Wenn untypisch viele Haare wachsen, nennt man das Hypertrichose. Der übermäßige Haarwuchs kann am ganzen Körper oder nur an bestimmten Stellen vorkommen, er kann vererbt oder erworben sein. Mit Hypertrichose bezeichnet man einen übermäßigen Haarwuchs, der an einzelnen Stellen oder am gesamten Körper auftreten kann. Er kann angeboren sein oder erst im Lauf des Lebens entstehen.
Supatra Sasuphan mit Hypertrichose
Bei der Hypertrichosis lanuginosa congenita, einer vererbten Hypertrichose, ist die Behaarung am auffälligsten, da sie den gesamten Körper betrifft. Man unterscheidet drei Arten von Haaren: die weiche, für Säuglinge typische Flaumbehaarung (Lanugobehaarung), helle, weiche und flaumige Vellushaare sowie die kräftige erwachsene Terminalbehaarung, wie sie auf dem Kopf, in der Achselhöhle oder im Genitalbereich vorkommt. Wichtig zu wissen: Die Hypertrichose ist kein Hirsutismus.
Der übermäßige Haarwuchs kann den gesamten Körper betreffen. Man spricht dann von einer generalisierten Hypertrichose. Tritt der vermehrte Haarwuchs nur an bestimmten Stellen auf, handelt es sich um eine lokalisierte Hypertrichose. Die Haare, die vermehrt wachsen, können unterschiedlich aussehen:
Sie werden normalerweise innerhalb einiger Wochen nach der Geburt durch Vellushaare ersetzt. Sie können aber - zum Beispiel in Folge bestimmter Krebserkrankungen - erneut auftreten.
Zu den Körperstellen, die bei der vererbten lokalen Form verstärkt behaart sind, zählen die Unterarme und Ellenbogenbeuge, die Hand- und Fußflächen, die Ohrmuscheln und Nasenspitze sowie der vordere oder hintere Halsbereich. Bei der angeborenen Hypertrichosis lanuginosa ist der gesamte Körper mit bis zu 10 Zentimeter langen feinen silbergrauen bis blonden Lanugohaaren bedeckt.
Für eine Hypertrichose gibt es - je nach Art des übermäßigen Haarwuchses - verschiedene Ursachen.
Bei den seltenen vererbten Syndromen, die mit dieser Form des übermäßigen Haarwuchses einhergehen, ist häufig die Entwicklung der Haarfollikel gestört. Tritt die Hypertrichose bei Kindern vor der Pubertät auf, kann eine erhöhte Menge des Geschlechtshormons Testosteron der Grund sein.
Entwickelt sich die Hypertrichose im Lauf des Lebens, sind häufig Medikamente die Ursache, beispielsweise:
Besteht die übermäßige Behaarung aus feinen Lanugohaaren, die normalerweise nur bei Säuglingen vorkommen, kann eine Krebserkrankung der Grund sein - meist Lungen- oder Darmkrebs.
Angeborene Muttermale sind häufig verstärkt behaart. Auch bei seltenen angeborenen Fehlbildungen wie dem Cornelia-de-Lange-Syndrom oder dem Rubinstein-Taybi-Syndrom kommt es zu einer lokalen Hypertrichose.
Zudem können wiederholte Verletzungen, Scheuerstellen oder Entzündungen zu einer vermehrten Behaarung führen. Beispielsweise entwickeln viele Arbeiterinnen und Arbeiter, die häufig Lasten auf dem Rücken tragen, eine Hypertrichose auf dem Rücken.
Eine Hypertrichose ist am übermäßigen Haarwuchs leicht zu erkennen. Zunächst gilt es festzustellen, ob sie angeboren oder erworben ist. Dazu stellt die Ärztin oder der Arzt verschiedene Fragen, etwa zur Familiengeschichte und zu eingenommenen Medikamenten. Im nächsten Schritt wird der vorherrschende Haartyp bestimmt. Bei der körperlichen Untersuchung achten Ärztin oder Arzt auch auf weitere Fehlbildungen oder Begleitsymptome.
Besteht der Verdacht eines seltenen vererbten Syndroms, können sich genetische, neurologische und andere Untersuchungen anschließen.
Eine Hypertrichose bedarf - rein medizinisch gesehen - keiner Behandlung. Es gibt Menschen, die gut mit der vermehrten Körperbehaarung leben können. Wer sich aber unwohl damit fühlt, kann die unerwünschte Behaarung mit verschiedenen Methoden entfernen.
Am einfachsten und schnellsten lassen sich Enthaarungscremes anwenden. Diese entfernen die Haare aber ohne ihre Wurzel, sodass die Haare schnell wieder nachwachsen. Zudem führen die Cremes häufig zu Hautreizungen.
Eine fachärztliche Laserbehandlung ist am effektivsten, um die Haare dauerhaft zu entfernen. Ein weiteres Verfahren ist die Elektroepilation. Dabei werden die Haare mit den Haarwurzeln herausgedreht.
Ist die Hypertrichose als Nebenwirkung eines Medikaments aufgetreten, bildet sich der Haarwuchs in der Regel zurück, wenn man das Medikament absetzt. Auch andere erworbene Hypertrichosen gehen meist wieder zurück, wenn sich die Ursache beheben lässt.
Handelt es sich um eine vererbte Hypertrichose, begleitet sie einen in der Regel ein Leben lang. Auch die eigenen Kinder können sie bekommen. Ist der übermäßige Haarwuchs auffällig und gut sichtbar, kann das seelisch sehr belastend sein.
Laser-Haarentfernung
Der Begriff Hirsutismus wird verwendet, wenn Frauen dichte Körperbehaarung an Stellen aufweisen, die normalerweise eher bei Männern stark behaart sind. Hirsutismus tritt ausschließlich bei Frauen auf. Hier folgt die verstärkte Körperbehaarung dem männlichen Behaarungsmuster. Oftmals haben Betroffene nicht nur mit der verstärkten Behaarung zu kämpfen, sondern können auch weitere typisch männliche Merkmale, wie eine dunklere Stimme aufweisen. Die Ursache von Hirsutismus sind männliche Geschlechtshormone, sogenannte Androgene. Jede Frau besitzt auch männliche Geschlechtshormone. Meist werden die genauen Gründe für das Auftreten von Hirsutismus nicht gefunden.
Es gibt zahlreiche Möglichkeiten gegen die verstärkte Behaarung anzukämpfen:
Von Hirsutismus spricht man, wenn Frauen dichte Körperbehaarung an Stellen aufweisen, die normalerweise eher bei Männern stark behaart sind. Dazu zählen zum Beispiel der Bereich zwischen Nase und Oberlippe (“Damenbart“), Kinn und Wangen, die Oberschenkel oder die Region zwischen den Brüsten. Hirsutismus kann psychisch sehr belastend sein, ist in den meisten Fällen jedoch gesundheitlich harmlos. Verschiedene Methoden zur Haarentfernung oder Medikamente können den starken Haarwuchs eindämmen.
Seltener führen Erkrankungen oder Nebenwirkungen von Medikamenten zu Hirsutismus, wenn etwa ein hormonelles Ungleichgewicht entsteht. Hirsutismus, der plötzlich auftritt, sehr stark ist oder mit weiteren Beschwerden einhergeht, sollte immer ärztlich abgeklärt werden.
Was ist Hirsutismus?
Unter Hirsutismus versteht man eine ungewöhnlich starke, androgenabhängige Körperbehaarung bei Frauen. Haare wachsen nahezu am ganzen Körper - bei beiden Geschlechtern. An bestimmten Stellen sind lange und kräftige Haare zu finden: die Terminalhaare. Sie bilden unter anderem das Kopfhaar, die Wimpern und die Augenbrauen. Während bei Männern auch Bereiche wie Kinn, Wangen oder Brust mit Terminalhaaren bedeckt sind, wachsen bei Frauen dort normalerweise die weniger sichtbaren Vellushaare. Bei einem Hirsutismus treten statt der Vellushaare hingegen an den „typisch männlichen Stellen“ Terminalhaare auf, sodass die Behaarung deutlich kräftiger ist. Wenn die starke Behaarung andere Körperstellen oder den ganzen Körper betrifft, handelt es sich nicht um Hirsutismus, sondern um eine sogenannte Hypertrichose.
Wie erkennt man Hirsutismus?
Typisches Symptom von Hirsutismus: Bei der Frau sind Körperstellen stark behaart, an denen in der Regel nur bei Männern kräftige Haare zu sehen sind. Bei manchen Frauen treten zudem Symptome einer sogenannten Vermännlichung auf.
Was sind die Ursachen von Hirsutismus?
In neun von zehn Fällen hat Hirsutismus keine erkennbaren krankhaften Ursachen. Ärzte sprechen dann von einem idiopathischen Hirsutismus. Bei vielen Frauen ist der verstärkte Haarwuchs schlicht Veranlagung. Ihre Haarfollikel reagieren vermutlich von Natur aus besonders empfindlich auf männliche Sexualhormone (Androgene).
Seltener lässt sich ein bestimmter Auslöser feststellen, etwa eine hormonelle Störung. Bestimmte Hormone sind dann im Übermaß vorhanden. Ein möglicher Hinweis auf eine hormonelle Ursache sind zusätzliche Symptome einer Vermännlichung. Zur Vermännlichung kommt es, wenn im Körper zu viele männliche Sexualhormone vorhanden sind.
| Ursache | Beschreibung |
|---|---|
| polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS) | Dabei befinden sich an den Eierstöcken viele kleine Zysten. |
| androgenitales Syndrom | Die Nebennieren bilden durch einen Enzymdefekt zu wenig Kortisol und oft auch zu wenig Aldosteron. |
| Cushing-Syndrom | Bei dieser Erkrankung ist das Hormon Kortisol im Körper aus unterschiedlichen Gründen im Übermaß vorhanden. Zusätzlich kann ein Überschuss an männlichen Hormonen entstehen. |
Wie wird Hirsutismus diagnostiziert?
Die Diagnose Hirsutismus ergibt sich für den Arzt unmittelbar aus dem charakteristischen männlichen Behaarungstyp einer Patientin: An Stellen wie Kinn, Oberlippe oder Brust finden sich vermehrt die kräftigen Terminalhaare. Der Arzt oder die Ärztin wird im nächsten Schritt herausfinden wollen, ob bestimmte Erkrankungen oder Medikamente den Hirsutismus hervorgerufen haben. Verschiedene Blutwerte geben Aufschluss darüber, ob der Hirsutismus eine hormonelle Ursache hat und welche Erkrankung dahinterstecken könnte. Je nachdem, welche Ursache der Arzt vermutet, sind gegebenenfalls weitere Untersuchungen sinnvoll.
Wie sieht eine Hirsutismus Behandlung aus?
Eine von Natur aus starke Körperbehaarung bedarf nicht zwingend einer speziellen Behandlung. Bei Hirsutismus, der durch eine bestimmte Erkrankung oder Medikamente ausgelöst wurde, richtet sich die Therapie vor allem nach der jeweiligen Ursache. Hat ein PCO-Syndrom den Hirsutismus begünstigt, kann bei übergewichtigen Frauen eine Gewichtsabnahme den Hormonhaushalt positiv beeinflussen. Da bei einem PCO-Syndrom häufig der Zuckerstoffwechsel gestört ist, kann auch eine Behandlung mit dem Antidiabetikum Metformin infrage kommen, welches als Tablette eingenommen wird. Eine Alternative ist die Behandlung mit sogenannten Antiandrogenen oder der „Antibabypille“.
Antiandrogene Wirkstoffe in Tablettenform, zum Beispiel das verschreibungspflichtige Cyproteronacetat, hemmen den Einfluss der männlichen Sexualhormone auf die Haarfollikel. In der Schwangerschaft und Stillzeit sind sie allerdings nicht geeignet. Zu häufigen Nebenwirkungen zählen Gewichtszunahme, depressive Verstimmungen oder Zwischenblutungen. Bei übermäßiger Gesichtsbehaarung steht der Wirkstoff Eflornithin als Creme zur Verfügung. Die Creme wird meist zweimal täglich auf die betroffenen Partien aufgetragen und vollständig einmassiert. Bis eine Wirkung sichtbar ist, können einige Wochen vergehen. Nach Absetzen der Behandlung kehrt die Behaarung nach und nach zurück, sodass häufig eine dauerhafte Anwendung nötig ist. Zu möglichen Nebenwirkungen zählen lokale Reaktionen wie Kribbeln, Brennen, Juckreiz oder Rötungen.
Neben medikamentösen Behandlungen gibt es auch kosmetische Methoden, um die Behaarung zu reduzieren:
Wichtig: Die Informationen dieses Artikels können und sollen einen Arztbesuch nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.
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