Katzen scheren: Ja oder nein?

Viele Katzenbesitzer stehen vor der Frage, ob es sinnvoll ist, ihre Katze zu scheren. Besonders wenn die Katze stark haart oder zu Verfilzungen neigt, kann das Scheren eine Option sein. Doch ist es wirklich eine gute Idee? Dieser Artikel beleuchtet die Vor- und Nachteile des Scherens bei Katzen und gibt Tipps zur richtigen Vorgehensweise.

Warum werden Katzen geschoren?

Katzen werden in der Regel nicht geschoren, weil ihr Fell es erfordert. Vielmehr ist eine regelmäßige Fellpflege in Form von Bürsten wichtig. Gelegentlich kann das Fell gestutzt oder mit der Schere an einigen Stellen vorsichtig gekürzt werden. Dies ist vor allem bei Langhaarkatzen eine notwendige Maßnahme, um Verfilzungen vorzubeugen.

Es gibt aber auch Ausnahmen, in denen das Scheren der Katze sinnvoll sein kann:

  • Verfilzungen: Wenn das Fell des Stubentigers ständig Probleme bereitet und Bürsten nichts mehr hilft, kann das Scheren notwendig sein. Schmutz und Knoten bilden schnell Verfilzungen, die schmerzhaft ziepen und die Atmung der Haut behindern. Entzündungen und Pilzinfektionen sind häufig die Folge. Kleine Verfilzungen können lokal begrenzt oder am ganzen Körper auftreten.
  • Hautkrankheiten: Katzen sollten nur bei medizinischer Notwendigkeit geschoren werden. Bei Hautproblemen, Verletzungen oder extremen Verfilzungen kann es durchaus sinnvoll sein, eine Katze zu scheren.
  • Haarausfall: Bei starkem Haarausfall kann ein sogenannter "Löwenschnitt" sinnvoll sein. Dabei wird das Fell am Körper kurz geschoren, während am Kopf eine Mähne stehen bleibt. Dies kann verhindern, dass die Katze zu viele Haare bei der Fellpflege verschluckt, was zu Haarballen und Erbrechen führen kann.

Es ist nicht verwunderlich, dass gerade Langhaarrassen oft an ihrem Fell verzweifeln. Dichtes Haar am Anus verschmutzt ebenso schnell wie langes Haar am Bauch. Einer Perserkatze etwa kannst du helfen, indem du regelmäßig diese Stellen scherst. Und auch eine Maine Coon wirst du vermutlich öfter scheren als eine Britisch Kurzhaar.

Was sollte man vor dem Scheren beachten?

Bevor du deine Katze scherst, solltest du einiges beachten:

  • Tierarzt konsultieren: Gehe mit deiner Katze zum Tierarzt, um zu besprechen, ob das Scheren wirklich notwendig ist und welche Gründe es dafür gibt.
  • Katze vorbereiten: Gewöhne deine Katze langsam an die Schermaschine. Lasse sie neben der Katze laufen, jeden Tag ein paar Minuten länger, bis sie kein Interesse mehr daran zeigt. Leckerlis lenken ab.
  • Richtigen Zeitpunkt wählen: Übrigens: Den Stress für deinen Liebling kannst du auch minimieren, indem du den richtigen Zeitpunkt für die Schur wählst. Im Fellwechsel ist nach vier bis sechs Wochen alles wieder da, danach kann es bis zum neuen Fellwechsel dauern.
  • Nicht zu kurz schneiden: In der Regel sollten 2,5 cm stehen bleiben. Die richtige Länge lässt sich am Scherkopf einstellen.
  • Tasthaare nicht scheren: Absolutes Tabu auch bei einer notwendigen Rasur sind die Schnurrhaare. Die Tasthaare rund um Schnauze und Augen dienen der Orientierung.

Das Fell der Katze ist nicht nur schön. Es schützt vor Kälte und Hitze genauso wie vor Regen und Sonne, Parasiten, Verletzungen und Austrocknung. Wenn du deine Katze einfach so scherst, nimmst du ihr diesen natürlichen und wichtigen Schutz. Ohne Fell oder auch, wenn das Fell kürzer als 2,5 Zentimeter geschnitten wird, kann deine Katze sich schneller Verletzungen oder einen Sonnenbrand zuziehen. Sie ist dann auch anfälliger für Hautkrankheiten.

Wie wird eine Katze geschoren?

Wenn du deine Katze selbst scheren möchtest, gibt es ein paar Dinge zu beachten:

  • Entspannung: Deine Katze sollte möglichst entspannt dabei sein.
  • Professionelle Hilfe: Bevor du deine zappelige Katze aus Versehen verletzt, solltest du lieber einen Profi ans Werk lassen. Vielleicht ist der Besuch im Tiersalon eine gute Idee?
  • Positive Verknüpfung: Es ist super hilfreich, wenn deine Katze das Scheren positiv verknüpft. Wenn möglich gewöhne sie in Ruhe daran. Ein paar der Lieblings-Leckerlis könnten hilfreich sein!
  • Wuchsrichtung beachten: Vorsichtig und immer (anders als zum Beispiel beim Scheren von Pferden) in Wuchsrichtung des Fells scheren. Wenn du gegen die Fellrichtung scherst, erhöht das die Gefahr, dass sich die Schermaschine in der Haut deiner Katze verhakt.
  • Haut straffen: Außerdem solltest du die Haut beim Scheren immer straff ziehen (um die Katze nicht zu verletzen).
  • Pausen machen: Mache Pausen, damit die Schermaschine nicht heiß läuft.

Katzen scheren, ja. Aber: Wer traut sich? Eine panische Katze ist für den Halter und sich selbst eine Gefahr. Noch dazu hantiert man beim Scheren mit einem Messer nahe der Haut. Gott sei Dank kann man diese Aufgabe in erfahrene Hände legen. Katzenhaare schneiden fällt in den Aufgabenbereich des Tierfriseurs. Auch der Hundefriseur übernimmt das Scheren gut und gerne. Der Tierarzt kann bei kleineren Verfilzungen helfen.

Ein Wort zur Narkose: Gerade bei großflächigen Verfilzungen an schwierigen Kandidaten empfiehlt der Tierarzt gerne, die Katze unter Narkose zu scheren. Im Zweifelsfall lohnt es sich, eine zweite Meinung einzuholen. Reagiert dein Stubentiger beim Scheren panisch, kann ein mildes Beruhigungsmittel eine Alternative sein. Vorher mit dem Tierarzt sprechen!

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Welche Schermaschine ist geeignet?

Für deine Katze solltest du auf jeden Fall eine spezielle Katzen Schermaschine benutzen. Keine für Menschen. Eine für Hunde könnte eventuell auch in Frage kommen.

Wenn du dir eine Schermaschine für deine Katze kaufen möchtest, kannst du einen ganz einfachen Preis-Leistungs-Vergleich anstellen. Auf deiner Suche solltest du darauf achten, ein hochwertiges und sicheres Gerät zu kaufen. Es sollte gut in der Hand liegen und möglichst leicht sein. Ein langlebiger Akku erspart dir nervigen Kabelsalat. Optimal ist, wenn die Schermaschine zusätzlich auch noch geräuscharm ist.

Alternativen zum Scheren

Ob es Alternativen zum Scheren bei Katzen gibt? Eine direkte Alternative, zum Beispiel bei Verletzungen, ist das Abrasieren des Fells an der betroffenen Stelle. Das obliegt allerdings immer dem Tierarzt.

Wenn es um die Fellpflege und das Scheren zu Hause geht, gibt es keine direkte Alternative. Scheren bleibt Scheren, Bürsten bleibt Bürsten und Trimmen bleibt Trimmen. Du kannst durch eine korrekte Fellpflege allerdings in einigen Fällen einer Schur vorbeugen!

Tipps zur Fellpflege

Je nachdem, ob deine Katze langes oder kurzes Fell hat, kann die Fellpflege sehr unterschiedlich aussehen. Beschränken wir uns auf 3 sehr hilfreiche Tools für die Fellpflege bei deiner Kitty: Eine Bürste, einen Trimmkamm und einen Fellpflegehandschuh.

  • Bürste: Du solltest deine Katze wirklich regelmäßig kämmen, damit Verfilzungen gar nicht erst entstehen.
  • Trimmkamm: Wenn deine Katze besonders viel Unterwolle hat, solltest du ihr Fell regelmäßig mit einem Trimmkamm bzw. einer Trimmbürste bearbeiten.
  • Fellpflegehandschuh: Ein Fellpflegehandschuh hat nicht nur einen hervorragenden Pflege-Effekt, sondern trägt auch positiv zu eurer Bindung bei!

Hier ist eine Tabelle, die die Häufigkeit der Fellpflege je nach Rasse zusammenfasst:

Rasse Fellart Häufigkeit der Fellpflege
Maine Coon Langhaar Mehrmals pro Woche oder täglich
Perserkatze Langhaar Mehrmals pro Woche oder täglich
Britisch Kurzhaar (BKH) Dichte Unterwolle Mehrmals pro Woche
Siamkatze Kurzhaar Einmal wöchentlich
Sphynx Nacktkatze Keine Fellpflege nötig

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