Achtbeinig, haarig und oft ziemlich groß - Spinnen lösen bei vielen Menschen unterschiedliche Reaktionen aus. Während einige sich mit Grausen abwenden, beobachten Fachleute die Ausbreitung neuer Arten mit großem Interesse. Dieser Artikel beleuchtet einige bemerkenswerte haarige Spinnenarten, darunter die Nosferatu-Spinne und verschiedene Vogelspinnen.
Bis vor etwa drei Jahrzehnten war die Nosferatu-Spinne nur im Mittelmeerraum beheimatet. Seitdem breitet sie sich jedoch rasant nach Norden aus. Erste Nachweise in Deutschland gab es 2005 in Baden-Württemberg, gefolgt von Köln im Jahr 2006. Inzwischen ist sie fast überall in Deutschland und Nordrhein-Westfalen (NRW) zu finden.
Nosferatu-Spinne mit Jungtieren
Die Ausbreitung der Nosferatu-Spinne in Deutschland erfolgte in den letzten Jahren rasant. Im Herbst 2022 wurden auf dem Meldeportal NABU-naturgucker.de innerhalb weniger Wochen mehr als 25.000 neue Funde gemeldet. Bis heute sind es rund 35.000 Meldungen von mehr als 20.000 Menschen. In NRW kommt die Spinne demnach vor allem entlang des Rheins und der Ruhr vor.
Sie haben eine Nosferatu-Spinne gesehen? Dann melden Sie Ihre Sichtung bei Naturgucker. Sie können dort den Fundort angeben und Bilder hochladen.
Die Nosferatu-Spinne gehört zur Familie der Kräuseljagdspinnen. Sie erreicht knapp zwei Zentimeter Körperlänge und Beinspannweiten von bis zu sechs Zentimetern. Eine Besonderheit ist, dass sie sich selbst an senkrechten Glasscheiben festhalten kann. Möglich machen das spezielle Hafthaare an den Beinen.
Obwohl Zoropsis spinimana zu den Webspinnen zählt, baut sie keine Netze, um ihre Beute zu fangen. Stattdessen verfolgt sie ihre Beute und stößt dann blitzartig vor. Fäden spinnen kann sie aber trotzdem: Sie webt ihre Eier in einen Kokon und in ein großes Gespinst aus Kräuselfäden ein und bewacht dieses.
In Südeuropa und Nordafrika lebt die Nosferatu-Spinne bevorzugt in lichten Wäldern und versteckt sich tagsüber gerne unter Steinen und Rinde. In Deutschland ist sie bislang vor allem als Stubenhocker bekannt und wird meist in Gebäuden gefunden - vermutlich, weil sie es gerne warm hat.
In die Medien schafft es die Nosferatu-Spinne wohl vor allem aufgrund ihrer Größe sowie ihres effektvollen deutschen Spitznamens immer wieder - und aufgrund ihres Bisses. Zwar sind im Grundsatz fast alle Spinnen giftig und setzen ihr Gift bei der Jagd ein. Aber nur die allerwenigsten Spinnen können durch die menschliche Haut beißen, in Deutschland etwa die Kreuzspinnen, die Wasserspinne und der Ammendornfinger. Und seit neuestem auch die Nosferatu-Spinne.
Das ist aber kein Grund zur Beunruhigung: Das Gift von Zoropsis spinimana ist für Menschen nicht gefährlich. Ihr Biss wird als ungefähr so schmerzhaft wie ein leichter Wespenstich beschrieben. Zudem beißt sie nur zu, wenn sie gereizt wird.
Neben der Nosferatu-Spinne gibt es in Deutschland noch viele weitere Spinnenarten, die sich in Größe, Aussehen und Verhalten unterscheiden. Hier eine kleine Auswahl:
Gartenkreuzspinne
Vogelspinnen gelten für viele Menschen als furchteinflößende Kreaturen, sind aber unter Terrarianern faszinierende und oft liebevoll gepflegte Tiere. Mit ihrer Größe, ihrem Verhalten und ihren einzigartigen Eigenschaften ziehen sie nicht nur Experten, sondern auch Hobbyhalter in ihren Bann.
Besonders bemerkenswert ist das Abwehrverhalten dieser Spinnen - und dabei spielen sogenannte Brennhaare eine zentrale Rolle. Diese mikroskopisch kleinen Abwehrwaffen sind bei vielen Vogelspinnenarten weit verbreitet und dienen als effektiver Schutz gegen Fressfeinde. Für Terrarianer, die sich mit diesen Tieren beschäftigen, ist es essenziell, die Funktionsweise, Wirkung und den richtigen Umgang mit Brennhaaren zu verstehen.
Was sind Brennhaare? Brennhaare (auch urtizierende Haare genannt) sind winzige, widerhakenartige Haare, die sich bei bestimmten Vogelspinnenarten auf dem Abdomen (Hinterleib) befinden. Sie dienen nicht dem Schutz durch Tarnung oder Flucht, sondern sind ein aktives Verteidigungsmittel gegen potenzielle Angreifer - vor allem größere Wirbeltiere, aber auch neugierige Menschen.
Wenn sich eine Vogelspinne bedroht fühlt, kehrt sie dem vermeintlichen Feind den Hinterleib zu und beginnt, mit den hinteren Beinpaaren hektisch über das Abdomen zu streichen. Dabei lösen sich Tausende winzige Haare, die in einer Art Staubwolke durch die Luft fliegen. Dieses Verhalten nennt man „Brennen“.
Die Reaktionen auf Brennhaare sind individuell sehr unterschiedlich und hängen stark von der Art der Spinne, der Expositionsdauer und der Empfindlichkeit der betroffenen Person ab.
Typische Symptome:
Da Brennhaare leicht durch Luftverwirbelung oder Reinigungsmaßnahmen im Terrarium freigesetzt werden können, ist der sachgerechte Umgang mit Vogelspinnen besonders wichtig.
Praktische Tipps:
Falls es zu einem Kontakt gekommen ist, sollte man wie folgt vorgehen:
Auf unser Erde leben Abermillionen Arten und jedes Jahr werden neue entdeckt. Auf ähnliche Weise ist es nun auch zur Entdeckung der Persischen Goldtarantel (Chaetopelma persianum) gekommen, einer neuen Vogelspinnenart aus dem Iran.
Persische Goldtarantel
Der von ihnen gewählte Name „Persische Goldtarantel“ verweist dabei auf die wolligen, goldenen Haare, die die Vogelspinne am Körper trägt. Sie ist insgesamt rund 3,7 Zentimeter groß und lebt in den Höhenlagen des nördlichen Zagrosgebirges. Dort gräbt sie kleine Höhlen als Unterschlupf.
Spinnen sind faszinierende und vielfältige Lebewesen, die oft missverstanden werden. Ob die sich ausbreitende Nosferatu-Spinne, die heimischen Gartenkreuzspinnen oder die exotischen Vogelspinnen - jede Art hat ihre Besonderheiten und ihre Rolle im Ökosystem.
| Spinne | Merkmale | Vorkommen |
|---|---|---|
| Nosferatu-Spinne | Groß, haarig, bis 6 cm Beinspannweite | Ursprünglich Mittelmeerraum, jetzt in Deutschland verbreitet |
| Gartenkreuzspinne | Kreuz auf dem Rücken, baut Radnetze | Gärten |
| Persische Goldtarantel | Goldene Haare, ca. 3,7 cm groß | Zagrosgebirge (Iran) |
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