmen. Damit war die Frau nicht einverstanden. Die Richter gaben ihr recht: Die Klägerin sei wegen ihrer krank­heits­bedingten Kahlköpfig­keit in ihrer körperlichen Funk­tion beein­trächtigt. Die Krankheit habe eine entstellende Wirkung. Nur eine Echthaar­perücke weise eine Qualität auf, die den Verlust des natürlichen Haupt­haares für unbe­fangene Beob­achtende nicht sogleich erkennen lasse (Az.

In einem ähnlichen Fall musste eine Kasse 1 290 Euro für eine Echthaar­perücke über­nehmen, unter anderem, weil Kunst­haar nicht atmungs­aktiv ist. Die Betroffene litt an einer chro­nischen Haut­erkrankung mit zunehmendem Haar­ausfall (Landes­sozialge­richt Nieder­sachsen-Bremen, Az.

Frauen, die unter voll­ständigem Haar­ausfall leiden, haben sogar jähr­lich Anspruch auf eine Echthaar­perücke, wie das Sozialge­richt Koblenz in einem anderen Fall schon vor Längerem entschied: Krankenkassen müssen die Kosten über­nehmen (Az.

Eine Frau, die an Haar­ausfall an Stirn und Schläfen litt, klagte auf eine Echt­haar-Lang­haar-Perücke (1 500 Euro). Sie wollte gern lange Haare tragen wie vor dem Haar­verlust, die Kasse wollte nur eine Echt­haar-Kurz­haarper­ücke (905 Euro) zahlen. Das Bayerische Landes­sozialge­richt (Az. L 4 KR 108/19) gab der Kasse Recht. Die Perücke solle die Teilhabe am gesell­schaftlichen Leben ermöglichen, dies sei durch eine Kurz­haarper­ücke gewähr­leistet.

Verliert ein Mann seine Haare natürlicher­weise, ist das dagegen weder eine Krankheit noch eine Behin­derung. Deshalb muss seine gesetzliche Krankenkasse ihm auch keine Perücke bezahlen. Das hatte das Bundes­sozialge­richt schon 2015 im Fall eines über 70-Jährigen entschieden. Das Gericht wies darauf hin, dass die Krankenkasse eine Perücke als Hilfs­mittel vor allem bei jungen Männern nur dann über­nehmen müsse, wenn der Haar­verlust auch Brauen, Wimpern und Bart­wuchs umfasse. Jugend­liche und junge Erwachsene könnten so Aufsehen erregen und stigmatisiert werden (Az.

Kühlkappen bei Chemotherapie

Wenn aufgrund einer Chemo­therapie die Haare ausfallen, wird die Krankheit Krebs für jeden sicht­bar. Das belastet viele Betroffene - zusätzlich zur ohnehin schon schwer zu verarbeitenden Diagnose. Den Haar­verlust verursachen hoch­wirk­same Krebs­medikamente, sogenannte Zytostatika.

Die Kühlkappen aus weichem Silikon sind mit einem Kühl­system verbunden. Eine Kühlung der Kopf­haut soll bewirken, dass sich die Gefäße verengen und so die Haarwurzeln schlechter durch­blutet werden. Folge: Geringere Mengen der Zytostatika im Blut gelangen über den Blut­kreis­lauf an die Haarwurzeln, weniger Zellen werden zerstört, Haare fallen kaum noch aus.

Bislang werden über­wiegend Brust­krebs­patientinnen mit den Kühlkappen behandelt. Auch die Probanden der beiden aktuellen Studien litten an dieser Krebs­art - in einem frühen Stadium.

Fazit der aussagekräftigen Scalp Cooling Alopezia Prevention-Unter­suchung, kurz SCALP-Studie genannt: Von den 95 Frauen, die während der Chemo­therapie­zyklen eine Kühlkappe trugen, ging etwa jeder zweiten höchs­tens 50 Prozent ihres Schopfes aus. Außen­stehende bemerken einen solchen Haar­verlust meist gar nicht. Ein weiteres Ergebnis der Studie: Bekamen die Frauen ein Krebs­mittel, das den Wirk­stoff Taxan enthielt, zeigte die Kühlhaube bessere Ergeb­nisse als bei einer Anthra­zyklin basierten Chemo­therapie. Das bestätigt die zweite Studie mit 122 Teilnehmer­innen, die ausschließ­lich Taxan-basierte Medikamente erhielten.

Allerdings: Ganz verhindern lässt sich der Haar­verlust nicht. Und es ist noch nicht geklärt, ob das Abkühlen der Kopf­haut die Wirkung der Chemo­therapie in diesem Bereich beein­trächtigt.

Nur wenige der Probandinnen klagten über unangenehme Begleit­erscheinungen der Behand­lung wie Kopf­schmerzen, schmerzende Haut, Übel­keit oder Frösteln. Sieben Frauen brachen jedoch die Kühlung per Kappe vorzeitig ab: Sie ertrugen die Kälte nicht.

Tatsäch­lich ist das Verfahren kompliziert und lang­wierig. Für beide Studien musste die Sili­konkappe bereits 30 Minuten vor dem eigentlichen Beginn der Chemo­therapie auf den Kopf - und dort bis zu eineinhalb Stunden nach der Behand­lung bleiben. Die Kappe ist mit einem Kühl­system verbunden, das sich stufen­weise regulieren lässt.

In Deutsch­land bieten Fach­kliniken- und Praxen die bis zu 2 000 Euro teure Kühlkappenbe­hand­lung an. Zuschüsse gewähren die Krankenkassen - wenn über­haupt - nur im Einzel­fall und auf Antrag, der dann vom Medizi­nischen Dienst der Krankenkassen (MDK) begut­achtet wird.

Im Hilfsmittelverzeichnis der Krankenversicherungen ist die Kühlkappe bisher nicht verzeichnet. Auch Haar­ersatz ist im Hilfs­mittel­verzeichnis nicht zu finden. Die meisten Krankenkassen über­nehmen aber die Kosten. Der Anspruch beschränkt sich jedoch auf den Ausgleich des Haar­verlustes, nicht auf modische Anforderungen.

Für Perücken aus Echt­haar zahlt die Kasse nur, wenn ein medizi­nischer Grund vorliegt, etwa eine Allergie auf Kunststoffe, sagt Michael Ihly von der Techniker Krankenkasse TK.

Es lohnt sich, verschiedene Angebote einzuholen. Besondere Perücken­anfertigungen können schon mal mit mehr als 2 000 Euro zu Buche schlagen. Hierfür zahlen die Kassen jedoch nicht. Und Männer haben lediglich dann Anspruch auf Haar­ersatz, wenn sie beispiels­weise einen deformierten Schädel haben.

Normaler­weise ist der Haar­verlust durch eine Chemo­therapie nur vorüber­gehend.

Die Stiftung Warentest bietet unabhängige Tests und Vergleiche für Verbraucher.

Alternativen zur Perücke

Viele Methoden versprechen Hilfe bei kahler Kopfhaut. Nicht zu verwechseln mit der Transplantation von Eigenhaar: Bei Implantationen werden mithilfe spezieller Nadeln körperfremde Fäden in die lokal betäubte Kopfhaut geknotet oder gefädelt. Meist wird Kunsthaar genutzt, menschliches Haar ist ungeeignet. Das Immunsystem würde den Eindringling sofort als fremd erkennen und abstoßen. Die Fäden lassen sich - sofern sie ohne Komplikationen eingewachsen sind, was in der Regel nicht allen gelingt - normal frisieren. Die Kunsthaare können jedoch leichter abbrechen als natürliches Haar. Der Anschein der Künstlichkeit ist kaum zu verhindern. Ihre ursprünglich dem Naturhaar angepasste Färbung kann sich verändern. Außerdem ist regelmäßige, fachliche Pflege angesagt: Bei wachsendem Haar werden Schmutz und Talg, die sich am Haarboden sammeln, herausgedrückt.

Besonders kritisch: Auch Implantate von Kunsthaar sind Fremdkörper, auf die der Organismus mit Abwehrmaßnahmen reagieren kann. Schwerwiegende Komplikationen wie ausgedehnte Kopfhautentzündungen sind möglich.

Hairweaving ist der Sammelbegriff für unterschiedliche Techniken, Haarteile nichtoperativ dauerhaft am Kopf zu verankern. An vorhandene Haare werden Kunst- oder fremde Menschenhaare angeknotet, „verwoben“ oder angeschweißt. Bei größeren Kahlflächen wird in den Haarkranz eine „Webkante“ geflochten, an der ein netzartiges Haarteil befestigt wird. Je nach Aufwand und Güte der eingewebten Haare (Natürlichkeit) kann ein ordentlicher kosmetischer Erfolg erzielt werden. Da das noch existierende Haar weiterwächst, hebt sich das We­begespinst in die Höhe und muss etwa alle vier Wochen neu auf der Platte angeordnet werden. Das machen - gegen gutes Honorar - die Webinstitute oder andere Spezialisten, sofern es am Ort welche gibt.

Kritisch für das noch wuchsfähige Eigenhaar: Es wird durch die angehefteten Fremdhaare stark belastet, kann brechen oder ausgezogen werden.

Echthaar-Perücken waschen und pflegen

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