Silicea für Haare: Wirkung und wissenschaftliche Erkenntnisse

Viele Menschen wünschen sich kräftiges und volles Haar. Ob eine dicke Haarmähne oder nur zarte Löckchen das Haupt schmücken, ist genetisch angelegt. „Doch ist das Haar von Geburt an von zahlreichen Modulationen abhängig, die seine Qualität beeinflussen“, erklärt Matthias Augustin, Leiter des Zentrums für dermatologische Forschung an der Universitätsklinik Hamburg Eppendorf.

Das sind vor allem Stress, Krankheiten, Medikamente, aber auch bestimmte Substanzen in unseren Nahrungsmitteln. Wer täglich das Spurenelement Silizium zu sich nimmt, verbessert damit seine Haarqualität, wie jetzt eine Pilotstudie beweist.

Was ist Silicium und warum ist es wichtig?

Silicium (in der chemischen Fachsprache Silizium) kommt in unserem Körper in Knorpeln, Knochen und Bindegewebe sowie Haut und Hautanhangsgebilden vor. Fachleute schätzen den Tagesbedarf an Silizium auf 10-14 mg. In der Regel nehmen wir über die Nahrung ausreichend Silizium auf. Der Name „Silizium“ leitet sich vom lateinischen Begriff „silex“ für Kieselstein ab. Das wundert nicht.

Silizium ist vorwiegend in Mineralien zu finden. Unsere Erde besteht aus etwa 15 Massenprozent Silizium. Insbesondere der Erdmantel weist einen hohen Anteil an silicatischen Gesteinsschmelzen auf. Sand besteht vorwiegend und Quarz 100 % aus Siliciumdioxid. In vielen Schmucksteinen ist Siliciumdioxid Hauptbestandteil und schließlich findet sich Silicium zu einem hohen Anteil in unseren Meeren wieder.

Daneben findet sich Silizium auch in Wasser, Wein und Bier zu einem nicht unerheblichen Anteil. Silicium ist ein Spurenelement, das der Körper nicht selbst herstellen kann. Es kommt in verschiedenen chemischen Formen vor, wobei ortho-Kieselsäure die bioverfügbarste ist.

Silicium ist am Quervernetzungsprozess von Kollagen beteiligt. Es hilft nicht direkt bei der "Bildung" von Kollagen, wie oft behauptet wird, sondern stabilisiert die Kollagenstruktur durch Vernetzung der Kollagenfasern.

Die Rolle von Silicium im Körper

  • Knochen: Die stärkste Evidenz gibt es für die Rolle von Silicium bei der Knochengesundheit.
  • Haut: Silicium verbessert die Hautrauigkeit und Elastizität.
  • Haare: Silicium stärkt die Haarstruktur und verbessert die Bruchfestigkeit.
  • Nägel: Silicium trägt zur Vorbeugung brüchiger Nägel bei.

Schüssler Salz Nr.11 - Silicea

Wissenschaftliche Studien zur Wirkung von Silicea auf die Haare

Um den Zusammenhang zwischen der Haarqualität und dem Spurenelement Silizium, besser bekannt als Kieselsäure zu untersuchen, startete der Dermatologe eine Pilotstudie mit 55 Frauen, die über sechs Monate hinweg täglich Kieselsäure zu sich nahmen. Vor und nach diesem Testzeitraum wurde die Haarqualität untersucht.

Die Haardicke nahm um 13 % zu. Der Studienleiter Professor Matthias Augustin geht davon aus, dass Silizium bestimmte Eiweißverbindungen stärke. Diese wiederum sind für die Stabilität der Haare verantwortlich. Eine Verbesserung der Haarqualität konnte ebenfalls eine Studie der Hautklinik am Klinikum der Stadt Karlsruhe belegen.

Eine Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) zeigte auf, dass nach der täglichen Einnahme von Kieselsäure-Gel die Haare der Probandinnen voller wirkten. Die Haardicke nahm um 13 % zu.

In der Beurteilung durch den Prüfarzt hatten die Haare der Probandinnen nach sechs Monaten sogar um 50 Prozent an Volumen zugenommen! Auch die Frauen selbst, die das feinstverteilte („kolloidale“) Kieselsäure-Gel testeten, waren begeistert über ihre dickeren und glänzenderen Haare.

Studienleiter Prof. Dr. med. Matthias Augustin fasst die Studienergebnisse so zusammen: „Das Präparat (*) kann unter Berücksichtigung von Nutzen und Risiken uneingeschränkt zur wirksamen Behandlung dünner Haare eingesetzt werden“.

Ergebnisse der Studie im Überblick

  • Zunahme der Haardicke: 13 Prozent
  • Zunahme des Haarvolumens (Prüfarzt): 50 Prozent
  • Verbesserung des Selbstvertrauens: Mit Zunahme der Haardicke wuchs auch das Selbstvertrauen der Frauen.
  • Reduktion des Leidensdrucks: Der Leidensdruck der Frauen ging mit zunehmender Haardicke um 50 Prozent zurück.

Wie wirkt Silicium auf das Haarwachstum?

Die Wirkung von Silizium auf das Haarwachstum erklärt der Studienleiter mit einer so genannten Helferfunktion dieser Natursubstanz. Sie führt dazu, dass bestimmte Schwefelverbindungen, die für Querverbindungen in der Hornmatrix der Haare verantwortlich sind, stärker genutzt werden. Die Folge: Das Haar wächst aus der Wurzel heraus dicker nach.

Silicium stärkt die Haarstruktur durch Einlagerung in die Keratinmatrix und Unterstützung des Follikel-Bindegewebes. Eine Studie zeigte nach 20 Wochen verbesserte Bruchfestigkeit und Haardicke.

Haare bestehen hauptsächlich aus Keratin, einem Strukturprotein. Silicium stabilisiert Kollagenstrukturen durch Quervernetzung.

Anwendungsformen von Silicea

Kieselsäure gibt es in verschiedenen Darreichungsformen. Für die Studie nahmen die Frauen Siliziumgel ein. „Ich kann mir vorstellen, dass andere Kieselsäureprodukte eventuell ähnlich wirken“, vermutet Matthias Augustin.

Kapseln eignen sich besonders zur Einnahme von Kieselerde. Sie umgehen damit deren niedrige Wasserlöslichkeit und nehmen das Mineral einfacher auf. Daneben ist Kieselerde Bestandteil vieler kosmetischer Produkte.

Empfehlungen zur Einnahme

  • Kieselsäure-Gel: Einnahme über sechs Monate, kann bei Bedarf wiederholt werden.
  • Natürliche Quellen: Kartoffeln, Hafer, Hirse, Sellerie, Spinat und Bambussprossen.
  • Nahrungsergänzungsmittel: Pulver, Tabletten, Softgel-Kapseln.

Was ist bei der Einnahme von Kieselerde zu beachten?

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt je nach Silizium-Verbindung maximale Tagesmengen in Nahrungsergänzungsmitteln. Es ist zwar verboten, Nahrungs­ergänzungsmittel in den Handel zu bringen, die mehr als 3 Milligramm Blei pro Kilogramm enthalten. Allerdings lassen sich nach Einschätzung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit gesundheitliche Schädigungen für den Menschen nicht sicher ausschließen - so gering der Bleigehalt in einem Produkt auch sein mag.

In 3 von 4 Proben wiesen die Testenden statt Algenpulver das bedeutend günstigere Quarz und Cristobalit nach. Diese führen auf Dauer zu Nierenschäden. Wird der feine Quarzstaub eingeatmet, steigt das Risiko, an Lungentumoren zu erkranken.

Empfohlene Tagesmengen

  • Siliziumdioxid: Höchstens 350 Milligramm pro Tag
  • Kieselsäure (Silicagel): 100 Milligramm pro Tag
  • Cholin-stabilisierte Orthokieselsäure: 10 Milligramm pro Tag
  • Organisches Silizium (Monomethylsilantriol): 10 Milligramm pro Tag

Silicea in der Homöopathie

Silicea ist ein sehr bekanntes homöopathisches Mittel mit einem breiten Spektrum, sowohl für den Körper als auch für Geist und Gemüt. Vor allem Knochen, Haare, Zähne und das Bindegewebe sind auch im Fokus der homöopathischen Anwendung von Silicea.

Silicea wird gerne auch in der so genannten „Biochemie nach Schüssler“ als Alternative genutzt.

Schüßler-Salze und Haarausfall

Viele Menschen versuchen, mithilfe der Schüßler-Salze Haarausfall oder andere Haarprobleme (wie brüchige Haare, Haarspliss oder Schuppen) zu bekämpfen. Generell sollen vor allem Natrium phosphoricum und Silicea (Nr. 9 und 11 der Schüßler--Salze) die Haare stärken.

Laut dem Schüßler-Salze-Konzept kann besonders Silicea, die Nr. 11 der Schüßler-Salze, Haarausfall diesen Typs bessern. Empfohlen wird eine Einnahme über mehrere Wochen bis zur Besserung. Sinnvoll kann es sein, bei diffusem Haarausfall Schüßler-Salze Nr. 21 (Zincum chloratum), Nr. 5 (Natrium phosphoricum) und Nr. 3 (Ferrum phosphoricum) mit Silicea zu kombinieren.

Fazit

Silicium ist ein interessantes Spurenelement mit biologisch plausiblen Mechanismen zur Unterstützung von Haut, Haaren, Nägeln und Knochen. Studien haben gezeigt, dass Silicea die Haardicke erhöhen und die Haarstruktur verbessern kann. Es ist wichtig, auf die Form des Siliciums und die empfohlene Dosierung zu achten, um die besten Ergebnisse zu erzielen.

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