Die Frisuren von Fußballern sind immer wieder ein Gesprächsthema. Internationale Sportwettkämpfe wie die EM 2024 führen dazu, dass wir neben den sportlichen Leistungen der Stars auch die Frisuren-Experimente auf dem Feld bewundern dürfen. Schließlich bleiben bei vorgegebener Montur auf dem Spielfeld nicht viel andere Möglichkeiten, sich individuell auszudrücken - außer eben der Haare.
Für Antonio Weinitschke, Art Director vom Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks, können die Fußballer dabei immer noch Vorreiter sein. «Da sind schon Trendsetter mit drin», sagt er. «Ich sehe Fußballer schon als modebewusste Typen.» Und die Stars seien dann eben für viele Idole, deren Frisuren man nachmachen wolle.
Einige von uns werden sich noch an die Frisuren des Brasilianers Ronaldo bei der Weltmeisterschaft 2002 oder an die grünen Haare des Nigerianers Taribo West im Jahr 1998 erinnern. Aber auch die Europameisterschaft steht dem in nichts nach. Antoine Griezmann zum Beispiel pflegt diesen Sommer weiterhin einen 70er-Jahre-Look, während andere Fußballspieler ihre Frisur zu diesem Anlass änderten, auf schrille Farben oder auffällige Accessoires setzten.
Der Trend gehe generell bei Männern wieder zu längeren Haaren, auch wenn das mehr Aufwand bedeute, sagt Weinitschke. Selbst beim Fade wird am Haupthaar inzwischen etwas mehr stehen gelassen. Bei manchen Spielern wie Ronaldo oder Kai Havertz kommen auch die Naturlocken durch. Der Niederländer Frenkie de Jong hat auch etwas mehr auf dem Kopf, gelt es sich aber im Mittelscheitel etwas nach hinten. «Das ist auch ein Trend, den wir kommen sehen, diese Mittelscheitelform», sagt der Art Director.
Viele Spieler tragen diese Frisur, unter anderem auch der durchgestylte Portugiese Cristiano Ronaldo. Dabei sind die Haare an den Seiten sehr kurz und in einem fließenden Übergang anrasiert, erklärt Antonio Weinitschke. Das Haupthaar ist dann etwas länger. «Der ist schon sehr lange da», sagt Weinitschke.
Vor ein paar Jahren war er ein Symbol für Hipster, auch in Studentenkreisen ist er sehr beliebt: Der Man-Bun oder Männer-Dutt steht für längere Haare, die zu einem kleinen Dutt zusammengebunden sind, der in verschiedener Höhe getragen wird. «Das ist für den Sport natürlich ideal, die Haare stören dann nicht», sagt Weinitschke. Der walisische Superstar Gareth Bale trägt die Haare schon länger so. Inzwischen sind noch einige Kollegen dazugekommen, etwa der deutsche Nationalspieler Emre Can.
Flügelstürmer Leroy Sané sticht für Weinitschke aus der deutschen Mannschaft hervor, weil er seine Haare sehr lang trägt. Die Routiniers des deutschen Teams wie Manuel Neuer und Thomas Müller folgen dem Zeitgeist dagegen nicht so sehr, findet der Art Director. «Da hat man das Gefühl, dass die nicht so viel Wert drauf legen, irgendwelche Trendsetter zu sein», sagt er.
Auch David Beckham setzte auf die beliebte Spielerfrisur. Mit seinen langen braunen Haaren, die mit einem dünnen Haargummi zusammengebunden waren, hätte man ihn fast verwechselt.
Wir haben die interessantesten Frisuren der EM 2024 für Sie zusammengestellt.
Eine der auffälligsten Frisuren in diesem Turnier war der farbenfrohe Irokese von Robert Andrich, Mittelfeldspieler bei Bayer Leverkusen. Er trug einen pinken Irokese und kombinierte diesen zu einem Bart, der jedoch die ursprüngliche Farbe behalten durfte.
Seit Beginn der EM 2024 trägt der niederländische Stürmer ein einfarbiges weißes Stirnband im Stile der NBA-Spieler über seine eng geflochtenen Zöpfe. Und zwar die babyblauen Haare von Andrej Ratju, die zusammen mit dem gelben Shirt der Mannschaft zum Hingucker wurden.
Der Engländer Phil Foden hat es gemacht. Auch die aus der Bundesliga bekannten Granit Xhaka und Manuel Akanji sind dabei. Sie haben sich die Haare blond gefärbt. Foden weckte mit seinem Look sofort Erinnerungen an Englands EM-Helden von 1996, Paul Gascoigne. «Das stört mich überhaupt nicht», sagte Foden dem «Guardian». «Er ist ein großartiger Spieler.» Antonio Weinitschke fallen sofort die geraden und relativ strengen Pony-Konturen auf. Das sei typisch britisch. Im Gegensatz zu Xhaka und Akanji sei die Farbe bei Foden auch gut mattiert. Bei den Schweizern seien die Haare sehr gelb gelassen. «Das kommt dann nicht so gut», so Weinitschke.
Einige der auffälligsten Frisuren der EM-Stars.
Der Belgier Yannick Carrasco muss sich irgendwo zwischen Arbeitsort Madrid und Heimatland Belgien überlegt haben, es sei eine gute Idee, bei der EM in Mayonnaise-Blond aufzulaufen. Der Engländer Phil Foden reist wahrscheinlich nie ohne Haarschneider und Ein-Millimeter-Aufsatz im Kulturbeutel, um seinen Backstreet-Boy-Verschnitt auf Kurs zu halten. Paul Pogba hatte fürs Achtelfinale extra noch mal einen Streifen nachgefärbt. Sicher hatten er und sein Stylist noch Ideen für drei weitere Runden gehabt. Kreationen, die der Nachwelt nun leider vorenthalten bleiben. Schade.
Schulterlange Locken sind bei Fußballern heutzutage ziemlich ungewöhnlich. Beim deutschen Viertelfinalgegner setzt sich der Außenverteidiger über alle Trends hinweg.
Spaniens Lockenkopf Marc Cucurella wird zumindest optisch wieder ein Hingucker sein beim EM-Viertelfinal-Kracher gegen Deutschland. Der 25-Jährige vom FC Chelsea trägt seine dunklen Haare - entgegen aller Trends bei Fußballprofis mit ihren kurz geschorenen Schläfen - richtig lang und hält sie bei den Spielen mit einem schmalen Band zurück.
Mama Patricia habe ihren Sohn auf dem Rasen so besser von den anderen Jungs unterscheiden können. „Als ich klein war, hat sie das halbe Spiel gequatscht und war nicht sehr aufmerksam, da war es nicht leicht. Die Haarpracht erinnert an Puyol und Valderrama Cucurella ist bei der Europameisterschaft bisher als Linksverteidiger auch sportlich auffällig aufgetreten und hat sich im spanischen Nationalteam etabliert.
„Es hat meiner Mutter gefallen. Mein Bruder hatte auch viele Jahre lange Haare, sie inzwischen aber abgeschnitten“, erklärte Cucurella im Interview mit Radio Cope.
Zuvor hatte er schon gesagt: „Ich würde ja zulassen, dass man mir die Haare schneidet, wenn wir die EM gewinnen - aber meine Frau Claudia würde mich deswegen umbringen. Ihr gefallen meine Haare so.“ Er werde sich seine Haarpracht aber rot färben lassen, wenn die Furia Roja die EM gewinnt.
Cucurellas Frisur erinnert an seinen Vorgänger in Spaniens Auswahl: Carles Puyol, der Weltmeister von 2010 und Europameister von 2008, trug offene dunkelblonde Locken. Als „aufregendste Fußballermatte seit dem Kolumbianer Carlos Valderrama“ bezeichnete die „Süddeutsche Zeitung“ die Haarpracht Cucurellas. Valderrama galt als Kult-Kicker.
Marc Cucurella, der spanische Linksverteidiger, bekannt für seine auffällige Lockenmähne.
Linksverteidiger Marc Cucurella (25) ist nach den ersten beiden EM-Gruppenspielen der Spanier gegen Kroatien (3:0) und Italien (1:0) DAS Gesprächsthema in seiner Heimat. Zum einen, weil er beide Male über die volle Spielzeit mit seiner Zweikampfstärke überzeugte (jeweils BILD-Note 2). Und zum anderen, weil seine riesige braune Locken-Mähne seine Fans so begeistert.
In den sozialen Netzwerken machen jede Menge lustige Foto-Montagen und Videos die Runde, in denen Cucurella und seine Frisur abgefeiert werden. In Interviews wird Spaniens Nummer 24 aktuell immer wieder zu seiner Haarpracht befragt.
In der Sportzeitung „AS“ hat „Cucu“ - so sein Spitzname in Spanien - nun die Entstehungsgeschichte seiner wallenden Mega-Locken erzählt. „Als Kind entscheidet deine Mutter über deine Frisur und meiner gefiel es eben so. Ich habe damit also Fußball gespielt und es lief gut für mich, die Leute erkannten mich an meinen Haaren - also habe ich sie so wachsen lassen.“
Inzwischen trägt Cucurella seine Frisur aber auch einer anderen Frau zuliebe. In der Radio-Sendung „El Partidazo de COPE“ verriet er mit einem Augenzwinkern: „Ich würde ja zulassen, dass man mir die Haare schneidet, wenn wir die EM gewinnen - aber meine Frau Claudia würde mich deswegen umbringen. Ihr gefallen meine Haare so!“
Auf ein anderes Versprechen hat sich der lockige Linksverteidiger aber eingelassen. Er versichert: „Wenn wir den Titel holen, lasse ich mir meine Haare rot färben.“ Bis dahin haben „Cucu“ und Co. aber noch viel Arbeit vor sich.
Mit Spanien hat der 25 Jahre alte Defensivspieler vom FC Chelsea das Endspiel der EURO 2024 in Deutschland erreicht. Sollte es mit dem Titel im Endspiel gegen England am Sonntag schaffen, steht ein besonderes Versprechen im Raum: Cucurella will sich dann nämlich sein Markenzeichen - seine langen Haare - rot färben.
Freundin Claudia Rodríguez bestätigte das gegenüber Espejo Publico.
EM-Versprechen eingelöst: Für Spaniens Marc Cucurella hat der Titelgewinn mit dem Nationalteam ein "Nachspiel". Der Linksverteidiger, der nach seinem vermeintlichen Handspiel im Viertelfinale gegen Deutschland in der Folge von deutschen Fans ausgepfiffen worden war, präsentierte sich am Freitag auf Instagram mit rot gefärbten Haaren - und löste damit ein Versprechen ein.
Seine markanten Locken wollte er im Falle des Titelgewinns in Deutschland in der Farbe der spanischen Nationalmannschaft färben.
Zusammen mit einem bekannten Haarfärbemittel-Hersteller machte der 25 Jahre alte Profi vom FC Chelsea das Umstyling direkt zu einer Werbe-Aktion. Cucurella war zu einem Gesicht der EM avanciert, mit starken Leistungen überzeugte er auf der linken Abwehrseite der Spanier.
Hohe Wellen schlug sein vermeintliches Handspiel in der Verlängerung des Viertelfinals gegen das DFB-Team, als Jamal Musiala ihm den Ball an den Arm schoss.
Hier eine Übersicht der Kaderwerte einiger spanischer Spieler:
| Spieler | Alter | Vertrag bis | Marktwert (Mio. €) |
|---|---|---|---|
| Unai Simón | 27 | 30.06.2028 | 30,00 |
| Robin Le Normand | 27 | 30.06.2029 | 130,00 |
| Álex Baena | 22 | 30.06.2029 | 60,00 |
| Lamine Yamal | 19 | 30.06.2030 | 35,00 |
| Nico Williams | 21 | 30.06.2030 | 38,00 |
Die Trainer sind das Gegenprogramm zu ihren gestriegelten Spielern
Ausnahmen gibt es natürlich. Der Ukrainer Andrij Schewtschenko kommt mit seinem gestriegelten Kurzhaarschnitt ein bisschen wie der Streber in der Klasse 2020/21 daher. Ob Bart- und Haupthaar mit Eichhörnchen-Strähne vom Tschechen Jaroslav Silhavy wirklich so gewollt oder nur zauseliger Wildwuchs sind, ließe sich nur bei intensiver Betrachtung bis zum Finale klären, bleibt also voraussichtlich ungelöst.
Carlos Valderrama, eine Ikone mit seiner markanten blonden Mähne.
Mit dem Ansatz zu mehr Länge liegen die Trainer einerseits voll im Corona-Trend. Laut Friseuren entdeckten im unfreiwillig coiffeurfreien Lockdown ja gerade Männer fortgeschrittenen Alters plötzlich ihre Liebe zu mehr Wuscheligkeit - angeblich nicht zuletzt, weil ihre Frauen es so mochten. Aber natürlich signalisiert so ein bisschen taktische Nachlässigkeit an der Seitenlinie auch: Wir haben Wichtigeres im Kopf als die Frisur auf demselben. Aufstellung, Spielanalyse, Standards trainieren. Wehe, dazwischen wird man von irgendeinem Fan auf dem Friseurstuhl fotografiert und fliegt dann aus dem Turnier.
Obendrein ist mehr Haar ungemein praktisch in diesem Job. Irgendwo muss man sich mit den verzweifelten Händen ja hingreifen, wenn der Videoassistent mal wieder auf Abseits entscheidet oder der eigene Stürmer alleine vorm Tor die Kugel einfach nicht versenkt. Joachim Löw konnte hier zuletzt in jeder Hinsicht aus dem Vollen schöpfen.
Phil Foden weckte mit seinem Look sofort Erinnerungen an Englands EM-Helden von 1996, Paul Gascoigne. «Das stört mich überhaupt nicht», sagte Foden dem «Guardian». «Er ist ein großartiger Spieler.» Antonio Weinitschke fallen sofort die geraden und relativ strengen Pony-Konturen auf. Das sei typisch britisch. Im Gegensatz zu Xhaka und Akanji sei die Farbe bei Foden auch gut mattiert. Bei den Schweizern seien die Haare sehr gelb gelassen. «Das kommt dann nicht so gut», so Weinitschke.
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