Shampoo Trinken: Folgen, Risiken und Erste Hilfe

Es mag unglaublich erscheinen, aber gelegentlich kommt es vor, dass Menschen versehentlich oder aus Unachtsamkeit Shampoo oder andere schäumende Produkte trinken. Besonders gefährdet sind Kleinkinder, die aufgrund ihrer Neugier und Unwissenheit Gefahren noch nicht richtig einschätzen können. Dieser Artikel beleuchtet die möglichen Folgen des Trinkens von Shampoo, die Risiken, Symptome und notwendigen Erste-Hilfe-Maßnahmen.

Vergiftungsgefahren im Haushalt

Eine Wohnung oder ein Haus ist voll von potenziell giftigen Substanzen, die wir meist täglich benutzen. Dazu gehören:

  • Haushaltsreiniger aller Art (Geschirrspülmittel, Handspülmittel, Entkalker, Allzweckreiniger, Rohrreiniger, Waschmittel und Reiniger für Bad und WC)
  • Medikamente und Pharmazeutika
  • Kosmetika (Cremes, Duschgele, Shampoos oder Seifen)
  • Zimmer-, Balkon- und Gartenpflanzen, besonders solche mit bunten Blüten und Beeren

Besonders gefährdet sind Kinder im Alter von etwa acht Monaten bis fünf Jahren. In diesem Alter erkunden sie ihre Umgebung und stecken oft alles in den Mund.

Kinder schützen: Gefahrenquellen im Zuhause, die Eltern vermeiden sollten

Ursachen von Vergiftungen

Die meisten Vorfälle passieren nicht, weil Kinder vernachlässigt werden, sondern durch Unachtsamkeit und Unterschätzung der kindlichen Neugier. Es kann schnell passieren, dass ein Kind unbeaufsichtigt mit einer Flasche Allzweckreiniger allein ist, während man kurz abgelenkt ist. Auch Verwechslungen können zu ungewollten Vorfällen führen, etwa wenn statt der Fluorid-Tablette eine Schilddrüsentablette verabreicht wird.

Symptome einer Vergiftung

Vergiftungen können sich unterschiedlich äußern. Mögliche Symptome sind:

  • Rötungen, Reizungen, Schmerzen und Schwellungen in Mund und Rachen
  • Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen
  • Schwindel, Kopfschmerzen, Müdigkeit und Unwohlsein
  • Bewusstseinsveränderungen bis hin zur Bewusstlosigkeit
  • Schock, Erregungszustände, Zittern
  • Atemstörungen oder Herz-Kreislauf-Versagen

Eltern sollten wissen, dass die Symptome zeitverzögert auftreten können, bei manchen Giftpflanzen sogar erst nach 24 Stunden.

Erste Hilfe bei Vergiftungen

Bei Verdacht auf eine Vergiftung muss sofort der Notarzt unter 112 verständigt werden. Wichtig ist, den Standort, die Art des Unfalls, das Alter des Kindes, Zustand und Symptome anzugeben und Rückfragen abzuwarten. Anweisungen erhält man anschließend in der Giftnotrufzentrale.

Was man tun sollte:

  • Ruhe bewahren: Handeln Sie überlegt und nicht übereilt.
  • Giftnotruf anrufen: Die bundesweiten Giftnotrufzentralen sind rund um die Uhr besetzt und geben kostenlos Auskünfte.
  • Informationen sammeln: Welche Substanz wurde eingenommen, wie viel und wann?
  • Bei Bewusstlosigkeit: Stabile Seitenlage und Atmung kontrollieren. Bei Atemstillstand sofort mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung beginnen.
  • Bei Kontakt mit Haut oder Augen: Betroffene Stellen sofort gründlich mit lauwarmem Wasser ausspülen.

Was man nicht tun sollte:

  • Kein Erbrechen auslösen: Dies kann die Speiseröhre schädigen und/oder Erbrochenes in die Lunge gelangen.
  • Keine Milch geben: Milch kann die Aufnahme der Giftstoffe beschleunigen.
  • Kein Salzwasser geben: Für Kleinkinder ist dies lebensgefährlich.

Die folgenden Erstmaßnahmen sind abhängig vom Gift und sollen nur nach Anweisung der Giftnotrufzentrale durchgeführt werden!

  • Patienten an die frische Luft bringen, Fenster und Türen öffnen

Achtung: Gefahr der Selbstvergiftung ist besonders groß! Die eigene Sicherheit geht der Notwendigkeit zur Hilfeleistung immer vor!

Spezielle Maßnahmen bei bestimmten Substanzen:

  • Schäumende Produkte (Spülmittel, Shampoo): Entschäumer-Tropfen (Dimeticon oder Simeticon) geben. Auch etwas Butter kann helfen.
  • Ätzende Substanzen (Abflussreiniger): Viel Wasser oder Tee trinken lassen.

Vorbeugung von Vergiftungen

Um Vergiftungsunfälle zu verhindern, sollten folgende Maßnahmen beachtet werden:

  • Gefährliche Substanzen außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.
  • Chemikalien nicht in leere Lebensmittel- oder Getränkeverpackungen umfüllen.
  • Kindersichere Verschlüsse verwenden.
  • Reinigungsmittel mit dem Bitterstoff „Bitrex“ verwenden.
  • Tabak- und Zigarettenreste umgehend entsorgen.
  • Auf giftige Pflanzen in Haus und Garten verzichten.
  • Arzneimittel in einer abschließbaren Hausapotheke aufbewahren.

Smartphone-Nutzer können die App des BfR „Vergiftungsunfälle bei Kindern“ herunterladen. Sie informiert zu Inhaltsstoffen und Gefahren von Chemikalien, Medikamenten, Pflanzen und Pilzen und nennt Erste-Hilfe-Maßnahmen.

Giftnotrufzentralen in Deutschland

Bundesweit gibt es neun Giftnotrufzentralen, die rund um die Uhr besetzt sind. Die folgende Tabelle listet die Giftnotrufzentralen in Deutschland auf:

Bundesland Giftnotrufzentrale Telefonnummer
Baden-Württemberg Giftinformationszentrum Freiburg 0761 19240
Bayern Giftnotruf München 089 19240
Berlin, Brandenburg Giftnotruf Berlin 030 19240
Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen Giftinformationszentrum-Nord (GIZ-Nord) Göttingen 0551 19240
Hessen, Rheinland-Pfalz Giftinformationszentrum Mainz 06131 19240
Nordrhein-Westfalen Giftinformationszentrale Bonn 0228 19240
Saarland Giftinformationszentrum Homburg/Saar 06841 19240
Sachsen Giftinformationszentrum Erfurt 0361 730730
Sachsen-Anhalt, Thüringen Gemeinsames Giftinformationszentrum Erfurt 0361 730730

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