Die Frisur des Wehrmachtssoldaten: Ein Spiegelbild von Krieg, Ordnung und Anpassung

Die Frisur eines Soldaten ist oft mehr als nur eine Frage der persönlichen Vorliebe. Sie ist ein Ausdruck von Disziplin, Zugehörigkeit und Anpassung an die Bedingungen des Krieges. Auch bei den Soldaten der deutschen Wehrmacht während des Zweiten Weltkriegs spielte die Haartracht eine Rolle, die sowohl von militärischen Vorschriften als auch von den jeweiligen Umständen beeinflusst wurde.

Wehrmachtssoldaten in Frankreich, 1940. Quelle: Bundesarchiv

Der "Stahlhelm-Haarschnitt": Praktikabilität und militärische Notwendigkeit

Ein typischer Haarschnitt der Wehrmachtssoldaten war der sogenannte "Stahlhelm-Haarschnitt". Dieser zeichnete sich durch kurz geschnittene Haare im Nacken- und Ohrenbereich (etwa 1/10 cm) aus, während das Deckhaar etwas länger gelassen wurde. Dieser Schnitt war nicht exklusiv für die Wehrmacht, sondern in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts ein weitverbreiteter Standard für Jungen und Männer.

Die Entstehung dieses Haarschnitts ist eng mit der Einführung der Stahlhelme im Ersten Weltkrieg verbunden. Die Helme verfügten über ein Futter, das aus einem umlaufenden Stahlgurt und einer aufgespannten Lederdecke bestand. Damit der Helm richtig saß und der Gurt guten Kontakt zum Kopf hatte, mussten die Haare im entsprechenden Bereich kurz sein. So störten sie nicht und gewährleisteten einen optimalen Sitz des Helmes. Die Feuerwehr-Helme waren bis in die 90er Jahre auch so aufgebaut.

Es war ein praktischer Haarschnitt, der den militärischen Anforderungen entsprach.

Barttracht im Wandel der Zeit

Während strenge Vorschriften für die Haarlänge galten, war die Barttracht der Soldaten im Laufe des Krieges Veränderungen unterworfen. In den ersten Kriegsjahren waren sauber rasierte Gesichter üblich, doch in den späteren Phasen, insbesondere an der Ostfront, sah man zunehmend Soldaten mit Vollbärten.

Die Gründe dafür waren vielfältig. Zum einen spielten die widrigen Bedingungen an der Front eine Rolle. Inmitten der Kämpfe und Entbehrungen war die Einhaltung strenger Hygienevorschriften und die tägliche Rasur oft schwierig. Zum anderen wurde der Bart von einigen Soldaten als Kälteschutz angesehen. Die Vorstellung war, dass ein vereister Bart eine isolierende Schicht bilden und so vor Erfrierungen schützen könnte.

Allerdings gibt es auch Studien, die das Gegenteil belegen. Eine Untersuchung der US-Armee in Alaska kam zu dem Ergebnis, dass Soldaten mit Gesichtsbehaarung häufiger an Erfrierungen im Gesicht litten. Dies könnte daran liegen, dass sich im Bart Feuchtigkeit sammelt, die gefrieren und die Haut zusätzlich auskühlen kann.

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Deutsche Soldaten mit Bärten an der Ostfront. Quelle: Alamy Images

Hygiene, Gasmasken und individuelle Entscheidungen

Ein weiterer Faktor, der die Barttracht beeinflussen konnte, war die Angst vor Gasangriffen. Offiziell wurde die Gasmaskenbüchse bis Kriegsende mitgeschleppt, auch wenn sie häufig keine Gasmaske mehr enthielt. Ein dichter Bart konnte das korrekte Anliegen der Gasmaske beeinträchtigen und somit den Schutz vor chemischen Kampfstoffen verringern. Ob dies tatsächlich ein ausschlaggebender Grund für die wenigen Bärte war, bleibt jedoch spekulativ.

Letztendlich dürfte die Entscheidung für oder gegen einen Bart von den individuellen Umständen und Vorlieben des jeweiligen Soldaten abhängig gewesen sein. Während einige die Bequemlichkeit und den vermeintlichen Kälteschutz eines Bartes schätzten, legten andere Wert auf ein gepflegtes Erscheinungsbild und die Einhaltung der militärischen Vorschriften.

Die Rolle der "Besatzungsbräute" und ihre Stigmatisierung

Ein dunkles Kapitel im Zusammenhang mit den Wehrmachtssoldaten und ihrem Erscheinungsbild ist die Geschichte der sogenannten "Besatzungsbräute". In den von Deutschland besetzten Ländern kam es zu Beziehungen zwischen deutschen Soldaten und einheimischen Frauen. Aus diesen Verbindungen gingen zahlreiche Kinder hervor.

Nach der Befreiung wurden diese Frauen oft als "Landesverräterinnen" stigmatisiert und жестоко verfolgt. In vielen Fällen wurden sie öffentlich gedemütigt, kahl geschoren und mit Hakenkreuzen gebrandmarkt. Diese brutalen Akte der Lynchjustiz waren Ausdruck von Hass und Vergeltung für die Kollaboration mit dem Feind.

Nach dem Zweiten Weltkrieg – Das Schicksal Deutsch

Die Kinder, die aus diesen Beziehungen stammten, wurden ebenfalls дискриминированы und hatten oft mit sozialen Ausgrenzung zu kämpfen. Bis heute ist die Aufarbeitung dieses Kapitels der Geschichte noch nicht abgeschlossen.

In Frankreich, Dänemark und Norwegen sind in den letzten Jahren vereinzelt Bücher erschienen, die sich mit den »Besatzungsbräuten« und ihren Kindern befassen.

Uneheliche Kinder in besetzten Gebieten

| Land | Anzahl der unehelichen Kinder (ca.) || ----------- | ----------- || Frankreich | 100.000 || Holland | 50.000 || Belgien | 40.000 || Norwegen | 10.000 || Dänemark | 6.000 |

Die deutschen Soldaten traten in diesen Ländern auch als Herzensbrecher auf. Während sie im Osten mit aller Brutalität einen Vernichtungskrieg führten, hielten sie sich in Norwegen, Dänemark, zum Teil auch in Frankreich weitgehend an die strikte Order, Rücksicht auf die Zivilbevölkerung zu nehmen.

Die Möglichkeiten der Begegnung waren mannigfaltig, die Politik blieb dabei meist ausgeklammert. Materielle Reize gab es für alle Norwegerinnen, die Arbeit war knapp, und die Deutschen bezahlten ein Vielfaches der landesüblichen Löhne. Gar nicht selten aber war es der Liebe wegen. Es ging um Brot und Rosen, wie immer und überall nicht sauber zu trennen.

tags: #soldaten #frisur #wehrmacht

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