Jasmin Tabatabai: Eine Verwandlungskünstlerin mit und ohne Perücke

Jasmin Tabatabai ist eine der bekanntesten und profiliertesten Schauspielerinnen Deutschlands. Ihre Vielseitigkeit zeigt sie nicht nur in unterschiedlichen Rollen, sondern auch in ihrem Mut zur Verwandlung. Ein besonderes Merkmal ihrer schauspielerischen Arbeit sind dabei Auftritte mit Perücken, die ihr ermöglichen, in völlig andere Charaktere zu schlüpfen.

Ein Beispiel hierfür sind die Dreharbeiten in Halle (Saale), wo Jasmin Tabatabai für eine niederländische Produktion vor der Kamera stand. Für den Film „Mitra“ spielte sie die siebzigjährige Haleh und trug dafür eine gräuliche Perücke. Die Saalestadt diente dabei als Kulisse für die Niederlande, wo die Geschichte spielt.

Models präsentieren Kreationen auf der Berlin Fashion Week (2014). Auch hier spielen Verwandlung und Inszenierung eine große Rolle.

In dem Film trifft Haleh im holländischen Exil auf die Frau, die vor 37 Jahren mutmaßlich für die Hinrichtung ihrer Tochter Mitra im Iran verantwortlich sein soll. Die Mitteldeutsche Filmförderung unterstützte den Film mit rund 210.000 Euro.

Jasmin Tabatabai als Königin Luise von Preußen

Eine weitere bemerkenswerte Rolle, in der Jasmin Tabatabai eine Perücke trug, war ihre Darstellung von Königin Luise von Preußen. Für die B.Z.-Leser schlüpfte sie in das historische, weiße Kleid und die hellbraunen Luise-Locken. Jasmin Tabatabai lustwandelte als Königin Luise über die Pfaueninsel und verkörperte die beliebte deutsche Königin.

„Warum ihr gerade mich gefragt habt, verstehe ich ja immer noch nicht“, sagte Jasmin Tabatabai, die bayrische Iranerin, und zupfte an den zu straff am Kopf sitzenden, hellbraunen Luise-Locken. „Aber ich freue mich natürlich immer, wenn man mich bittet, ausgerechnet solche Sachen zu machen. Ich habe in Worms ja auch die Kriemhild gespielt. Das steht doch für unser neues, weltoffenes Deutschland, nicht wahr?“

Jasmin Tabatabai, selbst zweifache Mutter und Autorin, verkörperte die Rolle der Königin Luise mit viel Einfühlungsvermögen. Sie ist nicht nur Schauspielerin und Sängerin, sondern auch Autorin. Ihr erstes Buch „Rosenjahre“ ist im September bei Ullstein erschienen.

Franziska van Almsick in Hockenheim (2008). Wie Jasmin Tabatabai ist auch sie eine bekannte Persönlichkeit des öffentlichen Lebens.

Einblick in "Strawberry Bubblegums"

Jasmin Tabatabai spielte auch in Benjamin Teskes Debütfilm „Strawberry Bubblegums“ mit. Der Film handelt von einem abgehalfterten Pornostar und einem jungen Mädchen. Die Idee zum Film entstand aus einer Szene im Kopf des Regisseurs: ein abgehalfterter Pornostar in seiner Garderobe, der gleich ans Set muss um Sex zu haben, aber sein Schwanz wird nicht hart.

Benjamin Teske hat eine eigene Bildsprache, ein extrem gutes Gefühl für Figuren und eine Liebe zum Detail. Geschwisterbeziehungen zum Beispiel findet er mega interessant. Er findet es spannend, Geschwister in seinem Freundeskreis zu beobachten. Aber letztendlich führt er selbst das Thema Geschwister zurück auf das der Identität. Wer bin ich, wo komme ich her? Welchen Platz hat man selber im Leben? In „Strawberry Bubblegums“ geht es ja auch um genau diese Fragen.

Im Film gibt es eine Stelle, wo ein Junge im Supermarkt versucht, Jasmin (Tabatabai) mit ihrer Vergangenheit als Pornodarstellerin zu provozieren. Was ich daran so mag ist, dass sie sagt, es hat ihr Spaß gemacht. Natürlich kann man mir unterstellen, dass ich versuche zu erzählen, dass man Pornos machen muss, um sich sexuell zu befreien. Das haben auch schon Journalisten versucht. Ich denke eigentlich, genau das Gegenteil ist der Fall, Lucy entscheidet sich am Ende ja auch für einen anderen Weg.

Der Rummelplatz scheint ein zentrales Thema für Benjamin Teske zu sein. Am Tag ist alles trostlos und leer, in der Nacht machen die bunten und flackernden Lichter alles schön und aufregend. Meine Mutter hat mich ja früher immer gewarnt vor den Jungs vom Rummelplatz. Ich durfte mich mit denen nicht abgeben.

Teske legt Wert darauf, jede Figur für sich ernst zu nehmen. Nebenrollen werden hier oft stiefmütterlich behandelt. Wenn man sich amerikanische Filme ansieht, dann sind die Nebenrollen oft viel spannender als die Hauptrollen. Er hat deshalb versucht, auch die vielen kleinen Rollen auf diesem Roadtrip ernst zu nehmen. Und ich hatte natürlich auch Glück, dass ich so tolle Schauspieler gefunden habe, die diese Rollen spielen wollten.

In „Strawberry Bubblegums“ ist ja jedes von Lucys Kostümen an einen Film angelehnt. Sie ist ja Filmfan und will auf die Schauspielschule. In der Partyszene am Anfang zum Beispiel trägt sie eine rote Herzchenbrille, eine Reminszenz an Kubricks „Lolita“. Wenn sie zu Ronnie in die Videothek geht, ist ihr Outfit angelehnt an „The Royal Tenenbaums“. Oder die Perücke, die sie aus der Bar mitnimmt, das bezieht sich natürlich auf „Lost in Translation“.

Es ist wunderbar, wenn man sich die Zeit nimmt, die Dinge so akribisch zu entwerfen. Man muss auch nicht erwarten, dass das jeder versteht, beziehungsweise darf auch nicht beleidigt sein wenn es nicht so ist. Ich finde es als Regisseur wichtig, dass man sein Publikum ernst nimmt und es für mindestens genauso intelligent hält wie sich selber. Ich habe das Gefühl, dass man oft denkt ach, das können wir jetzt nicht so darstellen, das versteht der Zuschauer nicht.

Jasmin Tabatabai beweist immer wieder, dass sie eine vielseitige und wandlungsfähige Schauspielerin ist. Ihre Rollen mit Perücken sind dabei ein besonderes Highlight, das ihre Fähigkeit zur Transformation unterstreicht.

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