Bist du auf der Suche nach einer natürlichen Pflege für deine Haare? Möchtest du deine Locken mit einfachen Hausmitteln zum Glänzen bringen? Sind deine Haare trocken, frizzy und störrisch? Dann ist Leinsamengel genau das Richtige für dich!
Leinsamengel ist eines meiner Lieblingsgele für Haare. Vor allem musst du dir keine Gedanken machen, wo du es kaufen kannst. Du kannst das Leinsamengel ganz einfach selber herstellen. Die Basis sind Leinsamen und Wasser. Leinsamen findest du überall in Deutschland - im Supermarkt, in der Drogerie und natürlich online. Leinsamen werden vor allem in der Küche eingesetzt. Sie enthalten Schleimstoffe, welche in Verbindung mit Wasser aufquellen.
Diese Stoffe bewirken, dass wir aus Leinsamen ein Gel für unsere Haare herstellen können. Zudem bilden die Schleimstoffe einen natürlichen Film um unsere Haare. Das hergestellte Leinsamengel ist also ein natürlicher Befeuchter. Es verstärkt die Sprungkraft deiner Locken und Wellen und bringt sie zum Glänzen.
Das Leinsamengel eignet sich hervorragend als Haargel für Locken, besonders für feines und/oder gering poröses Haar. Es ist sehr schwer, Leinsamengel zu überdosieren.
Leinsamengel selber machen ist so einfach. Du brauchst nur wenig Equipment und wenige Zutaten. Ok, auch einen Herd. Hier ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung:
Dauert insgesamt keine 10 Minuten.
Hast du sehr hartes bzw. kalkhaltiges Wasser zu Hause, empfehle ich dir destilliertes Wasser. Das gibt es in so gut wie jeder Drogerie. Mineralarmes stilles Wasser aus der Flasche geht auch. Ich nehme meistens das Black Forest still. Falls du kalkhaltiges Wasser benutzt, kann Build-up vom Kalk die Folge sein.
Das Gel sollte einen leicht sauren pH-Wert (4,5-5,5) aufweisen, ähnlich wie deine Haare. Den pH-Wert überprüfst du mit solchen pH-Teststreifen*. Bei mir hatte das Gel einen zu basischen pH-Wert (6,0-6,5). Ich habe dann einfach 4 Tropfen Zitronensaft hinzugefügt und danach war der Wert perfekt.
Das Gel hält sich im Kühlschrank aufbewahrt circa ein bis zwei Wochen. Ungekühlt hält es sich maximal ein bis drei Tage. Riecht es säuerlich oder sieht komisch aus, ist es gekippt. Dann solltest du es nicht mehr benutzen.
Extra Tipp: Leinsamengel lässt sich prima einfrieren, genau wie der Rest aus deinem Sieb. Verdopple das Rezept und parke die Hälfte in deinem Tiefkühler. Brauchst du Nachschub, taust du den Vorrat rechtzeitig vor der nächsten Haarwäsche einfach auf. Mit einer zweiten GoToob Flasche zum Einfrieren sparst du dir das Umfüllen. Silikon-Eiswürfelbehälter eignen sich ebenfalls wunderbar.
Hier ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Anwendung von Leinsamengel:
Keine Sorge! Der Gelcast ist gar kein Problem. Um diesen Gelcast auszukneten, nimmst du einfach deine Hände und knetest deine Locken vorsichtig von unten nach oben. Du kannst dafür ein bis zwei Tropfen Öl benutzen. Kein geeignetes Öl zur Hand? Leg ein sauberes Baumwoll-T-Shirt, glattes Handtuch* oder ein Seidentuch über deine Hand, bevor du die Haare knetest. Die glatte Oberfläche dient als Schutzschild zwischen Händen und Haaren.
Manche Lockenköpfe haben Angst, dass der Cast nicht komplett verschwindet. Bei Leinsamengel hatte ich dieses Problem noch nie. Perfekt ist es nicht. Diese Nachteile lassen sich jedoch durch weitere Zutaten weitestgehend ausmerzen. Wild irgendwelche Zutaten mischen? Davon halte ich wenig. Mach dir Gedanken. Was willst du mit diesen Extras erreichen? Mehr Feuchtigkeit? Mehr Halt? Mehr Geschmeidigkeit? Bessere Haltbarkeit? Teste immer eins nach dem anderen. Viele Stoffe haben Wechselwirkungen. Aloe Vera Gel (z.B. Öle (z.B. Ätherische Öle (z.B. Denke immer daran: Teste eine Zutat nach der anderen, nicht alle auf einmal.
Es gibt auch Alternativen zu Leinsamengel, wenn du die Herstellung als zu aufwendig empfindest oder etwas suchst, das länger haltbar ist. Eine Option ist ein DIY-Haargel aus Aloe Vera und Weizenproteinen.
Das Gel ist für die Curly Girl Methode, kurz CGM, geeignet, denn es besteht ausschließlich aus natürlichen Zutaten und enthält kein Alkohol. Hautbestandteil ist Aloe Vera. Sie spendet viel Feuchtigkeit und lässt sich gut in ein Gel verwandeln. Als sogenanntes Feuchthaltemittel sorgt Glycerin dafür, dass die Feuchtigkeit in den Haaren eingeschlossen wird. Wichtig für die Definition von Naturlocken sind Proteine, daher enthält mein DIY-Haargel Weizenproteine. Bei Xanthan bzw. Cosphaderm handelt es sich um Gelbildner. Diese benötigen wir, damit aus einer Flüssigkeit ein Gel wird. Abschließend müssen wir das Haargel noch konservieren, denn durch den hohen Wasseranteil ist es anfällig für Mikroorganismen (Schimmel, Hefen und Bakterien). Dieser Schritt ist ein Muss, daher verwende ich ein Breitbandkonservierungsmittel in Naturkosmetikqualität. Neben Biogard 221 gibt es z.B. 0,3 g Biogard 221 (1%)
Um das Gel herzustellen, benötigst du kein umständliches Equipment. Wichtig wäre nur eine Feinwaage bzw. Espressowaage, da herkömmliche Haushaltswaagen so kleine Mengenangaben normalerweise noch nicht erfassen. Daneben benötigst du eine kleine Schüssel bzw. ein Becherglas (50-100 ml Fassungsvermögen), einen Löffel und einen leeren Tiegel bzw. Behälter. Nimm dein Becherglas zur Hand und wiege den Gelbildner (Cosphaderm/Xanthan) ab.
Gib das Glycerin dazu und rühre alles gründlich um. Nimm ggf. den Stiel deines Löffels zum Rühren. Nun folgt das Aloe Vera Gel bzw. der Aloe Vera Saft, den du zum Glyceringemisch dazu gibst. Rühre alles gründlich um. Falls Klümpchen zu sehen sind, rühre noch etwas weiter. Sie lösen sich nach und nach auf. Fülle es nun in deinen desinfizierten, sauberen Behälter.
Wichtig: Gut konserviert (1% der Gesamtformulierung) hält das DIY-Haargel ca. 6-12 Monate. Du musst es nicht im Kühlschrank aufbewahren.
Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden. In diesem kleinen Video (Instagram Reel) siehst du, wie ich das DIY-Haargel benutze. Ich knete es nach dem Waschen in meine noch feuchten Locken, verteile es großzügig auf dem ganzen Kopf und föhne mir dann mit dem Diffusor die Haare. Wie viel Gel du nehmen musst, hängt von deiner Haarlänge- und dicke ab. Also probier am besten aus, welche Menge für dich optimal ist. Natürlich kannst du die Haare auch lufttrocknen lassen.
Die Anwendung
Leinsamengel hat durch seine Inhaltsstoffe natürlich nicht nur einen positiven Effekt auf die Haare:
Auch für Kinder kann man Haargel selber machen. Hier ist eine Anleitung von Lotte:
Lieber Jona,
ein Leben ohne Haargel ist möglich, aber sinnlos. Naja, ganz so ist es natürlich nicht. Aber ich verstehe deinen Wunsch nach Kleister für den Kopf absolut. Manchmal habe ich auch dumme Strähnen, die vom Kopf abstehen. Aber ich bin ja kein Insekt mit Fühlern! Und manchmal soll auch was vom Kopf abstehen, das lasch anliegt. Mit Gel können wir das ändern. Also, legen wir los.
Viel brauchst du nicht: nur eine Tasse Wasser (250 ml) und 30 Gramm Leinsamen. Das sind Körnchen, die du im Drogeriemarkt kaufen kannst. Kipp den Leinsamen mit dem Wasser in einen Topf und lass das Ganze aufkochen. Leinsamen enthalten Schleimstoffe. Und die quellen in Wasser auf. Hmmm. Lecker.
Ganz wichtig: Nach dem ersten Aufkochen drehst du die Temperatur runter. Dann heißt es: Rühren, rühren, rühren. Sonst brennt dir die Pampe an. Du siehst schnell, wie der Glibber immer dicker wird. Warte beim ersten Versuch nicht zu lang: Je länger dein Gel kocht, desto stärker wird es. Wenn du einen Betonkopf möchtest, ist das natürlich gut. Aber das Auswaschen dauert dann lange und ziept brutal.
Schnapp dir deshalb schon nach ein, zwei Minuten ein Sieb und lege es auf eine Schüssel. Da kippst du jetzt die Glibbermasse rein und schmierst die Masse durch. Die Körnchen kannst du im Kühlschrank aufheben und daraus nochmal Gel kochen.
Und ja: Das Ganze mieft. Deshalb würde ich am Ende ein, zwei Tropfen Ätherisches Öl dazugeben, Zitrone, Pfefferminz oder Orange. Das habt ihr vielleicht für eine Duftlampe da. Sonst kannst du es auch im Drogeriemarkt kaufen. Es geht aber auch ohne.
Jetzt füllst du das Gel in ein leeres Marmeladenglas mit Schraubverschluss. Lass es abkühlen und pack es dann in den Kühlschrank. Da kannst du dich jeden Morgen bedienen. Lange hält es leider nicht, nur ungefähr eine Woche. Deshalb machst du am besten immer nur eine kleine Menge - das geht ja ratzfatz.
Ich hoffe, ich konnte dir ein kleines bisschen weiterhelfen. Hast du noch andere Fragen? Dann kannst du sie mir gerne schicken.
Fröhliches Betonieren und Kleistern wünscht dir
Deine Lotte
tags: #Schleim #mit #Haargel #Rezept
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